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Die Liebe seines Lebens. Skizze eines Temperaments

4.0(3)
Hardcover€25.00
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About the book

Hardys letzter Roman erstmals auf Deutsch

Raue Landschaften, tragische Schicksale, geprägt von einer tiefen Melancholie – so kennt und liebt man die literarische Welt von Thomas Hardy. Umso erstaunlicher ist es, dass sein letzter Roman bislang unübersetzt geblieben ist.
Er erzählt die Geschichte des Bildhauers Jocelyn Pierston, der glaubt, die Liebe seines Lebens in drei verschiedenen Frauen gefunden zu haben: in seiner Jugendliebe Avice, zwanzig Jahre später in ihrer Tochter, und am Ende in ihrer Enkelin …

Ein episches Drama über Liebe, Schönheit, Kunst – und die Kluft zwischen Ideal und Realität Der Abschluss der großen Wessex-Trilogie
ISBN9783150115275
PublisherReclam, Philipp
Publication Date03/26/25
Pages251

Reviews & Ratings

3 ratings

3 reviews

4.0

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  • wildeskopfkino
    wildeskopfkino

    148 Followers

    5.0

    Ein wilder Mix aus Romantik, Melancholie und Größenwahn

    Thomas Hardy hat mich mit diesem Roman ziemlich auf dem falschen Fuß erwischt – und zwar im allerbesten Sinne. Ich habe mir eine melancholische Schwere erwartet, wie man sie sonst von ihm kennt, und ja, die ist auch da. Aber gleichzeitig hat dieses Buch etwas so Skurriles, Verrücktes und Geniales, dass ich beim Lesen öfter dachte: „Hardy, du kleiner Schlingel, was hast du dir dabei nur gedacht?“ Jocelyn Pierston, dieser Bildhauer mit der fixen Idee von der „einen Liebe“, die sich durch drei Generationen zieht, ist für mich eine der schrägsten, tragischsten und gleichzeitig faszinierendsten Figuren, die mir seit Langem begegnet sind. Mal wollte ich ihn schütteln, mal hab ich ihn gefeiert, und manchmal dachte ich: Junge, du bist ein hoffnungsloser Romantiker mit einer Prise Größenwahn. Was Hardy hier macht, ist aber nicht einfach nur eine Dreiecks- oder besser gesagt Drei-Generationen-Liebesgeschichte. Er hält uns damit einen riesigen Spiegel vor: Wie oft jagen wir eigentlich selbst nur unseren Idealen hinterher und merken dabei nicht, dass wir die Realität komplett aus den Augen verlieren? Hardy hat das Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben, aber es liest sich teilweise wie ein Kommentar zur heutigen Insta-Generation, die ständig auf der Suche nach der „perfekten“ Liebe oder dem „perfekten“ Bild ist. Und dann diese Sprache! Dank der Übersetzung von Lutz-W. Wolff bleibt dieser Hardy-Sound bestehen, dieses leicht Bittere, aber auch Poetische, das einen sofort packt. Ich liebe es, wie die Landschaften in Wessex fast zu Figuren werden, die mitreden, mitleiden und manchmal auch ganz einfach stumm dastehen, während Jocelyn wieder mal eine grandiose Idee hat, die garantiert schiefgeht. Kurz: Dieses Buch ist ein wilder Ritt zwischen Sehnsucht, Verzweiflung, Humor und tragischer Schönheit. Ein Abschluss, der Hardys Werk krönt – und mir gleichzeitig gezeigt hat, dass Liebe eben nicht nur Herzchen und Schmetterlinge ist, sondern manchmal auch ein ziemlich chaotisches Kunstwerk.

    Ein wilder Mix aus Romantik, Melancholie und Größenwahn

    Aug 17, 2025

  • nikolaus.klammer
    nikolaus.klammer

    6 Followers

    2.5

    Hardy letzter und - meiner Meinung nach - der schlechteste von ihm, der wohl auch daran krankt, dass er im viktorianischen England nicht alles schreiben durfte, wie er es wollte. Zudem hat die Geschichte um einen 60jährigen Bildhauer, der sich auf Humbert-Weise der Inspiration willen um die Liebe einer 20jährigen müht, ein "Gschmäckle", wie wir Schwaben sagen. Insgesamt eine eher unerfreuliche Lektüre, die an "Jude, the obscure" oder "Tess" nicht heranreicht.

    Aug 27, 2025

  • 4.5

    “Even if I see you again, I will never see you again” ~ Margaret Atwood

    “The well beloved”, oder die deutsche Übersetztung “Die Liebe seines Lebens” beschreibt das Leben eines Mannes der eine konzeptartige Vorstellung einer perfekten Frau hat; die Liebe seines Leben und dieser bis seinen 60ern nacheifert und nie wieder findet. Auch nie wieder zurückkehren wird (in Form der ersten Avice). Ich fand das Buch sehr gut und es hat mich nicht nur durch die lebhaften Beschreibungen des Inseldaseins, des spiritu loci der “Isle of Portland”; sondern auch durch den altertümlichen aber doch romantischen Schreibstil gewonnen. Vielleicht berührt mich die Sprache des 18. Jahrhunderts doch mehr an als (entschuldige) Collen Hoover scheisse. :) Ich werde mehr von Thomas Hardy lesen, obwohl mich hauptsächlich die Prämisse des Buches angezogen hat. Auch seine Darstellung von Frauen war eine teilweise sehr progressive was überraschend ist für eine Mann der 1840 geboren ist. Natürlich fand ich ein paar Sachen kontrovers wie zb. den Altersunterschied, aber an sich war es eine wichtige künstlerische Entscheidung für das Buch. Hauptsächlich hat mich das Konzept, dass der Mann sich in den Geist; in das Konzept einer jungen Frau verliebt die er dann doch nicht heiratet, aber als sie stirbt waschen die Gefühle noch stärker denn je über ihn hinweg und er erkennt seinen fatalen unumkehrbaren Fehler der ihn bis zu seinem Tod verfolgen wird. Und die Liebe kann wirklich wie ein Fluch sein. Aphrodite die einen auslacht. Besonders schön und emotional anreizend fand ich folgende Worte: “Lange sah er das Bild an, und es ergänzte, was der Brief in seinem Inneren ausgelöst hatte. Er liebte die tote und unerreichbare Frau jetzt mehr, als er sie im Leben geliebt hatte. Er hatte gelegentlich an sie gedacht, seit vor zwanzig Jahren die Trennung erfolgt war, aber er hatte sie immer nur als eine Frau gesehen, die er hätte heiraten können. Jetzt loderten die Tage ihrer kindlichen Freundschaft, in denen er jede Eigenart ihres unschuldigen Wesens gekannt hatte, zu einer heißen Sehnsucht und leidenschaftlichen Liebe empor, die von einer Trauer jenseits der Worte erstickt wurden. Jener Kuss, der so kindlich gewesen war und seine Würde gekränkt hatte, weil Avice kein Bewusstsein ihrer Weiblichkeit dabei gezeigt hatte - was hätte er heute darum gegeben, auch nur ein Viertel davon zu erhalten!” Ja es gab auch 1840 schon sich sehnende Männer. Unglaublich aber wahr. Ich bin ein großer Fan dieses Konzepts, des “In Erinnerungen daran schwelgen, was hätte sein können” und im schwelgen der Erinnerung stirbt man eben auch. Naja. Eigentlich hat mich das Buch “Call me by your name” hierher geführt. Is it better to speak or to die. Gute Nacht Party people ☮️

    “Even if I see you again, I will never see you again” ~ Margaret Atwood

    6 days ago

Author

About Thomas Hardy

Thomas Hardy (1840–1928), englischer Dichter und Schriftsteller in der Tradition von George Eliot, wurde mit Romanen wie Far from the Madding Crowd und Tess of the d’Urbervilles weltberühmt. Seine meist tragischen Geschichten siedelte er in der halbfiktionalen Region Wessex im Südwesten Englands an.

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