Die schlafenden Schönen

Die schlafenden Schönen

Softcover
3.212
BordellÄlterer MannBelletristische Darstellung

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Description

Ein Mann an der Schwelle zum Alter wird von einem Freund eingeführt in ein Freudenhaus besonderer Art. Es ist für alte Männer bestimmt und bietet junge Frauen im Tiefschlaf an. Eguchi verbringt - in kürzer werdenden Abständen - mehrere Nächte in diesem Haus neben immer anderen jungen Frauen und Mädchen, die zurückhaltend und genau, sinnlich und diskret beschrieben werden. Eine jede ist anders. Eine jede weckt andere Phantasien, andere Erinnerungen an Frauen, die Eguchi in seinem Leben gekannt hat, an die eigene Ehefrau und die Töchter, an Geliebte, an Bekanntschaften einer Nacht... Am Schluß kommt es zu einer tödlichen Komplikation.
Mit seinem Roman hat der Nobelpreisträger Kawabata (1899-1972) nichts anderes getan, als die ebenso ungewöhnliche wie einfache Grundsituation festzuhalten, einprägsam zu machen - und damit zu überhöhen zu einer Geschichte von Liebe und Tod, von Jugend und Alter, von Männern und Frauen.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
130
Price
9.30 €

Author Description

Yasunari Kawabata, 1899 in Osaka als Sohn eines Arztes geboren, studierte englische und japanische Literatur. 1926 wurde er mit seiner Erzählung Die Tänzerin von Izu bekannt. 1968 erhielt Yasunari Kawabata den Nobelpreis für Literatur. Von 1948 bis 1965 war er Präsident des Japanischen PEN-Zentrums. Yasunari Kawabata hatte maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der japanischen Literaturszene nach dem Zweiten Weltkrieg. 1972 nahm sich Kawabata das Leben.

Posts

1
All
2.5

Einsamkeit im Endstadium

Ein alter Mann, dessen Leben sich fast nur noch aus Erinnerungen speist. Die schlafenden Schönen erzählt von Einsamkeit im Endstadium, Einsamkeit, die so still geworden ist, dass sie merkwürdig laut dröhnt. Auf Anraten eines Bekannten besucht der Protagonist ein Etablissement, das weniger Bordell als moralisches Minenfeld ist. Dort liegen junge Mädchen, künstlich in einen tiefen Schlaf versetzt, einzig dafür da, neben alten Männern zu liegen. Keine Sexualität, keine Gegenwehr, kein Bewusstsein. Nur Körper, Nähe, Stille. Allein diese Idee lässt einen frösteln, weil man unwillkürlich denkt: Das ist zu nah an einer denkbaren Realität. Die Jugendlichkeit dieser schlafenden Körper wirkt wie ein Katalysator für Erinnerung. Der Mann wird zurückgeworfen in seine eigene Vergangenheit: erste Liebe, erste Berührungen, das Gefühl von Begehren, als es noch Hoffnung trug. Gleichzeitig steigen dunkle Gedanken auf - Gewalt, Grenzüberschreitung, Machtfantasien. Er denkt sie, er bekämpft sie, er schämt sich ihrer. Genau in diesem inneren Ringen entfaltet das Buch seine eigentliche Spannung. Nicht in Handlung, sondern im moralischen Druck. Kawabata beschreibt viel, sein Fokus liegt auf Atmosphäre, Körper, Räume, Gedanken. Es passiert wenig, aber das Wenige das passiert ist schwer bedrückend. Die Sprache ist ruhig, klar, unaufdringlich schön, ohne lyrische Überhöhung. Das macht das Gelesene nicht leichter, eher im Gegenteil: Die Nüchternheit verstärkt das Unbehagen. Es ist ein düsteres, verstörendes und leises Buch über Alter, Begehren, Selbstbeherrschung und die Abgründe, die man lieber nicht ausleuchtet. Eindrucksvoll, ja. Erschreckend, definitiv. Aber auch unerquicklich statisch. Warum 2.5/5⭐️: Mir fehlte Bewegung, Entwicklung, Handlung.

Einsamkeit im Endstadium
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