Die Zeit der Zikaden

Die Zeit der Zikaden

Hardback
3.214

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Description

Für Alex beginnt der Ruhestand. Doch statt Ruhe plant sie den Aufbruch ins Ungewisse: Mit einem Tinyhouse auf Rädern will sie alles Gewohnte hinter sich lassen. Johann, Mitte fünfzig, sucht den Ausbruch aus einem fragwürdig gewordenen Beruf und einer erkalteten Ehe. Ein ererbtes Steinhaus in Ligurien scheint ein guter Ort dafür zu sein. Alex folgt Johanns Einladung: Zwei nicht mehr junge und sehr verschiedene Menschen wollen an diesem Sehnsuchtsort die nächste Lebensetappe angehen.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
304
Price
24.70 €

Author Description

Moritz Heger, geboren 1971 in Stuttgart, studierte Germanistik, evangelische Theologie und Theaterwissenschaft in Mainz, erhielt 2007 den MDR-Literaturpreis und den zugehörigen Publikumspreis. Neben dem Schreiben arbeitet er als Lehrer an einem Stuttgarter Gymnasium. 2021 erschien sein Debüt beim Diogenes Verlag, ›Aus der Mitte des Sees‹.

Posts

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All
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Alex ist 63 - Lehrerin. Sie möchte aufbrechen und zieht in einem Tiny-House auf Rädern los - lässt ihr altes Leben hinter sich. Die „Neuen Schule“ (in der sie über 12 Jahre unterrichtet hat), ihre Freunde, zu denen sie Kontakt hält. Zunächst zieht es sie in den Norden, ans Meer. Vorher besucht sie noch die Hochzeit einer ehemaligen Schülerin und Mitglied der Theatergruppe, die sie an der „Alten Schule“ geführt hat. Die „Alte Schule“ verband sie mit ihrer großen Liebe, Sebastian, der dort Schulleiter war - dann jedoch unerwartet starb. Bei der Hochzeit lernt sie Johann kennen, den Schwiegervater der Schülerin. Johann ist Bestatter, doch kann er sein Unternehmen seinem Sohn und Schwiegertochter übergeben; er selbst möchte kein Bestatter mehr sein, sondern Künstler - Maler. Die Begegnung zwischen Alex und Johann verläuft leicht - beide können sich sofort öffnen (besonders Johann) und sich ihre Gedanken anvertrauen. Johann zieht es nach Italien, dort hat er ein altes Steinhaus geerbt, dort will er malen. Seine Frau vermisst ihn nicht - ebensowenig Sohn, Schwiegertochter und der frische Enkelsohn - und so fährt er nach Italien. Doch kommt er nicht zum Malen, lebt mehr in den Tag hinein. Schließlich lädt er Alex ein, ihr Tiny-House in seinen Garten zu stellen, ihn zu besuchen. Sie nimmt an und es entwickelt sich eine Beziehung zwischen den beiden, die zunächst nicht greifbar ist, jedoch sehr offen bzw. öffnend. »Ich kann gut schweigen«, antwortet er. »Glaubt man nicht, was? Aber es stimmt: Du hast mich entkorkt.« »Vielleicht bin ich ja auch ein Geist. Du hast einen Geist gerufen.« Er malt sie, nackt - sie holt ihn aus seiner Schaffenskrise; doch oder vielleicht daher gerät ihre Beziehung in eine kritische Richtung. Er erwartet zu viel, sie will sich nicht binden. Doch dann verhilft Alex ihm und seiner verloren geglaubten Tochter - Nora - zu einem Wiedersehen. Und einiges wendet sich. Mehr darf man nicht verraten. Insgesamt stehe ich dem Roman zwiegespalten gegenüber. Zunächst hat es sehr lange gebraucht, bis ich mit der Geschichte warm wurde; der Schreibstil, die Sprünge zwischen und innerhalb der Handlungsstränge wirken manchmal ein wenig „unsortiert“, was einem das Folgen der Handlung sehr erschwert. Dann wurde das Buch sehr schön, gespickt von wunderbaren Sätzen. »Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich bei jedem fremden Wesen gedacht, so könnte ich nie sein. Aber es ist glücklicher als ich. Als Zikade wäre ich glücklicher …« Sie pflegt old school zu telefonieren, das Smartphone an der Wange, die Stimme direkt im Ohr. Auf Lautsprecher zu schalten oder gar ein Videocall, das wäre ihr zu wenig intim. Unzählige Male hatte er sich in seinem Leben in der Nähe des Todes aufgehalten, aber im Windschatten. Wie einer, der direkt hinter dem Tod hergeht, weil man da am sichersten vor ihm ist. Doch zum Ende hin, wird die Geschichte teilweise unplausibel, verliert sich - wird recht langatmig; und endet dann sehr plötzlich. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass der Autor die Geschichte beenden wollte/musste und gleichzeitig ein offenes Ende schaffen wollte. Eine schöne Geschichte über das sich nochmal oder neu finden; über das Alter und der Tatsache, dass das Leben im Alter (natürlich) nicht vorbei ist. Über alte Träume und neue Ziele; über Liebe und Versagensängste - aber auch über das Leben, das einen letztlich irgendwo auch gefangen hält. Ich bin froh, diese Buch gelesen zu haben und würde es auch jedem empfehlen, der Geschichten mit den genannten Themen mag; komplett überzeugt hat es mich persönlich nicht - war jedoch alles andere als vergeudete Lesezeit. Man sieht, ich schwanke hin und her und gebe 3/5.

5

Selten ein so gut geschriebenes Buch gelesen. Ein Lesevergnügen.

2

Hat mich leider nicht erreicht

Ich kannte den Autor bisher nicht ubd hatte keine Erwartungen an das Buch. Der Titel klang für mich nach Urlaub und da ich selbst im letzten Sommer in Ligurien war mit tausenden Zikaden um.mich herum, dachte ich, dies wäre die perfekte Lektüre für mich. Alex, frisch im Ruhestand, mit ihrem Tinyhouse unterwegs in Italien. Allein das hat mich sehr angesprochen, könnte ich mir den Lebensabend so auch sehr gut vorstellen. Beide Protagonist:innen Alex und Johann waren mir sympathisch und doch konnte mich die Geschichte nicht innihren Bann ziehen. Ich habe mich seitenweise schlichtweg gelangweilt. Die vielen Dialoge, die sich für mich oft ohne roten Faden aneinander Reihen, waren manchmal sehr schön und unterhaltsam oft aber auch einfach zäh. So passierte es, dass ich immer wieder abschleifen und zurückblättern musste, um zu erfahren was ich verpasst habe. Dies war meist nicht viel. Vielleicht war es doch nicht die richtige Zeit für das Buch und mich. Ligurien und die Zikaden werden aber ihren Reiz für mich nicht verliere

Alex ist 63 - Lehrerin. Sie möchte aufbrechen und zieht in einem Tiny-House auf Rädern los - lässt ihr altes Leben hinter sich. Die „Neuen Schule“ (in der sie über 12 Jahre unterrichtet hat), ihre Freunde, zu denen sie Kontakt hält. Zunächst zieht es sie in den Norden, ans Meer. Vorher besucht sie noch die Hochzeit einer ehemaligen Schülerin und Mitglied der Theatergruppe, die sie an der „Alten Schule“ geführt hat. Die „Alte Schule“ verband sie mit ihrer großen Liebe, Sebastian, der dort Schulleiter war - dann jedoch unerwartet starb. Bei der Hochzeit lernt sie Johann kennen, den Schwiegervater der Schülerin. Johann ist Bestatter, doch kann er sein Unternehmen seinem Sohn und Schwiegertochter übergeben; er selbst möchte kein Bestatter mehr sein, sondern Künstler - Maler. Die Begegnung zwischen Alex und Johann verläuft leicht - beide können sich sofort öffnen (besonders Johann) und sich ihre Gedanken anvertrauen. Johann zieht es nach Italien, dort hat er ein altes Steinhaus geerbt, dort will er malen. Seine Frau vermisst ihn nicht - ebensowenig Sohn, Schwiegertochter und der frische Enkelsohn - und so fährt er nach Italien. Doch kommt er nicht zum Malen, lebt mehr in den Tag hinein. Schließlich lädt er Alex ein, ihr Tiny-House in seinen Garten zu stellen, ihn zu besuchen. Sie nimmt an und es entwickelt sich eine Beziehung zwischen den beiden, die zunächst nicht greifbar ist, jedoch sehr offen bzw. öffnend. »Ich kann gut schweigen«, antwortet er. »Glaubt man nicht, was? Aber es stimmt: Du hast mich entkorkt.« »Vielleicht bin ich ja auch ein Geist. Du hast einen Geist gerufen.« Er malt sie, nackt - sie holt ihn aus seiner Schaffenskrise; doch oder vielleicht daher gerät ihre Beziehung in eine kritische Richtung. Er erwartet zu viel, sie will sich nicht binden. Doch dann verhilft Alex ihm und seiner verloren geglaubten Tochter - Nora - zu einem Wiedersehen. Und einiges wendet sich. Mehr darf man nicht verraten. Insgesamt stehe ich dem Roman zwiegespalten gegenüber. Zunächst hat es sehr lange gebraucht, bis ich mit der Geschichte warm wurde; der Schreibstil, die Sprünge zwischen und innerhalb der Handlungsstränge wirken manchmal ein wenig „unsortiert“, was einem das Folgen der Handlung sehr erschwert. Dann wurde das Buch sehr schön, gespickt von wunderbaren Sätzen. »Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich bei jedem fremden Wesen gedacht, so könnte ich nie sein. Aber es ist glücklicher als ich. Als Zikade wäre ich glücklicher …« Sie pflegt old school zu telefonieren, das Smartphone an der Wange, die Stimme direkt im Ohr. Auf Lautsprecher zu schalten oder gar ein Videocall, das wäre ihr zu wenig intim. Unzählige Male hatte er sich in seinem Leben in der Nähe des Todes aufgehalten, aber im Windschatten. Wie einer, der direkt hinter dem Tod hergeht, weil man da am sichersten vor ihm ist. Doch zum Ende hin, wird die Geschichte teilweise unplausibel, verliert sich - wird recht langatmig; und endet dann sehr plötzlich. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass der Autor die Geschichte beenden wollte/musste und gleichzeitig ein offenes Ende schaffen wollte. Eine schöne Geschichte über das sich nochmal oder neu finden; über das Alter und der Tatsache, dass das Leben im Alter (natürlich) nicht vorbei ist. Über alte Träume und neue Ziele; über Liebe und Versagensängste - aber auch über das Leben, das einen letztlich irgendwo auch gefangen hält. Ich bin froh, diese Buch gelesen zu haben und würde es auch jedem empfehlen, der Geschichten mit den genannten Themen mag; komplett überzeugt hat es mich persönlich nicht - war jedoch alles andere als vergeudete Lesezeit. Man sieht, ich schwanke hin und her und gebe 3/5.

2

Irgendwie nicht meine Zeit

Das ist mein 1. Werk von diesem Autor und ich weiß nicht, ob der Schreibstil einfach nicht meins ist oder ob Moritz einfach generell viel schreibt, wo am Ende wenig Inhalt zu finden ist. Es finden sich oft ausgeschmückte Metaphern zu belanglosen Situationen oder Gegenständen wieder, die meiner Meinung nach keinen Mehrwert bieten. Ich hätte mir mehr Introspektion und auch Interaktion von Alex und Johann gewünscht, da ihre Liebe bzw. Verliebtheitsphase zu schnell für meinen Geschmack geschieht. Und Nora erhält trotz ihrer großen Wichtigkeit für Johann auch maximal 60 Seiten „screentime,“ in welcher die theoretische Komplexität der Familien gar nicht abgebildet wird. Dazu kommt dann noch die Beschreibung einer 20 jährigen von einem 50 jährigen Autor, die ich wirklich unangenehm fand und naja. Summa Summarum coole Prämisse und interessante Reibungspukte, die aber nicht ausgeschöpft werden und ein merkwürdig gesetzter Fokus auf Belanglosigkeit, um eine gewisse Art von Tiefe zu suggerieren. Lg

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