Die schönere Lüge

Die schönere Lüge

Hardback
3.322

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Description

Zwei Frauen, eine gemeinsame Obsession und eine Lüge, die die Macht hat, ihre Freundschaft zu retten oder zu zerstören. Für die Studentinnen Meadow und Carrie gibt es nichts Aufregenderes, als Filme zu drehen und sich damit die Welt und die Menschen in ihr zu erschließen. Und doch könnten ihre Ansichten über Kunst, Sex und Moral unterschiedlicher kaum sein. Die Filme der privilegiert aufgewachsenen Meadow sind autobiografisch und provokant, Carries sind leichte Komödien, ein Mittel, der Armut zu entkommen. Ihre Freundschaft ist schwierig, aber sie hält. Bis Meadow eine komplizierte Affäre mit einem berühmten älteren Filmemacher beginnt. Kurz vor seinem Tod bietet er Meadow an, ihre Beziehung öffentlich und ihren Namen in aller Welt bekannt zu machen. Empört lehnt Meadow ab. Und geht mit ihrem nächsten Film über eine Grenze des Gewissens, sodass auch Carrie ihr nicht mehr folgen kann.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
304
Price
25.70 €

Author Description

Dana Spiotta, 1966 geboren, wurde für ihre bislang fünf Romane vielfach ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrer Familie in Syracuse, New York. Zuletzt erschien im Kjona Verlag ihr Roman »Unberechenbar«, der auf der SPIEGEL-Bestsellerliste stand.

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5
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Mit „Die schönere Lüge“ hat Dana Spiotta einen faszinierenden, komplexen Roman geschrieben, der sich mit Freundschaft, Kunst, Film und Wahrheit auseinandersetzt. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die beiden Freundinnen Meadow und Carrie, die seit ihrer Kindheit eine enge Verbindung haben. Beide entscheiden sich für eine Karriere im Filmgeschäft, gehen jedoch sehr unterschiedliche Wege: Meadow verfolgt eine experimentelle, avantgardistische Herangehensweise, während Carrie sich eher dem konventionellen Kino zuwendet. Zusätzlich gibt es die geheimnisvolle Figur Jelly, deren Geschichte zunächst rätselhaft erscheint, sich aber im Laufe des Romans als essenzieller Bestandteil entpuppt. Die Struktur des Romans ist unkonventionell: Spiotta kombiniert verschiedene Erzählstile, darunter Blog-Beiträge, Interviews, Zeitungsartikel und klassische Prosa. Dadurch entsteht eine vielschichtige, oft fragmentierte Erzählweise, die das Lesen herausfordernd, aber auch spannend macht. Wer eine lineare Handlung erwartet, wird möglicherweise enttäuscht – doch gerade dieser experimentelle Aufbau verleiht dem Roman eine besondere Dynamik. Ein zentrales Thema des Romans ist die Auseinandersetzung mit Wahrheit und Fiktion, besonders im Kontext der Filmkunst. Was bedeutet es, eine Geschichte zu erzählen? Wie beeinflussen künstlerische Entscheidungen die Wahrnehmung der Realität? Meadow, deren Dokumentarfilme sich oft an ethischen Grenzen bewegen, steht im Mittelpunkt dieser Fragestellung. Die Parallele zum deutschen Titel „Die schönere Lüge“ ist hier besonders treffend – manchmal ist eine gut erzählte Lüge wirkungsvoller als die Wahrheit. Gleichzeitig ist „Die schönere Lüge“ auch eine Geschichte über Freundschaft. Die Beziehung zwischen Meadow und Carrie bleibt über die Jahre bestehen, verändert sich aber durch ihre unterschiedlichen Lebens- und Karrierewege. Ein weiteres wichtiges Motiv ist der „male gaze“ in der Filmbranche, den Spiotta vor allem mit ihrer Nebenfigur Jelly subtil kritisiert. Sie zeigt, wie sich Frauen in einer von Männern dominierten Industrie behaupten müssen und wie ihre künstlerischen Entscheidungen von diesem Umfeld beeinflusst werden. Dana Spiottas Stil ist anspruchsvoll, intelligent und zugleich einfühlsam. Sie schafft es, sowohl cineastische Fachsimpelei als auch tiefe psychologische Beobachtungen geschickt in die Handlung zu integrieren. Besonders bemerkenswert ist ihr Gespür für Details – sei es in der Beschreibung von Filmprojekten oder in der Charakterzeichnung. „Die schönere Lüge“ ist kein leicht zugänglicher Roman, aber ein außergewöhnlich kluger und kunstvoller. Wer sich für Filme, Erzähltechniken und unkonventionelle Handlungsstrukturen begeistern kann, wird hier fündig. Dana Spiotta erzählt nicht nur eine Geschichte über Freundschaft und Kunst, sondern auch über die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion. Ein ganz besonderer Roman. Aus dem Amerikanischen von Miriam Mandelkow.

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3.5

Toller Stil, interessant erzählte Freundschaftsgeschichte. Mich haben die Charaktere beeindruckt. Da ich aber kein kein Cineastin bin ging für mich leider viel verloren.

3

Ich bin verwirrt. Ich mag den Erzählstil und die Konstruktion des Romans und trotzdem lässt er mich ratlos zurück. Ist es eine geschriebene Dokumentation von Wahrheit und Lüge?

3

Lange ist es her, dass es mir so schwerfiel, eine Rezension zu einem Buch zu schreiben. Das Cover und der Titel haben mich sofort angesprochen, und auch der kurze Klappentext weckte meine Neugier. Den ausführlicheren Text im Inneren habe ich hingegen erst sehr spät gelesen – warum auch immer. Ich hatte keinerlei Erwartungen an das Buch, doch schon zu Beginn fragte ich mich: Was lese ich hier? Wohin soll das führen? Tatsächlich wurde mir das Ziel erst sehr, sehr spät klar – was aber überraschenderweise ziemlich unterhaltsam war. Man begleitet eigentlich drei Frauen und nicht nur die beiden Freundinnen, die Filme drehen. Filmproduktion spielt eine zentrale Rolle, und anfangs fand ich die detaillierten Beschreibungen spannend – doch irgendwann verlor sich das Buch für meinen Geschmack zu sehr in technischen Details. Deutlich besser gefiel mir die Nebenhandlung rund um eine Frau, die Telefonate mit berühmten Filmgrößen führt. Diese Szenen haben mir über die teils zähen Passagen hinweggeholfen. Die drei Frauen blieben für mich insgesamt recht distanziert – alle auf ihre Weise undurchsichtig und schwer greifbar. Besonders Meadow, die zwar exzentrisch wirkt, aber dabei auch künstlich und aufgesetzt erscheint. Kurz gesagt: Es fiel mir schwer, eine emotionale Verbindung zu den Charakteren aufzubauen. Die Handlung selbst ist stellenweise unübersichtlich und nicht immer klar zeitlich einzuordnen, schafft es aber dennoch, unterhaltsam zu bleiben. Ab dem Moment, in dem Haupt- und Nebenstrang zusammenlaufen, wird es auf jeden Fall interessanter – allerdings passiert das erst im letzten Drittel. Ein wirkliches Fazit fällt mir schwer. Das Buch hat Längen, aber auch unterhaltsame Passagen. Und selbst nach mehreren Tagen frage ich mich noch immer: Was habe ich da eigentlich gelesen? Also kann ich nur anraten: Falls es dir in die Hände fällt – einfach mal ausprobieren!

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2.5

Ein Buch übers Filme machen, dass mich verwirrt hat

Wenn ihr mich über Filme, Schauspieler und allem, was damit zusammen hängt. Ausfragen würdet, müsste ich spätestens ab Ende der 90er kapitulierend die Hände heben und Euch mit einem klaren „Ich bin raus“ deutlich machen, dass ich so gut wie keine Ahnung hab. Doch Bücher übers Filme machen, wie zum Beispiel „Lichtspiel“ von Daniel Kehlmann finde ich reizvoll und interessant. Also stürzte ich mich in diesen Text und landete auf dem Bauch. Meadow und Carrie sind zwei Filmemacherinnen und außer dass sie die gleiche Profession haben, unterscheiden Sie sich in allem. Während die erste aus privilegierten Verhältnissen stammend, sich dazu entschieden hat, experimentierfreudig die Vielfältigkeit des Handwerks auszuprobieren, geht die zweite solide an die Sache heran. Sie bedient den Mainstream, denn sie braucht das Geld. Sie sind beide recht erfolgreich, und erobern diese Männerdomäne in einer Zeit, in der das gar nicht so einfach war. (nicht dass es das heute wäre). Wir sind in den 80ern und die dekadente Gleichgültigkeit der spaßzentrieren Szene kommt auch ziemlich gut rüber. Genauso gut tauchen wir in den Ehrgeiz ein, den die beiden Freundinnen an den Tag legen. Eine Beziehung zu einem Mann, der die Geschichte nach seinem Tod über eine der beiden Protagonistinnen an die Öffentlichkeit dringen lassen möchte, spielt auch noch eine Rolle aber tatsächlich nur eine sehr kleine. Dominiert wird der Plot vom Filme machen und zwar genauso eigenwillig wie die Figuren, die hier auftauchen. Das passiert in Dialogen, die ins Leere führen, drehbuchartigen Interviews, Kurzgeschichten und Fragmenten. Dazwischen immer wieder seitenweise Handlung, die ich in keinem Zusammenhang mit den kurzweiligen, aber manchmal überzogenen Stilmitteln fand. Wer denkt dass das unglaublich anstrengend klingt der hat meinem Empfinden nach Recht. Als ich dann merkte, dass die Geschichten von Jelly nicht nur einfach kleine Pointen setzen, sondern ein Teil der Handlung sind ging es mir zwar zuerst ein bisschen leichter, von der Hand, diesen Text zu verstehen, doch schnell verstrickte ich mich wieder in eine Mischung aus Verwirrung und Langeweile. Ich wusste manchmal überhaupt nicht mehr, wo ich hier dran bin und ihr könnt euch denken, dass meine Freude beim Lesen dadurch nicht größer wurde. Meines Erachtens hat die Autorin einfach zu viel gewollt. Hätte sie sich fast ausschließlich auf die bunte Mischung an filmischen Ausdrucksmitteln beschränkt und diese locker miteinander verbunden, hätte mir das ganze mehr Spaß gemacht, als dieses immer wieder rausgerissen werden aus der Handlung. Ich hatte manchmal das Gefühl, man wird in einen Shaker gesteckt, mit allem möglichen Text-Schnickschnack durchgeschüttelt und dann wieder ausgeschüttet, dreht sich dann dreimal im Kreis und muss sich wieder neu orientieren. In einigen Rezensionen steht, dass das Ende sie wieder abgeholt hat. Soweit ist es bei mir nicht gekommen. Hier ist er also mein erster Abbruch eines Rezi- Exemplars. Okay, es geschah erst auf Seite 221 aber dann war die Luft bei mir endgültig raus. Es hat einfach nicht sollen sein. Trotzdem hat diese Lektüre einen gewissen Reiz und wird deshalb auch nicht bei mir ausziehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht Lust bekomme das Buch noch mal mit anderen Augen zu lesen. Besonders jetzt wo ich weiß, wo der Hase lang läuft. Ich weiß jetzt gar nicht so recht, wem ich dieses Buch empfehlen kann. Wenn ihr sehr experimentierfreudig und ein absoluter Film Freak seid, dann versucht es vielleicht mal mit diesem Roman.

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