Die Tage der Bluegrass-Liebe
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Description
Eine wunderbare schwule Liebesgeschichte! Perfekt zum Pride Month!
Ein Feriencamp in den USA. Tycho und Oliver, die dort den Sommer über jobben, verstehen sich von Anfang an besonders gut. Sie können wunderbar miteinander reden und lachen. Doch dann merkt Tycho, dass er mehr für Oliver empfindet als bloße Freundschaft. Es kommt ihm vor, als könnte er explodieren vor Glück. Und nach der ersten Unsicherheit fühlt er sich zusammen mit Oliver stark, fast unbesiegbar. Daran kann auch der Rauswurf aus dem Camp nichts ändern, denn jetzt fangen die richtigen Ferien doch erst an: zwei Wochen allein mit Oliver ...
Mitreißend erzählte Coming Out-Geschichte!
Mit überarbeitetem Inhalt und neuem Cover!
Book Information
Author Description
Edward van de Vendel schreibt Romane, Gedichte, Lieder und Sachbücher für Kinder und Jugendliche und gibt dazu ein eigenes Imprint heraus: Blauw Gras. Seine Bücher sind u.a. mit dem Theo Thijssen Preis für sein Gesamtwerk, dem Goldenen und Silbernen Pinsel und dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und in über 25 Länder verkauft worden. Er selbst wurde schon mehrfach für den Astrid Lindgren Memorial Award nominiert.
Posts
Ein Buch, das vielversprechend klang aber mich am Ende leider nicht wirklich überzeugt hat. Dies lag vor allem an dem Schreibstil des Autors der einfach nicht mein Fall war. Er war für mich anstrengend zu lesen, die Dialoge wirkten irgendwie seltsam und die Szenen waren ziemlich kurz und konfus. Es gab einige Szenenwechsel und Zeitsprünge und diese waren für mich persönlich ziemlich plötzlich und nicht immer verständlich. All das hat mich nicht wirklich in die Geschichte reinfinden lassen. Auch die Charaktere blieben leider alle sehr oberflächlich und blass. Man erfuhr nichts wirklich persönliches von ihnen was ich unfassbar schade fand, da die Kleinigkeiten die man erfuhr, mir gut gefallen haben, aber sie waren einfach zu klein und zu wenig. Gerade die beiden Protagonisten um die es ging hätte ich gerne näher kennengelernt und nicht nur die Geschichte erzählt bekommen. Eine Geschichte in der es um eine Sommerromanze in einem Camp ging, um die Little World Organisation und um Tycho und Oliver. Da waren das Einander finden und das Gefühl das alles möglich war, das mehr als Freundschaft und das Gefühl einander schon ewig zu kennen. Es ging darum, dass beide sehr jung waren und teilweise nicht wussten wie sie mit ihren Gefühlen umgehen sollten, um Eifersucht und die Gefahr entdeckt zu werden. All das wurde authentisch beschrieben und das hat mir gut gefallen, auch die Reaktion des Umfelds auf ihre Beziehung, von Tychos Familie und deren Telefonat, genauso wie der Charakter Donna. Jedoch blieb auch sie leider ziemlich blass und ich hätte gerne noch mehr von ihr und auch Tychos Familie gelesen um einen besseren Einblick in sie als Charaktere zu bekommen. Auch von Oliver erfuhr man leider ziemlich wenig, erst am Ende bekam man einen kleinen Einblick in sein Leben und seine Heimat. Die Geschichte hätte für mich mehr Seiten haben können, sich mehr Zeit lassen können, so hat mir leider einiges gefehlt. Dennoch war es eine schöne Geschichte, auch sprachlich, nachdem der erste Teil anstrengend war, wurde der zweite Teil besser und der dritte Teil sogar etwas poetisch. Gerade der Verweis auf den Bluegrass Song passend zu dem Titel des Buches der Bluegrass Liebe hat mir gefallen. Trotzdem wird das Buch wieder ausziehen.
Aber leider war es dann eher ein durchquälen als ein richtiger Lesegenuss. Der Schreibstil und ich haben einfach nicht zusammen gepasst 😢 Dabei war die Geschichte sehr vielversprechend. Schließlich kann eine Sommerromanze, die in einem Feriencamp beginnt wirklich romantisch sein. Zumal am gespürt hat, wie Tycho und Oliver umeinander herumschlawenzelt sind und es doch einiges gebraucht hat, bis sie sich eingestehen konnten mehr zu empfinden. Auch fand ich es schön, wie ihre Umgebung ihre Beziehung aufgenommen hat und es nur wegen einer Dummheit der beiden schlecht für sie lief. Aber man merkt den beiden schon an, dass sie noch sehr jung sind und teilweise nicht wissen, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen soll. Zumal da auch Eifersucht und die Gefahr entdeckt zu werden eine große Rolle spielt. Denn wie gesagt, fand ich persönlich den Schreibstil furchtbar 🙈 sehr anstrengend, seltsame Dialoge und komische Szenenwechsel waren hier an der Tagesordnung. Deswegen werde ich mich auch wieder von dem Buch trennen 😔
Die erste Hälfte des Buches war für mich etwas enttäuschend, die zweite Hälfte dafür umso stärker - auch literarisch betrachtet. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten reinzukommen, aufgrund der verschiedenen Zeitformen - diese lösen sich dann aber in kürzester Zeit in Luft auf. Auch finde ich es schade, dass die Charaktere sehr oberflächlich bleiben, man erfährt kaum persönliches. Dennoch eine schöne Geschichte und in der zweiten Hälfte, vor allem Richtung Schluss, sprachlich sehr schön.
Nachdem ich "Krebsmeisterschaft für Anfänger" von Edward van de Vendel regelrecht verschlungen und geliebt hatte, habe ich mich im Internet ein wenig kundig gemacht über den Autor und bin auf seine anderen Werke gestoßen, eins davon ist Die Tage der Bluegrass Liebe. Ein Buch, das mich gerade von der Thematik her sehr interessiert da es meiner Meinung nach gerade im LGBQT Bereich viel zu wenige Bücher gibt und hier immer noch jede Menge Aufklärungsbedarf besteht. Umso mehr möchte ich gerade diese Bücher unterstützen, sie lesen und natürlich auch bewerben, sofern sie mir gefallen haben und das war bei Die Tage der Bluegrass Liebe auch der Fall. Die Tage der Bluegrass Liebe ist kein neues Buch, bereits 2001 hatte der Carlsen Verlag das Buch des niederländischen Autors unter dem Titel „Spring, wenn du dich traust“ herausgebracht. In Die Tage der Bluegrass Liebe geht es um einen Jungen namens Tycho, der sich in einen anderen Jungen namens Oliver verliebt. Die beiden lernen sich in einem Feriencamp in den USA kennen, wo beide als Betreuer für die Kinder und Jugendlichen fungieren. Nachdem sie dort immer mehr zueinander finden, sich den ein oder anderen Fehltritt erlauben und damit bei den Leitern des Camps auf Unverständnis stoßen, werden sie wieder nach Hause geschickt. Tycho und Oliver verlassen das Camp also vorzeitig und fliegen gemeinsam nach Norwegen, wo Oliver zu Hause ist. Man könnte meinen, dass es sich bei diesem Buch um eine typische Coming-Out Story handelt, nichts Besonderes also, etwas ganz „Normales“ eben. Doch das ist es nicht. Diese Geschichte ist eine für mich sehr emotionale Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen gewesen. Ständig habe ich eine neue Runde auf der Achterbahn gedreht; bin, statt auszusteigen, lieber sitzen geblieben und habe meine Gefühlswelt noch einmal gut durch schütteln lassen. Ja, genau so hatte es sich angefühlt. Edward van de Vendel hat die Geschichte sehr einfühlsam und emotional beschrieben. Es war unglaublich schön, die beiden Jungs auf ihrem Abenteuer zu begleiten, denn wenngleich Tycho zwar anfängliche Schwierigkeiten hatte mit der Gesamtsituation und sich hin und wieder unsicher war, gerade was seine Eltern betraf, und Oliver eher wie derjenige erschien, der die Zügel in der Hand hatte und um einiges offener damit umging (zumindest Tycho gegenüber), so war es doch Tycho am Ende, der Nägel mit Köpfen machen wollte und eher Oliver, der sich zurückhielt aus Angst vor dem, was die anderen, insbesondere seine Freunde aus seinem Fußballverein, sagen würden. Das Buch wurde in den Niederlanden im Jahre 2000 als bestes Jugendbuch mit der goldenen Feder ausgezeichnet und das zu Recht. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen, habe die Erzählungen regelrecht genossen und konnte es kaum erwarten, mehr zu erfahren; mehr über Tycho und Oliver herauszufinden und sie auf ihrer Reise ins Neue zu begleiten. Ich habe mitgefiebert, habe mit ihnen gelacht und geweint, habe gehofft und gebetet, war wütend und verärgert – wie man sieht, ist Die Tage der Bluegrass Liebe ein emotionsgeladenes Buch, das mir wirklich sehr nahe gegangen ist und mich richtig erfreut hat. Wo sich doch Außenstehende meistens mit diesem Thema noch immer schwer tun, sind es doch eigentlich die „Betroffenen“, denen es am schwersten fällt, denn auch sie sind unsicher, haben Angst – gerade wegen dem, was die Leute denken. Auch für sie ist das was ganz Neues, aufregend, beängstigend. Umso schöner empfand ich die Reaktion von Tychos Eltern. Ich hätte mir hin und wieder vielleicht noch ein wenig mehr Einblick in Olivers Gefühlswelt gewünscht; doch abgesehen davon war dieses Buch ein absolutes Lesevergnügen und richtig guter Stoff für die Seele; ein Buch, dass jeder einmal gelesen haben sollte. Das Buch ist anders, mit tollen Charakteren, die wahnsinnig gut ausgearbeitet sind und beide ihre Ecken und Kanten haben. Sie wirken wie aus dem echten Leben, gar nicht oberflächlich oder langweilig. Während das Hauptaugenmerk natürlich auf Tycho und Oliver liegt, über die wir sehr viel erfahren und die wir während des Lesens wirklich ausgesprochen gut kennenlernen, bleiben die anderen Nebencharaktere eher im Hintergrund. Ihre Leben werden teilweise nur leicht angekratzt, was ich auch etwas schade fand. Manche wirken einfach nur wie Geister, Figuren, die eben da sind, die man aber nicht so richtig zu fassen bekommt. Doch da man ohnehin beschäftigt genug war mit Tycho und Oliver, sind die übrigen Charaktere sowieso eher in den Hintergrund gerückt. Es war mithin nicht weiter schlimm, dass den anderen Figuren nicht so viel Beachtung geschenkt wurde, wie den beiden Hauptfiguren, gewünscht hätte ich mir das manchmal allerdings trotzdem. Die Geschichte konzentriert sich wirklich sehr stark auf Oliver und Tycho, so dass es einem manchmal tatsächlich vorkommt, es gäbe gar keine anderen Figuren mehr in dieser Geschichte, aber genau das ist auch der Punkt. Dieses Buch gibt uns Einsicht in eine homosexuelle Beziehung, die den ein oder anderen Stolperstein mit sich bringt, manchmal sogar riesige Steinbrocken und diese werden Tycho und Oliver nicht unbedingt von Außenstehenden vor die Füße geworfen, sondern von sich gegenseitig. Denn auch in einer solchen Beziehung kommt es früher oder später mal zu Schwierigkeiten. Und genau das ist hier so richtig schön auf den Punkt gebracht. Den Schreibstil von Edward van de Vendel mag ich einfach unglaublich gerne. Stilistisch gesehen ist dieses Buch wirklich grandios. Schon damals in "Krebsmeisterschaft für Anfänger" hatte mich der Autor mit seinem Stil und seinem Talent überzeugen können und ich bereue es nicht mich dafür entschieden zu haben, auch seine anderen Werke zu lesen. Die Fortsetzung steht bereits in meinem Regal und ich freue mich schon sehr darauf, das Buch zu lesen. Ich bin gespannt, was das Leben noch so für Tycho und Oliver bereithält.
Description
Eine wunderbare schwule Liebesgeschichte! Perfekt zum Pride Month!
Ein Feriencamp in den USA. Tycho und Oliver, die dort den Sommer über jobben, verstehen sich von Anfang an besonders gut. Sie können wunderbar miteinander reden und lachen. Doch dann merkt Tycho, dass er mehr für Oliver empfindet als bloße Freundschaft. Es kommt ihm vor, als könnte er explodieren vor Glück. Und nach der ersten Unsicherheit fühlt er sich zusammen mit Oliver stark, fast unbesiegbar. Daran kann auch der Rauswurf aus dem Camp nichts ändern, denn jetzt fangen die richtigen Ferien doch erst an: zwei Wochen allein mit Oliver ...
Mitreißend erzählte Coming Out-Geschichte!
Mit überarbeitetem Inhalt und neuem Cover!
Book Information
Author Description
Edward van de Vendel schreibt Romane, Gedichte, Lieder und Sachbücher für Kinder und Jugendliche und gibt dazu ein eigenes Imprint heraus: Blauw Gras. Seine Bücher sind u.a. mit dem Theo Thijssen Preis für sein Gesamtwerk, dem Goldenen und Silbernen Pinsel und dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und in über 25 Länder verkauft worden. Er selbst wurde schon mehrfach für den Astrid Lindgren Memorial Award nominiert.
Posts
Ein Buch, das vielversprechend klang aber mich am Ende leider nicht wirklich überzeugt hat. Dies lag vor allem an dem Schreibstil des Autors der einfach nicht mein Fall war. Er war für mich anstrengend zu lesen, die Dialoge wirkten irgendwie seltsam und die Szenen waren ziemlich kurz und konfus. Es gab einige Szenenwechsel und Zeitsprünge und diese waren für mich persönlich ziemlich plötzlich und nicht immer verständlich. All das hat mich nicht wirklich in die Geschichte reinfinden lassen. Auch die Charaktere blieben leider alle sehr oberflächlich und blass. Man erfuhr nichts wirklich persönliches von ihnen was ich unfassbar schade fand, da die Kleinigkeiten die man erfuhr, mir gut gefallen haben, aber sie waren einfach zu klein und zu wenig. Gerade die beiden Protagonisten um die es ging hätte ich gerne näher kennengelernt und nicht nur die Geschichte erzählt bekommen. Eine Geschichte in der es um eine Sommerromanze in einem Camp ging, um die Little World Organisation und um Tycho und Oliver. Da waren das Einander finden und das Gefühl das alles möglich war, das mehr als Freundschaft und das Gefühl einander schon ewig zu kennen. Es ging darum, dass beide sehr jung waren und teilweise nicht wussten wie sie mit ihren Gefühlen umgehen sollten, um Eifersucht und die Gefahr entdeckt zu werden. All das wurde authentisch beschrieben und das hat mir gut gefallen, auch die Reaktion des Umfelds auf ihre Beziehung, von Tychos Familie und deren Telefonat, genauso wie der Charakter Donna. Jedoch blieb auch sie leider ziemlich blass und ich hätte gerne noch mehr von ihr und auch Tychos Familie gelesen um einen besseren Einblick in sie als Charaktere zu bekommen. Auch von Oliver erfuhr man leider ziemlich wenig, erst am Ende bekam man einen kleinen Einblick in sein Leben und seine Heimat. Die Geschichte hätte für mich mehr Seiten haben können, sich mehr Zeit lassen können, so hat mir leider einiges gefehlt. Dennoch war es eine schöne Geschichte, auch sprachlich, nachdem der erste Teil anstrengend war, wurde der zweite Teil besser und der dritte Teil sogar etwas poetisch. Gerade der Verweis auf den Bluegrass Song passend zu dem Titel des Buches der Bluegrass Liebe hat mir gefallen. Trotzdem wird das Buch wieder ausziehen.
Aber leider war es dann eher ein durchquälen als ein richtiger Lesegenuss. Der Schreibstil und ich haben einfach nicht zusammen gepasst 😢 Dabei war die Geschichte sehr vielversprechend. Schließlich kann eine Sommerromanze, die in einem Feriencamp beginnt wirklich romantisch sein. Zumal am gespürt hat, wie Tycho und Oliver umeinander herumschlawenzelt sind und es doch einiges gebraucht hat, bis sie sich eingestehen konnten mehr zu empfinden. Auch fand ich es schön, wie ihre Umgebung ihre Beziehung aufgenommen hat und es nur wegen einer Dummheit der beiden schlecht für sie lief. Aber man merkt den beiden schon an, dass sie noch sehr jung sind und teilweise nicht wissen, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen soll. Zumal da auch Eifersucht und die Gefahr entdeckt zu werden eine große Rolle spielt. Denn wie gesagt, fand ich persönlich den Schreibstil furchtbar 🙈 sehr anstrengend, seltsame Dialoge und komische Szenenwechsel waren hier an der Tagesordnung. Deswegen werde ich mich auch wieder von dem Buch trennen 😔
Die erste Hälfte des Buches war für mich etwas enttäuschend, die zweite Hälfte dafür umso stärker - auch literarisch betrachtet. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten reinzukommen, aufgrund der verschiedenen Zeitformen - diese lösen sich dann aber in kürzester Zeit in Luft auf. Auch finde ich es schade, dass die Charaktere sehr oberflächlich bleiben, man erfährt kaum persönliches. Dennoch eine schöne Geschichte und in der zweiten Hälfte, vor allem Richtung Schluss, sprachlich sehr schön.
Nachdem ich "Krebsmeisterschaft für Anfänger" von Edward van de Vendel regelrecht verschlungen und geliebt hatte, habe ich mich im Internet ein wenig kundig gemacht über den Autor und bin auf seine anderen Werke gestoßen, eins davon ist Die Tage der Bluegrass Liebe. Ein Buch, das mich gerade von der Thematik her sehr interessiert da es meiner Meinung nach gerade im LGBQT Bereich viel zu wenige Bücher gibt und hier immer noch jede Menge Aufklärungsbedarf besteht. Umso mehr möchte ich gerade diese Bücher unterstützen, sie lesen und natürlich auch bewerben, sofern sie mir gefallen haben und das war bei Die Tage der Bluegrass Liebe auch der Fall. Die Tage der Bluegrass Liebe ist kein neues Buch, bereits 2001 hatte der Carlsen Verlag das Buch des niederländischen Autors unter dem Titel „Spring, wenn du dich traust“ herausgebracht. In Die Tage der Bluegrass Liebe geht es um einen Jungen namens Tycho, der sich in einen anderen Jungen namens Oliver verliebt. Die beiden lernen sich in einem Feriencamp in den USA kennen, wo beide als Betreuer für die Kinder und Jugendlichen fungieren. Nachdem sie dort immer mehr zueinander finden, sich den ein oder anderen Fehltritt erlauben und damit bei den Leitern des Camps auf Unverständnis stoßen, werden sie wieder nach Hause geschickt. Tycho und Oliver verlassen das Camp also vorzeitig und fliegen gemeinsam nach Norwegen, wo Oliver zu Hause ist. Man könnte meinen, dass es sich bei diesem Buch um eine typische Coming-Out Story handelt, nichts Besonderes also, etwas ganz „Normales“ eben. Doch das ist es nicht. Diese Geschichte ist eine für mich sehr emotionale Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen gewesen. Ständig habe ich eine neue Runde auf der Achterbahn gedreht; bin, statt auszusteigen, lieber sitzen geblieben und habe meine Gefühlswelt noch einmal gut durch schütteln lassen. Ja, genau so hatte es sich angefühlt. Edward van de Vendel hat die Geschichte sehr einfühlsam und emotional beschrieben. Es war unglaublich schön, die beiden Jungs auf ihrem Abenteuer zu begleiten, denn wenngleich Tycho zwar anfängliche Schwierigkeiten hatte mit der Gesamtsituation und sich hin und wieder unsicher war, gerade was seine Eltern betraf, und Oliver eher wie derjenige erschien, der die Zügel in der Hand hatte und um einiges offener damit umging (zumindest Tycho gegenüber), so war es doch Tycho am Ende, der Nägel mit Köpfen machen wollte und eher Oliver, der sich zurückhielt aus Angst vor dem, was die anderen, insbesondere seine Freunde aus seinem Fußballverein, sagen würden. Das Buch wurde in den Niederlanden im Jahre 2000 als bestes Jugendbuch mit der goldenen Feder ausgezeichnet und das zu Recht. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen, habe die Erzählungen regelrecht genossen und konnte es kaum erwarten, mehr zu erfahren; mehr über Tycho und Oliver herauszufinden und sie auf ihrer Reise ins Neue zu begleiten. Ich habe mitgefiebert, habe mit ihnen gelacht und geweint, habe gehofft und gebetet, war wütend und verärgert – wie man sieht, ist Die Tage der Bluegrass Liebe ein emotionsgeladenes Buch, das mir wirklich sehr nahe gegangen ist und mich richtig erfreut hat. Wo sich doch Außenstehende meistens mit diesem Thema noch immer schwer tun, sind es doch eigentlich die „Betroffenen“, denen es am schwersten fällt, denn auch sie sind unsicher, haben Angst – gerade wegen dem, was die Leute denken. Auch für sie ist das was ganz Neues, aufregend, beängstigend. Umso schöner empfand ich die Reaktion von Tychos Eltern. Ich hätte mir hin und wieder vielleicht noch ein wenig mehr Einblick in Olivers Gefühlswelt gewünscht; doch abgesehen davon war dieses Buch ein absolutes Lesevergnügen und richtig guter Stoff für die Seele; ein Buch, dass jeder einmal gelesen haben sollte. Das Buch ist anders, mit tollen Charakteren, die wahnsinnig gut ausgearbeitet sind und beide ihre Ecken und Kanten haben. Sie wirken wie aus dem echten Leben, gar nicht oberflächlich oder langweilig. Während das Hauptaugenmerk natürlich auf Tycho und Oliver liegt, über die wir sehr viel erfahren und die wir während des Lesens wirklich ausgesprochen gut kennenlernen, bleiben die anderen Nebencharaktere eher im Hintergrund. Ihre Leben werden teilweise nur leicht angekratzt, was ich auch etwas schade fand. Manche wirken einfach nur wie Geister, Figuren, die eben da sind, die man aber nicht so richtig zu fassen bekommt. Doch da man ohnehin beschäftigt genug war mit Tycho und Oliver, sind die übrigen Charaktere sowieso eher in den Hintergrund gerückt. Es war mithin nicht weiter schlimm, dass den anderen Figuren nicht so viel Beachtung geschenkt wurde, wie den beiden Hauptfiguren, gewünscht hätte ich mir das manchmal allerdings trotzdem. Die Geschichte konzentriert sich wirklich sehr stark auf Oliver und Tycho, so dass es einem manchmal tatsächlich vorkommt, es gäbe gar keine anderen Figuren mehr in dieser Geschichte, aber genau das ist auch der Punkt. Dieses Buch gibt uns Einsicht in eine homosexuelle Beziehung, die den ein oder anderen Stolperstein mit sich bringt, manchmal sogar riesige Steinbrocken und diese werden Tycho und Oliver nicht unbedingt von Außenstehenden vor die Füße geworfen, sondern von sich gegenseitig. Denn auch in einer solchen Beziehung kommt es früher oder später mal zu Schwierigkeiten. Und genau das ist hier so richtig schön auf den Punkt gebracht. Den Schreibstil von Edward van de Vendel mag ich einfach unglaublich gerne. Stilistisch gesehen ist dieses Buch wirklich grandios. Schon damals in "Krebsmeisterschaft für Anfänger" hatte mich der Autor mit seinem Stil und seinem Talent überzeugen können und ich bereue es nicht mich dafür entschieden zu haben, auch seine anderen Werke zu lesen. Die Fortsetzung steht bereits in meinem Regal und ich freue mich schon sehr darauf, das Buch zu lesen. Ich bin gespannt, was das Leben noch so für Tycho und Oliver bereithält.









