Die Früchte des Meeres

Die Früchte des Meeres

Hardback
5.02

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Description

Monsieur Chabre, beleibter Gatte der schönen Estelle, ersehnt nichts mehr, als endlich Vater zu werden. Als sein Arzt ihm den Genuss von Meeresfrüchten verschreibt, reist das Paar an die Atlantikküste. Dort soll Monsieur Chabres Wunsch tatsächlich wahr werden – doch Erfüllungsgehilfen sind weder Austern noch Garnelen, sondern ein junger Bretone namens Hector … Die Fischer von Coqueville leben von jeher im Zwist: Zwei seit Jahrhundertenverfeindete Familien spalten die Gemüter der Gemeinde. Als der junge Delphin (ein Angehöriger der Mahé) sich unsterblich in Margot (eine Tochter der Floche) verliebt, scheint eine blutige Fehde unausweichlich. Aber dann spült die Flut geheimnisvolle Fässer an den Strand von Coqueville, und auf wundersame Weise liegen sich Menschen, die sich eben noch die Pest an den Hals wünschten, berauscht in den Armen.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Hardback
Pages
192
Price
22.70 €

Author Description

Émile Zola, am 2. April 1840 in Paris geboren und am 29. September 1902 dort verstorben, gilt als Begründer des literarischen Naturalismus und einer der größten französischen Romanciers des 19. Jahrhunderts. Berühmtheit erlangte er mit seinen großen Roman-Zyklen »Les Rougon-Macquart«, »Trois Villes« und »Quatre Evangiles«, doch seine Novellen zeugen davon, dass er auch die literarische Kurzform bravourös beherrschte.

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»Ganz besonders entzückte es sie, sich jederzeit inmitten der Felsen umdrehen und das Meer in seiner stillen Größe betrachten zu können, das sich überall dort auffächerte, wo seine blaue Linie zwischen den Felsblöcken auftauchte.«

Die erste der beiden Novelle „Die Muscheln des Monsieur Chabre“ erzählt von eben jenem älteren Mann namens Monsieur Chabre, einem ehemaligen Getreidehändler, der sehr unter der Kinderlosigkeit mit seiner jungen Frau Estelle leidet. Als ihm von einem Arzt empfohlen wird, viele Muscheln zu essen und ans Meer zu fahren, machen sie sich auf den Weg. Dort begegnen sie dem jungen Hector, von dem beide – jedoch auf unterschiedliche Weise – sehr angetan sind. Estelle und Hector verbringen viel Zeit miteinander und Monsieur Chabre ist dankbar dafür, wenn auch etwas eifersüchtig. Doch neun Monate später scheint die Muschel-Kur geglückt zu sein, zumindest für den Monsieur. „Das Fest in Coqueville“, die zweite Novelle, spielt sich an dem nicht mal zweihundert Einwohner*innen umfassenden titelgebenden Ort Coqueville ab, der sich – ähnlich wie bei Shakespeares „Romeo und Julia“ – in zwei verfeindeten Familien und deren Anhänger gespalten hat. Nebenbei finden sich trotz der Kürze des Texts Liebesdramen sowie eine erfüllende Liebesgeschichte und atmosphärische Beschreibungen des Meeres. Als plötzlich ein englischer Frachter direkt vor der Küste untergeht und die Bewohner*innen in den Genuss unzähliger Fässer verschiedenen Alkohols gelangen, löst sich dieser uralte Zwist langsam auf. Die beiden Novellen waren meine ersten Texte von Émile Zola und beide, ergänzt durch das Nachwort von Kristina Maidt-Zinke, haben mir sehr gefallen, wobei mich die erste persönlich etwas mehr begeistern konnte. Eine gewisse Leichtigkeit, voller Humor, aber auch Raffinesse und der richtigen Sinn für Details, machen diese Erzählungen zu einer besonderen Lektüre und sorgen – neben der grandiosen Übersetzung von Anne-Kathrin Häfner sowie der schönen Gestaltung des Buchs – dafür, dass sie zeitlos bleiben und auch in unserer heutigen Zeit zu unterhalten wissen.

»Ganz besonders entzückte es sie, sich jederzeit inmitten der Felsen umdrehen und das Meer in seiner stillen Größe betrachten zu können, das sich überall dort auffächerte, wo seine blaue Linie zwischen den Felsblöcken auftauchte.«
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