Die Nacht der alten Feuer
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Description
Book Information
Author Description
Hanna Meretoja, 1977 in Kaarina geboren, ist Literaturwissenschaftlerin und Professorin für Komparatistik an der Universität von Turku. Dort forscht sie im Bereich der Erzähltheorie, der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung und Traumastudien und leitet das Forschungszentrum SELMA. »Die Nacht der alten Feuer« ist ihr Debütroman, der in Finnland für seine poetische Sprache sowie philosophischen Reflexionen hochgelobt wurde.
Posts
Elea hat ihre Freunde in ihr Ferienhaus eingeladen um mit den Kindern gemeinsam die letzte Nacht des Sommers zu feiern. Kurz vorher hat sie eine schlimme Diagnose bekommen, die sie da ihren Freunden mitteilt. Alle sind zutiefst betroffen und nach und nach kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht. Ein sehr bewegender Roman über das Leben, den Tod und die Liebe. Poetisch und warmherzig erzählt. Elea reflektiert ihr Leben und lässt uns als Leser daran teilhaben. Ihre Angst vor dem weiteren Verlauf der Krankheit ist deutlich spürbar aber es gibt auch noch Hoffnung. Interessant war auch wie die Freunde und ihre Kinder damit umgehen. Ein sehr lesenswerter Roman.
Schwere Themen - wunderschön erzählt vor der Kulisse der Turkuer Schären 🌊🐚
Elea feiert mit ihren Freund*innen und Kindern das Ende des Sommers in ihrem Ferienhaus in den Turkuer Schären, die zweite Heimat ihrer Kindheit. Elea hat zwei Kinder mit Otto - ihr Sohn Elliott beschäftigt sich seit der Pandemie nahezu wahnhaft mit diversen Krankheiten und ihren Risiken. Der gemeinsame Freund ist Matias Kinderarzt, Elea ist Literaturwissenschaftlerin. Das Lebensfeuerfest feiern sie durch das gegenseitige Vorlesen von Geschichten und literarischen Texten. Mit den Feuern rund um die Ostsee wird auch das Ende der Isolation gefeiert, die der Corona-Pandemie zu verschulden war. Doch wer nicht mehr mitfeiert ist Veera, eine gemeinsame Freundin, die während eines New-York-Aufenthalts starb und zwei Kinder hinterließ. Hanna Meretoja hat mit „Die Nacht der alten Feuer“ einen fiktiven Roman mit biografischem Hintergrund geschrieben. In der Geschichte des Romans geht es jedoch nicht nur um einen melancholischen Abschied vom Sommer oder um das Wiedersehen langjähriger Freunde nach der pandemiebedingten Isolation. Die Gastgeberin des Abends, die Literaturwissenschaftlerin Elea, möchte ihren Freunden eine erschütternde Nachricht mitteilen: Sie hat eine aggressive hormonabhängige Brustkrebserkrankung. Sie, eine gesunde Frau, die stets einen gesunden Lebensstil pflegte. Meretoja beschreibt Eleas Empfindungen als Krebspatientin außergewöhnlich feinfühlig und realistisch. Und wie könnte es auch anders sein?! - schließlich war sie selbst in derselben Situation. Besonders nah ging mir auch die Menschlichkeit der Freundesgruppe, denn unter ihrer makellos glänzenden Oberfläche verbargen sich nicht immer so edle Gefühle. Der Roman verbindet auf bemerkenswerte Weise drei mehr oder minder aktuelle, lähmende Krisen: Zum einen Eleas Diagnose Krebs, die sowohl ein Schock ist für sie selbst, als auch für ihre Angehörigen. Selbst wenn die Behandlungen erfolgreich sind, wird der Krebs nie ganz verschwinden, insbesondere hormonabhängiger Brustkrebs. Zum anderen der Klimawandel, der fortwährend Schaden anrichtet, was sich auch in naher Zukunft nicht ändern wird. Und schließlich die Corona-Pandemie, die aus den Köpfen der Menschen nie ganz verschwinden wird und mit seinen Folgen zu unser aller Begleiter geworden ist. Der Roman hätte etwas kürzer gefasst werden können und auch den literarischen Verweisen hätte eine Reduzierung gut getan. Aber „Die Nacht der alten Feuer“ ist klar und flüssig geschrieben, trotz seines schweren Themas. An diesem Abend der alten Feuer segelten die Freundinnen von einer Stimmung zur nächsten, aber Eleas Krise schweißte sie enger zusammen. Vor allem die Darstellung der Frauensauna strahlte für mich starke Solidarität und Fürsorge aus. Elea stellte fest, dass sie sich nie so geliebt gefühlt hat wie an diesem Abend. Hanna Meretoja zeigt uns die Wichtigkeit von Freundschaft und wie elementar der Zusammenhalt ist, nicht nur in den guten Zeiten - danke für diese wertvollen Zeilen!
Mit einem literarischen Kammerspiel wartet Hanna Meretoja in ihrem Debütroman "Die Nacht der alten Feuer" auf. Bei einem Sommerhaus in Parainen in den finnischen Schären spielt an einem einzigen Spätsommertag die Geschichte um Hauptfigur Elea, die ihre Freundinnen und Freunde zum Lebensfeuerfest eingeladen hat. Ein Fest, von dem sie seit langem träumte und auf das sie sich freute; ein Fest, das zum Ende der Isolation aufgrund der Corona-Pandemie etwas besonderes werden sollte; ein Fest, zu dem die Gäste anstatt sonstiger Mitbringsel eine Meeresgeschichte mitbringen, die sie dann vortragen; ein Fest, das den Sommer beendet und die Menschen auf die Dunkelheit vorbereitet. Doch Dunkelheit umgibt nun Elea, die kurz vor den Feierlichkeiten zur Nacht der alten Feuer die Diagnose Krebs erhielt, hormonell bedingter Brustkrebs. Von der Erkrankung weiß bisher nur Eleas Familie: Ehemann Otto und die beiden Kinder im frühen Teenageralter, Elliot und Iiris. Am Tag des Festes offenbart sie sich gleich zu Beginn den Gästen, die sich schon seit Studienzeiten kennen. Diese Nachricht verändert die Atmosphäre auf der Feier. Alle kämpfen mit ihren eigenen Reaktionen und sind gezwungen, ihre Beziehungen zu sich selbst, zueinander, zum Leben und zum Tod zu überprüfen. Die Emotionen flammen auf wie das Lagerfeuer in dieser Nacht… Zwar ist Elea die zentrale Figur dieses Romans, aber es gibt auch tiefe Einblicke in die Perspektiven aller anderen, die eine Vielzahl von Sorgen und Erfahrungen zu bewältigen haben. Auf wunderbare Weise schildert Hanna Meretoja die Gedanken und Gefühle, die mit einer schweren Krankheit und der Konfrontation mit den Grenzen des Lebens einhergehen. Auslöser für diesen autofiktionalen Roman war die eigene Erfahrung der Autorin mit Brustkrebs und der dadurch entstandene Wunsch, Wege zu finden, diese Erfahrung auszudrücken – sowohl aus der Sicht der Betroffenen als auch aus der Sicht der nahen Angehörigen und Freunde. Wie ihre Protagonistin Elea ist Hanna Meretoja Literaturwissenschaftlerin und dieser Hintergrund wird in vielerlei Hinsicht deutlich. Mittels literarischer Anspielungen auf mehr oder wenige bekannte Werke in der Literatur untersucht sie die existentielle Krise, die die Diagnose einer schweren Krankheit mit sich bringt. Am Lagerfeuer erzählen sich die Freunde ihre Meeresgeschichten und setzen sich so mit ihrer eigenen Verletzlichkeit auseinander, dabei werden auch lange vergrabene Geheimnisse gelüftet. Allerdings wirkt das ständige Zitieren von Schriftsteller(inne)n teilweise ermüdend, hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen, aber das ist ein Herummäkeln auf hohem Niveau. Mit poetischer Sprache, hoher Reflexionsfähigkeit und zahlreichen Bonmots begehen die Figuren dieses Romans eine literarische Therapie, wie vermutlich auch das Schreiben dieses Romans eine therapeutische Wirkung für die Autorin hatte und die Lektüre dieses Romans für betroffene Leser(innen) als therapeutische Unterstützung dienen könnte. Sicherlich ist jede Erfahrung anders, aber die Behandlung des Themas auf so vielfältige Weise wird Betroffenen und deren Angehörigen Unterstützung, Trost und Denkanstöße geben, wenn sich psychische Auswirkungen und Gefühle wie Angst, Wut, Traurigkeit, Niedergeschlagenheit oder Mutlosigkeit Bahn brechen. Jedoch bietet dieser Roman noch mehr: er vereint auf raffinierte Weise aktuelle Themen dieser Welt, wenn die Gedanken der Protagonisten um allgemeine gesellschaftliche Anliegen wie die Sorgen um Klimawandel, Umweltbedrohungen, Pandemien und neue globale Krisen kreisen. "Die Nacht der alten Feuer" ist ein äußerst lesenswerter, sowohl nachdenklich als auch Mut machender Roman, der wichtig ist in dieser sich schnell wandelnden Zeit.
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Hanna Meretoja, 1977 in Kaarina geboren, ist Literaturwissenschaftlerin und Professorin für Komparatistik an der Universität von Turku. Dort forscht sie im Bereich der Erzähltheorie, der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung und Traumastudien und leitet das Forschungszentrum SELMA. »Die Nacht der alten Feuer« ist ihr Debütroman, der in Finnland für seine poetische Sprache sowie philosophischen Reflexionen hochgelobt wurde.
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Elea hat ihre Freunde in ihr Ferienhaus eingeladen um mit den Kindern gemeinsam die letzte Nacht des Sommers zu feiern. Kurz vorher hat sie eine schlimme Diagnose bekommen, die sie da ihren Freunden mitteilt. Alle sind zutiefst betroffen und nach und nach kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht. Ein sehr bewegender Roman über das Leben, den Tod und die Liebe. Poetisch und warmherzig erzählt. Elea reflektiert ihr Leben und lässt uns als Leser daran teilhaben. Ihre Angst vor dem weiteren Verlauf der Krankheit ist deutlich spürbar aber es gibt auch noch Hoffnung. Interessant war auch wie die Freunde und ihre Kinder damit umgehen. Ein sehr lesenswerter Roman.
Schwere Themen - wunderschön erzählt vor der Kulisse der Turkuer Schären 🌊🐚
Elea feiert mit ihren Freund*innen und Kindern das Ende des Sommers in ihrem Ferienhaus in den Turkuer Schären, die zweite Heimat ihrer Kindheit. Elea hat zwei Kinder mit Otto - ihr Sohn Elliott beschäftigt sich seit der Pandemie nahezu wahnhaft mit diversen Krankheiten und ihren Risiken. Der gemeinsame Freund ist Matias Kinderarzt, Elea ist Literaturwissenschaftlerin. Das Lebensfeuerfest feiern sie durch das gegenseitige Vorlesen von Geschichten und literarischen Texten. Mit den Feuern rund um die Ostsee wird auch das Ende der Isolation gefeiert, die der Corona-Pandemie zu verschulden war. Doch wer nicht mehr mitfeiert ist Veera, eine gemeinsame Freundin, die während eines New-York-Aufenthalts starb und zwei Kinder hinterließ. Hanna Meretoja hat mit „Die Nacht der alten Feuer“ einen fiktiven Roman mit biografischem Hintergrund geschrieben. In der Geschichte des Romans geht es jedoch nicht nur um einen melancholischen Abschied vom Sommer oder um das Wiedersehen langjähriger Freunde nach der pandemiebedingten Isolation. Die Gastgeberin des Abends, die Literaturwissenschaftlerin Elea, möchte ihren Freunden eine erschütternde Nachricht mitteilen: Sie hat eine aggressive hormonabhängige Brustkrebserkrankung. Sie, eine gesunde Frau, die stets einen gesunden Lebensstil pflegte. Meretoja beschreibt Eleas Empfindungen als Krebspatientin außergewöhnlich feinfühlig und realistisch. Und wie könnte es auch anders sein?! - schließlich war sie selbst in derselben Situation. Besonders nah ging mir auch die Menschlichkeit der Freundesgruppe, denn unter ihrer makellos glänzenden Oberfläche verbargen sich nicht immer so edle Gefühle. Der Roman verbindet auf bemerkenswerte Weise drei mehr oder minder aktuelle, lähmende Krisen: Zum einen Eleas Diagnose Krebs, die sowohl ein Schock ist für sie selbst, als auch für ihre Angehörigen. Selbst wenn die Behandlungen erfolgreich sind, wird der Krebs nie ganz verschwinden, insbesondere hormonabhängiger Brustkrebs. Zum anderen der Klimawandel, der fortwährend Schaden anrichtet, was sich auch in naher Zukunft nicht ändern wird. Und schließlich die Corona-Pandemie, die aus den Köpfen der Menschen nie ganz verschwinden wird und mit seinen Folgen zu unser aller Begleiter geworden ist. Der Roman hätte etwas kürzer gefasst werden können und auch den literarischen Verweisen hätte eine Reduzierung gut getan. Aber „Die Nacht der alten Feuer“ ist klar und flüssig geschrieben, trotz seines schweren Themas. An diesem Abend der alten Feuer segelten die Freundinnen von einer Stimmung zur nächsten, aber Eleas Krise schweißte sie enger zusammen. Vor allem die Darstellung der Frauensauna strahlte für mich starke Solidarität und Fürsorge aus. Elea stellte fest, dass sie sich nie so geliebt gefühlt hat wie an diesem Abend. Hanna Meretoja zeigt uns die Wichtigkeit von Freundschaft und wie elementar der Zusammenhalt ist, nicht nur in den guten Zeiten - danke für diese wertvollen Zeilen!
Mit einem literarischen Kammerspiel wartet Hanna Meretoja in ihrem Debütroman "Die Nacht der alten Feuer" auf. Bei einem Sommerhaus in Parainen in den finnischen Schären spielt an einem einzigen Spätsommertag die Geschichte um Hauptfigur Elea, die ihre Freundinnen und Freunde zum Lebensfeuerfest eingeladen hat. Ein Fest, von dem sie seit langem träumte und auf das sie sich freute; ein Fest, das zum Ende der Isolation aufgrund der Corona-Pandemie etwas besonderes werden sollte; ein Fest, zu dem die Gäste anstatt sonstiger Mitbringsel eine Meeresgeschichte mitbringen, die sie dann vortragen; ein Fest, das den Sommer beendet und die Menschen auf die Dunkelheit vorbereitet. Doch Dunkelheit umgibt nun Elea, die kurz vor den Feierlichkeiten zur Nacht der alten Feuer die Diagnose Krebs erhielt, hormonell bedingter Brustkrebs. Von der Erkrankung weiß bisher nur Eleas Familie: Ehemann Otto und die beiden Kinder im frühen Teenageralter, Elliot und Iiris. Am Tag des Festes offenbart sie sich gleich zu Beginn den Gästen, die sich schon seit Studienzeiten kennen. Diese Nachricht verändert die Atmosphäre auf der Feier. Alle kämpfen mit ihren eigenen Reaktionen und sind gezwungen, ihre Beziehungen zu sich selbst, zueinander, zum Leben und zum Tod zu überprüfen. Die Emotionen flammen auf wie das Lagerfeuer in dieser Nacht… Zwar ist Elea die zentrale Figur dieses Romans, aber es gibt auch tiefe Einblicke in die Perspektiven aller anderen, die eine Vielzahl von Sorgen und Erfahrungen zu bewältigen haben. Auf wunderbare Weise schildert Hanna Meretoja die Gedanken und Gefühle, die mit einer schweren Krankheit und der Konfrontation mit den Grenzen des Lebens einhergehen. Auslöser für diesen autofiktionalen Roman war die eigene Erfahrung der Autorin mit Brustkrebs und der dadurch entstandene Wunsch, Wege zu finden, diese Erfahrung auszudrücken – sowohl aus der Sicht der Betroffenen als auch aus der Sicht der nahen Angehörigen und Freunde. Wie ihre Protagonistin Elea ist Hanna Meretoja Literaturwissenschaftlerin und dieser Hintergrund wird in vielerlei Hinsicht deutlich. Mittels literarischer Anspielungen auf mehr oder wenige bekannte Werke in der Literatur untersucht sie die existentielle Krise, die die Diagnose einer schweren Krankheit mit sich bringt. Am Lagerfeuer erzählen sich die Freunde ihre Meeresgeschichten und setzen sich so mit ihrer eigenen Verletzlichkeit auseinander, dabei werden auch lange vergrabene Geheimnisse gelüftet. Allerdings wirkt das ständige Zitieren von Schriftsteller(inne)n teilweise ermüdend, hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen, aber das ist ein Herummäkeln auf hohem Niveau. Mit poetischer Sprache, hoher Reflexionsfähigkeit und zahlreichen Bonmots begehen die Figuren dieses Romans eine literarische Therapie, wie vermutlich auch das Schreiben dieses Romans eine therapeutische Wirkung für die Autorin hatte und die Lektüre dieses Romans für betroffene Leser(innen) als therapeutische Unterstützung dienen könnte. Sicherlich ist jede Erfahrung anders, aber die Behandlung des Themas auf so vielfältige Weise wird Betroffenen und deren Angehörigen Unterstützung, Trost und Denkanstöße geben, wenn sich psychische Auswirkungen und Gefühle wie Angst, Wut, Traurigkeit, Niedergeschlagenheit oder Mutlosigkeit Bahn brechen. Jedoch bietet dieser Roman noch mehr: er vereint auf raffinierte Weise aktuelle Themen dieser Welt, wenn die Gedanken der Protagonisten um allgemeine gesellschaftliche Anliegen wie die Sorgen um Klimawandel, Umweltbedrohungen, Pandemien und neue globale Krisen kreisen. "Die Nacht der alten Feuer" ist ein äußerst lesenswerter, sowohl nachdenklich als auch Mut machender Roman, der wichtig ist in dieser sich schnell wandelnden Zeit.






