Die geheimnisvolle Freundin

Die geheimnisvolle Freundin

Hardback
3.29

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Description

Zwei Freundinnen und ein folgenreiches Bekenntnis

Abruzzen, 1950er Jahre. Von Geburt an lebt Nina in einem von strengen Nonnen geführten Waisenhaus auf dem Land. Als sie sieben ist, wird Lucia aufgenommen, die gerade ihre Eltern verloren hat. Zwischen den beiden gleichaltrigen Mädchen entwickelt sich über viele Jahre hinweg eine enge Freundschaft. Bis ein dramatisches Missverständnis ihr Vertrauensverhältnis nachhaltig erschüttert und beide getrennte Wege gehen. Nina findet Arbeit in einer Tabakfabrik, erfährt dort Solidarität und schöpft neue Zuversicht für ihr weiteres Leben. Dann steht eines Tages Lucia vor ihrer Haustür. Und vertraut ihr ein für beide weitreichendes Geheimnis an ...

"Eine bewegende Geschichte über Freundschaft und weibliche Solidarität, eindringlich und voller Hoffnung" La Repubblica

Ausgezeichnet mit dem PREMIO LETTERARIO NAZIONALE DONNA SCRITTRICE 2023

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
400
Price
22.70 €

Author Description

Simona Baldelli, geboren 1963, hat Theater und Kreatives Schreiben studiert. Sie lebt als freie Autorin in Rom, mehrere ihrer Werke wurden in Italien mit Literaturpreisen ausgezeichnet, zuletzt ihr Roman DIE GEHEIMNISVOLLE FREUNDIN mit dem PREMIO LETTERARIO NAZIONALE DONNA SCRITTRICE 2023.

Posts

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All
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Leider eine ganz andere Handlung als auf dem Cover und im Klappentext versprochen...

Ninas bewegendes Leben Nina wächst in einem katholischen Waisenhaus in den Abruzzen in den 1950er Jahren auf. Schon als Baby wurde sie dort abgegeben und kennt kein anderes Leben als in der Gemeinschaft mit den anderen Kindern und strengen Nonnen. Nur selten kann sie Mitleid mit den anderen Kindern empfinden, die nachts häufig von Sehnsucht nach ihren verstorbenen Eltern geplagt werden, denn Nina kennt kein Leben außerhalb dieser Mauern. Deshalb beherzigt sie auch den Rat einer älteren Bewohnerin, die ihr immer wieder sagt, sie solle niemals ihr Herz an einen anderen Menschen hängen. Als aber die gleichaltrige Lucia neu im Waisenhaus aufgenommen wird, hat sie das erste Mal das Gefühl, in ihr eine Freundin gefunden zu haben. Umso schlimmer trifft es sie, als Lucia irgendwann dank Ninas Verzicht in einer Familie aufgenommen wird und nun tut, als wäre Nina eine Unbekannte... Simona Baldelli erzählt in diesem Roman über das Leben in den Waisenhäusern der 1950er Jahre in Italien. Anhand von Nina erlebt der Leser hautnah das Schicksal eines Findelkindes mit und sieht die gesellschaftlichen Normen deutlich. Nina ist ein Mädchen, dem vieles unbekannt ist, was andere Kinder für selbstverständlich erachten. Durch Lucia erfährt sie vieles, auch ein wenig körperliche Wärme. Sie ist ab dem ersten Tag ihre Freundin und Nina tut alles für ihr Wohlbefinden, verzichtet sogar auf ein Leben in einer eigenen Familie. Ich war sehr neugierig auf diesen Roman, denn ich habe mir aufgrund des Covers und des Klappentextes auf eine Geschichte über Freundschaft gefreut. Der Inhalt hat mich aber leider etwas negativ überrascht, denn es drehte sich vorallem um Nina und ihr Leben im Waisenhaus und danach. Lucia könnte man als einzigen Charakter als Freundin bezeichnen, trotzdem wirkt sie beinahe immer unsympathisch, egoistisch, verwöhnt und manipulativ, denn Nina gibt alles in dieser "Freundschaft", während Lucia alle nur zu ihrem eigenen Vorteil ausnutzt und auf die anderen Kinder herabblickt, dabei hat sie das gleiche Schicksal ereilt, wie auch die anderen Waisen. Insgesamt war das Buch zwar bewegend, aber doch ganz anders als erwartet und im Klappentext beschrieben und ich bin immer noch zwiegespalten, was ich von diesem Roman halten soll...

Leider eine ganz andere Handlung als auf dem Cover und im Klappentext versprochen...
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Der Klappentext und das Buchcover verspricht etwas anderes.

MEINE MEINUNG: Als ich das Buchcover gesehen, den Buchtitel und den Klappentext gelesen habe, habe ich mich auf eine schöne Geschichte rund um eine tolle Freundschaft gefreut, nur leider konnte mich die Handlung dann überhaupt nicht überzeugen, da sie ganz anders ist als ich vermutet habe... Nina wächst als Findelkind in einem katholischen Waisenhaus in den Abruzzen in den 1950er Jahren auf. Wie sie da gelebt hat konnte man im ersten Teil vom Buch auch gut erfahren. Diese Zeit war sowohl traurig auch als grausam für die Kinder. Nina ist lt. Beschreibung 4,5 Jahre alt, allerdings finde ich ihre Dialoge und Gedankengänge dafür viel zu erwachsen und daher nicht passend. Lucia kommt als Waisenkind dazu und man merkt da schon, das die Nonnen einen Unterschied zwischen den Kindern machten, je nachdem ob es sich um eine Waise oder ein Findelkind handelt. Nina hat dennoch ein wahnsinnig gutes Herz und sie kümmert sich um Lucia. Man könnte denken, das daraus eine wundervolle Freundschaft entsteht und vielleicht Lucia auch die "geheimnisvolle" Freundin aus dem Buchtitel ist. Leider kann man Lucia nicht als Freundin betiteln, sie ist toxisch und manipulativ. Als junge Frau arbeitet Nina dann in einer Tabakfabrik als Tabacchine. Diese Zeit hat dann allerdings auch seine Herausforderungen, da durch neue Maschinen die Zahl der Mitarbeiterinnen verringert werden soll, so dass Nina lernt was es heißt zu streiken und für seine Meinung einzustehen. Sie lernt dort Carla kennen, durch die sie selbstbewusster wird. Marcella kennt sie noch aus dem Waisenhaus und auch sie ist für sie da. Bis zum Schluss habe ich darauf gewartet, daß vielleicht doch noch die geheimnisvolle Freundin auftaucht, es kam allerdings nur Lucia, die eine ungewöhnliche Hilfe benötigt hat. Die Autorin hat versucht reale Geschehnisse mit einer erfundenen Mädchen-/Frauenfreundschaft zu verbinden, allerdings ist das meiner Meinung nach nicht geglückt. KLAPPENTEXT: Zwei Freundinnen und ein folgenreiches Bekenntnis Abruzzen, 1950er Jahre. Von Geburt an lebt Nina in einem von strengen Nonnen geführten Waisenhaus auf dem Land. Als sie sieben ist, wird Lucia aufgenommen, die gerade ihre Eltern verloren hat. Zwischen den beiden gleichaltrigen Mädchen entwickelt sich über viele Jahre hinweg eine enge Freundschaft. Bis ein dramatisches Missverständnis ihr Vertrauensverhältnis nachhaltig erschüttert und beide getrennte Wege gehen. Nina findet Arbeit in einer Tabakfabrik, erfährt dort Solidarität und schöpft neue Zuversicht für ihr weiteres Leben. Dann steht eines Tages Lucia vor ihrer Haustür. Und vertraut ihr ein für beide weitreichendes Geheimnis an ... BUCHTITEL: Die geheimnisvolle Freundin AUTORIN: Simona Baldelli VERLAG: Eichborn ISBN: 9783847901792 SEITENZAHL PRINT: 400

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Waisenkind sucht seinen Platz in dieser Welt

Ein Teil dieses Buches war für mich 5 Sterne wert: die Person, die in einem italienischen Waisenhaus in dem 50er/60er Jahren aufwächst und einfach nur irgendwie dazugehören will. Die geheime Freundschaft, wie auch der Titel impliziert hat mich wahnsinnig aufgeregt und erst am Ende habe ich es verstanden. Ein anderer wichtiger Teil und historisch belegbar war der Streik bzw das Leben der Tabakfrauen. Wobei das sicherlich stellvertretend für viele Demos/Streiks in Italien steht. Einen Roman aus der damaligen Zeit habe ich bisher kaum oder gar nicht gelesen, dadurch fand ich es auch teilweise sehr spannend.

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Emotionales Ausnahmebuch!

**** Worum geht es? **** Das Leben in einem Kinderheim in den 1950er Jahren. Waise oder Findelkind, ein wichtiger Unterschied, den auch Nina in ihrer Zeit kennenlernen werden muss. Nicht gewollt, von niemanden gewollt, krank und schwach, verschmäht und einsam. Doch dann kommt Lucia ins Heim und sie beide verbindet eine Freundschaft. Doch auch hier muss Nina lernen, dass nichts für immer währt, so vielleicht auch mit ihrem verschmähten Schicksal? **** Mein Eindruck **** Das Buch berührte mich bereits zu Beginn zutiefst. Das Schicksal der Kinder und das alles aus der Sicht eines kleinen Mädchens zu erleben ließ das Geschehen umso drastischer wirken. Die Welt und die Charaktere um die Protagonistin herum sind einfach gnadenlos. Das Buch ist geprägt von dem Gefühl fehl am Platz, nicht gewollt zu sein. Das Buch spielt in einer gänzlich anderen Zeit, 1950er Jahre, die Atmosphäre wird durchweg transportiert, und dennoch durfte ich mich im Sinne der heutigen Zeit fragen, was hat sich daran eigentlich geändert? Ich suchte, wie die Protagonistin selbst, nach einem Lichtblick und freute mich über jede noch so kleine positive Wendung. Ich wollte wissen, wie sie sich entwickelt, konnte das Buch nicht beiseite legen, dabei wird hier kein bewusster Spannungsbogen aufgebaut. Ich konnte mich einfach sehr gut in die Welt hineinversetzen und wurde durch nichts aus ihr herausgerissen. Gelungen! Eine Geschichte die sprachlich durch und durch gekonnt formuliert ist, Gefühle auf den Punkt bringt, Momente authentisch ausstaffiert und an den richtigen Momenten weiß, wann es Zeit ist in eine nächste Szene überzugehen. Und doch ist dies kein Buch über Freundschaft, der Titel verfehlt den Inhalt, auch wenn es eine Freundin gibt, es geht inhaltlich unter aufgrund der Fülle der anderen Momente. Auch die Erzählsprünge im Fortgang der Geschichten verwirrten eher, als dass sie halfen, konnten insgesamt meine Begeisterung aber nicht gänzlich eindämmen. Und das Ende, ja das berührte mein Herz auf ganz besondere Weise. Hoffnung pur! **** Empfehlung? **** Inhaltlich wurde in diesem Buch viel richtig gemacht, ein emotionales Ausnahmebuch, dass Fans von zeitgenössischen Romanen gelesen haben sollten, wenn über die Titelwahl und mancher Sprünge hinweggesehen werden kann.

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"Die geheimnisvolle Freundin" von Simona Baldelli erzählt die Geschichte von Nina und Lucia, die in einem Waisenhaus in den Abruzzen der 1950er Jahre aufwachsen. Die Autorin, 1963 geboren, hat Theater und Kreatives Schreiben studiert und lebt heute als freie Autorin in Rom. Sie wurde für mehrere ihrer Werke in Italien mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Zum Inhalt Nina lebt von Geburt an in einem von strengen Nonnen geführten Waisenhaus. Als sie sieben Jahre alt ist, wird Lucia, die gerade ihre Eltern verloren hat, aufgenommen. Zwischen den beiden Mädchen entwickelt sich über die Jahre eine enge Freundschaft. Ein dramatisches Missverständnis erschüttert jedoch ihr Vertrauensverhältnis, und sie gehen getrennte Wege. Nina findet später Arbeit in einer Tabakfabrik, wo sie Solidarität und Zuversicht erfährt. Eines Tages steht Lucia vor ihrer Haustür und vertraut ihr ein weitreichendes Geheimnis an, das beide Leben verändert. Meinung Ich bin anfangs sehr gut in das Buch hineingekommen, und die Beschreibung der bedrückenden Stimmung im Heim zu Beginn fand ich sehr bildhaft. Trotzdem catchte mich die Geschichte schlussendlich leider gar nicht. Nach etwa einem Drittel des Buches wird Lucia (aka die zweite Freundin) erst eingeführt und wirkt von Anfang an für mich unsympathisch, da sie Nina nicht gut tut. Die angekündigte Freundschaft zwischen Nina und Lucia kam auch im weiteren Verlauf nicht wirklich zur Geltung, und ich konnte die beiden weder als Kinder noch als Erwachsenen wirklich als Freundinnen erkennen - im Gegenteil: Die Beziehung fand ich sehr toxisch. Schwester Immacolata, die sich rührend um Nina kümmert, fand ich ebenfalls toll. Die historischen Details rund um das Streikthema fand ich aber spannend. Ich hätte mir allgemein gewünscht, dass das Buch aus verschiedenen Blickwinkeln geschrieben wäre. Zum Beispiel hätten auch Marcella, Schwester Immacolata (die Nonne) oder Olmo, der Sohn des Fotografen, ihre Perspektiven einbringen können. Die Zeitsprünge sind irritierend, und Unterüberschriften mit Monats- und Jahresangaben hätten geholfen, sich besser zu orientieren. Die abrupten Wechsel zwischen Ninas Gegenwart und ihrer Vergangenheit im Kinderheim sind verwirrend. Ninas Entwicklung ist jedoch positiv hervorzuheben, sie befreit sich allmählich aus ihrer Opferrolle und gewinnt an Selbstbewusstsein. Die Darstellung der prägenden Auswirkungen einer lieblosen Kindheit und der Isolation von der Außenwelt ist wahnsinnig traurig und lässt Ninas anhaltende Selbstzweifel als Erwachsene nachvollziehbar erscheinen. Wobei Ninas Suche nach ihrer Mutter für mich unverständlich blieb. Das große Geheimnis, das im Klappentext angepriesen wird, kommt für mich nicht klar heraus. Auch habe ich im letzten Teil kein Gefühl dafür, wie viel Zeit wirklich zwischen den Ereignissen vergegangen war. Die Charaktere bleiben unnahbar, und ich konnte für keine Figur Sympathie entwickeln, vor allem nicht für Lucia. Schwester Immacolata hingegen verdient Respekt angesichts ihrer Überzeugung, das Richtige zu tun, selbst wenn es ihrem Glauben widerspricht. Feministische und klassistische Themen schwingen im letzten Teil mit, was ihn für mich zum besten Abschnitt des Buches machte. Der Zusammenhalt der Frauen angesichts des Streiks und die Mädels-WG mit Nina und Marcella fand ich schön dargestellt. Fazit "Die geheimnisvolle Freundin" von Simona Baldelli bietet eine einfühlsamen Darstellung einer schwierigen Kindheit im Waisenhaus und den Auswirkungen auf das Erwachsenenleben. Die Geschichte und die Charaktere blieben jedoch distanziert und wenig fesselnd, was zu meiner Bewertung von 2 von 5 Sternen führt. Trotz einiger starker Momente fehlt es dem Buch an emotionaler Tiefe und kohärenter Erzählweise.

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