Ein Winter mit Baudelaire
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Description
Book Information
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"Würde bewahren. Betteln. Nicht aufgeben. Essen. Trinken. Schlafen. Am Leben bleiben. An Claire denken. Leben. Überleben." "Gestern ist so wie heute und morgen so wie gestern. Zukunft und Vergangenheit zerfallen, dem Tode Gewicht in einer Gegenwart, die kein Ende hat." Philippe wird von seiner Frau Sandrine vor die Tür gesetzt, das ist der Beginn einer Abwärtsspirale, die sich immer weiter dreht. Er verliert seinen Job, wodurch er keine Einkünfte mehr hat und unweigerlich auf der Straße landet. Seine Ex-Frau verweigert ihm noch dazu den Kontakt zu seiner Tochter Claire, er ist verzweifelt. Um zu überleben muss er sich Geld erbetteln. Was er dabei nie verliert, ist seine Würde. Eines Tages läuft ihm ein Hund zu, Baudelaire, er wird zu seinem treuen Gefährten und hilft ihm, alleine durch seine Anwesenheit, die Hoffnung nicht aufzugeben. Trotz des Themas ein wunderschönes Buch, vielleicht auch gerade deswegen. Ein Buch über eine ganz besondere Freundschaft, über Zusammenhalt und den Glauben und die Kraft aus einer scheinbar ausweglosen Situation herauszukommen. Poetisch und gefühlvoll in kurzen Kapiteln geschrieben hat mich diese Geschichte ab der ersten Seite gehabt. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir 🫶🏼
Ein Highlight meiner Lesensgeschichte.
"Die Zukunft wird in der Gegenwart gelebt. Einer Gegenwart, die sich nicht beugen lässt. Oder wenn, dann nur im Infinitiv, der Form des Unbestimmten." (S. 135) Philippe rutscht ins soziale Abseits. Nach einer Trennung, verliert er auch noch seinen Job und als ihm das Geld ausgeht landet er unweigerlich auf der Straße. Er erbettelt sich seinen Lebensunterhalt und versucht dennoch seine Würde zu bewahren, indem er das wenige, ihm zur Verfügung stehende Geld für seine Körperhygiene (öffentliche Duschen und Toiletten) und Grundbedürfnisse (essen und trinken) ausgibt - die Gedanken stets bei seiner kleinen Tochter, die ihm von der Mutter vorenthalten wird. Baudelaire, der Streuner wird in dieser Zeit sein Freund und "Retter" und erweist sich als große Stütze, schenkt er Philippe doch die Zuversicht, die er so dringend braucht. Diese fiktive Geschichte fühlte sich so real an, dass ich beim lesen ein ums andere Mal schlucken musste, so nah ging mir Philippes Schicksal. Es geht um (Un-)Gerechtigkeit, Menschlichkeit, Verlust und Hoffnung. Am Ende habe ich bitterlich geweint und erkläre dieses mir zuvor gänzlich unbekannte Buch, welches ich in einem öffentlichen Bücherschrank gefunden habe, als Jahreshighlight und auch als Highlight meines Leselebens. Ich werde es für immer hüten, wie einen Schatz. Wenn sich euch die Gelegenheit dazu bietet - lest das!

Nach der Scheidung wird der Franzose Philippe von seiner Exfrau auf die Straße gesetzt und darf seine geliebte Tochter nicht mehr sehen. Dann verliert er auch noch seinen Job und da er aus Frust auch noch selbst gekündigt hat, erhält er nicht einmal Arbeitslosengeld. Ohne Job, kein Geld, ohne Geld, keine Wohnung, ohne Wohnung, kein Job: Es ist ein Teufelskreis. Zwar kann sich Philippe eine Weile von seinem Ersparten über Wasser halten, doch irgendwann ist selbst das günstigste Hotel zu teuer. Philippe wird zum Obdachlosen und verliert nach und nach nicht nur alle sozialen Kontakte, sondern auch den Boden unter den Füßen. Doch dann begegnet ihm Baudelaire: „Aufmerksam schnüffelnd wedelt er leicht geduckt mit dem Schwanz. Dann setzt er sich japsend und mit hängender Zunge vor ihm auf den Boden. Ab und zu hört er ganz auf zu atmen, macht die Schnauze zu und sieht ihn konzentriert an, mit aufgerichteten Ohren, wovon das linke etwas stärker geknickt und tief eingekerbt ist“. Baudelaire, benannt nach dem berühmten Schriftsteller, ist eine wunderbare kleine Promenadenmischung mit einem großen Herzen. Zwar brauchen Mensch und Hund eine Weile, um „warm zu werden“. Doch schon bald bilden sie ein ungleiches aber gutes Team und wagen den Schritt in ein neues Leben. Es ist beeindruckend, mit welcher Präzision der Autor unzählige Einzelheiten in Philippes und später auch Baudelaires Leben beschreibt. Wenn Harold Cobert das Leben auf der Straße und die damit verbundenen unliebsamen Erfahrungen und Schwierigkeiten schildert, könnte man meinen, der Autor habe all das am eigenen Leib erfahren. Glaubhaft schildert Cobert auch die Sorgen und Nöten des Obdachlosen und „Geächteten“, der von einem Großteil der Gesellschaft nicht einmal mehr wahrgenommen wird. Dabei überzeugt Coberts Geschichte, das Lob geht somit auch an den Übersetzer, durch eine poetische und ausdrucksvolle, aber nie überzogene Wortwahl und Sprache. In seinem Roman erzählt Harold Cobert von der Zerbrechlichkeit des Glücks, vom Leben eines Obdachlosen und von der Bedeutung der Freundschaft. „Ein Winter mit Baudelaire“ ist ein Buch über das Glück, im Unglück nicht allein zu sein und von den kleinen Momenten und Geschenken, die ein Leben lebenswert machen. Es ist eigentlich keine besondere Geschichte, die Harold Cobert in „Ein Winter mit Baudelaire“ erzählt. Immerhin gibt es (auch in Deutschland) unzählige Obdachlose, von denen etliche auch in tierischer Begleitung sind. Doch gerade, weil diese Geschichte (fast) alltäglich ist, ist sie doch irgendwie außergewöhnlich. Nach der Lektüre sieht man die Obdachlosen auf der Straße jedenfalls mit vollständig anderen Augen. „Ein Winter mit Baudelaire“ ist berührend und bedrückend zu gleich, es ist unglaublich fesselnd und wirklich lesenswert. In meinen Augen hat das Buch nur einen einzigen Nachteil: Es ist viel zu kurz!
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"Würde bewahren. Betteln. Nicht aufgeben. Essen. Trinken. Schlafen. Am Leben bleiben. An Claire denken. Leben. Überleben." "Gestern ist so wie heute und morgen so wie gestern. Zukunft und Vergangenheit zerfallen, dem Tode Gewicht in einer Gegenwart, die kein Ende hat." Philippe wird von seiner Frau Sandrine vor die Tür gesetzt, das ist der Beginn einer Abwärtsspirale, die sich immer weiter dreht. Er verliert seinen Job, wodurch er keine Einkünfte mehr hat und unweigerlich auf der Straße landet. Seine Ex-Frau verweigert ihm noch dazu den Kontakt zu seiner Tochter Claire, er ist verzweifelt. Um zu überleben muss er sich Geld erbetteln. Was er dabei nie verliert, ist seine Würde. Eines Tages läuft ihm ein Hund zu, Baudelaire, er wird zu seinem treuen Gefährten und hilft ihm, alleine durch seine Anwesenheit, die Hoffnung nicht aufzugeben. Trotz des Themas ein wunderschönes Buch, vielleicht auch gerade deswegen. Ein Buch über eine ganz besondere Freundschaft, über Zusammenhalt und den Glauben und die Kraft aus einer scheinbar ausweglosen Situation herauszukommen. Poetisch und gefühlvoll in kurzen Kapiteln geschrieben hat mich diese Geschichte ab der ersten Seite gehabt. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir 🫶🏼
Ein Highlight meiner Lesensgeschichte.
"Die Zukunft wird in der Gegenwart gelebt. Einer Gegenwart, die sich nicht beugen lässt. Oder wenn, dann nur im Infinitiv, der Form des Unbestimmten." (S. 135) Philippe rutscht ins soziale Abseits. Nach einer Trennung, verliert er auch noch seinen Job und als ihm das Geld ausgeht landet er unweigerlich auf der Straße. Er erbettelt sich seinen Lebensunterhalt und versucht dennoch seine Würde zu bewahren, indem er das wenige, ihm zur Verfügung stehende Geld für seine Körperhygiene (öffentliche Duschen und Toiletten) und Grundbedürfnisse (essen und trinken) ausgibt - die Gedanken stets bei seiner kleinen Tochter, die ihm von der Mutter vorenthalten wird. Baudelaire, der Streuner wird in dieser Zeit sein Freund und "Retter" und erweist sich als große Stütze, schenkt er Philippe doch die Zuversicht, die er so dringend braucht. Diese fiktive Geschichte fühlte sich so real an, dass ich beim lesen ein ums andere Mal schlucken musste, so nah ging mir Philippes Schicksal. Es geht um (Un-)Gerechtigkeit, Menschlichkeit, Verlust und Hoffnung. Am Ende habe ich bitterlich geweint und erkläre dieses mir zuvor gänzlich unbekannte Buch, welches ich in einem öffentlichen Bücherschrank gefunden habe, als Jahreshighlight und auch als Highlight meines Leselebens. Ich werde es für immer hüten, wie einen Schatz. Wenn sich euch die Gelegenheit dazu bietet - lest das!

Nach der Scheidung wird der Franzose Philippe von seiner Exfrau auf die Straße gesetzt und darf seine geliebte Tochter nicht mehr sehen. Dann verliert er auch noch seinen Job und da er aus Frust auch noch selbst gekündigt hat, erhält er nicht einmal Arbeitslosengeld. Ohne Job, kein Geld, ohne Geld, keine Wohnung, ohne Wohnung, kein Job: Es ist ein Teufelskreis. Zwar kann sich Philippe eine Weile von seinem Ersparten über Wasser halten, doch irgendwann ist selbst das günstigste Hotel zu teuer. Philippe wird zum Obdachlosen und verliert nach und nach nicht nur alle sozialen Kontakte, sondern auch den Boden unter den Füßen. Doch dann begegnet ihm Baudelaire: „Aufmerksam schnüffelnd wedelt er leicht geduckt mit dem Schwanz. Dann setzt er sich japsend und mit hängender Zunge vor ihm auf den Boden. Ab und zu hört er ganz auf zu atmen, macht die Schnauze zu und sieht ihn konzentriert an, mit aufgerichteten Ohren, wovon das linke etwas stärker geknickt und tief eingekerbt ist“. Baudelaire, benannt nach dem berühmten Schriftsteller, ist eine wunderbare kleine Promenadenmischung mit einem großen Herzen. Zwar brauchen Mensch und Hund eine Weile, um „warm zu werden“. Doch schon bald bilden sie ein ungleiches aber gutes Team und wagen den Schritt in ein neues Leben. Es ist beeindruckend, mit welcher Präzision der Autor unzählige Einzelheiten in Philippes und später auch Baudelaires Leben beschreibt. Wenn Harold Cobert das Leben auf der Straße und die damit verbundenen unliebsamen Erfahrungen und Schwierigkeiten schildert, könnte man meinen, der Autor habe all das am eigenen Leib erfahren. Glaubhaft schildert Cobert auch die Sorgen und Nöten des Obdachlosen und „Geächteten“, der von einem Großteil der Gesellschaft nicht einmal mehr wahrgenommen wird. Dabei überzeugt Coberts Geschichte, das Lob geht somit auch an den Übersetzer, durch eine poetische und ausdrucksvolle, aber nie überzogene Wortwahl und Sprache. In seinem Roman erzählt Harold Cobert von der Zerbrechlichkeit des Glücks, vom Leben eines Obdachlosen und von der Bedeutung der Freundschaft. „Ein Winter mit Baudelaire“ ist ein Buch über das Glück, im Unglück nicht allein zu sein und von den kleinen Momenten und Geschenken, die ein Leben lebenswert machen. Es ist eigentlich keine besondere Geschichte, die Harold Cobert in „Ein Winter mit Baudelaire“ erzählt. Immerhin gibt es (auch in Deutschland) unzählige Obdachlose, von denen etliche auch in tierischer Begleitung sind. Doch gerade, weil diese Geschichte (fast) alltäglich ist, ist sie doch irgendwie außergewöhnlich. Nach der Lektüre sieht man die Obdachlosen auf der Straße jedenfalls mit vollständig anderen Augen. „Ein Winter mit Baudelaire“ ist berührend und bedrückend zu gleich, es ist unglaublich fesselnd und wirklich lesenswert. In meinen Augen hat das Buch nur einen einzigen Nachteil: Es ist viel zu kurz!







