Die Buchhandlung der Exilanten
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Description
Sie sind literarische Legenden. Adrienne Monnier und Sylvia Beach haben mit ihren benachbarten Buchhandlungen über Jahrzehnte das literarische Paris geprägt. Doch 1940, mit der deutschen Besatzung, ändert sich auch für sie alles. Aus der literarischen Oase im Herzen der Stadt wird ein Zufluchtsort für deutsch-jüdische Exilanten und ein Ort des Widerstands. Uwe Neumahr erzählt in seinem bewegenden Buch die Geschichte dieses großen Paares und ihrer Freunde.
In den wilden Zwanzigerjahren sind "Shakespeare and Company" und "Das Haus der Bücherfreunde", die Buchhandlungen von Sylvia Beach und Adrienne Monnier, Anlaufstellen für Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler. Hier trifft sich die Avantgarde, von James Joyce und Ernest Hemingway über Pablo Picasso bis zu Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Mit dem Einfall der Deutschen in Frankreich im Mai 1940 aber gerät auch die Literatur in Gefahr. Zu den Besatzern gehört Ernst Jünger, während die amerikanisch-jüdische Schriftstellerin Gertrude Stein sich dem neuen Regime in Vichy anschmiegt. Adrienne Monnier und Sylvia Beach setzen alles daran, ihre Freunde Walter Benjamin, Gisèle Freund, Siegfried Kracauer und manche andere zu retten. Bis Sylvia Beach selbst von der Gestapo abgeholt und in ein Internierungslager gebracht wird. Auf der Grundlage von Archivstudien schildert Uwe Neumahr erstmals dieses dramatische Kapitel aus dem besetzten Paris.
Es ist eine Geschichte von großer Literatur und ihrer Entstehung, von Verfolgung, Gewalt und Menschlichkeit und von der Liebe zweier ganz und gar ungewöhnlicher Frauen.
Book Information
Author Description
Uwe Neumahr ist promovierter Romanist und Germanist. Er arbeitet als Literaturagent und freier Autor.
Posts
Heldentaten sichtbar gemacht. 1a recherchiert.
Es ist immer wieder von neuem auf beklemmende Art und Weise spannend und bewegend aus der Literaturwelt heraus die tragischen Jahre und Schicksale durch die NS-Verbrechen beleuchtet zu bekommen. Das Buch reiht sich ein in die Schilderungen von Uwe Wittstocks Februar 33 und Marseille 1940 oder auch Balkan-Odyssee von Marie-Janine Calic. Verfolgung und Flucht auf der einen Seite, Mut zum Widerstand und Menschlichkeit auf der anderen Seite. Letzteres gab es vor allem bei Adrienne Monnier und Sylvia Beach. Zwei die mit ihren beiden gegenüberliegenden Buchhandlungen in Paris vor und während der Besatzungszeit Zufluchtorte geschaffen haben um nicht nur verfolgten Literaten Hilfe und Hoffnung zu geben. Gut, dass ihre Taten nun gewürdigt werden.
Leider zu verschachtelt geschrieben.
Zu allererst: Adrienne Monnier war eine beeindruckende Frau, genauso wie Sylvia Beach. Leider ist dieses Buch nicht leicht zu lesen. Es ist wohl eher etwas für Leser und Leserinnen, die sich schon vorher mit Frankreich in den 1930er-1940ern beschäftigt haben. Es fallen natürlich sehr viele französische Begriffe und Namen, da habe ich mir echt schwer getan. Zudem kommen sehr viele andere Persönlichkeiten und deren Geschichten vor, was das Leseereignis für jemanden, wo sich nicht so gut auskennt erschweren kann. Der verschachtelte Schreibstil und die permanenten Zeitsprünge taten auch nicht gerade helfen. Es sind halt doch sehr viele Informationen und Namen innerhalb eines Absatzes. Alles in allem kann ich sagen, daß dieses Buch sivherlich Leuten Spaß macht, die schon ein gewisses Grundwissen in dem Bereich haben.

Detailreicher Einblick in das Paris der 1920er bis 1940er Jahre rund um die Buchläden La Maison des Amis des Livres und Shakespeare & Company
Im Fokus des informativen Sachbuches von Uwe Neumahr stehen die Buchhändlerinnen Adrienne Monnier und Sylvia Beach, die in den 1920er bis 1940er Jahren in der Rue de l'Odéon auf gegenüberliegenden Straßenseiten Buchhandlungen betreiben. Die Frauen verbindet eine sehr enge und von Achtung geprägte Beziehung, die wahrscheinlich auch eine Liebesbeziehung war, was aber keine von beiden je bestätigt hat. Ihre Läden waren insbesondere in den 1920er Jahren Anlaufpunkt für Literaturschaffende und Kreative wie Ernest Hemingway. Vor allem die Amerikanerin Sylvia Beach hat es sich zum Ziel gemacht, Künstler*innen zu unterstützen und zu fördern. So war sie diejenige, die Ulysses von James Joyce verlegt hatte, als niemand gewagt hat, sich diesem Buch anzunehmen. In den 1930er Jahren zogen immer mehr Verfolgte aus Deutschland nach Paris, Jüd*innen und politische Gegner*innen des Naziregimes. Auch sie fanden bei Sylvia und Adrienne Zuflucht und Unterstützung. Über ihre Menschlichkeit und Mut, den sie dabei aufbrachten wird in anderen Büchern kaum berichtet. Namenhafte Personen waren Walter Benjamin oder die Fotografin und Sozialwissenschaflerin Giséle Freund. Mit dem Eintritt Amerikas in die kriegerischen Auseinandersetzungen war auch Sylvia Beach gefährdet und musste letztlich ihre Buchhandlung Shakespeare & Company schließen. Kurze Zeit später wurde sie auch in ein Lager nach Vittel gebracht, aus dem sie mit Hilfe einflussreicher Personen entlassen wurde. Uwe Neumahr beschreibt die Geschehnisse so, als wäre man mitten im Geschehen. Die Verhaftung der Deutschen in Frankreich zu Beginn des Krieges. Die Besatzung der Stadt durch die Nazis und die Verfolgung der Jüd*innen, alles wird je nach Quellenverfügbarkeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Ich empfehle dieses Buch allen, die an der Geschichte Paris Interesse haben und der Magie und Anziehungskraft der Stadt nachspüren wollen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts Kulturschaffende aus der ganzen Welt angezogen hat. Ich habe es sehr, sehr gerne gelesen, auch wenn es aufgrund der Ereignisse natürlich auch sehr erschüttert. WIEDER viel gelernt!

Meinung: Sachbücher oder Bücher in diese Richtung lese ich immer mal wieder gern doch nur selten erwischt mich eines so sehr wie dieses. Sylvia Beach und Adrienne Monnier sind zwei Frauen, die mir beim Lesen unglaublich nahegekommen sind. Ihre Buchhandlungen waren in den 1920er-Jahren lebendige Treffpunkte der literarischen Welt. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, selbst durch diese Räume zu gehen umgeben von Namen wie Hemingway, Joyce oder Simone de Beauvoir, die hier plötzlich greifbar und lebendig wirken. Gerade diese anfängliche Leichtigkeit macht den späteren Bruch umso intensiver. Mit der Besetzung Frankreichs verändert sich alles. Die Atmosphäre wird spürbar düsterer, Angst und Unsicherheit schleichen sich zwischen die Seiten. Besonders bewegt hat mich, mit welcher Entschlossenheit und Selbstverständlichkeit die beiden Frauen handeln: Sie helfen Verfolgten, organisieren Unterstützung, bieten Schutz und setzen dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel. Ihre Buchhandlungen werden zu Orten des Widerstands, getragen von Mut und Menschlichkeit. Der Schreibstil ist feinfühlig, leicht und sehr flüssig. Die wechselnden Zeitebenen erzeugen Spannung, auch wenn die Vielzahl an Namen und Details eine gewisse Konzentration verlangt. Doch genau diese Fülle macht das Buch so eindrucksvoll und authentisch, man spürt auf jeder Seite, wie intensiv hier recherchiert wurde. Diese Geschichte ist eine bewegende Erinnerung daran, wie kraftvoll Literatur sein kann und wie wichtig Menschen sind, die für sie und füreinander einstehen. Absolute Leseempfehlung

Wenn Bücher stärker sind als Besatzung
Zwischen Papiergeruch, Angst und leisen Heldentaten entsteht hier ein Buch, das sich anfühlt wie ein Gespräch im Hinterzimmer einer alten Pariser Buchhandlung. Draußen marschieren Soldaten, drinnen wird Literatur zur Rettungsleine. Genau diese Spannung zieht sofort rein. Besonders hängen geblieben ist dieses Gefühl, dass Bücher plötzlich mehr sind als Geschichten. Sie werden Schutzraum, Treffpunkt, Fluchtplan und manchmal auch letzter Mut. Adrienne Monnier und Sylvia Beach wirken dabei nicht wie Denkmäler, sondern wie zwei Menschen, die einfach weitermachen, obwohl die Welt um sie herum bröckelt. Das macht die Geschichte greifbar und ziemlich bewegend. Manchmal stapeln sich allerdings viele Namen, Ereignisse und historische Details. Der Kopf sortiert noch, während die Handlung schon weiterläuft. Da musste ich öfter kurz innehalten, Kaffee nachgießen und innerlich sagen: Moment, wer war jetzt nochmal wer. Trotzdem funktioniert das Ganze erstaunlich gut, weil die Atmosphäre alles zusammenhält. Unterm Strich bleibt ein ruhiges, intensives Sachbuch mit Herz. Kein Actionfeuerwerk, sondern leiser Widerstand zwischen Bücherregalen. Genau diese stille Wucht macht das Buch besonders. Und ja, nach der letzten Seite hatte ich plötzlich Lust, in eine kleine Buchhandlung zu gehen und einfach ein bisschen länger zu bleiben.

Akribisch recherchiert, interessant aufbereitet und bewegend im Inhalt
Nachdem ich das letzte Buch von Uwe Neumahr schon klasse fand, habe ich mich sehr auf sein Neues gefreut und wurde auch nicht enttäuscht. Wie auch schon beim letzten Buch bilden Orte - in diesem Fall zwei Buchhandlungen - das Zentrum des Geschehens. Allerdings standen hinter diesen Buchhandlungen auch bemerkenswerte Menschen und es sind diese Menschen und ihre Geschichten, die auf zutiefst interessante und bewegende Art und Weise vorgestellt werden. Dazu kommt noch ein Who-is-Who der literarischen und kulturellen Elite der 20er- und 30er-Jahre mehrerer Länder und die wahrscheinlich größte Tragödie der Menschheitsgeschichte und das Ergebnis ist ein extrem lesenswertes Buch.
Puh, das war anstrengend! Ich hatte mich auf eine interessante Lektüre über zwei bemerkenswerte Frauen gefreut, die sich nicht nur in einer Männerwelt behauptet und beide eine Buchhandlung betrieben haben, sondern durch ihre Liebe zur Literatur auch viele Autoren kennengelernt und ein außergewöhnliches und aufregendes Leben geführt haben. Bis Paris auch den 2. WK zu spüren bekam. Unter Sylvia Beachs und Adrienne Monniers Bekannten waren auch Juden. Während die eine aktiv Hilfe leistete, bekam die andere die Folgen des Nationalsozialismus am eigenen Leib zu spüren. Ungefähr so viel wusste ich bereits durch den Klappentext und den Newsletter des Verlages. Solche Lebensgeschichten finde ich furchtbar interessant. Vor allem die von Menschen, die in den Geschichtsbüchern noch nicht so ausführlich vorkommen. Entsprechend euphorisch stürzte ich mich auf die Lektüre - und wurde ziemlich schnell desillusioniert. Auch wenn ich wusste, dass es kein Roman, sondern eben mehr ein Sachbuch ist, hatte ich nicht mit einer so trockenen Lektüre gerechnet. Sie ist vollgestopft mit Fakten und geschichtlichen Ereignissen, dass kein Lesefluss entsteht und die Geschichte der beiden Frauen schnell in den Hintergrund rückt. Außerdem ist es nicht chronologisch aufgebaut, sondern man springt in sehr kurzen Abschnitten immer hin und her. Ohne erkennbares Muster. Das machte es mir irgendwann, obwohl ich es wirklich versucht habe, unmöglich, am Ball zu bleiben. Dieses Buch ist definitiv nicht zur Unterhaltung gedacht, sondern eher für Geschichtsfans, die mehr auf Fakten, Geschehnisse und Zahlen stehen, als auf Handlung.
Eine eindringliche, bereichernde Lektüre und eine ausdrückliche Empfehlung für alle, die Literatur nicht nur lesen, sondern erleben möchten.
In den wilden Zwanzigerjahren leuchten zwei Buchhandlungen in Paris wie Zwillingssterne: „Shakespeare and Company“ und „Das Haus der Bücherfreunde“. Geführt von Sylvia Beach und Adrienne Monnier, sind sie mehr als Läden, sie sind Bühnen der Moderne, Resonanzräume einer neuen Zeit. Hier begegnen sich Dichter und Denker, hier werden Manuskripte zu Mythen und Gespräche zu Geschichten. Zwischen schmalen Regalen und hohen Fensterfronten versammelt sich die Avantgarde: James Joyce ringt mit seinen Sätzen, Ernest Hemingway mit der Welt; Picasso skizziert, Sartre und Simone de Beauvoir diskutieren. Hier wird Literatur nicht nur verkauft, sondern geboren. „Erschöpft und deprimiert ging Joyce im April 1921 zu Sylvia, um von den jüngsten Misserfolgen zu bereichten. Sylvia eilte unverzüglich zu Hilfe. Sie fragte den entmutigten Schriftsteller, der schwer seufzend in ihrem Laden saß: „Würden Sie Shakespeare and Company die Ehre erweisen, Ihren Ulysses herauszubringen?” Joyce sagte freudig zu.” Dann aber, im Mai 1940, zerreißt der Einmarsch der Deutschen den Pulsschlag der Stadt. Mit den Stiefeln der Besatzer dringt auch die Bedrohung in die Welt der Bücher. Unter ihnen Ernst Jünger, Chronist und Offizier zugleich; während anderswo Gertrude Stein, einst Ikone der künstlerischen Bohème, sich dem Vichy-Regime annähert. Die Pariser Salons verstummen, Gespräche werden zu Flüstern, Namen zu Gefahren. Und doch: Wo Diktatur herrscht, regt sich Widerstand. Die Buchhandlungen werden zu stillen Bastionen der Menschlichkeit. Sie bieten deutsch-jüdischen Exilierten Unterschlupf, bewahren verbotene Stimmen, hüten Gedanken, die nicht verstummen wollen. Zwischen Papierstapeln und Druckerschwärze lebt der Glaube an Freiheit fort. So verwandelt sich die literarische Oase im Herzen von Paris in einen Ort des Mutes. Getragen von zwei Frauen, die wussten, dass Bücher mehr sein können als Worte: nämlich Hoffnung. Adrienne Monnier und Sylvia Beach verweigern sich der Angst. Mit Entschlossenheit und List versuchen sie, Freunde und Weggefährten zu schützen: Walter Benjamin auf der Flucht vor der Geschichte, Gisèle Freund mit ihrer Kamera, Siegfried Kracauer und viele andere, deren bloße Existenz nun bedroht ist. Ihre Buchhandlungen werden zu Verstecken, zu Knotenpunkten geheimer Hilfe, zu Inseln der Menschlichkeit in einem Meer aus Gewalt. Bis die Repression auch sie erreicht: Sylvia Beach wird von der Gestapo verhaftet und in ein Internierungslager gebracht. Auf der Grundlage sorgfältiger Archivstudien erzählt Uwe Neumahr erstmals dieses dramatische Kapitel des besetzten Paris. Eine Geschichte von der Entstehung großer Literatur und ihrer Gefährdung, von Verfolgung und Mut, von Verrat und Anstand. Und nicht zuletzt: von der tiefen, unbeirrbaren Liebe zweier außergewöhnlicher Frauen, die an die Macht der Worte glaubten, selbst als die Welt um sie herum zu zerbrechen drohte. Die Buchhandlung der Exilanten ist weit mehr als eine historische Darstellung. Das Buch entfaltet ein vielstimmiges Panorama großer Literatur und ihrer Entstehungsbedingungen, durchzogen von klugen Beobachtungen und überraschenden Details. Es ist ein lebendiges Zeitzeugnis, das die geistige Atmosphäre einer Epoche einfängt, in der Worte Schutz boten und Bücher zu Bollwerken der Freiheit wurden. Vor allem aber ist es eine Hommage an zwei leidenschaftliche Frauen der Literaturgeschichte: Adrienne Monnier und Sylvia Beach. Mit Mut, Hingabe und unbeirrbarem Glauben an die Kraft der Literatur schufen sie Räume, in denen Gedanken wachsen und Menschen Zuflucht finden konnten. Eine eindringliche, bereichernde Lektüre und eine ausdrückliche Empfehlung für alle, die Literatur nicht nur lesen, sondern erleben möchten. Eine eindringliche, bereichernde Lektüre und eine ausdrückliche Empfehlung für alle, die Literatur nicht nur lesen, sondern erleben möchten.
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Sie sind literarische Legenden. Adrienne Monnier und Sylvia Beach haben mit ihren benachbarten Buchhandlungen über Jahrzehnte das literarische Paris geprägt. Doch 1940, mit der deutschen Besatzung, ändert sich auch für sie alles. Aus der literarischen Oase im Herzen der Stadt wird ein Zufluchtsort für deutsch-jüdische Exilanten und ein Ort des Widerstands. Uwe Neumahr erzählt in seinem bewegenden Buch die Geschichte dieses großen Paares und ihrer Freunde.
In den wilden Zwanzigerjahren sind "Shakespeare and Company" und "Das Haus der Bücherfreunde", die Buchhandlungen von Sylvia Beach und Adrienne Monnier, Anlaufstellen für Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler. Hier trifft sich die Avantgarde, von James Joyce und Ernest Hemingway über Pablo Picasso bis zu Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Mit dem Einfall der Deutschen in Frankreich im Mai 1940 aber gerät auch die Literatur in Gefahr. Zu den Besatzern gehört Ernst Jünger, während die amerikanisch-jüdische Schriftstellerin Gertrude Stein sich dem neuen Regime in Vichy anschmiegt. Adrienne Monnier und Sylvia Beach setzen alles daran, ihre Freunde Walter Benjamin, Gisèle Freund, Siegfried Kracauer und manche andere zu retten. Bis Sylvia Beach selbst von der Gestapo abgeholt und in ein Internierungslager gebracht wird. Auf der Grundlage von Archivstudien schildert Uwe Neumahr erstmals dieses dramatische Kapitel aus dem besetzten Paris.
Es ist eine Geschichte von großer Literatur und ihrer Entstehung, von Verfolgung, Gewalt und Menschlichkeit und von der Liebe zweier ganz und gar ungewöhnlicher Frauen.
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Author Description
Uwe Neumahr ist promovierter Romanist und Germanist. Er arbeitet als Literaturagent und freier Autor.
Posts
Heldentaten sichtbar gemacht. 1a recherchiert.
Es ist immer wieder von neuem auf beklemmende Art und Weise spannend und bewegend aus der Literaturwelt heraus die tragischen Jahre und Schicksale durch die NS-Verbrechen beleuchtet zu bekommen. Das Buch reiht sich ein in die Schilderungen von Uwe Wittstocks Februar 33 und Marseille 1940 oder auch Balkan-Odyssee von Marie-Janine Calic. Verfolgung und Flucht auf der einen Seite, Mut zum Widerstand und Menschlichkeit auf der anderen Seite. Letzteres gab es vor allem bei Adrienne Monnier und Sylvia Beach. Zwei die mit ihren beiden gegenüberliegenden Buchhandlungen in Paris vor und während der Besatzungszeit Zufluchtorte geschaffen haben um nicht nur verfolgten Literaten Hilfe und Hoffnung zu geben. Gut, dass ihre Taten nun gewürdigt werden.
Leider zu verschachtelt geschrieben.
Zu allererst: Adrienne Monnier war eine beeindruckende Frau, genauso wie Sylvia Beach. Leider ist dieses Buch nicht leicht zu lesen. Es ist wohl eher etwas für Leser und Leserinnen, die sich schon vorher mit Frankreich in den 1930er-1940ern beschäftigt haben. Es fallen natürlich sehr viele französische Begriffe und Namen, da habe ich mir echt schwer getan. Zudem kommen sehr viele andere Persönlichkeiten und deren Geschichten vor, was das Leseereignis für jemanden, wo sich nicht so gut auskennt erschweren kann. Der verschachtelte Schreibstil und die permanenten Zeitsprünge taten auch nicht gerade helfen. Es sind halt doch sehr viele Informationen und Namen innerhalb eines Absatzes. Alles in allem kann ich sagen, daß dieses Buch sivherlich Leuten Spaß macht, die schon ein gewisses Grundwissen in dem Bereich haben.

Detailreicher Einblick in das Paris der 1920er bis 1940er Jahre rund um die Buchläden La Maison des Amis des Livres und Shakespeare & Company
Im Fokus des informativen Sachbuches von Uwe Neumahr stehen die Buchhändlerinnen Adrienne Monnier und Sylvia Beach, die in den 1920er bis 1940er Jahren in der Rue de l'Odéon auf gegenüberliegenden Straßenseiten Buchhandlungen betreiben. Die Frauen verbindet eine sehr enge und von Achtung geprägte Beziehung, die wahrscheinlich auch eine Liebesbeziehung war, was aber keine von beiden je bestätigt hat. Ihre Läden waren insbesondere in den 1920er Jahren Anlaufpunkt für Literaturschaffende und Kreative wie Ernest Hemingway. Vor allem die Amerikanerin Sylvia Beach hat es sich zum Ziel gemacht, Künstler*innen zu unterstützen und zu fördern. So war sie diejenige, die Ulysses von James Joyce verlegt hatte, als niemand gewagt hat, sich diesem Buch anzunehmen. In den 1930er Jahren zogen immer mehr Verfolgte aus Deutschland nach Paris, Jüd*innen und politische Gegner*innen des Naziregimes. Auch sie fanden bei Sylvia und Adrienne Zuflucht und Unterstützung. Über ihre Menschlichkeit und Mut, den sie dabei aufbrachten wird in anderen Büchern kaum berichtet. Namenhafte Personen waren Walter Benjamin oder die Fotografin und Sozialwissenschaflerin Giséle Freund. Mit dem Eintritt Amerikas in die kriegerischen Auseinandersetzungen war auch Sylvia Beach gefährdet und musste letztlich ihre Buchhandlung Shakespeare & Company schließen. Kurze Zeit später wurde sie auch in ein Lager nach Vittel gebracht, aus dem sie mit Hilfe einflussreicher Personen entlassen wurde. Uwe Neumahr beschreibt die Geschehnisse so, als wäre man mitten im Geschehen. Die Verhaftung der Deutschen in Frankreich zu Beginn des Krieges. Die Besatzung der Stadt durch die Nazis und die Verfolgung der Jüd*innen, alles wird je nach Quellenverfügbarkeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Ich empfehle dieses Buch allen, die an der Geschichte Paris Interesse haben und der Magie und Anziehungskraft der Stadt nachspüren wollen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts Kulturschaffende aus der ganzen Welt angezogen hat. Ich habe es sehr, sehr gerne gelesen, auch wenn es aufgrund der Ereignisse natürlich auch sehr erschüttert. WIEDER viel gelernt!

Meinung: Sachbücher oder Bücher in diese Richtung lese ich immer mal wieder gern doch nur selten erwischt mich eines so sehr wie dieses. Sylvia Beach und Adrienne Monnier sind zwei Frauen, die mir beim Lesen unglaublich nahegekommen sind. Ihre Buchhandlungen waren in den 1920er-Jahren lebendige Treffpunkte der literarischen Welt. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, selbst durch diese Räume zu gehen umgeben von Namen wie Hemingway, Joyce oder Simone de Beauvoir, die hier plötzlich greifbar und lebendig wirken. Gerade diese anfängliche Leichtigkeit macht den späteren Bruch umso intensiver. Mit der Besetzung Frankreichs verändert sich alles. Die Atmosphäre wird spürbar düsterer, Angst und Unsicherheit schleichen sich zwischen die Seiten. Besonders bewegt hat mich, mit welcher Entschlossenheit und Selbstverständlichkeit die beiden Frauen handeln: Sie helfen Verfolgten, organisieren Unterstützung, bieten Schutz und setzen dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel. Ihre Buchhandlungen werden zu Orten des Widerstands, getragen von Mut und Menschlichkeit. Der Schreibstil ist feinfühlig, leicht und sehr flüssig. Die wechselnden Zeitebenen erzeugen Spannung, auch wenn die Vielzahl an Namen und Details eine gewisse Konzentration verlangt. Doch genau diese Fülle macht das Buch so eindrucksvoll und authentisch, man spürt auf jeder Seite, wie intensiv hier recherchiert wurde. Diese Geschichte ist eine bewegende Erinnerung daran, wie kraftvoll Literatur sein kann und wie wichtig Menschen sind, die für sie und füreinander einstehen. Absolute Leseempfehlung

Wenn Bücher stärker sind als Besatzung
Zwischen Papiergeruch, Angst und leisen Heldentaten entsteht hier ein Buch, das sich anfühlt wie ein Gespräch im Hinterzimmer einer alten Pariser Buchhandlung. Draußen marschieren Soldaten, drinnen wird Literatur zur Rettungsleine. Genau diese Spannung zieht sofort rein. Besonders hängen geblieben ist dieses Gefühl, dass Bücher plötzlich mehr sind als Geschichten. Sie werden Schutzraum, Treffpunkt, Fluchtplan und manchmal auch letzter Mut. Adrienne Monnier und Sylvia Beach wirken dabei nicht wie Denkmäler, sondern wie zwei Menschen, die einfach weitermachen, obwohl die Welt um sie herum bröckelt. Das macht die Geschichte greifbar und ziemlich bewegend. Manchmal stapeln sich allerdings viele Namen, Ereignisse und historische Details. Der Kopf sortiert noch, während die Handlung schon weiterläuft. Da musste ich öfter kurz innehalten, Kaffee nachgießen und innerlich sagen: Moment, wer war jetzt nochmal wer. Trotzdem funktioniert das Ganze erstaunlich gut, weil die Atmosphäre alles zusammenhält. Unterm Strich bleibt ein ruhiges, intensives Sachbuch mit Herz. Kein Actionfeuerwerk, sondern leiser Widerstand zwischen Bücherregalen. Genau diese stille Wucht macht das Buch besonders. Und ja, nach der letzten Seite hatte ich plötzlich Lust, in eine kleine Buchhandlung zu gehen und einfach ein bisschen länger zu bleiben.

Akribisch recherchiert, interessant aufbereitet und bewegend im Inhalt
Nachdem ich das letzte Buch von Uwe Neumahr schon klasse fand, habe ich mich sehr auf sein Neues gefreut und wurde auch nicht enttäuscht. Wie auch schon beim letzten Buch bilden Orte - in diesem Fall zwei Buchhandlungen - das Zentrum des Geschehens. Allerdings standen hinter diesen Buchhandlungen auch bemerkenswerte Menschen und es sind diese Menschen und ihre Geschichten, die auf zutiefst interessante und bewegende Art und Weise vorgestellt werden. Dazu kommt noch ein Who-is-Who der literarischen und kulturellen Elite der 20er- und 30er-Jahre mehrerer Länder und die wahrscheinlich größte Tragödie der Menschheitsgeschichte und das Ergebnis ist ein extrem lesenswertes Buch.
Puh, das war anstrengend! Ich hatte mich auf eine interessante Lektüre über zwei bemerkenswerte Frauen gefreut, die sich nicht nur in einer Männerwelt behauptet und beide eine Buchhandlung betrieben haben, sondern durch ihre Liebe zur Literatur auch viele Autoren kennengelernt und ein außergewöhnliches und aufregendes Leben geführt haben. Bis Paris auch den 2. WK zu spüren bekam. Unter Sylvia Beachs und Adrienne Monniers Bekannten waren auch Juden. Während die eine aktiv Hilfe leistete, bekam die andere die Folgen des Nationalsozialismus am eigenen Leib zu spüren. Ungefähr so viel wusste ich bereits durch den Klappentext und den Newsletter des Verlages. Solche Lebensgeschichten finde ich furchtbar interessant. Vor allem die von Menschen, die in den Geschichtsbüchern noch nicht so ausführlich vorkommen. Entsprechend euphorisch stürzte ich mich auf die Lektüre - und wurde ziemlich schnell desillusioniert. Auch wenn ich wusste, dass es kein Roman, sondern eben mehr ein Sachbuch ist, hatte ich nicht mit einer so trockenen Lektüre gerechnet. Sie ist vollgestopft mit Fakten und geschichtlichen Ereignissen, dass kein Lesefluss entsteht und die Geschichte der beiden Frauen schnell in den Hintergrund rückt. Außerdem ist es nicht chronologisch aufgebaut, sondern man springt in sehr kurzen Abschnitten immer hin und her. Ohne erkennbares Muster. Das machte es mir irgendwann, obwohl ich es wirklich versucht habe, unmöglich, am Ball zu bleiben. Dieses Buch ist definitiv nicht zur Unterhaltung gedacht, sondern eher für Geschichtsfans, die mehr auf Fakten, Geschehnisse und Zahlen stehen, als auf Handlung.
Eine eindringliche, bereichernde Lektüre und eine ausdrückliche Empfehlung für alle, die Literatur nicht nur lesen, sondern erleben möchten.
In den wilden Zwanzigerjahren leuchten zwei Buchhandlungen in Paris wie Zwillingssterne: „Shakespeare and Company“ und „Das Haus der Bücherfreunde“. Geführt von Sylvia Beach und Adrienne Monnier, sind sie mehr als Läden, sie sind Bühnen der Moderne, Resonanzräume einer neuen Zeit. Hier begegnen sich Dichter und Denker, hier werden Manuskripte zu Mythen und Gespräche zu Geschichten. Zwischen schmalen Regalen und hohen Fensterfronten versammelt sich die Avantgarde: James Joyce ringt mit seinen Sätzen, Ernest Hemingway mit der Welt; Picasso skizziert, Sartre und Simone de Beauvoir diskutieren. Hier wird Literatur nicht nur verkauft, sondern geboren. „Erschöpft und deprimiert ging Joyce im April 1921 zu Sylvia, um von den jüngsten Misserfolgen zu bereichten. Sylvia eilte unverzüglich zu Hilfe. Sie fragte den entmutigten Schriftsteller, der schwer seufzend in ihrem Laden saß: „Würden Sie Shakespeare and Company die Ehre erweisen, Ihren Ulysses herauszubringen?” Joyce sagte freudig zu.” Dann aber, im Mai 1940, zerreißt der Einmarsch der Deutschen den Pulsschlag der Stadt. Mit den Stiefeln der Besatzer dringt auch die Bedrohung in die Welt der Bücher. Unter ihnen Ernst Jünger, Chronist und Offizier zugleich; während anderswo Gertrude Stein, einst Ikone der künstlerischen Bohème, sich dem Vichy-Regime annähert. Die Pariser Salons verstummen, Gespräche werden zu Flüstern, Namen zu Gefahren. Und doch: Wo Diktatur herrscht, regt sich Widerstand. Die Buchhandlungen werden zu stillen Bastionen der Menschlichkeit. Sie bieten deutsch-jüdischen Exilierten Unterschlupf, bewahren verbotene Stimmen, hüten Gedanken, die nicht verstummen wollen. Zwischen Papierstapeln und Druckerschwärze lebt der Glaube an Freiheit fort. So verwandelt sich die literarische Oase im Herzen von Paris in einen Ort des Mutes. Getragen von zwei Frauen, die wussten, dass Bücher mehr sein können als Worte: nämlich Hoffnung. Adrienne Monnier und Sylvia Beach verweigern sich der Angst. Mit Entschlossenheit und List versuchen sie, Freunde und Weggefährten zu schützen: Walter Benjamin auf der Flucht vor der Geschichte, Gisèle Freund mit ihrer Kamera, Siegfried Kracauer und viele andere, deren bloße Existenz nun bedroht ist. Ihre Buchhandlungen werden zu Verstecken, zu Knotenpunkten geheimer Hilfe, zu Inseln der Menschlichkeit in einem Meer aus Gewalt. Bis die Repression auch sie erreicht: Sylvia Beach wird von der Gestapo verhaftet und in ein Internierungslager gebracht. Auf der Grundlage sorgfältiger Archivstudien erzählt Uwe Neumahr erstmals dieses dramatische Kapitel des besetzten Paris. Eine Geschichte von der Entstehung großer Literatur und ihrer Gefährdung, von Verfolgung und Mut, von Verrat und Anstand. Und nicht zuletzt: von der tiefen, unbeirrbaren Liebe zweier außergewöhnlicher Frauen, die an die Macht der Worte glaubten, selbst als die Welt um sie herum zu zerbrechen drohte. Die Buchhandlung der Exilanten ist weit mehr als eine historische Darstellung. Das Buch entfaltet ein vielstimmiges Panorama großer Literatur und ihrer Entstehungsbedingungen, durchzogen von klugen Beobachtungen und überraschenden Details. Es ist ein lebendiges Zeitzeugnis, das die geistige Atmosphäre einer Epoche einfängt, in der Worte Schutz boten und Bücher zu Bollwerken der Freiheit wurden. Vor allem aber ist es eine Hommage an zwei leidenschaftliche Frauen der Literaturgeschichte: Adrienne Monnier und Sylvia Beach. Mit Mut, Hingabe und unbeirrbarem Glauben an die Kraft der Literatur schufen sie Räume, in denen Gedanken wachsen und Menschen Zuflucht finden konnten. Eine eindringliche, bereichernde Lektüre und eine ausdrückliche Empfehlung für alle, die Literatur nicht nur lesen, sondern erleben möchten. Eine eindringliche, bereichernde Lektüre und eine ausdrückliche Empfehlung für alle, die Literatur nicht nur lesen, sondern erleben möchten.











