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Die Verachtung der Massen

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About the book

Das Phänomen Kulturkampf als solches ist der Streit, in dem über die Legitimität und Herkunft von Unterschieden überhaupt gerungen wird. Wie die religiöse Metaphysik von der Frage beunruhigt wurde, woher das Böse stamme, so die säkulare Gesellschaft von der Frage, woher sie ihre Unterschiede nehmen soll.

ISBN9783518065976
PublisherSuhrkamp
Publication Date03/29/00
Pages96

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4.0

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  • arthurzturm
    arthurzturm

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    5.0

    Peter Sloterdijk's Ausführungen über die Gesellschaft sind scharfzüngig und provokante. Seine „Verachtung der Massen“ ist dabei weniger ein arroganter Blick von oben herab, sondern eher eine philosophische Kritik an der modernen Kultur. ​Seine Kernideen: ​1. Das Ende der Hierarchie ​Früher gab es eine klare Trennung zwischen der „Elite“ (den Gebildeten, den Herrschenden) und der „Masse“. Die Masse blickte zur Elite auf. Diese alte Ordnung ist vorbei. In der modernen Demokratie gibt es keine Instanz mehr, die allgemein als „überlegen“ anerkannt wird. ​2. Der „vertikale Stolz“ vs. „horizontale Gleichheit“ ​Sloterdijk kritisiert, dass wir den Drang verloren haben, uns nach oben zu orientieren – also nach Exzellenz, Bildung oder moralischer Größe zu streben (Vertikalität). Stattdessen leben wir in einer Welt der Horizontalität: Alles soll gleichwertig sein, niemand darf sich mehr herausheben. ​3. Die Masse als „Konsum-Monster“ ​Sloterdijk beschreibt die moderne Masse nicht als politische Bewegung, sondern als eine Ansammlung von Individuen, die vor allem durch Neid und Konsum verbunden sind. ​Die Masse verachtet heute alles, was „besser“ oder „anders“ sein will. ​4. Massenmedien und Stimmung ​Er argumentiert, dass moderne Gesellschaften durch Medien in künstliche Stimmungen versetzt werden. Die Masse wird nicht mehr durch Ideen geeint, sondern durch gemeinsame Aufregung oder Unterhaltung. Das Individuum geht darin unter und verliert die Fähigkeit zur Selbstbeherrschung. ​Zusammengefasst: Sloterdijks „Verachtung“ richtet sich gegen eine Kultur, die Mittelmäßigkeit feiert und echte individuelle Größe oder Anstrengung als beleidigend empfindet. Er plädiert dafür, den „Mut zur Ausnahme“ wiederzufinden. Ein fantastisches, kurzes und doch komplexes Werk kritischer Philosophie.

    Jan 27, 2026

Author

About Peter Sloterdijk

Peter Sloterdijk wurde am 26. Juni 1947 als Sohn einer Deutschen und eines Niederländers geboren. Von 1968 bis 1974 studierte er in München und an der Universität Hamburg Philosophie, Geschichte und Germanistik. 1971 erstellte Sloterdijk seine Magisterarbeit mit dem Titel Strukturalismus als poetische Hermeneutik. In den Jahren 1972/73 folgten ein Essay über Michel Foucaults strukturale Theorie der Geschichte sowie eine Studie mit dem Titel Die Ökonomie der Sprachspiele. Zur Kritik der linguistischen Gegenstandskonstitution. Im Jahre 1976 wurde Peter Sloterdijk von Professor Klaus Briegleb zum Thema Literatur und Organisation von Lebenserfahrung. Gattungstheorie und Gattungsgeschichte der Autobiographie der Weimarer Republik 1918–1933 promoviert. Zwischen 1978 und 1980 hielt sich Sloterdijk im Ashram von Bhagwan Shree Rajneesh (später Osho) im indischen Pune auf. Seit den 1980er Jahren arbeitet Sloterdijk als freier Schriftsteller. Das 1983 im Suhrkamp Verlag publizierte Buch Kritik der zynischen Vernunft zählt zu den meistverkauften philosophischen Büchern des 20. Jahrhunderts. 1987 legte er seinen ersten Roman Der Zauberbaum vor. Sloterdijk ist emeritierter Professor für Philosophie und Ästhetik der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und war in Nachfolge von Heinrich Klotz von 2001 bis 2015 deren Rektor.

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