Die Schleife an Stalins Bart

Die Schleife an Stalins Bart

Paperback
4.628
DdrepublikDepressionBiografieHitler

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Description

Die Geschichte einer gestohlenen Jugend und einer Befreiung aus den Mauern des Schweigens. "Ich hatte immer das Gefühl, gegen eine Wand zu laufen", sagte Erika Riemann in einem 1991 in der Frankfurter Rundschau erschienenen Porträt. Erst heute hat sie die Sprache gefunden, um über ihre Erlebnisse zu berichten. Sommer 1945 im thüringischen Mühlhausen: Erika Riemann ist vierzehn Jahre alt, als sie eines Tages mit ein paar anderen Jugendlichen ihre gerade wieder hergerichtete Schule besichtigt. Ihr Blick fällt auf ein Stalin-Bild genau an jener Stelle, an der bis vor kurzem ein Hitler-Porträt hing. "Mit dem Spruch ‚Du siehst ja ziemlich traurig aus‘", schreibt sie, "trat ich an das Bild heran und malte mit dem Lippenstift eine kecke Schleife um den Schnauzbart." Jemand muss sie verpfiffen haben, denn schon kurze Zeit später beginnt für Erika Riemann eine achtjährige Odyssee durch ostdeutsche Zuchthäuser und Lager mit Stationen wie Bautzen, Sachsenhausen und Hoheneck. Was es für sie bedeutete, eine ganze Jugend hinter Mauern zu verbringen, Prügel, Schikane, Hunger und Depression durchzustehen und nach der Entlassung zutiefst traumatisiert im bundesdeutschen Wirtschaftswunder ihre Frau zu stehen - darüber kann sie erst heute, fünfzig Jahre später, berichten. Fünfzig Jahre hat sie gebraucht, um ihre Nachkriegsjahre zu verarbeiten. Ein erschütternder Lebensbericht aus der jüngsten deutschen Vergangenheit.

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Memoirs
Format
Paperback
Pages
256
Price
16.50 €

Author Description

Erika Riemann, geboren 1930 in Mühlhausen/Thüringen, verbrachte die Jahre 1946 bis 1954 in Gefängnissen und Lagern wie Bautzen, Sachsenhausen und Hoheneck, weil sie ein Stalin-Porträt mit einer Schleife "verziert" hatte. Nach der Haftzeit arbeitete sie in vielen Jobs, führte drei Ehen und brachte drei Kinder zur Welt. Seit Erscheinen ihres Buches "Die Schleife an Stalins Bart" (Hoffmann und Campe, 2002) bildet die Aufklärung gegen das Vergessen und für Völkerverständigung, insbesondere mit Russland, den Schwerpunkt ihrer Arbeit. Sie ist als vielfach angefragte Autorin zu Gast bei Lesungen und öffentlichen Zeitzeugengesprächen, in Talkshows, Schulen und Gedenkstätten. Für ihr "Engagement für Freiheit und Demokratie und für die Aufarbeitung des SED-Unrechts" wurde ihr 2009 das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens verliehen,

Characteristics

1 reviews

Mood

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Exciting
Romantic
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Informative
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Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
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Pace

Fast0%
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Writing Style

Simple0%
Complex0%
Moderate100%
Bildhaft (100%)

Posts

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All
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„Alleine dadurch, dass ich meine Angst ausspreche, wird sie bereits etwas kleiner.“

Das Buch war eine Empfehlung eines Zeitzeugen aus dem Stasi Gefängnis Hohenschönhausen. Die Geschichte von Erika ist brutal, emotional und hat mich wirklich wütend und traurig gemacht. Ich freue mich richtig, dass sie ihre Vergangenheit mit diesem Buch aufarbeiten konnte und vielen Menschen einen Einblick in ihr Leben gegeben hat. Diese Bücher und Geschichten sind so unfassbar wichtig, dass diese grausame Zeit der Geschichte nie vergessen wird und sich nicht wiederholt!

„Alleine dadurch, dass ich meine Angst ausspreche, wird sie bereits etwas kleiner.“
5

Über das Buch: Erika Riemann ist 14 Jahre alt und macht eine Ausbildung in einem Friseursalon. Als sie 1945 ihre neu hergerichtet Schule besucht, entdeckt sie ein Stalinbild, das an der Stelle hängt, an welcher zuvor noch dein Bild von Hitler hing. Aus einer Laune heraus malt sie mit ihrem Lippenstift eine Schleife auf das Bild. Doch was als harmloser Scherz gedacht war, hat verheerende folgen, denn jemand muss sie verpfiffen haben. Kurz darauf wird Erika von Zuhause weg gebracht und eine acht Jahre lange Reise durch die Gefängnisse Ostdeutschlands beginnt. Im Buch wird erzählt wie sie diese Zeit der Prügel, Demütigung, Hunger und Depressionen durchsteht und in der Zeit nach ihrer Freilassung versucht sich ein Leben aufzubauen. Meine Meinung: Das Buch war unglaublich interessant, ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Man hört überall immer die Geschichten über Gefangene während der Kriegszeit, es wird jedoch nie über die Nachkriegszeit berichtet und was zu dieser Zeit in den Gefängnissen passiert ist. Besonders in Ostdeutschland. Einen so ausführlichen, unverfälschten Bericht aus dieser Zeit, in welchem nichts schon geredet wird, findet man selten.

4

Starke frau, starkes Buch

Es ist so wichtig, dass es solche Bücher gibt. Wir dürfen niemals vergessen, was machen Menschen aus dem nichts oder wegen (in heutiger Sicht)Kleinigkeiten angetan wurde. Viele wurden aus dem Leben gerissen. Es ist auch intressant zu lesen, wie sie sich danach wieder ins Leben gekämpft hat. Eine ganz starke Frau!

5

Sehr interessant, zeitweise schockierend...

5

Must read

Eins der besten Bücher, die ich in meinem Leben gelesen habe. Dieses Buch lese ich einmal aller fünf Jahre. Die Geschichte ist so spannend. Es erzählt nicht nur, wie so viele Bücher, wie es in der Gefangenschaft war, sondern wie einen diese Situation für das Leben prägt. Ein Meisterwerk

5

Eindrucksvolles Buch

Das Buch beschreibt eindrucksvoll, wie aus einem Mädchenstreich eine wahre Tortur für Erika Riemann in der Nachkriegszeit beginnt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und musste an manchen Stellen fassungslos den Kopf schütteln, weil ich nicht glauben konnte, wie viel Unglück ein Mensch haben kann. Mir war auch nicht bewusst, wie viele Menschen in den Nachkriegsjahren (häufig zu Unrecht) ein ähnliches Schicksal wie die Protagonistin erfahren haben. Absolute Leseempfehlung, auch wenn es keine leichte Kost ist.

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