Die Weisse Spinne

Die Weisse Spinne

Softcover
4.34
EigerNordwandAbenteuerBergsteigen

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Description

'Die Nordwand des Eiger galt bis in die 30er Jahre als unbezwingbar. Neun Menschenleben hatte die »Todeswand« bereits gefordert. Doch im Juli 1938 gelang der vierköpfigen Seilschaft um Heinrich Harrer die Erstdurchsteigung. Der »Berg der Süchtigen« war besiegt. Seit 1958 zählt Heinrich Harrers zu den ganz großen Abenteuerreportagen des 20. Jahrhunderts. Um neue Fotos ergänzt und bis in die Gegenwart fortgeschrieben, zeigt sich dieser Klassiker nun im neuen Gewand: Mit Erinnerungen an die Erstdurchsteigung, dokumentarischen Schilderungen aller erfogreichen Begehungen und der Chronik der 'Eiger-Tragödien'.'

Book Information

Main Genre
Self-Help & Non-Fiction
Sub Genre
Travel & Vacation
Format
Softcover
Pages
464
Price
15.50 €

Author Description

Heinrich Harrer, geboren 1912 im österreichischen Hüttenberg, wurde zunächst als Skiläufer und Bergsteiger bekannt. Er war Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes und wurde mehrfach für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Er starb im Alter von 93 Jahren in Kärnten. Sein Erlebnisbericht Sieben Jahre in Tibet, 1952 veröffentlicht, verkaufte sich viele Millionen Mal.

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Sehr informatives, tiefes Buch zum Thema eiger nordwand

Manche Bücher liest man… und legt sie wieder weg. Und manche Bücher tragen einen mit – hinauf in eisige Wände, hinein in Zweifel, Mut und menschliche Abgründe. ❄️ Dieses Mal musste sich für mich Die weiße Spinne von Heinrich Harrer beweisen. Nicht einfach so – sondern im direkten Schatten eines anderen Werkes: dem Corti-Drama. Einer Geschichte, die mich nicht losgelassen hat… die Fragen aufgeworfen hat… und bei der sich erst später zeigte, was wirklich geschah. Und genau deshalb bin ich mit einer ganz bestimmten Erwartung an dieses Buch herangegangen. Ich wollte Antworten. Ich wollte Einordnung. Ich wollte vielleicht sogar eine Art Stellungnahme. Doch was ich bekam… war etwas völlig anderes. Harrer bleibt sachlich. Fast schon distanziert. Das Corti-Drama wird erwähnt, eingeordnet, aufgelistet – aber nicht hinterfragt, nicht verteidigt, nicht neu beleuchtet. Keine Rechtfertigung, kein emotionales Aufarbeiten. Und genau das hat mich zunächst irritiert. Vielleicht sogar ein kleines bisschen enttäuscht. Aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr habe ich verstanden, was dieses Buch eigentlich sein will. Und was es so besonders macht. Denn Die weiße Spinne ist kein Drama. Kein Roman. Kein emotionales Plädoyer. Es ist ein Denkmal aus Worten. 🧗‍♂️ Ein schonungsloser, klarer und unglaublich umfassender Blick auf die Geschichte der Eiger-Nordwand. Jede Seilschaft. Jeder Versuch. Jeder Erfolg – und jedes Scheitern. Und genau darin liegt seine Stärke. Man bekommt einen vollständigen Überblick über die Bezwingung dieser gefürchteten Wand. Man spürt die Entwicklung des Alpinismus, sieht, wie sich Technik, Mut und auch die Bergrettung im Laufe der Zeit verändert haben. Harrer dokumentiert das mit einer Präzision, die mich wirklich beeindruckt hat. Und dann gibt es diese Momente… Diese Stellen, an denen man innehält. Den Atem anhält. Den Kopf schüttelt. Weil man kaum glauben kann, was Menschen bereit sind zu riskieren. Weil man spürt, wie dünn die Linie zwischen Triumph und Tragödie ist. Und genau dort – ganz plötzlich – wird der sonst so sachliche Stil emotional. Nicht übertrieben. Nicht dramatisch ausgeschmückt. Sondern genau so viel, wie es braucht, um zu zeigen: Hinter jeder Zahl, hinter jeder Seilschaft steckt ein Mensch. Ein Traum. Ein Risiko. Ein Schicksal. Für mich ist dieses Buch deshalb vor allem eines: Ein ehrliches Werk. Ohne Wertung. Ohne Rechtfertigung. Ohne große Inszenierung. Und vielleicht ist genau das die eigentliche Aussage dieses Buches: Dass die Geschichte der Eiger-Nordwand nicht aus Meinungen besteht – sondern aus Fakten, Mut und Konsequenzen. Wer also nach einer emotionalen Aufarbeitung einzelner Ereignisse sucht, wird hier vielleicht nicht fündig. Aber wer verstehen will, was wirklich alles passiert ist… Wer die gesamte Geschichte dieser legendären Wand begreifen möchte… Wer bereit ist, sich auf ein sachliches, aber tief beeindruckendes Werk einzulassen… Der ist hier genau richtig. Und ich? Ich habe vielleicht nicht die Antworten bekommen, die ich gesucht habe. Aber ich habe etwas anderes gefunden: Respekt. Vor der Geschichte. Vor den Menschen. Und vor dieser Wand.

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