Don't make me think!
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Description
Book Information
Posts
Sehr gute Ansätze, aber nicht mehr zeitgemäß
Ach ja. Von diesem Buch hab ich mir tatsächlich viel versprochen. Unter UXlern wird es fast wie die "Bibel der Usability" behandelt. "Wer sich mit nutzerfreundlichem Interface Design auseinandersetzt, MUSS dieses Buch gelesen haben!" Und ich stimme grundsätzlich zu, dass dieses Buch viele wertvolle Einblicke und Informationen über das Thema enthält. Man merkt auch, dass der Autor sehr viel Ahnung und Erfahrung von der Materie hat. ABER! Es gab zwei Dinge, die mich an dem Buch ziemlich gestört haben: 1. Der Inhalt ist überhaupt nicht gut strukturiert oder teilweise auch nicht gut vermittelt. 2. Die Informationen im Buch sind meiner Meinung nach nicht zeitgemäß und demnach nicht umsetzbar unter aktuellen Gegebenheiten. ------ Zu Punkt eins: Es wird im Buch extrem viel Wert drauf gelegt, alles sehr peppig und humorvoll zu betiteln und zu erklären. Der unterhaltsame Schreibstil wird vom Großteil der Leserschaft sehr positiv hervorgehoben. Aber es kostet den Text meiner Meinung nach sehr viel Verständlichkeit, wenn man immer nur auf Humor setzt. Ich weiß, die Mehrheit der Leute will nur unterhalten werden und lustige Texte haben, aber ich habe nichts davon, wenn ich zwar was zu lachen habe, aber den Inhalt nicht verstehe. Das äußert sich z.B. dadurch, dass man sich durch kryptische Metaphern "durchwurschteln" muss, die man erst beim dritten Mal durchlesen versteht. (Wie z.B. Die Katze mit dem Buttertoast auf dem Rücken. HÄ? Kann man da nicht einfach von zwei gegenteiligen Polen eines Magneten reden, die sich gegenseitig abstoßen?) Ebenso werden Kapitel mit witzigen Phrasen betitelt ("die Urknall-Theorie des Webdesign"). Das ist vielleicht einprägsam, aber ich kann mir inhaltlich absolut nichts darunter vorstellen. Ich muss mich bei jedem Kapitel erst tiefer einlesen, um überhaupt zu verstehen, worum es geht. Das ist ärgerlich, wenn ich mich nur über bestimmte Themen informieren will und dann nicht anhand des Inhaltsverzeichnisses nachvollziehen kann, wovon die verschiedenen Kapitel handeln. Das betrifft übrigens nicht nur die Kapitel-Namen, sondern setzt sich auch bei den Überschriften der jeweiligen Text-Abschnitte fort. Irgendwie ironisch, da der Autor in dem Buch mehrmals betont, wie wichtig es ist, verständliche, klare und kurze Titel für Links anzugeben, damit man eben (wie der Buchtitel schon sagt) "nicht nachdenken muss". Warum macht er das dann bei seinen Überschriften im Buch nicht genauso? Man merkt dem Werk leider an, dass der Autor nicht gerne schreibt, wie er in der Einleitung selber zugibt. ----- Zu Punkt zwei: Es stimmt zwar alles, was der Autor schreibt und man merkt auch, dass viel Erfahrung und Ahnung im Inhalt steckt. Aber ich habe mir bei vielen, vielen Passagen im Buch gedacht: "Das ist ja alles schön und gut, aber dieses ganze Wissen bringt doch gar nichts, wenn Usability in der Praxis nicht belohnt wird!" Der Autor argumentiert, dass die Informationen im Buch nicht wirklich veralten können, weil es bei Usability nicht ums Web, sondern um menschliches Verhalten geht und sich Menschen im Gegensatz zum Web kaum verändern. Das mag grundsätzlich stimmen. Aber es wird außer Acht gelassen, dass sich unterschiedliche soziale und wirtschaftliche Entwicklungen sehr wohl darauf auswirken, wie gut Benutzerfreundlichkeit implementiert werden kann bzw. wie sehr es sich überhaupt lohnt, gute Usability zu pflegen. Sprich, manche Informationen sind sehr wohl in der aktuellen Zeit und unter bestimmten Bedingungen veraltet. Menschliches Verhalten hin oder her. Meine Ausgabe ist von 2014. Also zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Rezension 12 Jahre alt. Das ist für das Internet eine Ewigkeit! Man denke darüber nach wie sehr sich die Internetkultur seit den 2010ern verändert und vor allem verschlechtert hat - trotz der Argumentation des Autors, dass ja Usability angeblich sooo wichtig für den betrieblichen Erfolg sei! Oft genug stimmt das leider einfach nicht. Wenn sich Usability mehr "lohnen" würde, wäre das aktuelle Internet nicht so ein Höllenpfuhl, wie es zur Zeit der Fall ist. Ich denke da an solche Stichworte wie KI. Junior Designer werden durch KI ersetzt und können keine Berufserfahrung sammeln. Dadurch kann sich auch kein Nachwuchs daraus entwickeln. Sprich, noch schlechtere Chancen, UX vernünftig zu implementieren. Und selbst wenn man durch gute Usability mit seinem Produkt erfolgreich wird: Dann kommen Monopol-Firmen dazu, die alles aufkaufen, was einigermaßen gut ist, um dann anschließend alles maximal benutzer*UN*freundlich zu machen. Weil sich so mehr Umsatz machen und Kosten einsparen lassen. Auf den Unterschied zwischen B2B und B2C wird leider auch gar nicht eingegangen. Denn bei B2B spielt gute Usability schlichtweg keine Rolle. Man muss als Mitarbeiter das "fressen", was man vom Arbeitgeber vorgesetzt kriegt. Ja, natürlich arbeiten Mitarbeiter mit schlechten Systemen ineffizienter, was wiederum mehr Geld kostet. Aber solange es günstiger ist, Mitarbeiter Fortbildungen machen oder Tutorials anschauen zu lassen, anstatt die Systeme einfach benutzerfreundlich zu machen, wird sich daran absolut nichts ändern. Man sieht es ja im beruflichen Alltag ständig. Ich will damit nur sagen: Ja, es bräuchte dringend mehr Usability im Internet, aber wen interessiert's, wenn das Geld nun mal nicht dort reinfließt und sich Usability anscheinend nicht auszahlt? (Und mir ist schon bewusst, dass sich Usability für kleine Unternehmen auf jeden Fall auszahlen kann! Nur muss man dann trotzdem das Budget und das Personal haben, um sich längerfristig auf eine gute Benutzerfreundlichkeit fokussieren zu können. Und dann kann es bei großem Erfolg immer noch passieren, dass man von großen Firmen einfach "geschluckt" wird.) Insgesamt frustriert es mich einfach, dass im Buch so getan wird, als hätten solche wirtschaftlichen und technischen (KI) Entwicklungen keine Relevanz. (Für die Usability haben sie an sich auch keine Relevanz. Für die Menschen, die diese Usability umsetzen müssen, aber sehr wohl.) ---- Pluspunkte: Was mir an dem Buch gut gefallen hat, war der Teil mit den Usability-Tests und der Barrierefreiheit. Ich fand es sehr spannend zu erfahren, dass es gar nicht viel Geld und Zeit braucht, um Usability-Tests durchzuführen! Und das ist tatsächlich der Teil, den man jeden CEO und Manager lesen lassen möchte. Trotzdem: Solange sich Usability wirtschaftlich aus Sicht der Firmen nicht lohnt, bringt es auch nichts, denen Usability-Tests schmackhaft zu machen. Denn für gute Interfaces braucht es mehr als nur Testergebnisse, sondern vor allem geschultes Personal. Das wird aber zur Zeit eher abgeworfen anstatt gefördert. Man merkt ja an allen Ecken, dass die Internet-Entwicklung eher rückläufig ist. Alles wird umständlicher anstatt einfacher. Und Barrierefreiheit? Die wird weiterhin eher stiefmütterlich behandelt. Da hat sich leider nicht viel getan in den letzten 12 Jahren. ---- Fazit: Unterm Strich hat das Buch sehr gute Ansätze und bewährte Tipps, die aber erstens nicht gut vermittelt werden und zweitens in der heutigen Zeit nicht so leicht umzusetzen sind. Nicht aus technischen, sondern aus strukturellen Gründen. Wer sich für benutzerfreundliche Oberflächen interessiert, kann durchaus in das Buch reinschnuppern. Ich bin aber sicher, dass es mittlerweile bessere und aktuellere Literatur zu dem Thema gibt.
👩💻Don't make me think👩💻
Für meinen Einstieg in den UX-Bereich hat mir meine Chefin dieses Buch empfohlen & ich bin begeistert! Steve Krug schafft es, unglaublich viele UX-Grundlagen verständlich und kompakt zu vermitteln & das auf eine angenehm unterhaltsame und oft humorvolle Art. Für mich und meine Arbeit ist dieses Buch ein echter Mehrwert. 🥰🫶
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Sehr gute Ansätze, aber nicht mehr zeitgemäß
Ach ja. Von diesem Buch hab ich mir tatsächlich viel versprochen. Unter UXlern wird es fast wie die "Bibel der Usability" behandelt. "Wer sich mit nutzerfreundlichem Interface Design auseinandersetzt, MUSS dieses Buch gelesen haben!" Und ich stimme grundsätzlich zu, dass dieses Buch viele wertvolle Einblicke und Informationen über das Thema enthält. Man merkt auch, dass der Autor sehr viel Ahnung und Erfahrung von der Materie hat. ABER! Es gab zwei Dinge, die mich an dem Buch ziemlich gestört haben: 1. Der Inhalt ist überhaupt nicht gut strukturiert oder teilweise auch nicht gut vermittelt. 2. Die Informationen im Buch sind meiner Meinung nach nicht zeitgemäß und demnach nicht umsetzbar unter aktuellen Gegebenheiten. ------ Zu Punkt eins: Es wird im Buch extrem viel Wert drauf gelegt, alles sehr peppig und humorvoll zu betiteln und zu erklären. Der unterhaltsame Schreibstil wird vom Großteil der Leserschaft sehr positiv hervorgehoben. Aber es kostet den Text meiner Meinung nach sehr viel Verständlichkeit, wenn man immer nur auf Humor setzt. Ich weiß, die Mehrheit der Leute will nur unterhalten werden und lustige Texte haben, aber ich habe nichts davon, wenn ich zwar was zu lachen habe, aber den Inhalt nicht verstehe. Das äußert sich z.B. dadurch, dass man sich durch kryptische Metaphern "durchwurschteln" muss, die man erst beim dritten Mal durchlesen versteht. (Wie z.B. Die Katze mit dem Buttertoast auf dem Rücken. HÄ? Kann man da nicht einfach von zwei gegenteiligen Polen eines Magneten reden, die sich gegenseitig abstoßen?) Ebenso werden Kapitel mit witzigen Phrasen betitelt ("die Urknall-Theorie des Webdesign"). Das ist vielleicht einprägsam, aber ich kann mir inhaltlich absolut nichts darunter vorstellen. Ich muss mich bei jedem Kapitel erst tiefer einlesen, um überhaupt zu verstehen, worum es geht. Das ist ärgerlich, wenn ich mich nur über bestimmte Themen informieren will und dann nicht anhand des Inhaltsverzeichnisses nachvollziehen kann, wovon die verschiedenen Kapitel handeln. Das betrifft übrigens nicht nur die Kapitel-Namen, sondern setzt sich auch bei den Überschriften der jeweiligen Text-Abschnitte fort. Irgendwie ironisch, da der Autor in dem Buch mehrmals betont, wie wichtig es ist, verständliche, klare und kurze Titel für Links anzugeben, damit man eben (wie der Buchtitel schon sagt) "nicht nachdenken muss". Warum macht er das dann bei seinen Überschriften im Buch nicht genauso? Man merkt dem Werk leider an, dass der Autor nicht gerne schreibt, wie er in der Einleitung selber zugibt. ----- Zu Punkt zwei: Es stimmt zwar alles, was der Autor schreibt und man merkt auch, dass viel Erfahrung und Ahnung im Inhalt steckt. Aber ich habe mir bei vielen, vielen Passagen im Buch gedacht: "Das ist ja alles schön und gut, aber dieses ganze Wissen bringt doch gar nichts, wenn Usability in der Praxis nicht belohnt wird!" Der Autor argumentiert, dass die Informationen im Buch nicht wirklich veralten können, weil es bei Usability nicht ums Web, sondern um menschliches Verhalten geht und sich Menschen im Gegensatz zum Web kaum verändern. Das mag grundsätzlich stimmen. Aber es wird außer Acht gelassen, dass sich unterschiedliche soziale und wirtschaftliche Entwicklungen sehr wohl darauf auswirken, wie gut Benutzerfreundlichkeit implementiert werden kann bzw. wie sehr es sich überhaupt lohnt, gute Usability zu pflegen. Sprich, manche Informationen sind sehr wohl in der aktuellen Zeit und unter bestimmten Bedingungen veraltet. Menschliches Verhalten hin oder her. Meine Ausgabe ist von 2014. Also zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Rezension 12 Jahre alt. Das ist für das Internet eine Ewigkeit! Man denke darüber nach wie sehr sich die Internetkultur seit den 2010ern verändert und vor allem verschlechtert hat - trotz der Argumentation des Autors, dass ja Usability angeblich sooo wichtig für den betrieblichen Erfolg sei! Oft genug stimmt das leider einfach nicht. Wenn sich Usability mehr "lohnen" würde, wäre das aktuelle Internet nicht so ein Höllenpfuhl, wie es zur Zeit der Fall ist. Ich denke da an solche Stichworte wie KI. Junior Designer werden durch KI ersetzt und können keine Berufserfahrung sammeln. Dadurch kann sich auch kein Nachwuchs daraus entwickeln. Sprich, noch schlechtere Chancen, UX vernünftig zu implementieren. Und selbst wenn man durch gute Usability mit seinem Produkt erfolgreich wird: Dann kommen Monopol-Firmen dazu, die alles aufkaufen, was einigermaßen gut ist, um dann anschließend alles maximal benutzer*UN*freundlich zu machen. Weil sich so mehr Umsatz machen und Kosten einsparen lassen. Auf den Unterschied zwischen B2B und B2C wird leider auch gar nicht eingegangen. Denn bei B2B spielt gute Usability schlichtweg keine Rolle. Man muss als Mitarbeiter das "fressen", was man vom Arbeitgeber vorgesetzt kriegt. Ja, natürlich arbeiten Mitarbeiter mit schlechten Systemen ineffizienter, was wiederum mehr Geld kostet. Aber solange es günstiger ist, Mitarbeiter Fortbildungen machen oder Tutorials anschauen zu lassen, anstatt die Systeme einfach benutzerfreundlich zu machen, wird sich daran absolut nichts ändern. Man sieht es ja im beruflichen Alltag ständig. Ich will damit nur sagen: Ja, es bräuchte dringend mehr Usability im Internet, aber wen interessiert's, wenn das Geld nun mal nicht dort reinfließt und sich Usability anscheinend nicht auszahlt? (Und mir ist schon bewusst, dass sich Usability für kleine Unternehmen auf jeden Fall auszahlen kann! Nur muss man dann trotzdem das Budget und das Personal haben, um sich längerfristig auf eine gute Benutzerfreundlichkeit fokussieren zu können. Und dann kann es bei großem Erfolg immer noch passieren, dass man von großen Firmen einfach "geschluckt" wird.) Insgesamt frustriert es mich einfach, dass im Buch so getan wird, als hätten solche wirtschaftlichen und technischen (KI) Entwicklungen keine Relevanz. (Für die Usability haben sie an sich auch keine Relevanz. Für die Menschen, die diese Usability umsetzen müssen, aber sehr wohl.) ---- Pluspunkte: Was mir an dem Buch gut gefallen hat, war der Teil mit den Usability-Tests und der Barrierefreiheit. Ich fand es sehr spannend zu erfahren, dass es gar nicht viel Geld und Zeit braucht, um Usability-Tests durchzuführen! Und das ist tatsächlich der Teil, den man jeden CEO und Manager lesen lassen möchte. Trotzdem: Solange sich Usability wirtschaftlich aus Sicht der Firmen nicht lohnt, bringt es auch nichts, denen Usability-Tests schmackhaft zu machen. Denn für gute Interfaces braucht es mehr als nur Testergebnisse, sondern vor allem geschultes Personal. Das wird aber zur Zeit eher abgeworfen anstatt gefördert. Man merkt ja an allen Ecken, dass die Internet-Entwicklung eher rückläufig ist. Alles wird umständlicher anstatt einfacher. Und Barrierefreiheit? Die wird weiterhin eher stiefmütterlich behandelt. Da hat sich leider nicht viel getan in den letzten 12 Jahren. ---- Fazit: Unterm Strich hat das Buch sehr gute Ansätze und bewährte Tipps, die aber erstens nicht gut vermittelt werden und zweitens in der heutigen Zeit nicht so leicht umzusetzen sind. Nicht aus technischen, sondern aus strukturellen Gründen. Wer sich für benutzerfreundliche Oberflächen interessiert, kann durchaus in das Buch reinschnuppern. Ich bin aber sicher, dass es mittlerweile bessere und aktuellere Literatur zu dem Thema gibt.
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Für meinen Einstieg in den UX-Bereich hat mir meine Chefin dieses Buch empfohlen & ich bin begeistert! Steve Krug schafft es, unglaublich viele UX-Grundlagen verständlich und kompakt zu vermitteln & das auf eine angenehm unterhaltsame und oft humorvolle Art. Für mich und meine Arbeit ist dieses Buch ein echter Mehrwert. 🥰🫶





