Drachenstern - Gewandelt
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Description
Book Information
Posts
Jennifer ist ein ganz normaler Teenager. Bis sie sich eines Nachts in einen Drachen verwandelt. Hin und her gerissen versucht sie sich, an ihr neues Dasein zu gewöhnen. Doch als sie ihr neues Ich langsam lieben lernt, werfen Feinde einen düsteren Schatten auf ihr Leben. Seit einer halben Ewigkeit steht diese Reihe ungelesen in meinem Bücherregal. Damals habe ich mir zeitnah alle auf Deutsch verfügbaren Exemplare besorgt, da ich nach Beginn der Betsy Taylor Reihe davon überzeugt war, mich auch bei dieser Reihe prächtig zu amüsieren. Leider Fehlanzeige. Der erwartete humorvolle Frauenroman entpuppte sich als relativ spannungsloses Kinderbuch, für das ich mittlerweile erstens zu alt bin und zweitens schon zu viele gute Fantasyromane gelesen habe. Anders als in ihrer Betsy Taylor Reihe schreibt die Autorin in Kooperation mit ihrem Ehemann hier in der dritten Person. Dies führte bei mir nicht nur zu Einbußen im Lesefluss, sondern hatte zudem den ungünstigen Nebeneffekt, dass ich keinerlei Beziehung zu unserer vierzehnjährigen schwerst pubertären Protagonistin aufbauen konnte. Bei ihren Stimmungsschwankungen habe ich mich gefühlt wie auf dem Rücksitz eines Porsches in der Kurve bei überschrittener Geschwindigkeitsbegrenzung. Einzelne Aspekte der Geschichte, wie die Idee mit den Werarachniden, den verschiedenen Drachenarten und diesen winzigen putzigen Gecko, fand ich wirklich gelungen. Leider wurde der Fokus in meinen Augen viel zu sehr auf ihre Identitätsprobleme gelenkt. Ich finde es zwar gut und realistisch, auch darauf einzugehen. Allerdings hätte ich es gutgehießen, wenn dann auch andere Aspekte, wie ihr Drachentraining und der finale Kampf etwas mehr Raum eingenommen hätten. Es hätte diesem dünnen Büchlein ja durchaus nicht geschadet ein wenig zuzulegen
Vielversprechende Idee aber schlechte Umsetzung
Im Allgemeinen sind die Charaktere zu platt und haben wenig Tiefgang. Andere Charaktere, wie zum Beispiel Joseph, der auf der Farm des Grossvaters leben darf, sind überflüssig und tragen nichts zur Handlung bei. Für mich waren er und Susan, Jennifers beste Freundin, nur Lückenfüller, die die Handlung kaum weitergebracht haben. Ansonsten hatte man kaum Zeit die Charaktere näher kennenzulernen, da man nur das Nötigste von ihnen erfährt. Zudem tauchen sie plötzlich wieder auf und verschwinden genauso schnell wieder von der Bildfläche– genau wie Jennifers Gecko. Gewisse Charaktere verhalten sich sehr unglaubwürdig. Ganz ehrlich? Welcher vernünftige Mensch bleibt in unmittelbarer Nähe seiner Feinde wohnen und treibt sich dabei auf offener Strasse rum, wo man sofort angegriffen werden könnte? Niemand. Ganz besonders nicht Erwachsene oder Eltern, die ihr Kind schützen wollen. Auch ihre Freunde reagieren kaum schockiert über die Erzählung, dass Jennifer ein Drache ist. Ganz ehrlich? Das ist nicht authentisch. Die Protagonistin Jennifer ist mehr als unsympathisch. Sie verhält sich nicht wie eine 14-jährige, die noch dazu gerade erfahren hat, dass sie ein Drache ist. Auch den Groll gegen ihre Eltern kann man in keiner Weise nachvollziehen, geschweige denn, wurde der Konflikt näher beleuchtet. Hier fehlt eindeutig die Hintergrundgeschichte, wieso es überhaupt so weit gekommen ist. Noch dazu wechselt sie ständig zwischen „alles ist gut mit den Eltern“ zu „die Eltern sind das letzte“ und wieder zurück. Das ist wahrlich sehr mühsam, weil der Leser nicht versteht, warum das so ist. Klar darf man hier nicht vergessen, dass es sich um ein Mädchen in der Pubertät handelt, das auch mal gegen die Eltern rebelliert. Dennoch ist diese Rebellion nicht mit Pubertät abzuspeisen. Sie wirkt auf den Leser sehr egoistisch und wie ein trotziges Kleinkind. Zudem empfinde ich Jennifers Einstieg in das Leben als Drache zu schnell und zu wenig problematisch. Sie beherrscht alles viel zu perfekt, und das wohlgemerkt nach nur einem Tag, und kommt mit allem sehr einfach klar. Klar gibt es kleinere Rückschläge, dennoch ist sie ein Charakter, der alles zu können scheint. Bei solchen Charakteren spricht man oft von einer Mary-Sue (Ein Charakter, der alles kann). Das ist jedoch ebenfalls wenig glaubwürdig. Die Geschichte an sich ist in der 3ten Person geschrieben, was mir durchaus gefällt. Aber meiner Meinung nach, wurde hier die falsche Erzählperspektive gewählt. Durch die sonst schon farblosen Charaktere, wäre es besser gewesen, die Geschichte aus Jennifers Sicht (also in der Ich-Perspektive) zu erzählen. Damit hätte die Distanz zwischen Protagonist und Leser überbrückt werden können und man hätte mehr von Jennifers Innenleben erfahren und auch warum sie so wütend auf ihre Eltern ist. Das Buch ist im Allgemeinen sehr vorhersehbar und beherbergt kaum Spannung. Letzteres ist darauf zurückzuführen, dass es gerade mal auf den letzten Seiten ein bisschen Spannung gibt aber auch diese sofort wieder abflaut. Andere Szenen sind wiederrum bloss Lückenfüller und tragen nichts zur Handlung bei. Hier wäre es besser gewesen den anderen Szenen und besonders den Charakteren mehr Gewicht zu geben, anstatt das Pulver für unnötige Szenen zu verschleudern. Zudem handelt es sich hierbei mehr um eine Erzählung und Aneinanderreihung von Szenen, anstatt um eine Geschichte in der man versinken kann. Was mir hingegen sehr gefallen hat ist die Erläuterung der Legende um die Werdrachen. Sie ist verständlich und wundervoll ausgearbeitet. Auch die unterschiedlichen Arten von Drachen und deren Fähigkeiten wurden eingehend beleuchtet und verständlich dargestellt. Der Schreibstil ist sehr schlicht und einfach gehalten, weswegen es sich flüssig und schnell lesen lässt. Fazit/Empfehlung: Die Idee ist sehr vielversprechen, scheitert jedoch an der Umsetzung. Aus dem Buch hätte deutlich mehr rausgeholt werden können. Meiner Meinung nach eignet sich die Geschichte eher für jüngere Leser.
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Jennifer ist ein ganz normaler Teenager. Bis sie sich eines Nachts in einen Drachen verwandelt. Hin und her gerissen versucht sie sich, an ihr neues Dasein zu gewöhnen. Doch als sie ihr neues Ich langsam lieben lernt, werfen Feinde einen düsteren Schatten auf ihr Leben. Seit einer halben Ewigkeit steht diese Reihe ungelesen in meinem Bücherregal. Damals habe ich mir zeitnah alle auf Deutsch verfügbaren Exemplare besorgt, da ich nach Beginn der Betsy Taylor Reihe davon überzeugt war, mich auch bei dieser Reihe prächtig zu amüsieren. Leider Fehlanzeige. Der erwartete humorvolle Frauenroman entpuppte sich als relativ spannungsloses Kinderbuch, für das ich mittlerweile erstens zu alt bin und zweitens schon zu viele gute Fantasyromane gelesen habe. Anders als in ihrer Betsy Taylor Reihe schreibt die Autorin in Kooperation mit ihrem Ehemann hier in der dritten Person. Dies führte bei mir nicht nur zu Einbußen im Lesefluss, sondern hatte zudem den ungünstigen Nebeneffekt, dass ich keinerlei Beziehung zu unserer vierzehnjährigen schwerst pubertären Protagonistin aufbauen konnte. Bei ihren Stimmungsschwankungen habe ich mich gefühlt wie auf dem Rücksitz eines Porsches in der Kurve bei überschrittener Geschwindigkeitsbegrenzung. Einzelne Aspekte der Geschichte, wie die Idee mit den Werarachniden, den verschiedenen Drachenarten und diesen winzigen putzigen Gecko, fand ich wirklich gelungen. Leider wurde der Fokus in meinen Augen viel zu sehr auf ihre Identitätsprobleme gelenkt. Ich finde es zwar gut und realistisch, auch darauf einzugehen. Allerdings hätte ich es gutgehießen, wenn dann auch andere Aspekte, wie ihr Drachentraining und der finale Kampf etwas mehr Raum eingenommen hätten. Es hätte diesem dünnen Büchlein ja durchaus nicht geschadet ein wenig zuzulegen
Vielversprechende Idee aber schlechte Umsetzung
Im Allgemeinen sind die Charaktere zu platt und haben wenig Tiefgang. Andere Charaktere, wie zum Beispiel Joseph, der auf der Farm des Grossvaters leben darf, sind überflüssig und tragen nichts zur Handlung bei. Für mich waren er und Susan, Jennifers beste Freundin, nur Lückenfüller, die die Handlung kaum weitergebracht haben. Ansonsten hatte man kaum Zeit die Charaktere näher kennenzulernen, da man nur das Nötigste von ihnen erfährt. Zudem tauchen sie plötzlich wieder auf und verschwinden genauso schnell wieder von der Bildfläche– genau wie Jennifers Gecko. Gewisse Charaktere verhalten sich sehr unglaubwürdig. Ganz ehrlich? Welcher vernünftige Mensch bleibt in unmittelbarer Nähe seiner Feinde wohnen und treibt sich dabei auf offener Strasse rum, wo man sofort angegriffen werden könnte? Niemand. Ganz besonders nicht Erwachsene oder Eltern, die ihr Kind schützen wollen. Auch ihre Freunde reagieren kaum schockiert über die Erzählung, dass Jennifer ein Drache ist. Ganz ehrlich? Das ist nicht authentisch. Die Protagonistin Jennifer ist mehr als unsympathisch. Sie verhält sich nicht wie eine 14-jährige, die noch dazu gerade erfahren hat, dass sie ein Drache ist. Auch den Groll gegen ihre Eltern kann man in keiner Weise nachvollziehen, geschweige denn, wurde der Konflikt näher beleuchtet. Hier fehlt eindeutig die Hintergrundgeschichte, wieso es überhaupt so weit gekommen ist. Noch dazu wechselt sie ständig zwischen „alles ist gut mit den Eltern“ zu „die Eltern sind das letzte“ und wieder zurück. Das ist wahrlich sehr mühsam, weil der Leser nicht versteht, warum das so ist. Klar darf man hier nicht vergessen, dass es sich um ein Mädchen in der Pubertät handelt, das auch mal gegen die Eltern rebelliert. Dennoch ist diese Rebellion nicht mit Pubertät abzuspeisen. Sie wirkt auf den Leser sehr egoistisch und wie ein trotziges Kleinkind. Zudem empfinde ich Jennifers Einstieg in das Leben als Drache zu schnell und zu wenig problematisch. Sie beherrscht alles viel zu perfekt, und das wohlgemerkt nach nur einem Tag, und kommt mit allem sehr einfach klar. Klar gibt es kleinere Rückschläge, dennoch ist sie ein Charakter, der alles zu können scheint. Bei solchen Charakteren spricht man oft von einer Mary-Sue (Ein Charakter, der alles kann). Das ist jedoch ebenfalls wenig glaubwürdig. Die Geschichte an sich ist in der 3ten Person geschrieben, was mir durchaus gefällt. Aber meiner Meinung nach, wurde hier die falsche Erzählperspektive gewählt. Durch die sonst schon farblosen Charaktere, wäre es besser gewesen, die Geschichte aus Jennifers Sicht (also in der Ich-Perspektive) zu erzählen. Damit hätte die Distanz zwischen Protagonist und Leser überbrückt werden können und man hätte mehr von Jennifers Innenleben erfahren und auch warum sie so wütend auf ihre Eltern ist. Das Buch ist im Allgemeinen sehr vorhersehbar und beherbergt kaum Spannung. Letzteres ist darauf zurückzuführen, dass es gerade mal auf den letzten Seiten ein bisschen Spannung gibt aber auch diese sofort wieder abflaut. Andere Szenen sind wiederrum bloss Lückenfüller und tragen nichts zur Handlung bei. Hier wäre es besser gewesen den anderen Szenen und besonders den Charakteren mehr Gewicht zu geben, anstatt das Pulver für unnötige Szenen zu verschleudern. Zudem handelt es sich hierbei mehr um eine Erzählung und Aneinanderreihung von Szenen, anstatt um eine Geschichte in der man versinken kann. Was mir hingegen sehr gefallen hat ist die Erläuterung der Legende um die Werdrachen. Sie ist verständlich und wundervoll ausgearbeitet. Auch die unterschiedlichen Arten von Drachen und deren Fähigkeiten wurden eingehend beleuchtet und verständlich dargestellt. Der Schreibstil ist sehr schlicht und einfach gehalten, weswegen es sich flüssig und schnell lesen lässt. Fazit/Empfehlung: Die Idee ist sehr vielversprechen, scheitert jedoch an der Umsetzung. Aus dem Buch hätte deutlich mehr rausgeholt werden können. Meiner Meinung nach eignet sich die Geschichte eher für jüngere Leser.






