Durch Mauern gehen
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Description
Sie hat die Grenzen der Kunst gesprengt: sich gepeitscht, mit einer Glasscherbe ein Pentagramm in den Bauch geritzt, ein Messer in die Finger gerammt. Sie ist 2500 Kilometer auf der Chinesischen Mauer gegangen, zwölf Jahre in einem umgebauten Citroën-Bus durch die Welt gefahren und hat ein Jahr bei den Aborigines in Australien gelebt. Spätestens seit »The Artist is Present« – ihrer berühmten Performance 2010 im New Yorker Museum of Modern Art - gilt Marina Abramović in der ganzen Welt als Kultfigur. Robert Redford schwärmt für sie genauso wie Lady Gaga. Vom »Time Magazine« wurde sie zu den 100 wichtigsten Menschen des Jahres 2014 gewählt.
In ihren Memoiren blickt Abramović zurück auf sieben Lebensjahrzehnte als charismatische Künstlerin und Grenzgängerin. Von ihrer strengen Kindheit im kommunistischen Jugoslawien, wo sie bei ihren der politischen Elite nahestehenden Eltern im Schatten Titos aufwuchs – bis hin zu ihren jüngsten Aktionen, bei denen sie die Seele von Millionen von Menschen mit der Kraft ihres Schweigens berührte.
Ausstattung: Mit 141 Schwarz-weiß-Fotos und 16 Seiten Farbbildteil
Book Information
Author Description
Marina Abramović, 1946 in Belgrad geboren, ist eine der schillerndsten Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit. Ihre Werke sind in weltberühmten Museen zu sehen, in der Tate Modern, im Guggenheim Museum, im Centre Pompidou und im Hamburger Bahnhof in Berlin. Zu Beginn ihrer Karriere machte sie mit radikalen Performances auf sich aufmerksam. 1997 wurde sie auf der Biennale 1997 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Ihre jüngsten Arbeiten waren sensationelle Erfolge: 850.000 Menschen besuchten 2010 allein ihre Performance „The Artist is Present“ im New Yorker MoMA. Drei Monate lang saß die Künstlerin auf einem Stuhl, schaute ihrem Gegenüber in die Augen und schwieg. Marina Abramović ist u. a. Gastprofessorin an der Hochschule der Künste in Berlin. Sie lebt in New York.
Posts
Wenn Kunstbanausen ein Buch lesen - - und es ihnen trotzdem gefällt, dann ist es "Durch Mauern gehen" von Marina Abramovic. Den Namen Marina Abramovic haben bestimmt die meisten schon einmal gehört. Selbst wenn nicht, sicher sind einige ihrer Performances einem schon mal in den Medien begegnet. Vor ca. 10 Jahren saß sie z. B. drei Monate 8 Stunden täglich in einem Museum, regungslos. Als Besucher konnte man sich ihr gegenübersetzen. Die Besucher haben diese Erfahrung als besonders intensiv beschrieben. Es gab in ihrem Leben auch andere Kunstaktionen. Ihre wohl bekannteste ist Rhythm 0, in den 70ern des letzten Jahrhunderts. Bei dieser Performance hat sie ich ihrem Publikum ausgeliefert, buchstäblich. Die Bilder, die beim Googeln der Performance angezeigt werden, sind erschreckend. In ihrer Autobiografie erzählt sie von ihrer Kindheit in Belgrad, ihrer Familie, den ersten Schritten in der Kunst. Sie fing mit Malerei an, stellte dann aber fest, dass ihr Performance mehr lag. Sie wollte immer, dass das Publikum ein Teil ihrer Kunst ist. Mit Ulay, dem deutschen Künstler und ihrem langjährigen Partner, lief sie über die Chinesische Mauer, lebte bei den Aborigines in Australien. Sie posierte auf den Knochen geschlachteter Rinder, war während ihrer Auftritte nicht selten splitternackt - sie gab stets alles. Ich selbst kann ein Gemälde von einer Skulptur unterscheiden, hier enden meine Kunstkenntnisse. Mit Performance kann ich überhaupt nichts anfangen, das meiste fällt in meinen Augen unter "Ist das Kunst oder kann das weg?" Aber das Buch von Marina Abramovic fand ich trotz Kunstresistenz einfach grandios. Sie schreibt interessant, leidenschaftlich, schnörkellos. Ihre Sprache ist mal ganz zart und dann wieder geradezu vulgär. Ihre Autobiografie kann man wohl als ein weiteres Stück Performance betrachten. Es ist unmöglich, es zu lesen und es hinterher einfach mit einem Schulterzucken ins Regal zu stellen. Man blättert noch mal durch die Seiten, bleibt an den unzähligen Fotos hängen, mal kopfschüttelnd, mal fasziniert, aber niemals gelangweilt oder gar gleichgültig. Als Abramovic ihre "The Artist Is Present"-Performance vorbereitete, wurde sie ein Jahr lang von einem Kamerateam begleitet. Später entstand daraus ein Film, den ich sehr empfehlen kann. Marina Abramovic ist die Grand Dame der Performance. Ich bin sehr neugierig darauf, noch mehr über sie zu erfahren, denn sie wirkt und lebt ihre Kunst ja auch nach dem Ende der Autobiografie. Fazit: Highlight!
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Sie hat die Grenzen der Kunst gesprengt: sich gepeitscht, mit einer Glasscherbe ein Pentagramm in den Bauch geritzt, ein Messer in die Finger gerammt. Sie ist 2500 Kilometer auf der Chinesischen Mauer gegangen, zwölf Jahre in einem umgebauten Citroën-Bus durch die Welt gefahren und hat ein Jahr bei den Aborigines in Australien gelebt. Spätestens seit »The Artist is Present« – ihrer berühmten Performance 2010 im New Yorker Museum of Modern Art - gilt Marina Abramović in der ganzen Welt als Kultfigur. Robert Redford schwärmt für sie genauso wie Lady Gaga. Vom »Time Magazine« wurde sie zu den 100 wichtigsten Menschen des Jahres 2014 gewählt.
In ihren Memoiren blickt Abramović zurück auf sieben Lebensjahrzehnte als charismatische Künstlerin und Grenzgängerin. Von ihrer strengen Kindheit im kommunistischen Jugoslawien, wo sie bei ihren der politischen Elite nahestehenden Eltern im Schatten Titos aufwuchs – bis hin zu ihren jüngsten Aktionen, bei denen sie die Seele von Millionen von Menschen mit der Kraft ihres Schweigens berührte.
Ausstattung: Mit 141 Schwarz-weiß-Fotos und 16 Seiten Farbbildteil
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Author Description
Marina Abramović, 1946 in Belgrad geboren, ist eine der schillerndsten Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit. Ihre Werke sind in weltberühmten Museen zu sehen, in der Tate Modern, im Guggenheim Museum, im Centre Pompidou und im Hamburger Bahnhof in Berlin. Zu Beginn ihrer Karriere machte sie mit radikalen Performances auf sich aufmerksam. 1997 wurde sie auf der Biennale 1997 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Ihre jüngsten Arbeiten waren sensationelle Erfolge: 850.000 Menschen besuchten 2010 allein ihre Performance „The Artist is Present“ im New Yorker MoMA. Drei Monate lang saß die Künstlerin auf einem Stuhl, schaute ihrem Gegenüber in die Augen und schwieg. Marina Abramović ist u. a. Gastprofessorin an der Hochschule der Künste in Berlin. Sie lebt in New York.
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Wenn Kunstbanausen ein Buch lesen - - und es ihnen trotzdem gefällt, dann ist es "Durch Mauern gehen" von Marina Abramovic. Den Namen Marina Abramovic haben bestimmt die meisten schon einmal gehört. Selbst wenn nicht, sicher sind einige ihrer Performances einem schon mal in den Medien begegnet. Vor ca. 10 Jahren saß sie z. B. drei Monate 8 Stunden täglich in einem Museum, regungslos. Als Besucher konnte man sich ihr gegenübersetzen. Die Besucher haben diese Erfahrung als besonders intensiv beschrieben. Es gab in ihrem Leben auch andere Kunstaktionen. Ihre wohl bekannteste ist Rhythm 0, in den 70ern des letzten Jahrhunderts. Bei dieser Performance hat sie ich ihrem Publikum ausgeliefert, buchstäblich. Die Bilder, die beim Googeln der Performance angezeigt werden, sind erschreckend. In ihrer Autobiografie erzählt sie von ihrer Kindheit in Belgrad, ihrer Familie, den ersten Schritten in der Kunst. Sie fing mit Malerei an, stellte dann aber fest, dass ihr Performance mehr lag. Sie wollte immer, dass das Publikum ein Teil ihrer Kunst ist. Mit Ulay, dem deutschen Künstler und ihrem langjährigen Partner, lief sie über die Chinesische Mauer, lebte bei den Aborigines in Australien. Sie posierte auf den Knochen geschlachteter Rinder, war während ihrer Auftritte nicht selten splitternackt - sie gab stets alles. Ich selbst kann ein Gemälde von einer Skulptur unterscheiden, hier enden meine Kunstkenntnisse. Mit Performance kann ich überhaupt nichts anfangen, das meiste fällt in meinen Augen unter "Ist das Kunst oder kann das weg?" Aber das Buch von Marina Abramovic fand ich trotz Kunstresistenz einfach grandios. Sie schreibt interessant, leidenschaftlich, schnörkellos. Ihre Sprache ist mal ganz zart und dann wieder geradezu vulgär. Ihre Autobiografie kann man wohl als ein weiteres Stück Performance betrachten. Es ist unmöglich, es zu lesen und es hinterher einfach mit einem Schulterzucken ins Regal zu stellen. Man blättert noch mal durch die Seiten, bleibt an den unzähligen Fotos hängen, mal kopfschüttelnd, mal fasziniert, aber niemals gelangweilt oder gar gleichgültig. Als Abramovic ihre "The Artist Is Present"-Performance vorbereitete, wurde sie ein Jahr lang von einem Kamerateam begleitet. Später entstand daraus ein Film, den ich sehr empfehlen kann. Marina Abramovic ist die Grand Dame der Performance. Ich bin sehr neugierig darauf, noch mehr über sie zu erfahren, denn sie wirkt und lebt ihre Kunst ja auch nach dem Ende der Autobiografie. Fazit: Highlight!




