Die Erfindung der Hausfrau. Geschichte einer Entwertung
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Description
Kinder, Küche und Karriere? – Über Arbeitsteilung, Rollenbilder und gekippte Machtverhältnisse
»Das bisschen Haushalt« – diese unsäglich anstrengende, undankbare Aufgabe kostet viele Frauen bis heute den letzten Nerv. Egal, ob sie berufstätig oder »nur« Hausfrau (und Mutter) sind. Doch unter welchen ökonomisch-gesellschaftlichen Verhältnissen konnte sich überhaupt ein solches Rollenmodell etablieren, das Frauen nicht nur in finanzielle Abhängigkeit drängte, sondern enormen psychischen Belastungen aussetzte?
Evke Rulffes erzählt die historische Entwicklung der Hausfrau nach und zeigt, wo sich diese alten Verhältnisse trotz all der politischen Bemühungen um ein gleichberechtigtes Miteinander heute noch wiederfinden, wie sie uns prägen und beeinflussen: Warum haben vor allem Mütter das Gefühl, sie müssen alles alleine schaffen? Warum ist es ihnen unangenehm, sich Hilfe zu organisieren? Und warum bleibt selbst das Organisieren von Hilfe in der Regel bei ihnen hängen?
Pointiert, fundiert und erhellend zeigt uns die Autorin die historischen Gründe für unseren Gender-Gap und was die Erfindung der Hausfrau mit dem schlechten Gewissen der Mutter zu tun hat. Denn »Das bisschen Haushalt« kommt nicht von ungefähr …
Ein Plädoyer für mehr Gerechtigkeit und Wertschätzung von Care- und Hausarbeit
»Evke Rulffes zeigt in ihrem Buch "Die Erfindung der Hausfrau" das fehlende Bewusstsein für eine unverzichtbare Arbeit - und liefert amüsante Einblicke in die Alltagskniffe des 18. Jahrhunderts.« Marlene Knobloch, Süddeutsche Zeitung , 18.10.2021
»Ein sehr spannendes Buch.« Judith Heitkamp, BR2 Kulturwelt , 28.10.2021
»Präzise macht Rulffes deutlich, dass wirkmächtige Rollenbilder sich aus ideologischen Motiven entwickelten, zum Nachteil von Frauen.« Elisa von Hof, Der Spiegel , 30.10.2021
»[Es] lohnt sich das Buch zu lesen – Die Erfindung der Hausfrau – sehr interessant, sehr vielschichtig.« Kristin Hunfeld, Bremen Zwei , 31.20.2021
Book Information
Author Description
EVKE RULFFES ist Kulturwissenschaftlerin. 2018 promovierte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Arbeit »Die angewiesene Frau. Christian Friedrich Germershausens ›Hausmutter‹«, aus der ihr Bestseller »Die Erfindung der Hausfrau« entstand. 2023 kuratierte sie gemeinsam mit Jasmin Mersmann die Ausstellung »unBinding Bodies. Lotosschuhe und Korsett‹«, die in Berlin und Hamburg zu sehen war und große Resonanz erfuhr. Evke Rulffes lebt und schreibt in Berlin.
Posts
"Die Unsichtbarkeit der Arbeit trägt in der Folge zu ihrer Entwertung bei: Hausarbeit wird nicht mehr als echte Arbeit angesehen, da sie nicht mehr bezahlt wird, sodass die drei K von "Kuhstall, Küche, Keller" im 18. Jahrhundert über "Kinder, Küche, Kirche" im 19. Jahrhundert schließlich zu "Kinder, Küche, Konsum" im 20. Jahrhundert werden." - Evke Rulffes, "Die Erfindung der Hausfrau - Geschichte einer Entwertung" Die Kulturwissenschaftlerin Evke Rulffes betrachtet in ihrem Sachbuch "Die Erfindung der Hausfrau - Geschichte einer Entwertung" die historischen Hintergründe von Haus- und Care-Arbeit und zeichnet so Schritt für Schritt nach, wie die Wertschätzung für die Hausfrau über die Jahrhunderte immer weiter abnahm und sich der Spruch "Das bisschen Haushalt macht sich von allein" in unseren Köpfen immer mehr durchsetzen konnte. Besonderen Fokus legt sie dabei auf alte Haushaltsratgeber der Spätaufklärung und hier vor allem auf Christian Friedrich Germershausens "Hausmutter", was wohl auch daran liegt, dass sie 2018 an der Humboldt-Universität Berlin mit einer Arbeit zu ebendiesem Thema promovierte. Obwohl man dem Buch den wissenschaftlichen Charakter anmerkt, ist es zugänglich geschrieben und durchaus spannend. Ich habe mich manchmal beim Lesen gefragt, ob die so detaillierte Nacherzählung der "Hausmutter" von Germershausen zum Verständnis der Geschichte der Hausfrau wirklich notwendig ist, hier hat mir häufig eine Verknüpfung zur Gegenwart gefehlt. Auch erschien mir die Struktur des Buchs an vielen Stellen nicht wirklich logisch. Trotzdem hat es sich für mich gelohnt, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, um zu verstehen, wie heutige Rollenmodelle und Abhängigkeiten entstehen konnten. Interessant fand ich insbesondere den Gedanken, dass die Hausfrau im 20. Jahrhundert nach und nach die Dienerschaft ersetzte und was zuvor an Arbeit auf vielen Schultern verteilt wurde, plötzlich nur noch auf einer Person lastete, nämlich der Frau. Wer einen Ausflug in die Vergangenheit wagen und tief in die Geschichte der Hausfrau eintauchen möchte, sollte dieses Sachbuch lesen!

Ein interessantes und wichtiges Buch, das zeigt, wie das Ideal der Hausfrau konstruiert wurde.
Dass das Hausfrauen Dasein Frauen nicht in die Wiege gelegt und von Naturaus halt so ist, sollte eigentlich relativ klar sein. Dennoch war es spannend zu lesen, wie dieses Ideal eigentlich entstanden ist und wie das Leben zuvor ausgesehen hat, welche Aufgaben Frauen wahrgenommen haben und wie es im Bürgertum zu dem Rückzug ins häusliche kam. Thematisch fand ich das Buch wirklich sehr spannend. Die Autorin hält sich viel an Quellen der sogenannten Hausmutterliteratur und versucht den Weg seit dem späten Mittelalter bis zur moderne nachzuzeichnen. Teilweise hat sich die Autorin jedoch zu Details und Ausführungen hinreißen lassen, die weg von dem eigentlichen Thema geführt und alles unglaublich in die Länge gezogen haben. Dadurch wurde wurde die Lektüre an einigen Stellen langatmig und konnte mich nicht vollständig mitnehmen. Dennoch ein interessantes und wichtiges Buch, das zeigt, wie das Ideal der Hausfrau konstruiert wurde.

Wertvolle Lektüre mit Schwächen
Eva Rulffes geht in ihrem Buch ‘Die Erfindung der Hausfrau. Geschichte einer Entwertung’ der Frage nach, wie das bis heute verbreitete Rollenmodell der Hausfrau entstanden ist. Sie beleuchtet die historischen Entwicklungen und Einflüsse, die zur Entstehung dieses Bildes führten, und zeigt auf, wie tief diese Vorstellungen noch immer in unserer Gesellschaft verankert sind. Das Buch ist interessant und aufschlussreich. Man muss jedoch vorher wissen, worauf man sich einlässt: Es handelt sich um ein Fachbuch, dessen Inhalt leider nicht ganz hält, was der Deckel verspricht. Es ist nicht „pointiert”. Die Autorin verliert sich im Klein-Klein, beißt sich an einer Quelle fest (Christian Friedrich Germershausens ‘Die Hausmutter in allen ihren Geschäfften’), erzählt diese fast schon nach, streckt Details in eine unnötige Länge und vergisst zuweilen, die eigentliche „Geschichte einer Entwertung” - also die Entwicklung - darzustellen. Das ist schade, denn ihr Schreibstil ist zugänglich und phasenweise echt unterhaltsam. Fundiert und erhellend - wie es im Klappentext heißt - ist das Buch dennoch. Die Verbindungspunkte zu aktuellen Rollenbildern werden sehr gezielt und fast schon sparsam über das gesamte Buch hinweg eingestreut. Da wurde es für mich besonders spannend. Gegen Ende schlägt die Autorin eine Brücke zur Gegenwart und appelliert für mehr „Anerkennung, Geld und Solidarität”. Vergleiche ich nun meine Erwartungen an das Buch mit der tatsächlichen Lektüre, wirken die ersten knapp 200 Seiten wie eine Hinführung zu einem viel zu kurzen Hauptteil (bei insgesamt 288 Seiten). Da ich jedoch Bücher ungern nur auf Basis meiner Erwartungen bewerte, spreche ich eine bedingte Empfehlung für alle aus, die sich fundiert mit den ökonomisch-gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen des Rollenmodells der Hausfrau beschäftigen möchten.

Vor einigen Jahren, in meinem Studium, mußte ich eine Hausarbeit über das sogenannte sprachliche Phänomen der Pejorisierung schreiben, das unter anderem dafür sorgte, das beispielsweise aus dem wertfreien Begriff des mittelhochdeutschen wîb (das Weib, die Frau) ein mittlerweile abwertender, beleidigender Begriff für eine Frau entstand. Diese Erkenntnis war für mich einschneidend und so deutlich, daß ich mich fragte, wieso mir das nicht schon eher auffiel. Und begann ich mich für eben solche Themen zu interessieren und war begeistert, als ich von Evke Rulffes Buch »Die Erfindung der Hausfrau. Die Geschichte einer Entwertung«, erschienen 2021 bei HarperCollins, erfuhr. Das Buch von Rulffes bietet eine fundierte und gut recherchierte Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Konstruktion der Rolle der Hausfrau und Mutter. Dabei zeigt sie auf, wie dieses Idealbild von Frauen in der Geschichte entstanden ist und wie es bis heute präsent ist. Ein zentrales Thema ist die Bedeutung von Werbung und Medien für die Konstruktion von Geschlechterrollen. Rulffes untersucht in ihrem Buch, wie diese Bereiche das Idealbild der Hausfrau und Mutter geprägt haben und wie es bis heute in der Werbung und den Medien präsent ist. Sie zeigt auf, wie die stereotypen Darstellungen von Frauen in der Werbung und den Medien dazu beitragen, bestimmte Rollenbilder in der Gesellschaft zu festigen. Ausgehend von der Ratgeberliteratur der Spätaufklärung – namentlich der »Hausmutter in allen ihren Geschäfften« von Christian Friedrich Germershausen – legt sie die Gedankenstrukturen offen, die das gedankliche Grundgerüst für die Rechtfertigungen der Verdrängung der Hausmutter, die gleichberechtigt(er) neben ihrem Ehemann die häuslichen und gewerblichen Geschäfte führte, in die Rolle der Hausfrau, die unbeachtet und wenig wertgeschätzt sämtliche Arbeit im Haushalt übernimmt, darstellt. Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Rulffes beleuchtet, sind die politischen Rahmenbedingungen, die zur Entstehung des Idealbildes der Hausfrau beigetragen haben. Sie beschreibt, wie politische Entscheidungen und gesellschaftliche Normen die Rolle der Hausfrau und Mutter geformt haben und wie sich dies bis heute auswirkt. Es wird auf wichtige Gesetzestexte eingegangen und man ist schockiert zu lesen, wie lange es allein in der BRD rechtliche Grundlagen gab, die es einem Ehemann ermöglichten, seine Ehefrau komplett zu entmündigen. Zudem regt das Buch zur kritischen Reflexion der eigenen Einstellungen und gesellschaftlichen Normen an. Die Autorin zeigt auf, wie tief stellenweise die Vorstellungen von Geschlechterrollen in der Gesellschaft verankert sind und wie wir dazu beitragen können, diese Normen zu hinterfragen und zu verändern. Dabei betont sie, dass jeder Einzelne dazu beitragen kann, die Gleichstellung von Frauen und Männern voranzutreiben. Dieses Buch kann geradezu augenöffnend sein. Immer wieder werden Dinge angesprochen, die man so auch bei seinen Großeltern, Eltern oder bei sich selbst bemerkt hat und man endlich erkennt, wie diskriminierend, benachteiligend oder auch einfach unsinnig bestimmte Verhaltensstrukturen und anerzogene Geschlechtsspezifika eigentlich sind. Dieses Buch ist auch ohne Weiteres für Leser ohne fachlichen Hintergrund verständlich. Rulffes schreibt klar und strukturiert und macht die komplexe Thematik für ein breites Publikum zugänglich. Sie verzichtet dabei auf zu wissenschaftliche Ausdrücke und bringt die Inhalte auf eine verständliche Art und Weise pointiert rüber. Ihren Ausführungen und dem logischen Aufbau zu folgen, ist leichtfüßig und macht zudem noch Spaß, da die Erkenntnisse wirklich erhellend sind. Dabei scheinen zwar einige überbordend wirkenden Ausführungen, wie ein ganzes Kapitel über die Zubereitung der Speisen oder das Führen des Personals durch die Hausmutter (in den Zeiten der Spätaufklärung waren der Hausmutter zahlreiche Bedienstete unterstellt, die für verschiedene Aspekte der Wirtschaft zuständig waren und angeleitet werden mußten), als würde die Autorin ihren Fokus verlieren, aber man wird immer wieder zur zentralen Fragestellung zurückgeführt und am Ende sorgen all‘ diese Informationen nur zu einem abgerundeteren Bild. Zusammenfassend bietet das Buch »Die Erfindung der Hausfrau« von Evke Rulffes eine umfassende und fundierte Auseinandersetzung mit einem wichtigen Thema und regt dazu an, die eigenen Vorstellungen und gesellschaftlichen Normen kritisch zu hinterfragen. Es ist eine wichtige Lektüre für alle, die sich für Feminismus und soziale Gerechtigkeit interessieren und für mich ein unfaßbar erhellendes Buch, daß ich nur jedem ans Herz legen will, zu lesen. »Während der Mann den Beruf wechseln kann, ist das Hausfrau- und Muttersein zu ihrer Identität geworden.« (S. 168)
Eine Aneinanderreihung historischer Momente Um es vorweg zu nehmen: Dies ist ein Fachbuch! Hier gibt es unglaublich viele Längen, wenn man sich nicht mit dem Thema richtig auseinandersetzt. Es wird im Großen und Ganzen nur erklärt, wie wir an den Punkt gekommen sind, dass Frauen solch hohen Erwartungen als Mutter und Frau entsprechen müssen, obwohl das mal anders war. Die Entwertung hierbei wurde durch den Mann sugeriert, der uns als Konkurrenz ansah. Dieses Bild hat sich dann irgendwann so gefestigt, dass es heute an Hochverrat grenzt, wenn eine Frau keine Kinder gebährt oder trotz der Mutterschaft arbeiten geht. Andere wissen es immer besser als man selbst. Was aber viele vergessen: Alles fügt sich, wie es sein soll! Die gut gemeinten Ratschläge kann man sich in jeder Hinsicht sparen. Dabei ist es egal, in welchen Bereich des Lebens sich andere einmischen möchten. Das Buch selbst ist eine Abhandlung verschiedener historischer Ereignisse und deren Folgen für die Frauen. Es fängt an bei der Gleichberechtigung und geht über die "Enteignung" bis in den immer noch währenden Kampf um unsere Stellung in der Gesellschaft. Natürlich hätte man das alles unterhaltsamer gestalten können, aber dann wäre es vermutlich nicht so eindrucksvoll oder würde das Thema ins Lächerliche ziehen. Ich für meinen Teil kam aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus und habe immer wieder Parallelen zu unserer Zeit entdeckt. Erschreckend, ernüchternd und tragisch, aber leider immer noch Realität...
Persönlicher Nebenfakt von mir: Ich habe schon des Öfteren in Hausarbeiten über Frauen in der Geschichte geschrieben und konnte demnach nicht widerstehen, als ich „Die Erfindung der Hausfrau“ von Evke Rulffes sah. Für alle, die sich mit den konstruierten Geschlechterrollen und der Verdrängung der Frauen ins Private beschäftigen wollen, lohnt sich das Buch allemal. Evke Rulffes schreibt informativ und gibt Einblicke in die historische Entwicklung der (auch noch heute gegenwärtigen) Rolle der Frau als sogenannte „Hausfrau“. Dabei betrachtet sie vor allem Literatur der Vergangenheit, die dazu diente, die Hausmutter und auch den Hausvater beratend und belehrend zur Seite zu stehen. Sie erforscht, wie sich innerhalb der Auflagen der Werke die Art und Weise der Annäherung an die Konsument*innen verändert. Das hat gesellschaftliche Ursachen als Grund, die sich anhand dieser Bücher veranschaulichen lassen. Darunter fallen die Kriege, die Industrialisierung und die steigende Vermischung der einzelnen Stände in ein stärker anwachsendes Bürgertum. Rulffes betont stets, dass man zwischen adeligen und nicht adeligen Frauen unterscheiden muss, da sie logischerweise unterschiedliche Lebensumstände hatten, die nicht über einen Kamm geschert werden können. Der Schreibstil ist zugänglich und nicht zu kompliziert. Der Inhalt ist schon wissenschaftlich und zeigt den universitären Hintergrund der Autorin. Die Kombination von qualitativer Wissensvermittlung und verständlicher Überbringung ist gelungen, sodass die Lektüre informativ, aber auch unterhaltend ist. Besonders die These, dass die Hausfrau die Diener und Dienerinnen ersetzt, fand ich sehr spannend. Mit dem Aufkommen des Bürgertums nahm die Zahl der Dienerschaft ab und durch die neuen technischen Errungenschaften wurde es „einfacher“, Dinge allein zu erledigen. Wäsche waschen war früher mühselig und bedurfte mehrere Arbeitsschritte? Nun gab es die Waschmaschine. Die unterschiedlichen Aufgaben wurden zunehmend einer einzigen Person übertragen… der Frau.
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Kinder, Küche und Karriere? – Über Arbeitsteilung, Rollenbilder und gekippte Machtverhältnisse
»Das bisschen Haushalt« – diese unsäglich anstrengende, undankbare Aufgabe kostet viele Frauen bis heute den letzten Nerv. Egal, ob sie berufstätig oder »nur« Hausfrau (und Mutter) sind. Doch unter welchen ökonomisch-gesellschaftlichen Verhältnissen konnte sich überhaupt ein solches Rollenmodell etablieren, das Frauen nicht nur in finanzielle Abhängigkeit drängte, sondern enormen psychischen Belastungen aussetzte?
Evke Rulffes erzählt die historische Entwicklung der Hausfrau nach und zeigt, wo sich diese alten Verhältnisse trotz all der politischen Bemühungen um ein gleichberechtigtes Miteinander heute noch wiederfinden, wie sie uns prägen und beeinflussen: Warum haben vor allem Mütter das Gefühl, sie müssen alles alleine schaffen? Warum ist es ihnen unangenehm, sich Hilfe zu organisieren? Und warum bleibt selbst das Organisieren von Hilfe in der Regel bei ihnen hängen?
Pointiert, fundiert und erhellend zeigt uns die Autorin die historischen Gründe für unseren Gender-Gap und was die Erfindung der Hausfrau mit dem schlechten Gewissen der Mutter zu tun hat. Denn »Das bisschen Haushalt« kommt nicht von ungefähr …
Ein Plädoyer für mehr Gerechtigkeit und Wertschätzung von Care- und Hausarbeit
»Evke Rulffes zeigt in ihrem Buch "Die Erfindung der Hausfrau" das fehlende Bewusstsein für eine unverzichtbare Arbeit - und liefert amüsante Einblicke in die Alltagskniffe des 18. Jahrhunderts.« Marlene Knobloch, Süddeutsche Zeitung , 18.10.2021
»Ein sehr spannendes Buch.« Judith Heitkamp, BR2 Kulturwelt , 28.10.2021
»Präzise macht Rulffes deutlich, dass wirkmächtige Rollenbilder sich aus ideologischen Motiven entwickelten, zum Nachteil von Frauen.« Elisa von Hof, Der Spiegel , 30.10.2021
»[Es] lohnt sich das Buch zu lesen – Die Erfindung der Hausfrau – sehr interessant, sehr vielschichtig.« Kristin Hunfeld, Bremen Zwei , 31.20.2021
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EVKE RULFFES ist Kulturwissenschaftlerin. 2018 promovierte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Arbeit »Die angewiesene Frau. Christian Friedrich Germershausens ›Hausmutter‹«, aus der ihr Bestseller »Die Erfindung der Hausfrau« entstand. 2023 kuratierte sie gemeinsam mit Jasmin Mersmann die Ausstellung »unBinding Bodies. Lotosschuhe und Korsett‹«, die in Berlin und Hamburg zu sehen war und große Resonanz erfuhr. Evke Rulffes lebt und schreibt in Berlin.
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"Die Unsichtbarkeit der Arbeit trägt in der Folge zu ihrer Entwertung bei: Hausarbeit wird nicht mehr als echte Arbeit angesehen, da sie nicht mehr bezahlt wird, sodass die drei K von "Kuhstall, Küche, Keller" im 18. Jahrhundert über "Kinder, Küche, Kirche" im 19. Jahrhundert schließlich zu "Kinder, Küche, Konsum" im 20. Jahrhundert werden." - Evke Rulffes, "Die Erfindung der Hausfrau - Geschichte einer Entwertung" Die Kulturwissenschaftlerin Evke Rulffes betrachtet in ihrem Sachbuch "Die Erfindung der Hausfrau - Geschichte einer Entwertung" die historischen Hintergründe von Haus- und Care-Arbeit und zeichnet so Schritt für Schritt nach, wie die Wertschätzung für die Hausfrau über die Jahrhunderte immer weiter abnahm und sich der Spruch "Das bisschen Haushalt macht sich von allein" in unseren Köpfen immer mehr durchsetzen konnte. Besonderen Fokus legt sie dabei auf alte Haushaltsratgeber der Spätaufklärung und hier vor allem auf Christian Friedrich Germershausens "Hausmutter", was wohl auch daran liegt, dass sie 2018 an der Humboldt-Universität Berlin mit einer Arbeit zu ebendiesem Thema promovierte. Obwohl man dem Buch den wissenschaftlichen Charakter anmerkt, ist es zugänglich geschrieben und durchaus spannend. Ich habe mich manchmal beim Lesen gefragt, ob die so detaillierte Nacherzählung der "Hausmutter" von Germershausen zum Verständnis der Geschichte der Hausfrau wirklich notwendig ist, hier hat mir häufig eine Verknüpfung zur Gegenwart gefehlt. Auch erschien mir die Struktur des Buchs an vielen Stellen nicht wirklich logisch. Trotzdem hat es sich für mich gelohnt, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, um zu verstehen, wie heutige Rollenmodelle und Abhängigkeiten entstehen konnten. Interessant fand ich insbesondere den Gedanken, dass die Hausfrau im 20. Jahrhundert nach und nach die Dienerschaft ersetzte und was zuvor an Arbeit auf vielen Schultern verteilt wurde, plötzlich nur noch auf einer Person lastete, nämlich der Frau. Wer einen Ausflug in die Vergangenheit wagen und tief in die Geschichte der Hausfrau eintauchen möchte, sollte dieses Sachbuch lesen!

Ein interessantes und wichtiges Buch, das zeigt, wie das Ideal der Hausfrau konstruiert wurde.
Dass das Hausfrauen Dasein Frauen nicht in die Wiege gelegt und von Naturaus halt so ist, sollte eigentlich relativ klar sein. Dennoch war es spannend zu lesen, wie dieses Ideal eigentlich entstanden ist und wie das Leben zuvor ausgesehen hat, welche Aufgaben Frauen wahrgenommen haben und wie es im Bürgertum zu dem Rückzug ins häusliche kam. Thematisch fand ich das Buch wirklich sehr spannend. Die Autorin hält sich viel an Quellen der sogenannten Hausmutterliteratur und versucht den Weg seit dem späten Mittelalter bis zur moderne nachzuzeichnen. Teilweise hat sich die Autorin jedoch zu Details und Ausführungen hinreißen lassen, die weg von dem eigentlichen Thema geführt und alles unglaublich in die Länge gezogen haben. Dadurch wurde wurde die Lektüre an einigen Stellen langatmig und konnte mich nicht vollständig mitnehmen. Dennoch ein interessantes und wichtiges Buch, das zeigt, wie das Ideal der Hausfrau konstruiert wurde.

Wertvolle Lektüre mit Schwächen
Eva Rulffes geht in ihrem Buch ‘Die Erfindung der Hausfrau. Geschichte einer Entwertung’ der Frage nach, wie das bis heute verbreitete Rollenmodell der Hausfrau entstanden ist. Sie beleuchtet die historischen Entwicklungen und Einflüsse, die zur Entstehung dieses Bildes führten, und zeigt auf, wie tief diese Vorstellungen noch immer in unserer Gesellschaft verankert sind. Das Buch ist interessant und aufschlussreich. Man muss jedoch vorher wissen, worauf man sich einlässt: Es handelt sich um ein Fachbuch, dessen Inhalt leider nicht ganz hält, was der Deckel verspricht. Es ist nicht „pointiert”. Die Autorin verliert sich im Klein-Klein, beißt sich an einer Quelle fest (Christian Friedrich Germershausens ‘Die Hausmutter in allen ihren Geschäfften’), erzählt diese fast schon nach, streckt Details in eine unnötige Länge und vergisst zuweilen, die eigentliche „Geschichte einer Entwertung” - also die Entwicklung - darzustellen. Das ist schade, denn ihr Schreibstil ist zugänglich und phasenweise echt unterhaltsam. Fundiert und erhellend - wie es im Klappentext heißt - ist das Buch dennoch. Die Verbindungspunkte zu aktuellen Rollenbildern werden sehr gezielt und fast schon sparsam über das gesamte Buch hinweg eingestreut. Da wurde es für mich besonders spannend. Gegen Ende schlägt die Autorin eine Brücke zur Gegenwart und appelliert für mehr „Anerkennung, Geld und Solidarität”. Vergleiche ich nun meine Erwartungen an das Buch mit der tatsächlichen Lektüre, wirken die ersten knapp 200 Seiten wie eine Hinführung zu einem viel zu kurzen Hauptteil (bei insgesamt 288 Seiten). Da ich jedoch Bücher ungern nur auf Basis meiner Erwartungen bewerte, spreche ich eine bedingte Empfehlung für alle aus, die sich fundiert mit den ökonomisch-gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen des Rollenmodells der Hausfrau beschäftigen möchten.

Vor einigen Jahren, in meinem Studium, mußte ich eine Hausarbeit über das sogenannte sprachliche Phänomen der Pejorisierung schreiben, das unter anderem dafür sorgte, das beispielsweise aus dem wertfreien Begriff des mittelhochdeutschen wîb (das Weib, die Frau) ein mittlerweile abwertender, beleidigender Begriff für eine Frau entstand. Diese Erkenntnis war für mich einschneidend und so deutlich, daß ich mich fragte, wieso mir das nicht schon eher auffiel. Und begann ich mich für eben solche Themen zu interessieren und war begeistert, als ich von Evke Rulffes Buch »Die Erfindung der Hausfrau. Die Geschichte einer Entwertung«, erschienen 2021 bei HarperCollins, erfuhr. Das Buch von Rulffes bietet eine fundierte und gut recherchierte Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Konstruktion der Rolle der Hausfrau und Mutter. Dabei zeigt sie auf, wie dieses Idealbild von Frauen in der Geschichte entstanden ist und wie es bis heute präsent ist. Ein zentrales Thema ist die Bedeutung von Werbung und Medien für die Konstruktion von Geschlechterrollen. Rulffes untersucht in ihrem Buch, wie diese Bereiche das Idealbild der Hausfrau und Mutter geprägt haben und wie es bis heute in der Werbung und den Medien präsent ist. Sie zeigt auf, wie die stereotypen Darstellungen von Frauen in der Werbung und den Medien dazu beitragen, bestimmte Rollenbilder in der Gesellschaft zu festigen. Ausgehend von der Ratgeberliteratur der Spätaufklärung – namentlich der »Hausmutter in allen ihren Geschäfften« von Christian Friedrich Germershausen – legt sie die Gedankenstrukturen offen, die das gedankliche Grundgerüst für die Rechtfertigungen der Verdrängung der Hausmutter, die gleichberechtigt(er) neben ihrem Ehemann die häuslichen und gewerblichen Geschäfte führte, in die Rolle der Hausfrau, die unbeachtet und wenig wertgeschätzt sämtliche Arbeit im Haushalt übernimmt, darstellt. Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Rulffes beleuchtet, sind die politischen Rahmenbedingungen, die zur Entstehung des Idealbildes der Hausfrau beigetragen haben. Sie beschreibt, wie politische Entscheidungen und gesellschaftliche Normen die Rolle der Hausfrau und Mutter geformt haben und wie sich dies bis heute auswirkt. Es wird auf wichtige Gesetzestexte eingegangen und man ist schockiert zu lesen, wie lange es allein in der BRD rechtliche Grundlagen gab, die es einem Ehemann ermöglichten, seine Ehefrau komplett zu entmündigen. Zudem regt das Buch zur kritischen Reflexion der eigenen Einstellungen und gesellschaftlichen Normen an. Die Autorin zeigt auf, wie tief stellenweise die Vorstellungen von Geschlechterrollen in der Gesellschaft verankert sind und wie wir dazu beitragen können, diese Normen zu hinterfragen und zu verändern. Dabei betont sie, dass jeder Einzelne dazu beitragen kann, die Gleichstellung von Frauen und Männern voranzutreiben. Dieses Buch kann geradezu augenöffnend sein. Immer wieder werden Dinge angesprochen, die man so auch bei seinen Großeltern, Eltern oder bei sich selbst bemerkt hat und man endlich erkennt, wie diskriminierend, benachteiligend oder auch einfach unsinnig bestimmte Verhaltensstrukturen und anerzogene Geschlechtsspezifika eigentlich sind. Dieses Buch ist auch ohne Weiteres für Leser ohne fachlichen Hintergrund verständlich. Rulffes schreibt klar und strukturiert und macht die komplexe Thematik für ein breites Publikum zugänglich. Sie verzichtet dabei auf zu wissenschaftliche Ausdrücke und bringt die Inhalte auf eine verständliche Art und Weise pointiert rüber. Ihren Ausführungen und dem logischen Aufbau zu folgen, ist leichtfüßig und macht zudem noch Spaß, da die Erkenntnisse wirklich erhellend sind. Dabei scheinen zwar einige überbordend wirkenden Ausführungen, wie ein ganzes Kapitel über die Zubereitung der Speisen oder das Führen des Personals durch die Hausmutter (in den Zeiten der Spätaufklärung waren der Hausmutter zahlreiche Bedienstete unterstellt, die für verschiedene Aspekte der Wirtschaft zuständig waren und angeleitet werden mußten), als würde die Autorin ihren Fokus verlieren, aber man wird immer wieder zur zentralen Fragestellung zurückgeführt und am Ende sorgen all‘ diese Informationen nur zu einem abgerundeteren Bild. Zusammenfassend bietet das Buch »Die Erfindung der Hausfrau« von Evke Rulffes eine umfassende und fundierte Auseinandersetzung mit einem wichtigen Thema und regt dazu an, die eigenen Vorstellungen und gesellschaftlichen Normen kritisch zu hinterfragen. Es ist eine wichtige Lektüre für alle, die sich für Feminismus und soziale Gerechtigkeit interessieren und für mich ein unfaßbar erhellendes Buch, daß ich nur jedem ans Herz legen will, zu lesen. »Während der Mann den Beruf wechseln kann, ist das Hausfrau- und Muttersein zu ihrer Identität geworden.« (S. 168)
Eine Aneinanderreihung historischer Momente Um es vorweg zu nehmen: Dies ist ein Fachbuch! Hier gibt es unglaublich viele Längen, wenn man sich nicht mit dem Thema richtig auseinandersetzt. Es wird im Großen und Ganzen nur erklärt, wie wir an den Punkt gekommen sind, dass Frauen solch hohen Erwartungen als Mutter und Frau entsprechen müssen, obwohl das mal anders war. Die Entwertung hierbei wurde durch den Mann sugeriert, der uns als Konkurrenz ansah. Dieses Bild hat sich dann irgendwann so gefestigt, dass es heute an Hochverrat grenzt, wenn eine Frau keine Kinder gebährt oder trotz der Mutterschaft arbeiten geht. Andere wissen es immer besser als man selbst. Was aber viele vergessen: Alles fügt sich, wie es sein soll! Die gut gemeinten Ratschläge kann man sich in jeder Hinsicht sparen. Dabei ist es egal, in welchen Bereich des Lebens sich andere einmischen möchten. Das Buch selbst ist eine Abhandlung verschiedener historischer Ereignisse und deren Folgen für die Frauen. Es fängt an bei der Gleichberechtigung und geht über die "Enteignung" bis in den immer noch währenden Kampf um unsere Stellung in der Gesellschaft. Natürlich hätte man das alles unterhaltsamer gestalten können, aber dann wäre es vermutlich nicht so eindrucksvoll oder würde das Thema ins Lächerliche ziehen. Ich für meinen Teil kam aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus und habe immer wieder Parallelen zu unserer Zeit entdeckt. Erschreckend, ernüchternd und tragisch, aber leider immer noch Realität...
Persönlicher Nebenfakt von mir: Ich habe schon des Öfteren in Hausarbeiten über Frauen in der Geschichte geschrieben und konnte demnach nicht widerstehen, als ich „Die Erfindung der Hausfrau“ von Evke Rulffes sah. Für alle, die sich mit den konstruierten Geschlechterrollen und der Verdrängung der Frauen ins Private beschäftigen wollen, lohnt sich das Buch allemal. Evke Rulffes schreibt informativ und gibt Einblicke in die historische Entwicklung der (auch noch heute gegenwärtigen) Rolle der Frau als sogenannte „Hausfrau“. Dabei betrachtet sie vor allem Literatur der Vergangenheit, die dazu diente, die Hausmutter und auch den Hausvater beratend und belehrend zur Seite zu stehen. Sie erforscht, wie sich innerhalb der Auflagen der Werke die Art und Weise der Annäherung an die Konsument*innen verändert. Das hat gesellschaftliche Ursachen als Grund, die sich anhand dieser Bücher veranschaulichen lassen. Darunter fallen die Kriege, die Industrialisierung und die steigende Vermischung der einzelnen Stände in ein stärker anwachsendes Bürgertum. Rulffes betont stets, dass man zwischen adeligen und nicht adeligen Frauen unterscheiden muss, da sie logischerweise unterschiedliche Lebensumstände hatten, die nicht über einen Kamm geschert werden können. Der Schreibstil ist zugänglich und nicht zu kompliziert. Der Inhalt ist schon wissenschaftlich und zeigt den universitären Hintergrund der Autorin. Die Kombination von qualitativer Wissensvermittlung und verständlicher Überbringung ist gelungen, sodass die Lektüre informativ, aber auch unterhaltend ist. Besonders die These, dass die Hausfrau die Diener und Dienerinnen ersetzt, fand ich sehr spannend. Mit dem Aufkommen des Bürgertums nahm die Zahl der Dienerschaft ab und durch die neuen technischen Errungenschaften wurde es „einfacher“, Dinge allein zu erledigen. Wäsche waschen war früher mühselig und bedurfte mehrere Arbeitsschritte? Nun gab es die Waschmaschine. Die unterschiedlichen Aufgaben wurden zunehmend einer einzigen Person übertragen… der Frau.










