Die Wut ist ein heller Stern
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Description
Book Information
Author Description
Anja Kampmann wurde 1983 in Hamburg geboren. Sie studierte an der Universität Hamburg und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie debütierte bei Hanser mit dem Gedichtband »Proben von Stein und Licht« (Lyrik Kabinett, 2016). Ihr erster Roman »Wie hoch die Wasser steigen« (2018), wurde vielfach übersetzt, für den Preis der Leipziger Buchmesse sowie den Deutschen Buchpreis nominiert und war Finalist für den National Book Award in den USA. Zuletzt erschien der Gedichtband »Der Hund ist immer hungrig« (2021), der mit dem Günter Kunert Literaturpreis für Lyrik ausgezeichnet wurde. 2024 erhielt sie den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis für ihr Gesamtwerk. Ihr Roman »Die Wut ist ein heller Stern« (2025) war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und wurde mit dem Hans-Fallada-Preis und dem Stipendium zum Lessing-Preis ausgezeichnet.
Posts
Während des Lesens begleitete mich eine ständige Beklemmung, denn einerseits ist wohl den meisten Leser*innen klar, was im Jahr 1933 in Deutschland passierte und andererseits fühlt es sich so aktuell an. Anja Kampmann schafft es mit einer sehr poetischen Sprache den sich langsam aufbauenden Terror der Nazis zu beschreiben. Dabei wird nichts komplett ausbuchstabiert und viel mit Bildern gearbeitet. Von der anfänglichen Unterschätzung der Nazis, über die ersten verschwundenen, ermordeten oder gebrochenen Menschen, bis zur völligen Entmündigung und dem ständigen Misstrauen. Erzählt wird aus dem Innenleben von Hedda, die in dem damals bekannten Varietétheater Alkazaar auf St. Pauli tanzt. Es ist kein einfaches Leben - doch sie ist eigenständig und hat sich aus der Armut gekämpft. Als die Nazis die Regierung übernehmen, ändert sich alles. Heddas gewalttätiger Vater, der die Familie verlassen hatte, kommt in SA-Uniform zurück. Der Besitzer des Alkazar wird drangsaliert, damit er seinen Laden abgibt und Heddas Geliebter Kuddel - ein Kommunist - wird im KZ Fuhlsbüttel erschlagen. Auch Heddas kleiner Bruder ist aufgrund seiner Behinderung in Gefahr. Der Roman stützt sich auf historische Fakten und gibt den vielen bis heute nicht anerkannten Opfern, den Prostituierten und mittellosen Frauen, eine Stimme. Gleichzeitig macht es wütend, wie viel Unrecht auch nach dem zweiten Weltkrieg fortgesetzt wird und die Täterinnen und Täter teilweise sogar Karriere machten und nie belangt wurden. Dieser Roman klingt lange nach und sensibilisiert für die erneut auftauchende Bedrohung in unserer Zeit.
Bewegend, intensiv und nachhallend ...
𝒲𝑒𝓇𝒷𝓊𝓃𝑔[Rezensionsexemplar] „Die Wut ist ein heller Stern“ von Anja Kampmann ist für mich ein beeindruckendes sehr atmosphärisch dichtes Werk, das auch einen ganz eigenen nahezu poetischen Touch mit sich bringt und das mich vom ersten Moment an gefesselt hat. Im Zentrum der Geschichte steht hier Hedda, eine junge Artistin im Varieté „Alkazar“ auf der Reeperbahn. Während sie auf der Bühne ihren Traum lebt und sich zugleich um ihren kleinen Bruder Pauli kümmert, dringen außerhalb des Scheinwerferlichts immer stärker die Zeichen der neuen Zeit vor. Zunehmend werden mehr Uniformen im Publikum gesichtet, die Freiheit- auch das Gefühl der künstlerischen Freiheit schwindet mehr und mehr und eine Angst, die ich als Leser sehr spüren konnte macht sich breit und beeinflusst nicht nur Heddas Alltag und Leben. Heddas älterer Bruder Jaan flieht vor dieser Enge und heuert als Harpunenschmied auf einem Walfänger Richtung Antarktis an, jedoch ist das eine Entscheidung, die einerseits zwar Hoffnung und Sehnsucht aber eben auch Gefahr miteinander verknüpft. Zwischen familiären Erwartungen, dem gesellschaftlichem Druck und der Suche nach einem selbstbestimmten Weg kämpft Hedda um ihren Platz in einer Welt, die zunehmend feindselig und gefährlich wird. Anja Kampmann schreibt klar, mit diesem besonderen leicht poetischen Touch und doch auch mit dem Ton der Reeperbahn zur damaligen Zeit. Diese Kombination hat es für mich als Leser einerseits fordernd, aber eben auch besonders greifbar und spürbar gemacht, wie sehr sich mehr und mehr die Gefahr aufbaut, die Enge der politischen Gegebenheiten nahezu die Luft der Freiheit zum atmen nehmen. Themen wie Verlust, das dringende Bedürfnis nach Freiheit und freiem Leben, aber eben auch Mut und Stärke der einzelnen Protagonisten kommt hier zusammen und auch wenn mich das Buch durchaus gefordert hat, sprachlich als auch thematisch, war "Die Wut ist ein heller Stern" von Anja Kampmann ein sehr intensiver, bewegender Roman, der für mich persönlich definitiv noch länger nachhallen wird. #diewutisteinhellerstern #anjakampmann #hanserliteraturverlage #gedankenlabor
Hedda arbeitet in den 30er Jahren im Varieté auf der Reeperbahn. Aus ihrer Sicht wird der Wandel der Gesellschaft, die Zunahme der Rechtsradikalen und Gewalt beschrieben. Sie erzählt ihre eigene familiäre Geschichte um die Brüder Jan und Pauli. Scheinbar legt die Autorin mehr Wert auf Sprache und Stil ( was nicht so meinen Geschmack trifft, aber besonders ist ) als auf den Plot.
Erstes Buch in 2026, könnte direkt Jahreshighlight werden!
1933, die Nazis sind seit kurzem an der Macht. Hedda, eine junge Seiltänzerin in Hamburgs Alkazar Varieté Theater muss sich durchschlagen. Aber wie kommt man als Frau über die Runden, wenn man selbst und andere um einen herum nicht in das Rasselineal des Regimes passt? Die Stimmung in diesem Buch ist phänomenal gut geschrieben, die Charaktere gingen mir so nah beim Lesen. Ich habe noch nie etwas mit vergleichbarem Schreibstil gelesen, und es hat ein bisschen gedauert, bis ich drin war. Und wie ich dann drin war. Absolut grandioses Buch, das Fiktionale Aspekte nutzt, um die reale Geschichte von Orten und Menschen zu erzählen. Ganz großes Lesekino! Hinten im Buch ist auch ein Personenregister, das hat mir extrem weiter geholfen!
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Anja Kampmann wurde 1983 in Hamburg geboren. Sie studierte an der Universität Hamburg und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie debütierte bei Hanser mit dem Gedichtband »Proben von Stein und Licht« (Lyrik Kabinett, 2016). Ihr erster Roman »Wie hoch die Wasser steigen« (2018), wurde vielfach übersetzt, für den Preis der Leipziger Buchmesse sowie den Deutschen Buchpreis nominiert und war Finalist für den National Book Award in den USA. Zuletzt erschien der Gedichtband »Der Hund ist immer hungrig« (2021), der mit dem Günter Kunert Literaturpreis für Lyrik ausgezeichnet wurde. 2024 erhielt sie den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis für ihr Gesamtwerk. Ihr Roman »Die Wut ist ein heller Stern« (2025) war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und wurde mit dem Hans-Fallada-Preis und dem Stipendium zum Lessing-Preis ausgezeichnet.
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Während des Lesens begleitete mich eine ständige Beklemmung, denn einerseits ist wohl den meisten Leser*innen klar, was im Jahr 1933 in Deutschland passierte und andererseits fühlt es sich so aktuell an. Anja Kampmann schafft es mit einer sehr poetischen Sprache den sich langsam aufbauenden Terror der Nazis zu beschreiben. Dabei wird nichts komplett ausbuchstabiert und viel mit Bildern gearbeitet. Von der anfänglichen Unterschätzung der Nazis, über die ersten verschwundenen, ermordeten oder gebrochenen Menschen, bis zur völligen Entmündigung und dem ständigen Misstrauen. Erzählt wird aus dem Innenleben von Hedda, die in dem damals bekannten Varietétheater Alkazaar auf St. Pauli tanzt. Es ist kein einfaches Leben - doch sie ist eigenständig und hat sich aus der Armut gekämpft. Als die Nazis die Regierung übernehmen, ändert sich alles. Heddas gewalttätiger Vater, der die Familie verlassen hatte, kommt in SA-Uniform zurück. Der Besitzer des Alkazar wird drangsaliert, damit er seinen Laden abgibt und Heddas Geliebter Kuddel - ein Kommunist - wird im KZ Fuhlsbüttel erschlagen. Auch Heddas kleiner Bruder ist aufgrund seiner Behinderung in Gefahr. Der Roman stützt sich auf historische Fakten und gibt den vielen bis heute nicht anerkannten Opfern, den Prostituierten und mittellosen Frauen, eine Stimme. Gleichzeitig macht es wütend, wie viel Unrecht auch nach dem zweiten Weltkrieg fortgesetzt wird und die Täterinnen und Täter teilweise sogar Karriere machten und nie belangt wurden. Dieser Roman klingt lange nach und sensibilisiert für die erneut auftauchende Bedrohung in unserer Zeit.
Bewegend, intensiv und nachhallend ...
𝒲𝑒𝓇𝒷𝓊𝓃𝑔[Rezensionsexemplar] „Die Wut ist ein heller Stern“ von Anja Kampmann ist für mich ein beeindruckendes sehr atmosphärisch dichtes Werk, das auch einen ganz eigenen nahezu poetischen Touch mit sich bringt und das mich vom ersten Moment an gefesselt hat. Im Zentrum der Geschichte steht hier Hedda, eine junge Artistin im Varieté „Alkazar“ auf der Reeperbahn. Während sie auf der Bühne ihren Traum lebt und sich zugleich um ihren kleinen Bruder Pauli kümmert, dringen außerhalb des Scheinwerferlichts immer stärker die Zeichen der neuen Zeit vor. Zunehmend werden mehr Uniformen im Publikum gesichtet, die Freiheit- auch das Gefühl der künstlerischen Freiheit schwindet mehr und mehr und eine Angst, die ich als Leser sehr spüren konnte macht sich breit und beeinflusst nicht nur Heddas Alltag und Leben. Heddas älterer Bruder Jaan flieht vor dieser Enge und heuert als Harpunenschmied auf einem Walfänger Richtung Antarktis an, jedoch ist das eine Entscheidung, die einerseits zwar Hoffnung und Sehnsucht aber eben auch Gefahr miteinander verknüpft. Zwischen familiären Erwartungen, dem gesellschaftlichem Druck und der Suche nach einem selbstbestimmten Weg kämpft Hedda um ihren Platz in einer Welt, die zunehmend feindselig und gefährlich wird. Anja Kampmann schreibt klar, mit diesem besonderen leicht poetischen Touch und doch auch mit dem Ton der Reeperbahn zur damaligen Zeit. Diese Kombination hat es für mich als Leser einerseits fordernd, aber eben auch besonders greifbar und spürbar gemacht, wie sehr sich mehr und mehr die Gefahr aufbaut, die Enge der politischen Gegebenheiten nahezu die Luft der Freiheit zum atmen nehmen. Themen wie Verlust, das dringende Bedürfnis nach Freiheit und freiem Leben, aber eben auch Mut und Stärke der einzelnen Protagonisten kommt hier zusammen und auch wenn mich das Buch durchaus gefordert hat, sprachlich als auch thematisch, war "Die Wut ist ein heller Stern" von Anja Kampmann ein sehr intensiver, bewegender Roman, der für mich persönlich definitiv noch länger nachhallen wird. #diewutisteinhellerstern #anjakampmann #hanserliteraturverlage #gedankenlabor
Hedda arbeitet in den 30er Jahren im Varieté auf der Reeperbahn. Aus ihrer Sicht wird der Wandel der Gesellschaft, die Zunahme der Rechtsradikalen und Gewalt beschrieben. Sie erzählt ihre eigene familiäre Geschichte um die Brüder Jan und Pauli. Scheinbar legt die Autorin mehr Wert auf Sprache und Stil ( was nicht so meinen Geschmack trifft, aber besonders ist ) als auf den Plot.
Erstes Buch in 2026, könnte direkt Jahreshighlight werden!
1933, die Nazis sind seit kurzem an der Macht. Hedda, eine junge Seiltänzerin in Hamburgs Alkazar Varieté Theater muss sich durchschlagen. Aber wie kommt man als Frau über die Runden, wenn man selbst und andere um einen herum nicht in das Rasselineal des Regimes passt? Die Stimmung in diesem Buch ist phänomenal gut geschrieben, die Charaktere gingen mir so nah beim Lesen. Ich habe noch nie etwas mit vergleichbarem Schreibstil gelesen, und es hat ein bisschen gedauert, bis ich drin war. Und wie ich dann drin war. Absolut grandioses Buch, das Fiktionale Aspekte nutzt, um die reale Geschichte von Orten und Menschen zu erzählen. Ganz großes Lesekino! Hinten im Buch ist auch ein Personenregister, das hat mir extrem weiter geholfen!







