Dr. Siri und seine Toten

Dr. Siri und seine Toten

by Colin Cotterill·Book 1 of 12
CD-Audio
3.643
Dr. SiriCherringham70Er JahreMord

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Description

Spannung garantiert: Die Starken Stimmen lesen jetzt Krimis

Dr. Siri Paiboun ist 72 Jahre alt, ein einfacher Arzt – und wird wider Willen befördert: Die kommunistische Partei von Laos bestellt ihn zum einzigen Leichenbeschauer des Landes. Diese Aufgabe erledigt der kauzige Arzt mit übersinnlicher Intuition und einem französischen Pathologie- Handbuch von 1948. Hört sich komisch an? Ist es auch. Vergnüglich und skurril löst er seinen ersten Fall, den Tod der Gattin eines hohen Parteikaders.

Jan Josef Liefers ist wie geschaffen dafür, sich in besonders schräge Charaktere hineinzufühlen. Der des Dr. Siri dürfte ihm nicht schwergefallen sein – schließlich spielt er im „Tatort“ seit Jahren quasi einen Kollegen von Dr. Siri, der zudem ähnlich verschroben ist. Man hört einfach, dass Liefers großen Spaß an diesem Buch hatte.

(4 CDs, Laufzeit: 4h 40)

Ausstattung: Sprecherfoto © Mathias Bothor

Book Information

Main Genre
Crime
Sub Genre
N/A
Format
CD-Audio
Pages
N/A
Price
9.36 €

Author Description

Colin Cotterill, in London geboren, begab sich nach einer Ausbildung zum Englischlehrer auf eine lange Weltreise. Mittlerweile lebt er in Chumphon, Thailand. Seine in Laos angesiedelte Krimireihe um Dr. Siri wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.

Posts

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Ein Pathologe zwischen Geistern und Bürokratie – charmant, aber nur bedingt mein Fall

Als ich Dr..Siri und seine Toten aufschlug, hatte ich das Gefühl, in einen stickigen, leicht flirrenden Obduktionsraum zu treten, alte Ventilatoren an der Decke, stumpfe Instrumente, draußen die Hitze von Laos und mittendrin ein 72-jähriger Leichenbeschauer, der eigentlich viel lieber seine Ruhe hätte. Die Bühne ist klein, der Vorhang dünn, aber der Blick dahinter lohnt sich. Politik, Armut, Aberglaube und trockener Humor liegen hier so nah beieinander wie Skalpell und Notizblock. Beim Lesen habe ich vor allem das Setting genossen. Der kommunistische Kleinstaat Laos in den 1970ern ist als Schauplatz erfrischend anders, und die Mischung aus politischen Umbrüchen, Mangelwirtschaft und ideologischer Starrheit erzeugt eine eigene, leicht absurde Grundspannung. Gleichzeitig merkte ich aber, wie meine Begeisterung zwischendurch abkühlte. Die Ermittlerfigur mit „besonderen Fähigkeiten“ fühlte sich für mich inzwischen eher nach Genre-Standard als nach Überraschung an. Ich war neugierig, interessiert, manchmal amüsiert, aber selten wirklich gepackt. Zu den Stärken gehört für mich ganz klar das Land selbst als Bühne: Laos wirkt ungewöhnlich, eigen und trotzdem greifbar. Der Humor ist angenehm trocken, nie krachend laut, sondern eher ein feines Dauerschmunzeln, das sich durch die Dialoge zieht. Auch die Grundidee, ein alter, widerwillig berufener Pathologe, der sich mit veralteten französischen Lehrbüchern und einem kleinen, schrägen Team durchbeißt, hat Charme. Die Kriminalfälle sind ordentlich konstruiert, und der Kontrast zwischen politischer Realität, bürokratischer Absurdität und Siris Eigensinn sorgt für einige wirklich gelungene Momente. Gleichzeitig hatte ich mit ein paar Punkten zu kämpfen. Zum einen hat mich das inzwischen sehr verbreitete Muster gestört, dass Ermittler kaum noch „normal“ sein dürfen: besondere Gabe, besondere Brüche, besondere Andersartigkeit, hier eben Träume mit den Toten. Das wirkte auf mich eher wie ein vertrauter Kniff als wie eine mutige Entscheidung. Zum anderen sind es viele Namen, Orte und Bezüge, die für westliche Leser ungewohnt klingen. Das macht das Buch zwar authentisch, aber auch streckenweise anstrengend. Gerade am Anfang hätte ich mir einen klareren „Crashkurs“ in die politische und gesellschaftliche Lage von Laos gewünscht, um mich besser orientieren zu können. Und eine mystisch-befremdliche Episode im Buch hat für mich den Fluss eher gestört, weil sie nicht ganz zum ansonsten bodenständigen Ton passen wollte. Unterm Strich fühlte sich Dr. Siri und seine Toten für mich an wie ein ungewöhnlich dekorierter Raum. Die Tapete (Setting, Humor, Grundidee) ist wirklich schön und anders, aber das Mobiliar (Figurenklischees, besondere Fähigkeiten, Einstieg ins Weltgefüge) ist mir zu vertraut und teilweise etwas wacklig. Das Buch lebt von seiner Atmosphäre und seinem schrägen Charme, aber es hat mich nicht so sehr mitgerissen, wie es die Prämisse versprochen hätte.

5

Geistreich, witzig und originell!

Habe tatsächlich einige Male laut auflachen müssen. Großartig! Hätte ich nie angefasst wenn ich nicht gerade in Laos wäre und auf der Suche nach etwas über das Land war. Einziger Kritikpunkt mal wieder: Was für ein abgrundtief hässliches Cover!

4

Gut geschrieben aber etwas verwirrend mit vielen komplizierten Namen und Berufen der Charaktere für mich etwas schwer nicht durcheinander zu kommen mit den Personen

4

1976 in Laos. Das Land ist frisch unabhängig und kommunistisch. Eigentlich hatte sich der Arzt Dr. Siri Praboun auf den Ruhestand gefreut, wird nun aber im Alter von 72 Jahren zum einzigen Leichenbeschauer des Landes ernannt, da er ja noch arbeitsfähig ist und im Kommunismus alle mit anpacken müssen. Also macht er sich an die Arbeit, ohne ausgebildetes Personal oder das entsprechende Equipment, und bekommt gleich einen pikanten Fall auf den Tisch. Die Frau eines hochrangigen Beamten ist ums Leben gekommen und Dr. Siri soll den Fall einfach nur formell abhaken, aber in ihm erwacht der Detektiv und so macht er sich auf Spurensuche und stellt die ein oder andere unangenehme Frage, die es für ihn irgendwann ziemlich brenzlig werden lässt. Dennoch lässt er sich nicht unterkriegen und löst mit seiner hartnäckigen, eigenwilligen, humorvollen und kreativen Art und den richtigen Verbündeten den Fall. Das Buch ist skurril-witzig, Dr. Siri und die Menschen in seinem Umfeld sind alle irgendwie schrullig-sympathisch. Geschrieben wurde es von einem Briten im Stil englischer Krimis, und beschreibt dennoch sehr gut das Laos der 1970er, als das Land befreit war von der jahrzehntelangen Besetzung der Franzosen und den amerikanischen Bomben, und direkt überging in einen - von Mangel geprägten - korrupten Überwachungsstaat, in dem die Macht hat, wer im Politbüro ganz oben sitzt, und alle, die nicht mitziehen, fürchten müssen, in Umziehungslager gesteckt zu werden. Ich habe das Buch in Vorbereitung auf den Laos-Urlaub gelesen, kann es aber jedem empfehlen, der gerne Krimireihen mit sympathisch-skurrilen Charakteren liest. Dies ist der erste Band einer aktuell 13-teiligen Serie.

3

Schöne Geschichte, gut geschrieben - war/ist aber vom Genre nicht ganz mein Fall.

2

Schade, schade, nicht mal Jan Liefers konnte mir diesen Krimi schmackhaft machen. Für mich als fast Nicht-Krimileserin gab es zu viele Einzelheiten über Leichen usw und der Plot konnte mich auch nicht wirklich fesseln. Nein, sprachlich habe ich nichts erwartet, obwohl ich Wolf Haas es kann ...

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