Die Molche

Die Molche

Paperback
3.123

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Description

Ohne Freunde sind Max und vor allem sein friedfertiger, etwas mädchenhafter Bruder der Bande um den älteren Tschernik hilflos ausgeliefert. Und so schauen alle zu, wie Max‘ Bruder eines Tages in die Enge getrieben wird, der Erste einen Stein wirft, dann ein Stein nach dem anderen fliegt. Der Junge stirbt. Auch Max hat zugesehen und aus Angst nicht geholfen. Von den Erwachsenen wird die Tat schnell als Unfall abgetan. Wieder ist Max mit seinen Gefühlen allein. Wie die anderen Kinder versteht auch Max die Erwachsenen nicht: die tüchtigen Mütter, die unnahbaren Väter, ihre unberechenbare Härte gegenüber den Kindern, ihr Schweigen, wenn es um die Vergangenheit geht, ihr Wegschauen bei Konflikten. Geplagt von seiner Schuld flüchtet er sich in seine Streifzüge in die Umgebung des Dorfes, in seine Beobachtungen der Natur, deren Schönheit ihm Trost spendet. So wie die Molche. Seine Entdeckungen lenken Max ab, bis er schließlich doch zwei Freunde findet – und Marga. Gemeinsam beschließen sie, gegen die Bande vorzugehen. »Eine fast magische Erzählung über die erste Erfahrung mit dem Tod und das Aufblühen der allerersten Liebe. Die wunderbar kraftvolle, dunkle Naturpoesie hat mich sofort in das Buch gesogen und nicht mehr losgelassen.« Ewald Arenz, Autor von »Alte Sorten« und »Der große Sommer«

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Miscellaneous
Format
Paperback
Pages
256
Price
13.40 €

Author Description

VOLKER WIDMANN wurde 1952 geboren. Er ist Schriftsteller, Berater von sozialen Unternehmen und Veranstalter von Konzerten mit zeitgenössischer improvisierter Musik. Er lebt in Hebertshausen im Dachauer Hinterland.

Posts

3
All
4

Gelungener Roman

Der 11-jährige Max, welcher in der Nachkriegszeit vor einigen Jahren in ein bayrisches Dorf zugezogen ist, war in den vergangenen Jahren ein Einzelgänger. Eines Tages wird sein Bruder Opfer eines Angriffs der Bande rund um den gefürchteten Tschernik. Max war vor Angst wie erstarrt und konnte nur dabei zusehen, wie der Angriff für seinen Bruder tödlich endete. Kurze Zeit darauf freundet er sich mit zwei Jungen aus dem Dorf an. Gemeinsam mit weiteren Kindern beschließen sie den Schikanen von Tschernik ein Ende zu setzen. Die Geschichte wird absolut ehrlich und schonungslos erzählt. Mir gefiel besonders gut, dass man einen authentischen Einblick in die damalige Zeit erhielt. Besonders bei den Szenen, in welchen die Kinder im Freien ihre Zeit verbringen, fühlte ich mich fast als wäre ich dabei gewesen. Diese teils sehr idyllischen Szenen stellen allerdings die Ausnahme dar. Max sieht sich in seiner Kindheit mit einer menge Grausamkeit und Brutalität konfrontiert. Neben dem schrecklichen Tod seines Bruder wird er geprägt von einem gewalttätigen Vater und einen alkoholkranken Lehrer, welcher seine Schüler regelmäßig mit dem Rohrstock bestraft. Gewalt und Aggressionen ist unter den Erwachsen des Dorfes weit verbreitet. So erfährt man, dass auch andere Kinder unter der Brutalität ihrer Eltern leiden. Die Erwachsenen verschließen sich gänzlich vor der Wahrheit um den Tod von Max Bruder und sind sich einig, dass es sich um einen Unfall handelte, an welchem sein schwaches Herz schuld war. Unter den Kinder hingegen ist die Wahrheit bekannt. Die Bande rund um Tschernik setzt nahezu alle Kinder des Dorfes in Angst und Schrecken, denn sie handeln vollkommen schonungslos. Die Grausamkeit ihrer Taten haben mich schockiert. Auch vor dem quälen und töten von Tieren machen sie meinen Halt. Die Erzählperspektive wechselt zwischenzeitlich von Max zu Marga, was mir gut gefallen hat. Allgemein fand ich den Aufbau und den Schreibstil sehr angenehm. Ich habe mich allerdings beim Lesen manchmal etwas schwer damit getan, dass die Protagonisten erst 11 Jahre alt waren. Gerade die sexuellen Handlungen waren nach meinem empfinden nicht ganz passend für dieses Alter und es hätte für mich besser gepasst, wenn die Kinder ein paar Jahre älter gewesen wären. Auch die Anzahl der Szenen, in denen es sexuelle Inhalte hab, empfand ich als etwas zu häufig. Da mich das Buch, gerade zum Ende hin, sehr gefesselt und mir wirklich gut gefallen hat, werde ich es weiterempfehlen.

4

***3,5 Sterne*** Volker Widmann´s Debütroman "Die Molche" handelt von komplexen zwischenmenschlichen Beziehungen in einem bayerischen Dorf im Nachkriegsdeutschland. Der Protagonist, Max, ein 11-Jähriger, der mit seiner Familie zugezogen ist, wird von gleichaltrigen Kinder ausgegrenzt. Genauso auch sein Bruder, ein sanftmütiger Junge, der zum Opfer der Dorfbande fällt und entsetzlicherweise in den Tod gesteinigt wird! Alle schauen nur zu! Alle Erwachsenen glauben, dass es ein Unfall war. Folglich, leidet Max unter Einsamkeit und Schuldgefühlen. Er findet jedoch Trost in der Natur, in der Beobachtung von Lurchen und Molchen und in seiner Freundschaft mit Rudi und Heinz...und Marga, seiner ersten Liebe. Das Buch ist bis zur Hälfte richtig packend. Ab der zweiten Hälfte fehlte mir die Spannung. Ich war begeistert von der detaillierten Erzählweise, genialen und bildlichen Beschreibung der Natur. Weil mir aber die Spannung in der zweiten Hälfte gefehlt hat, fand ich die Erzählung danach zum Teil prosaisch und wiederholend. #NetGalley

2

Der 11-Jährige Max und sein Bruder sind Flüchtlingskinder. Keiner will so richtig was mit ihnen zu tun haben und so sind sie ständig Opfer älterer Dorfkinder. Eines Tages wird sein jüngerer Bruder so drangsaliert und mit Ziegelsteinen beworfen, dass ein Stein ihn tödlich am Kopf trifft. Weder Max noch die anderen, jüngeren Dorfkinder kamen ihm zur Hilfe und schauten nur unbeteiligt zu. Der Mord wird stillschweigend hingenommen. Das ganze Dorf, ja selbst die Mutter, sind sich einig, dass der Junge schwächlich war und wahrscheinlich an seiner Herzschwäche verstarb. Während Max zumindest ein schlechtes Gewissen hat, haben die Dorfjungs aus ihrem Handeln nichts gelernt: Sie suchen sich direkt ein neues Opfer und das ist Max ... Der Molche Volker Widmann Der Einstieg des Buches gefiel mir. Die Schreibweise, ja die minuziösen Beschreibungen einzelner Situation wären toll, wenn das Buch auch weiterhin eine spannende Handlung gehabt hätte. Aber nach dem Mord passiert einfach nichts mehr und Belanglosigkeiten bestimmen das Buch. Abbruch nach einem Drittel des Buches auf Seite 71. ‚Der kleine Hof der Familie Wartensteiner lag, ein Geviert offen zur Straße, die nach Süden aus dem Dorf hinausführte, im unteren Dorf, ein schmaler Innenhof, eingefasst von Wohnhaus, Gebäude für Maschinen und Geräte sowie Schweine- und Kuhstall, der einen Durchgang frei ließ hinaus zum Obstgarten, der in die Ausweisen am Fluss in blaugrün schimmernden Dunst auslief. Die Sonne beschien die Fensterfront des aus großen hell umbrafarbenen und graubeigen Sandsteinquadern gefügten Wohnhauses, grüne Fensterläden leuchteten, im Hintergrund erhob sich das hohe, steile Ziegeldach des Stalls im Halbschatten.“ (Seite 70) Danke an Dumont und NetGalley für dieses Rezensionsexemplar, leider war es nicht meins.

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