Die Welt hinter Dukla

Die Welt hinter Dukla

Softcover
2.82
SüdKleinstadtPsychologieAttraktion

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Dukla ist ein verschlafenes Städtchen in Südpolen, am Rande der Karpaten. Auf dem Marktplatz hat sich alle Leere der Welt versammelt, und ein Wind herrscht, der direkt aus Alaska und Sibirien herüberweht. Dukla mit seinen bröckelnden Mauern und dem Schloß der Fürsten von Brühl, den beiden Barockkirchen und der niedergebrannten Synagoge ist ein Ort, der eine magische Anziehungskraft auf den Erzähler ausübt. Wie unter Zwang kehrt er immer wieder dorthin zurück, aus allen Himmelsrichtungen, zu allen Tages- und Nachtzeiten. Was er bisher war, wird durch Dukla auf sanfte und radikale Weise in Frage gestellt.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
176
Price
14.40 €

Author Description

Andrzej Stasiuk, der in Polen als wichtigster jüngerer Gegenwartsautor gilt, wurde 1960 in Warschau geboren, debütierte 1992 mit dem Erzählband Mury Hebronu (Die Mauer von Hebron), in dem er über seine Gewalterfahrung im Gefängnis schreibt. Stasiuk wurde 1980 zur Armee eingezogen, desertierte nach neun Monaten und verbüßte seine Strafe in Militär- und Zivilgefängnissen. 1986 zog er nach Czarne, ein Bergdorf in den Beskiden. 1994 erschienen Wiersze milosne i nie (Nicht nur Liebesgedichte), 1995 Opowiesci Galicyjskie (Galizische Erzählungen) und Bialy Kruk (Der weiße Rabe; 1998 bei Rowohlt Berlin), 1996 der Erzählband Przez rzeke (Über den Fluss; diesem Band ist Die Reise entnommen) und 1997 Dukla. 2002 erhält er den von den Partnerstädten Thorn (Polen) und Göttingen gemeinsam gestifteten Samuel-Bogumil-Linde-Literaturpreis. Den literarischen Jahrespreis Nike erhielt Andrzej Stasiuk 2005 für sein Buch Unterwegs nach Babadag. Sein vielfach ausgezeichnetes Werk erscheint in 30 Ländern. 2016 wurde er mit dem Staatspreis für europäische Literatur 2016 ausgezeichnet.

Posts

1
All
3

Dieser Erzählband ist schon etwas Besonderes: Der Hauptteil des Buches kreist um eine kleine Stadt in den Vorkarpathen, die nichtstuend aber doch drohend am Fuße eines Berges liegt und geduldig auf den Ich-Erzähler wartet, immer wieder. Und er kommt immer wieder zurück, Dukla der Schauplatz einer ungemeinen Leere und seiner Obsessionen. Dabei gibt es keinen Plot, wir schweben lediglich durch des Erzählers Erinnerungen und bekommen immer nur kleine Bruchstücke seiner Erinnerungen, verpackt in ausufernde (und sprachgewaltige, wunderschön zu lesende) Beschreibungen seiner Umgebung. Seinen Überlegungen zu folgen, empfand ich als sehr interessant, ebenso die Gestalt der Dukla-Erzählung. Allerdings empfand ich die von Zeit zu Zeit eingestreute grobe Sprache, die einen kompletten Bruch zum Rest darstellte, einfach nur als störend, nicht als kunstvoll aufrüttelnd oder authentisch oder was auch immer die Intention des Autors was. Hinzu kam dann, dass die restlichen Erzählungen nach Dukla alle auf die immergleiche Wendung hinausliefen: Alles starb einfach. Die triste und dunkle Atmosphäre, das Konzept der Erzählung "Dukla" und die gewaltigen Beschreibungen machen dieses Buch sehr lesenswert, manches Mal (hauptsächlich in den anderen Geschichten) kam es mir so vor, als würde Stasiuk etwas zu sehr versuchen, mit Gewohntem zu brechen und erschien dadurch gekünstelt.

Create Post