Die Ringe des Saturn

Die Ringe des Saturn

Softcover
3.511
Joseph ConradKulturNaturReise

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Description

Ein Reisebericht besonderer Art. Zu Fuß ist Sebald in der englischen Grafschaft Suffolk unterwegs, einem nur dünn besiedelten Landstrich an der englischen Ostküste. Im August, ein Monat, der seit altersher unter dem Einfluß des Saturn stehen soll, wandert Sebald durch die violette Heidelandschaft, besichtigt verfallene Landschlösser, spricht mit alten Gutsbesitzern und stößt auf seinem Weg immer wieder auf die Spuren oft wundersamer Geschichten. So erzählt er von den Glanzzeiten viktorianischer Schlösser, berichtet aus dem Leben Joseph Conrads, erinnert an die unglaubliche Liebe des Vicomte de Chateaubriand oder spürt dem europäischen Seidenhandel bis China nach. Mit klarer und präziser Sprache protokolliert er jedoch auch die stillen Katastrophen, die sich mit dem gewaltsamen Eingriff der Menschen in diesen abgelegenen Landstrich vollzogen. So verwandelt sich der Fußmarsch letztlich in einen Gang durch eine Verfallsgeschichte von Kultur und Natur, die Sebald mit einer faszinierenden Wahrnehmungsfähigkeit nachzeichnet. Und ganz nebenbei entsteht eine liebevolle Hommage an den Typus des englischen Exzentrikers.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
352
Price
16.50 €

Author Description

W. G. Sebald, geboren 1944 in Wertach im Allgäu, lebte seit 1970 im ostenglischen Norwich, wo er als Dozent für Neuere Deutsche Literatur an der Universität lehrte. Er starb 2001 bei einem Autounfall. Zu seinen Werken gehören die Prosabände ›Schwindel. Gefühle‹, ›Die Ringe des Saturn‹, ›Die Ausgewanderten‹ und ›Austerlitz‹ sowie der Nachlassband ›Campo Santo‹; weiterhin die Essaybände ›Logis in einem Landhaus‹ und ›Luftkrieg und Literatur‹ sowie die beiden Bände zur österreichischen Literatur ›Unheimliche Heimat‹ und ›Die Beschreibung des Unglücks‹. Das lyrische Werk liegt vor in den beiden Bänden ›Nach der Natur. Ein Elementargedicht‹ und ›Über das Land und das Wasser‹. Zudem ist lieferbar der Interviewband ››Auf ungeheuer dünnem Eis.‹ Gespräche 1971 bis 2001‹, herausgegeben von Torsten Hoffmann. W. G. Sebald wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Mörike-Preis, dem Heinrich-Böll-Preis und dem Joseph-Breitbach-Preis.

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Aufmerksam gemacht wurde ich auf W.G. Sebald durch die "Zeitschrift für interkulturelle Germanistik", in der es einen Artikel über den deutschen Schriftsteller gab. Neugierig gemacht holte ich mir eines seiner berühmtesten Werke aus der Bibliothek: Die Ringe des Saturn. Ein Mann, der spazieren geht. Klingt langweilig, ist es aber nicht. Tatsächlich fühlt es sich während des Lesens so an, als würden wir neben Sebald hergehen, uns die englische Landschaft anschauen und über Gott und die Welt diskutieren. Denn genau das tut der Autor. Seine Beobachtungen bringen ihn auf immer neue Ideen, Zusammenhänge und Gedanken. Wir machen unterschiedliche Zeitreisen, lernen fremde Kulturen kennen und reisen einmal um die Welt, während wir durch das idyllische Suffolk flanieren. Gebannt lauscht der Leser den Erzählungen Sebalds, die mit ausserordentlich vielen Informationen aufwartet, teilweise biographisch angehaucht ist und manchmal auch ein paar Fantasiegebilde hervorbringt. Ausgestattet ist das Buch sogar mit einigen Fotografien, die das Geschilderte darstellen. Damit hätte ich nicht gerechnet, aber es ist eine angenehme Überraschung. Da man sich so die Details, die Sebald erwähnt, besser vorstellen kann. Leider sind die Bilder bloss schwarz-weiss, sodass einige Kleinigkeiten in Tinte verschwinden. Schriftstellerisch bewegt sich Sebald auf einem hohen, ausgereiften Niveau, jedoch ohne intellektuelle Hochnäsigkeit. Er drückt sich gewählt aus, verwendet auch viele Sach- und Fachwörter, sodass ich einige Ausdrücke nachschlagen konnte. Doch trotzdem wirkt diese Sprache passend, als ob sich der Autor auch persönlich im Alltag ihrer bedienen würde. Dies macht mir Sebald sehr symapthisch und es steht nicht ausser Frage, dass ich wieder zu einem Buch dieses Schriftstellers greifen werde.

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