Deutsch genug?

Deutsch genug?

Hardback
4.626

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Description

Hier Russen, dort Deutsche

Sie wählen rechts, sprechen nur russisch und unterstützen Putin? Solchen und anderen Vorurteilen sehen sich russlanddeutsche (Spät-)Aussiedler*innen ausgesetzt. An aufrichtigem Interesse und Wissen um die bewegte Historie der rund 2,5 Millionen in Deutschland lebenden Russlanddeutschen mangelt es in unserer Gesellschaft.

Ira Peter, die mit ihrer Familie als Neunjährige von Kasachstan nach Deutschland umsiedelte, beschreibt anhand ihrer eigenen bewegten Biografie die Erfahrungen und Konflikte der Russlanddeutschen – von der Scham über die sowjetische Herkunft über die fatalen Folgen kurzsichtiger Integrationspolitik bis hin zur »Anfälligkeit« für russische Einflussnahme wirft sie einen kritischen und zugleich feinfühligen Blick auf die von der Mehrheitsgesellschaft oft als fremd empfundenen Deutschen. Sie erklärt, wie die doppelte Diktaturerfahrung unter Stalin und Hitler Russlanddeutsche bis heute prägt und manche anfällig für völkisches Denken macht. Gleichzeitig zeigt Ira Peter, wie heterogen die Gruppe ist und warum »Deutschsein« für sie heute kein Kriterium mehr ist, um deutsch zu sein.

Ein Buch, das nicht nur die Geschichte der Russlanddeutschen beleuchtet, sondern auch zum Nachdenken über Identität und Integration einlädt.

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Memoirs
Format
Hardback
Pages
256
Price
22.70 €

Author Description

Ira Peter, 1983 in der Sowjetrepublik Kasachstan geboren und seit 1992 in Deutschland lebend, arbeitet als freie Journalistin unter anderem für Zeit online, taz, FAZ, Frankfurter Rundschau und SWR Radio. Seit 2017 setzt sie sich öffentlich – in journalistischen Beiträgen, sozialen Medien, kulturellen Projekten in Deutschland und der Ukraine, im Aussiedler-Podcast Steppenkinder und als Rednerin bei Veranstaltungen – mit russlanddeutschen Themen auseinander. Deutsch genug? ist ihr erstes Buch.

Posts

10
All
4.5

Stellenweise etwas stark meinungsbetont, aber dennoch eine repräsentative Stimme

"Warum glauben selbst ältere Russlanddeutsche, also Menschen mit eigener sowjetischer Repressionserfahrung, einem Leugner des stalinistischen Terrors und Anführer eines kriminellen Regimes? Wegen der »Leere«, um den Begriff von Psychotherapeutin Viktoria Bachmann aufzugreifen. Die Spätfolgen der stalinistischen Repressionen, die in Deutschland erlebte Degradierung, die kalte Wut auf deutsche Nachbarinnen und Nachbarn, die einen auch nach 30 Jahren für einen »Russen« halten, die Enttäuschung über die eigenen Kinder, die vielleicht im »woken« Berlin leben und nie anrufen– all dieser Schmerz hat bei einem Teil der Elterngeneration eine Leere hinterlassen und »dort landet lauter Müll«, sagt die Psychotherapeutin in unserem Gespräch." "Die Erfahrungen unserer Großeltern und Eltern waren zutiefst traumatisierend. Doch ihre Geschichten handeln auch von einem unerschütterlichen Glauben und einer erstaunlichen Ausdauer, die sie trotz aller Widrigkeiten immer wieder aufbrachten. Sie spiegeln ihren festen Willen wider, sich selbst unter schwierigsten Bedingungen um die nächsten Angehörigen zu kümmern. [...] Was können einem die kleinen Herausforderungen des Alltags anhaben, wenn man weiß, dass Oma und Opa deportiert wurden, über Jahrzehnte hungern mussten und trotzdem ohne Hass auf die Welt blickten?"

5

Deutsch genug?

Ein Buch, welches schon vor mindestens 10 Jahren hätte erscheinen müssen! Ira Peter beleuchtet in ihrem Buch unter anderem an ihrem eigenen Beispiel das Leben der Russlanddeutschen in Deutschland. Sie beschreibt sehr gut, wie sich die “Mitgebrachte” Generation fühlt. Ich kann sehr vieles aus diesem Buch nachvollziehen, weil ich selber Russlanddeutschen background habe aber ich habe auch sehr viel neues erfahren und gelernt. Was den älteren Generationen damals passiert ist, ist einfach nur unfassbar schrecklich und jetzt kann ich immer mehr verstehen warum manche in meiner Familie so sind wie sie sind. Es ist auch sehr gut recherchiert. Das Buch ist sehr gut für Aufklärungsarbeit gedacht und wenn ihr euch für das Thema Russlanddeutsche interessiert, dann kann ich es nur empfehlen. Und wenn ihr selber einen Background habt, dann umso mehr 😊

5

Für die Mitgebrachten. 💚

Manche Bücher, so wie Iras Buch, sind einfach dafür gemacht, das Herz zu erobern. 💚 Ich kann kaum in Worte fassen, was mir „Deutsch genug?“ bedeutet hat. Ich bin eine „Mitgebrachte“, so wie @ira_peter selbst auch - eine von 2,5 Millionen (Spät-)Aussiedler:innen. Ich bin eine Tochter, die die eigene Geschichte nur in Fragmenten kennt. Eine Geschichte, die von zwei Diktaturen, Deportation und dem Verlust kultureller Identität geprägt ist. Und on top auch noch von zahlreichen Vorurteilen. Ganz egal, was ihr hört: Nicht alle Russlanddeutschen wählen die AFD, verehren Putin oder trinken Wodka wie Apfelsaft. „Deutsch genug?“ ist ein Sachbuch, durchwoben von Iras persönlichen Erfahrungen. In so vielen habe ich mich wiedergefunden, so vieles endlich einordnen können. Die Überangepassung? Das transgenerationale Trauma? Die Scham im Hinblick auf die russische Sprache? Sucht euch was aus. Besonders beeindruckend ist, dass Ira als die brillante Journalistin, die sie ist, die einzelnen Themen sorgfältig recherchiert hat - so entkräftet sie das eine oder andere Vorurteil, das an den Russlanddeutschen klebt wie Honig. Und wie wichtig das ist, können diejenigen nachvollziehen, deren Eltern sich für dieses Land kaputt gearbeitet haben und sich ihm doch nie ganz zugehörig fühlen durften. 💚 „Ja, wir sind die Überlebenden. Und wir müssen unsere Geschichte erzählen. Wegen unserer Großeltern, damit ihr Leid wenigstens heute Anerkennung findet. Wegen unserer Eltern, um ihnen mehr Würde zu verleihen. Wegen uns, den Mitgebrachten, die all den Schmerz unserer Familien nicht weitergeben möchten an die nächste Generation.“ (S. 231) 💚 Liebe Ira, ich danke dir von Herzen, dass du dieses Buch geschrieben hast. Ich hoffe, es wird unendlich oft gelesen - von uns Mitgebrachten, von unseren Eltern und der binnendeutschen Gesellschaft. Ich freue mich schon jetzt auf den Dialog, der daraus entstehen wird. Bis dahin habe ich dank deinem Buch erfahren, dass mein Urgroßvater eine Zuckerfabrik im Kaukasus hatte und meine Oma als junges Mädchen an der Wolga lebte. 💚 ET: 19.03.2025 bei @penguinbuecher 5 von 5 ✨ und noch mehr Liebe! 🩷

Für die Mitgebrachten. 💚
4.5

Kann ich nur allen empfehlen, die die Geschichte der größten Minderheitengruppe Deutschlands interessiert und die vielleicht selbst Teil davon sind. Letztere müssen sich auf das Vergießen von einigen Tränen gefasst machen.

4

Für alle Russlanddeutschen. Für alle, die sich für die Geschichte der Russlanddeutschen interessieren.

Mich betrifft die Thematik persönlich (ich bin Russlanddeutsche), weshalb ich dieses Buch nicht ungelesen lassen konnte. Ich habe mich schon viel mit der Geschichte meiner Vorfahren beschäftigt, wir haben auch einige Tagebücher und Memoiren geerbt.📓 Dieses Buch untermauert das persönliche Erfahren mit Fakten und Statistiken, was ich als sehr hilfreich empfinde. Was mir allerdings aufgefallen ist: Da ich gläubig aufgewachsen bin und alle meine Vorfahren Christen waren, unterscheiden sich meine Erfahrungen oft von denen der Autorin. Diese Perspektive kommt im Buch etwas zu kurz (das war mir vorher aber schon bewusst). Was hat das Buch und die Auseinandersetzung mit meiner Geschichte bewirkt? - Bewunderung und Empathie gegenüber meinen Vorfahren und Eltern - Klärung und Festigung der eigenen Identität - Dankbarkeit - Aufarbeitung von Erlebnissen aus der Kindheit - Eröffnung neuer Perspektiven auf mich und die Menschen um mich herum Ein super wichtiges Buch!

Für alle Russlanddeutschen.
Für alle, die sich für die Geschichte der Russlanddeutschen interessieren.
5

5 Sterne sind nicht genug für dieses unglaublich gut recherchierte & geschriebene Buch. Einerseits wollte ich es nicht weglegen. Doch andererseits stach es mir Kapitel für Kapitel tiefer ein Messer ins Herz. Das Buch ist ehrlich geschrieben, direkt, fachlich fundiert und einfach echt. Für Menschen mit jeglicher Migrationserfahrung oder solchen, die diese verstehen zu versuchen… lest dieses Buch. Aber eigentlich wünsche ich mir, dass jede & jeder dieses Buch einmal lesen wird. Danke. Genauso wie es mich verletzte, (wahre) Begebenheiten in diesem Buch zu lesen, so war es gleichwohl auch Balsam für die Seele.

2.5

Ein wichtiges Buch, vollgepackt mit Wissen und Geschichte. Es trägt definitiv dazu bei, dass ich mehr verstehe über Menschen, die als "Russlanddeutsche" bezeichnet werden. Ich bin selbst eine davon, habe aber vieles nicht gewusst.. aber mir fehlt die Positivität.. weniger Verschachtelung, mehr Emotionen, mehr Positives (es gibt durchaus Vorteile, daran, zu dieser Menschengruppe zu gehören) oder hier und da mal eine Anekdote.. Das hätte das Buch leichter gemacht. Ich habe es gekauft in der Hoffnung etwas zu Lesen, mit dem ich mich absolut identifizieren kann, aber Ira Peter beschreibt und erklärt viel, bringt jedoch wenig subjektives ein. Der richtige Inhalt, aber falsch verpackt. Dies hat dazu geführt, dass es sehr mühsam zu lesen war.

4

Sehr interessant mal die Russlanddeutschen aus der Sicht einer selbst Russlanddeutschen zu erleben. Vieles war mir neu und manches macht nun für mich Sinn. Teilweise musste ich mich allerdings beim Lesen sehr konzentrieren und Abschnitte öfters 2 mal lesen. Es ist halt dann doch kein Roman zum Entspannen.

Habe das Buch für meinen Freund geholt, weil ich dachte, Geschichten, die ähnlich zur eigenen sind, nehmen mit und ein. Habe selbst quer gelesen und fand vieles sehr interessant, für mich persönlich auch aufschlussreich und vor allem sehr gut geschrieben. Aber was, wenn die Geschichten vielleicht ähnlich beginnen, aber sich ganz anders anfühlen? Natürlich sind Ira Peters Erfahrungen persönlich und daher nicht 1:1 auf alle Russlanddeutsche passend, der Freund mochte es deswegen leider nicht so gern.

5

Ein Muss!

Ein absolut sagenhaftes Buch, das jede:r gelesen haben muss, um besser zu verstehen, wer die Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion sind, was sie erlebt haben und welche wichtige Rolle sie in unserer Gesellschaft spielen. Ich bin tief berührt von dem Buch und werde es vielen Menschen weiterempfehlen!

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