Die Unvollständige

Die Unvollständige

Hardback
3.710

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Description

Tala ist tot. Die Tochter einer Iranerin und eines griechischen Gastarbeiters soll sich in Berlin das Leben genommen haben. Ungläubig und überreizt streift unsere Erzählerin – eine junge Regisseurin – durch die Stadt. Mit Tala in der Hauptrolle hätte sie hier ihren ersten Film drehen sollen. Tala war ihre Muse, nach vielen Rückschlägen ihre vielleicht einzige Inspiration. Anfangs bändigt die Bewegung ihre Gedanken. Doch Schritt um Schritt verändert ihr Blick die Umgebung. Die Stadt blättert sich vor ihr auf und offenbart Talas Spuren. Während die Erzählerin ihnen folgt, dringt sie immer tiefer in eine verborgene Geschichte von Originalität und Aneignung vor. Und schließlich in ihre eigene, ihr fremd gewordene Vergangenheit.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
160
Price
22.70 €

Author Description

Valerie Bäuerlein, 1979 in Augsburg geboren, studierte Fotografie und Bildende Kunst in Leipzig und Filmregie in Berlin. Sie arbeitete als Filmkritikerin sowie Projektionistin und drehte einen Dokumentarfilm in Japan. »Die Unvollständige« ist ihr erster Roman.

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Sinn und Suche Geschichten die sich erzählt werden. Briefe die sich geschrieben werden, um sich in diesen jeweils Geschichten zu erzählen. (Welt-)Geschichte die geschrieben wurde, aus unterschiedlichen Perspektiven unterschiedlicher Wahrnehmung. Menschenleben denen Geschichten entnommen werden. Lose Fäden. Ohne Anfang und Ende. Mäandernd suchend. Schiere Aneinanderreihung. Die Eine reist durch mehrere Länder. Die Andere reist durch Berlin. Beide auf der Suche. Beide mit der Besessenheit Geschichten zu finden, sich zu erzählen und dabei sich (selbst wie auch einander) zu finden. Schreibstil: Sehr lange Sätze, aneinander gereihte Gedanken(fetzen), inkl. Wissensvermittlung. Das macht es zu Beginn ungewohnt, doch entwickelt sich zu einem Sog und erzeugt derartige Tiefe in vermeintlich oberflächlichen Beobachtungen. Macht es uns doch deutlich, wieviel mehr in einem kleinen/kurzen Augenblick steckt.

Sinn und Suche 

Geschichten die sich erzählt werden. Briefe die sich geschrieben werden, um sich in diesen jeweils Geschichten zu erzählen. (Welt-)Geschichte die geschrieben wurde, aus unterschiedlichen Perspektiven unterschiedlicher Wahrnehmung. Menschenleben denen Geschichten entnommen werden. Lose Fäden. Ohne Anfang und Ende. Mäandernd suchend. Schiere Aneinanderreihung.

Die Eine reist durch mehrere Länder. Die Andere reist durch Berlin. Beide auf der Suche. Beide mit der Besessenheit Geschichten zu finden, sich zu erzählen und dabei sich (selbst wie auch einander) zu finden.

Schreibstil: Sehr lange Sätze, aneinander gereihte Gedanken(fetzen), inkl. Wissensvermittlung. Das macht es zu Beginn ungewohnt, doch entwickelt sich zu einem Sog und erzeugt derartige Tiefe in vermeintlich oberflächlichen Beobachtungen.
Macht es uns doch deutlich, wieviel mehr in einem kleinen/kurzen Augenblick steckt.
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Ausgehend von einer einnehmenden wie ungewöhnlichen Initialszenerie - dem Suizid unmittelbar nach der Rückkehr von einer langen Reise - entfaltet Valerie Bäuerlein in ihrem Debütroman eine introspektive, elliptisch angehauchte und äußerst sprachgewaltige Erzählung über Entfremdung, die Diskrepanz von Erinnerungen und die Macht von Kunst. Auf zwei Erzählsträngen begleiten wir einerseits die namenlose Ich-Erzählerin und Regisseurin, die durch Berlin mäandert, dabei versucht ihre eigene Vergangenheit aufzuarbeiten und sich zugleich eine Mitschuld am Tod Talas gibt, ist sie doch diejenige, die ihrer beider Potenzial nicht ausgeschöpft hat. Andererseits gibt es die eingestreuten Briefe der verstorbenen Schauspielerin Tala, die darin die Beobachtungen ihrer Reise ausgehend von Berlin über Russland nach Asien schildert. Neben der beeindruckenden Präzision sowie Tiefgründigkeit ihrer Beschreibungen ist es die umgekehrt chronologische Reihung, die hervorsticht und für einen besonderen Twist sorgt. Dabei korreliert die Tiefe der Introspektion mit der Länge der Sätze, was zunächst fordert, doch sobald man sich auf deren ganz eigene Sprachmelodie und Raffinesse einlässt, entfaltet sich eine einnehmende Analyse der intrinsischen wie extrinsischen Unruhen unserer Zeit. Angesiedelt in der cineastischen Welt ist es geradezu, als würde man die Streifen einer Filmrolle betrachten, um diese beliebig vorzuspulen. Szenen der Gegenwart werden unterbrochen von Blicken in die nationalsozialistische Vergangenheit, abgelöst von Beschreibungen über die Ankunft von Talas Vater als griechischer Gastarbeiter oder die Flucht ihrer Mutter vor Irans Diktatur. "Die Unvollständige" ist eine feine Perle von einem literarischen Debüt!

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