Dümpeln
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Description
Book Information
Author Description
Pola Schneemelcher wurde 1989 in Bonn geboren. Sie arbeitet als Ökonomin und lebt in Paris und Berlin. Dümpeln ist ihr Debütroman.
Posts
Es ist ein kurzes Buch, aber keins, das ich mal schnell weggelesen habe. Und die Geschichte mutet auf jeden Fall ungewöhnlich an: Eine Erzählerin, die in Hanoi ist, aber auch überall anders sein könnte. Der Zweck ihres Aufenthalts ist ein wenig zu schreiben, über Wasser hält sie sich mit dem Verkauf von Fritteusen. Die erste Hälfte des Buches entwickelt sich wirklich langsam und auch recht unspektakulär. Dann kommt ein Wendepunkt und die Geschichte nimmt etwas Fahrt auf. Das war auch die Stelle, ab der ich besser und schneller voran gekommen bin. Thematisch wird der immer wieder unreflektierte und eurozentrische Blick der Expats mit leichter Ironie dargestellt. Man kann den Protagonisten dabei zusehen, sich aufkommendenFragen und Gedanken, einfach nicht zu stellen, sondern sie zu negieren oder am besten einfach nicht weiter drüber nachzudenken. Ihre Geschichte schreibt die Erzählerin dann schließlich doch zu Hause in Berlin.
"Es gab das Leben, das nicht wichtig war, weil ich morgen sterben könnte. Und es gab das Leben, das so wichtig war, weil ich morgen sterben könnte. Und dazwischen gab es das Jetzt, das in der nächsten Sekunde schon vorbei war." Westliche Tourist*innen, die nach Vietnam reisen, um sich selbst oder das ‘wahre Vietnam’ zu finden, oder wahlweise auch ein authentisches Abenteuer zu erleben - darüber schreibt Pola Schneemelcher, allerdings auf eine entlarvende, beinahe zynische Art. Ihre Protagonistin strotzt vor Privilegien und hat die Möglichkeit, ihr junges Erwachsenenleben einfach nur vor sich hinzudümpeln - präferiert im Ausland, mit dem Ziel, irgendwann ein Buch zu schreiben. In Vietnam trifft sie einen alten Bekannten wieder, der sie dabei unterstützt, Fritteusen zu verkaufen, die absolut nicht gebraucht werden. Unterbrochen wird diese Perspektive immer wieder durch eine ebenfalls deutsche Journalistin, die sich den beiden auf einer Reise anschließt. Als einzige blickt sie kritisch auf das kolonialistisch anmutende Verhalten der Tourist*innen, bleibt aber in der Beobachtungsposition. ‘Dümpeln’ ist das erste Buch aus dem Almost-Verlag und macht definitiv Lust auf mehr. Obwohl die Zuspitzung des ignoranten Verhaltens sehr deutlich ist, hat mir gefallen, dass die Autorin ein Nachwort mit kritischer Einordnung verfasst hat. Zwischendurch dümpelt die Geschichte so vor sich hin, was ich als gelungenes Stilmittel empfunden habe. CN: Ras$ismus, T0d, s3xualisierte G3walt, Trauer
Dieses Buch ist das Erste des almost Publishing Verlags und es hat schon ein gewisses Etwas. Man merkt auf jeden Fall das Herzblut, das in dieses Projekt geflossen ist. Sowohl bei der Autorin als auch den Verlegerinnen, denn auf beiden Seiten ist es ein Debüt. Es geht um eine namenlosen Erzählerin (?-ich gehe im Folgenden einfach davon aus), die sich aus Deutschland nach Vietnam geflüchtet hat, um zu schreiben und um einfach woanders unterzukommen. Um ein bisschen Geld zu verdienen, verkauft sie Fritteusen, die in Vietnam anscheinend nicht so bekannt zu sein scheinen und somit auf reges Interesse stoßen. Ein spezieller Auftrag führt sie dann in den Dschungel, wo sie zusammen mit einem Freund namens Emil und einer Journalistin einige Abenteuer erlebt, un dahin zu kommen. Die Geschichte wirkte auf mich eher wie ein Vehikel, um das Land und die Mentalität ein wenig näher vorzustellen. Doch irgendwie war es weder Fisch noch Fleisch und dümpelte (hahaha) so vor sich hin. Auch war nicht so richtig auszumachen, welches Ziel denn von der Erzählerin verfolgt wird. Alles in allem ein okayes Buch, das mir mit seinen Schilderungen des Landes und der etwas ungewöhnlichen Verkaufsstrategie in Erinnerung bleiben wird. Der Rest leider nicht.
Vor kurzem lag endlich das erste pulbizierte Buch von Almost Publishing im Briefkasten. Dümpeln - der Debütroman von Pola Schneemelcher. Die namenlose Hauptfigur wandelt in "Dümplen" ihrem Traum vom Schreiben hinterher, und zwar in Hanoi. Sie dümpelt im wahrsten Sinne vor sich hin, lässt sich ablenken in einem bequem-vertrauten Café, das als Zielgruppe ausschließlich Expats und Co. hat und das Land drumherum mehr oder weniger ausblendet. Als Deal mit der zahlenden Tante versucht sie nebenbei mal eben ein paar Fritteusen zu verkaufen. Während ihrer Zeit in Hanoi verliert sie einen sehr wichtigen Menschen. Hätte mich Pola nicht vorab schon mit dieser On-Point witzigen, selbstiornisch-kritischen Erzählung bekommen, hätte sie es ab dieser Stelle. Die Zeit nach der Nachricht, in denen die Hauptfigur richtig tief in diesem Trauerloch steckt, ist so treffsicher und real beschrieben, so roh und unattraktiv und gedümplet wie es wirklich ist. Ohne so nen 'mach was draus, draus erwachsen und erstärkt hervorgehen'-Quatsch. Ein Bekannter nimmt sie schließlich auf eine ungewöhnliche Fahrt durch den Dschungel mit, die sie langsam aus diesem Sumpf herausholt. Pola beschreibt auf ehrliche und selbstironische Weise die verschiedenen Gruppen von Backpackern, Expats und Touristen aus den USA, Deutschland und Frankreich, die im Schnitt neun Tage in Vietnam verbringen. Sie alle bringen Privilegien, eine eurozentrische, weiße Sicht und das Bedürfnis nach Selbstfindung mit. Sie schreibt das Buch aus genau dieser Perspektive und hält uns Lesenden damit auch einen Spiegel vor, der unsere eigene eurozentrisch-weiße Sicht reflektiert. Wie @anikalandsteiner so schön formuliert hat: „(...)danach wisst ihr mindestens, was ihr nicht sein wollt”. Ich werde auf jeden Fall mehr von Pola lesen, sobald es ein weiteres Buch von ihr gibt. Außerdem kann ich euch das Gespräch zwischen ihr und ihrer Sensitivity Readerin Vanessa Vu ans Herz legen, das ihr im Almost-Magazin findet.
Nette Geschichte
Die Geschichte plätschert gemütlich vor sich hin. Die Autorin, gesponsert von einer wohlhabenden Tante, zieht es nach Vietnam, wo sie unter dem Vorwand Fritteusen verkaufen zu wollen, versucht Geschichten über die Menschen um sie herum zu sammeln und ein Buch zu schreiben. Es sollte kein Buch über Sinnfindung, Erleuchtung o. ä. werden. Zwischendurch fand ich die Story sehr sprunghaft und ungeordnet, vor allem in der ersten Hälfte des Buches. Zum Ende hin hat sie dann eine schöne Geschichte aufgebaut über ihre Reise mit einem Freund und einer Journalistin in den Dschungel und zurück. Dieser Teil der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Zum Glück hat das Buch unter 200 Seiten, dadurch war es nett für mal zwischendurch, aber es hat mich nicht vom Hocker gerissen, schade, denn ich hatte anderes erhofft.
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Pola Schneemelcher wurde 1989 in Bonn geboren. Sie arbeitet als Ökonomin und lebt in Paris und Berlin. Dümpeln ist ihr Debütroman.
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Es ist ein kurzes Buch, aber keins, das ich mal schnell weggelesen habe. Und die Geschichte mutet auf jeden Fall ungewöhnlich an: Eine Erzählerin, die in Hanoi ist, aber auch überall anders sein könnte. Der Zweck ihres Aufenthalts ist ein wenig zu schreiben, über Wasser hält sie sich mit dem Verkauf von Fritteusen. Die erste Hälfte des Buches entwickelt sich wirklich langsam und auch recht unspektakulär. Dann kommt ein Wendepunkt und die Geschichte nimmt etwas Fahrt auf. Das war auch die Stelle, ab der ich besser und schneller voran gekommen bin. Thematisch wird der immer wieder unreflektierte und eurozentrische Blick der Expats mit leichter Ironie dargestellt. Man kann den Protagonisten dabei zusehen, sich aufkommendenFragen und Gedanken, einfach nicht zu stellen, sondern sie zu negieren oder am besten einfach nicht weiter drüber nachzudenken. Ihre Geschichte schreibt die Erzählerin dann schließlich doch zu Hause in Berlin.
"Es gab das Leben, das nicht wichtig war, weil ich morgen sterben könnte. Und es gab das Leben, das so wichtig war, weil ich morgen sterben könnte. Und dazwischen gab es das Jetzt, das in der nächsten Sekunde schon vorbei war." Westliche Tourist*innen, die nach Vietnam reisen, um sich selbst oder das ‘wahre Vietnam’ zu finden, oder wahlweise auch ein authentisches Abenteuer zu erleben - darüber schreibt Pola Schneemelcher, allerdings auf eine entlarvende, beinahe zynische Art. Ihre Protagonistin strotzt vor Privilegien und hat die Möglichkeit, ihr junges Erwachsenenleben einfach nur vor sich hinzudümpeln - präferiert im Ausland, mit dem Ziel, irgendwann ein Buch zu schreiben. In Vietnam trifft sie einen alten Bekannten wieder, der sie dabei unterstützt, Fritteusen zu verkaufen, die absolut nicht gebraucht werden. Unterbrochen wird diese Perspektive immer wieder durch eine ebenfalls deutsche Journalistin, die sich den beiden auf einer Reise anschließt. Als einzige blickt sie kritisch auf das kolonialistisch anmutende Verhalten der Tourist*innen, bleibt aber in der Beobachtungsposition. ‘Dümpeln’ ist das erste Buch aus dem Almost-Verlag und macht definitiv Lust auf mehr. Obwohl die Zuspitzung des ignoranten Verhaltens sehr deutlich ist, hat mir gefallen, dass die Autorin ein Nachwort mit kritischer Einordnung verfasst hat. Zwischendurch dümpelt die Geschichte so vor sich hin, was ich als gelungenes Stilmittel empfunden habe. CN: Ras$ismus, T0d, s3xualisierte G3walt, Trauer
Dieses Buch ist das Erste des almost Publishing Verlags und es hat schon ein gewisses Etwas. Man merkt auf jeden Fall das Herzblut, das in dieses Projekt geflossen ist. Sowohl bei der Autorin als auch den Verlegerinnen, denn auf beiden Seiten ist es ein Debüt. Es geht um eine namenlosen Erzählerin (?-ich gehe im Folgenden einfach davon aus), die sich aus Deutschland nach Vietnam geflüchtet hat, um zu schreiben und um einfach woanders unterzukommen. Um ein bisschen Geld zu verdienen, verkauft sie Fritteusen, die in Vietnam anscheinend nicht so bekannt zu sein scheinen und somit auf reges Interesse stoßen. Ein spezieller Auftrag führt sie dann in den Dschungel, wo sie zusammen mit einem Freund namens Emil und einer Journalistin einige Abenteuer erlebt, un dahin zu kommen. Die Geschichte wirkte auf mich eher wie ein Vehikel, um das Land und die Mentalität ein wenig näher vorzustellen. Doch irgendwie war es weder Fisch noch Fleisch und dümpelte (hahaha) so vor sich hin. Auch war nicht so richtig auszumachen, welches Ziel denn von der Erzählerin verfolgt wird. Alles in allem ein okayes Buch, das mir mit seinen Schilderungen des Landes und der etwas ungewöhnlichen Verkaufsstrategie in Erinnerung bleiben wird. Der Rest leider nicht.
Vor kurzem lag endlich das erste pulbizierte Buch von Almost Publishing im Briefkasten. Dümpeln - der Debütroman von Pola Schneemelcher. Die namenlose Hauptfigur wandelt in "Dümplen" ihrem Traum vom Schreiben hinterher, und zwar in Hanoi. Sie dümpelt im wahrsten Sinne vor sich hin, lässt sich ablenken in einem bequem-vertrauten Café, das als Zielgruppe ausschließlich Expats und Co. hat und das Land drumherum mehr oder weniger ausblendet. Als Deal mit der zahlenden Tante versucht sie nebenbei mal eben ein paar Fritteusen zu verkaufen. Während ihrer Zeit in Hanoi verliert sie einen sehr wichtigen Menschen. Hätte mich Pola nicht vorab schon mit dieser On-Point witzigen, selbstiornisch-kritischen Erzählung bekommen, hätte sie es ab dieser Stelle. Die Zeit nach der Nachricht, in denen die Hauptfigur richtig tief in diesem Trauerloch steckt, ist so treffsicher und real beschrieben, so roh und unattraktiv und gedümplet wie es wirklich ist. Ohne so nen 'mach was draus, draus erwachsen und erstärkt hervorgehen'-Quatsch. Ein Bekannter nimmt sie schließlich auf eine ungewöhnliche Fahrt durch den Dschungel mit, die sie langsam aus diesem Sumpf herausholt. Pola beschreibt auf ehrliche und selbstironische Weise die verschiedenen Gruppen von Backpackern, Expats und Touristen aus den USA, Deutschland und Frankreich, die im Schnitt neun Tage in Vietnam verbringen. Sie alle bringen Privilegien, eine eurozentrische, weiße Sicht und das Bedürfnis nach Selbstfindung mit. Sie schreibt das Buch aus genau dieser Perspektive und hält uns Lesenden damit auch einen Spiegel vor, der unsere eigene eurozentrisch-weiße Sicht reflektiert. Wie @anikalandsteiner so schön formuliert hat: „(...)danach wisst ihr mindestens, was ihr nicht sein wollt”. Ich werde auf jeden Fall mehr von Pola lesen, sobald es ein weiteres Buch von ihr gibt. Außerdem kann ich euch das Gespräch zwischen ihr und ihrer Sensitivity Readerin Vanessa Vu ans Herz legen, das ihr im Almost-Magazin findet.
Nette Geschichte
Die Geschichte plätschert gemütlich vor sich hin. Die Autorin, gesponsert von einer wohlhabenden Tante, zieht es nach Vietnam, wo sie unter dem Vorwand Fritteusen verkaufen zu wollen, versucht Geschichten über die Menschen um sie herum zu sammeln und ein Buch zu schreiben. Es sollte kein Buch über Sinnfindung, Erleuchtung o. ä. werden. Zwischendurch fand ich die Story sehr sprunghaft und ungeordnet, vor allem in der ersten Hälfte des Buches. Zum Ende hin hat sie dann eine schöne Geschichte aufgebaut über ihre Reise mit einem Freund und einer Journalistin in den Dschungel und zurück. Dieser Teil der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Zum Glück hat das Buch unter 200 Seiten, dadurch war es nett für mal zwischendurch, aber es hat mich nicht vom Hocker gerissen, schade, denn ich hatte anderes erhofft.










