Der Wintersoldat
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Description
Pulitzer-Preisträger Anthony Doerr
Der hochbegabte Wiener Medizinstudent Lucius meldet sich beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges freiwillig und landet im eisigen Winter 1914 in einem Behelfslazarett in den Karpaten, wo ihm die junge Nonne Margarete erst alles beibringen muss. Als ein schwer traumatisierter, aber äußerlich unverletzter Soldat eingeliefert wird, begeht Lucius einen gravierenden Fehler. Daniel Masons aufwühlender Roman erzählt eine Geschichte von Krieg und Heilung, von unverhoffter Liebe, von verhängnisvollen Irrtümern und von Sehnsucht und Sühne.
Lucius ist zweiundzwanzig Jahre alt und ein hochbegabter Medizinstudent in Wien, als der Erste Weltkrieg ausbricht. In der Vorstellung, an ein gut ausgestattetes Lazarett zu kommen, meldet er sich freiwillig. Tatsächlich landet er im eisigen Winter 1914 in einem abgelegenen Dorf in den Karpaten, in einer zum Behelfshospital umfunktionierten Kirche. Allein mit einer rätselhaften, jungen Nonne namens Margarete, muss er die schwer Verletzten versorgen, er, der noch nie ein Skalpell geführt hat. Margarete bringt ihm alles bei und als sie sich verlieben, auch das. Aber wer ist sie wirklich?
Eines Tages bringt man ihnen einen bewusstlosen Soldaten, der äußerlich keine Verletzungen aufweist, aber so traumatisiert ist, dass er zu sterben droht. Ein bislang unbekanntes Krankheitsbild, Folge des ununterbrochenen Granatenbeschusses. Lucius entdeckt eine Heilungsmethode, auf die der Soldat anspricht. Aber als ein Aushebungskommando kommt und den Mann wieder an die Front schicken will, trifft Lucius gegen den Rat von Margarete eine folgenschwere Entscheidung. Daniel Masons großartig geschriebener, aufwühlender Roman erzählt eine Geschichte von Krieg und Heilung, von Liebe gegen alle Wahrscheinlichkeit, von verhängnisvollen Fehlern und von Sehnsucht und Sühne.
Book Information
Author Description
Daniel Mason, 1976 geboren, ist Schriftsteller und Psychiater, arbeitet als Assistenzprofessor für Psychiatrie an der Universität Stanford. Sein Debütroman "Der Klavierstimmer Ihrer Majestät" (dt. 2003) wurde in achtundzwanzig Sprachen übersetzt und auch fürs Theater und die Oper adaptiert. Eine Verfilmung ist geplant. "Der Wintersoldat" wurde ebenfalls in zahlreiche Sprachen übersetzt. Sky Nonhoff ist Kulturjournalist, Autor und Kolumnist beim MDR. Er hat u. a. Bücher von Dennis Lehane, Alix Ohlin, Caitlin Doughty, Daniel Magariel, Souad Mekhennet und Kent Nerburn ins Deutsche übertragen. Judith Schwaab war viele Jahre Verlagslektorin für Belletristik. Seit 2003 hat sie u. a. Romane von Chimamanda Ngozi Adichie, Anthony Doerr, Robert Goolrick, Lauren Groff, Jojo Moyes, Maurizio de Giovanni und Carol OConnell übersetzt.
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Toller Roman!
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs herrscht Ärztemangel – insbesondere an der Front. Selbst Medizinstudenten werden als Sanitätsoffiziere in Feldlazarette geschickt und müssen ohne praktische Erfahrung schwerste Kriegsverletzungen versorgen. Einer von ihnen ist Lucius, der sich in einem abgelegenen Bergdorf im osteuropäischen Galizien wiederfindet. Sein Lazarett ist eine zur Krankenstation umfunktionierte Kirche. Aus dieser Ausgangslage entwickelt sich ein intensiver, handlungsdichter Roman an der Schnittstelle von Kriegsprosa, Thriller und Liebesgeschichte. Sprachlich angenehm und äußerst atmosphärisch erzählt, entfaltet sich eine fesselnde Geschichte, die stellenweise sehr heftig ist, zugleich eine Botschaften vermittelt und echte Spannung bietet. Wirklich empfehlenswert!
„Der Wintersoldat“ ist ein ruhig geschriebener Roman mit wenig Spannungsbögen, ausführlichen Landschaftsbeschreibungen und einer zarten Liebesgeschichte. Das Buch spielt im und unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg. Wir begleiten Lucius, Medizinstudent, unter anderem bei seiner Arbeit in verschiedenen Lazaretten und vor allem dieser medizinische Aspekt hat mir sehr gut gefallen, da ich selbst beruflich viel damit zu tun habe 💉. Auch die Liebesgeschichte zwischen Lucius und Margarete hat mir gut gefallen, obwohl ich sonst davon eher Abstand halte 😄. Teilweise zieht sich das Buch etwas in die Länge und wirkt ausschweifend, ist thematisch aber sehr fesselnd 📖 🥰!
Das Buch „Der Wintersoldat“ von Daniel Mason habe ich vor etwa zwei Jahren in einem Bücherschrank entdeckt und irgendwie musste ich es mitnehmen. Das Buch hat mein Interesse geweckt. Kurz zum Inhalt: Lucius kommt aus gutem Hause und ist angehender Arzt. Durch den Ausbruch des ersten Weltkriegs kann er sein Studium nicht beenden. Da Ärztemangel herrscht, meldet er sich freiwillig, um an der Front zu helfen. Er stellt sich vor, dass er in einem modernen Krankenhaus eingesetzt wird, landet aber in einem behelfsmäßigen Lazarett in einer Kirche. Dort trifft er Schwester Margarete an, die sich alleine um die Verwundeten kümmert, da der eigentliche Arzt spurlos verschwunden ist. Obwohl Lucius noch nie ein Skalpell geführt hat, geschweige denn eine Operation durchgeführt hat, nimmt er sich dieser Aufgabe zusammen mit der sehr redefreudigen Ordensschwester an. Eines Tages wird ein bewusstloser Soldat ins Lazarett gebracht, dessen Krankheitsbild niemand erklären kann und Lucius trifft folgenschwere Entscheidungen. Ein sehr detailreiches und realitätsnahes Buch. Man begleitet Lucius durch die grausame Welt des ersten Weltkrieges, fiebert mit ihm mit und trauert. Eisiger Winter, kaum Ressourcen, die nahende Front und doch schaffen es Margarete und Lucius, viele Soldaten zu retten. An einigen Stellen musste ich echt schlucken, weil einem die Grausamkeiten des ersten Weltkrieges sehr genau beschrieben werden. Das musste ich erstmal verdauen. Dennoch musste ich an einigen Stellen auch lachen, da der Autor es schafft, in dieser finsteren Zeit, ein bisschen Humor einfließen zu lassen . Zudem entsteht zwischen Lucius und Margarete langsam mehr und die beiden finden langsam zueinander. Beide Charaktere haben es mir sehr angetan und ich habe mir ein Happy End sehr gewünscht. Die beiden sind gänzlich unterschiedlich, aber dennoch passen sie hervorragend zusammen. Ich glaube, ich habe noch nie so ein Buch gelesen, aber es hat mir sehr gut gefallen. 4,5/5 ⭐️

Liebe in einer schweren, grausamen Zeit. Gänzlich ohne Kitsch und gut ein gebunden in das historische Setting lässt der Autor seine sympathischen Charaktere ihren Weg durch den Krieg, menschliche Höhen & Tiefen und die Medizingeschichte finden. Sehr eindrücklich und realistisch, mit einem sehr nachvollziehbaren Ende hat dieses Buch mich von der ersten bis zur letzten Seite mitgerissen.
Wie soll ich ein Buch beschreiben, das mir nahe ging, das so viel Grausamkeit und so viel Nächstenliebe in sich vereint? An das ich nach der letzten Seite nur einen einzigen heftigen Wunsch richte? Ich weiß es nicht - Die folgenden Zeilen werden mein Versuch sein. Lucius, ein hochbegabter Wiener Medizinstudent meldet sich beim Ausbruch des 1. Weltkrieges freiwillig als Sanitätsoffizier und landet in den Karpaten, wo ihm Schnee und Kälte und die Nonne Margarete entgegen wehen. Gemeinsam machen sie sich an die blutige Arbeit, Menschenleben zu retten. Als ein schwer traumatisierter Ungar in das Lazarett eingeliefert wird, begeht Lucius einen folgenschweren Fehler. Nachdem ich Daniel Masons „Oben in den Wäldern“ gefeiert habe, war ich unglaublich gespannt, mich in diesem Buch zu verlieren. Es war anders, keine Frage. Mehr historisch, nicht so episodenhaft und nicht so manisch - dafür wankend auf der Schneide zwischen Grausam- und Barmherzigkeit. Lucius ist ein Charakter, den ich sofort nachvollziehen konnte. Trotz dessen, dass er als Sonderling gilt, sucht er sich zielstrebig seinen Weg. Das, was er will - „Die Gedanken eines anderen Menschen sehen zu können“ - gibt ihm Kraft und Auftrieb, trotz der Gräul des Krieges, die ihm immer wieder begegnen im Verlauf des Buches. Die mir immer wieder begegnen. Wer da keinen starken Magen hat, dem würde ich das Buch nicht empfehlen. Es ist umso spannender zu verfolgen, wie Lucius sein Bücherwissen hinten anstellen muss, um von einer Nonne, die nicht mal die Namen der Muskeln und Sehnen kennt, zu lernen, wie man Amputationen vornimmt und Wunden näht. Besonders zu Beginn entbehrt „Der Wintersoldat“ nicht einer guten Prise Humor - natürlich sarkastisch serviert. Gerade dieser Humor zog mich förmlich in den Roman, der eigentlich so viel mehr ist als ein Kriegsroman. Es geht um die Würdigung des Wissens, ganz gleich auf welche Art es erlernt wurde. Genauso werden grausame Fragen aufgeworfen, die eine Entscheidung sowohl von der Figur als auch vom Leser fordern. Vor allen Dingen Lucius wird dadurch mehr und mehr zur tragischen Figur. Letztendlich schließt sich auf den letzten Seiten ein Kreis, den ich so nicht erwartet hätte und mein Herz seufzen musste. Im Buch geht es genauso um eine zarte Liebe, die alles andere als kitschig ist, wie um die Suche nach Verlorenem und einer tiefen Sehnsucht. Das Buch hat mich schlichtweg fasziniert. Daniel Mason nimmt einen mit auf eine Reise vom trubeligen Wien, seinen Hörsälen und Teestuben hinein in die unwirtlichen Karpaten, in denen man spürt wie die Kugeln durch die Luft schnellen, zurück in ein verändertes Wien. Diese Stimmungen, die er mit seinen Worten hervorruft, sind so differenziert, das sie mich Schauplatzwechsel um Schauplatzwechsel kalt erwischt haben. Wichtig und schön kommt der Roman daher. Ich habe ihn sehr genossen.

✨️Highlight
📚 Inhalt Lucius ist ein junger Arzt voller Ideale und Selbstbewusstsein. Als der erste Weltkrieg ausbricht, meldet er sich freiwillig zum Lazarettarzt. Im Glauben, in ein gut ausgestattetes Lazarett zu kommen, landet er im eiskalten Winter 1914 in einer notdürftig eingerichteten Kirche. Lucius sieht sich mit Situationen konfrontiert, die er nicht lösen kann. Er hat noch nie ein Skalpell geführt, geschweige den eine Amputation durchgeführt. Doch genau diese Handlungen sind nun seine grausame Realität. Die Nonne Magdalena zeigt ihm alles, was er wissen muss und lehrt in sein Handwerk. Die beiden werden ein gutes Team und verlieben sich während ihrer gemeinsamen Einsätze ineinander. Als Lucius einen Mann behandeln muss, der äusserlich unverletzt ist, dafür aber viele seelische Wunden hat, ist nicht nur Lucius überfordert. Ein neues Krankheitsbild, welches man noch nicht kennt, die posttraumatischen Belastungsstörungen. 📖 Meinung Wow, dieses Buch ist einfach faszinierend. Lucius durch die Grausamkeiten des ersten Weltkriegs zu folgen, ist so nachvollziehbar und gut beschrieben. Man kann seine Gedanken und Beweggründe nachvollziehen und verstehen. Mir gefällt, wie er schnell merkt, dass ihn sein theoretisches Wissen nichts nützt und er sich von einer «ungebildeten» Nonne ausbilden lassen muss. Sie zeigt ihm, wo er das Skalpell ansetzen muss, wie er eine Wunde näht und behandelt. Gekoppelt mit dem eisigen Winter, der näher rückenden Front, dem Stress und dem Schlafmangel, wird eine Spannung aufgebaut, die mich als Leserin selbst ergriffen hat. Man kann den Stress und den Druck förmlich greifen. Und doch schafft es der Autor hier und da eine gute Prise Humor anzubringen, die passend ist. Die Liebesgeschichte die sich langsam zwischen Lucius und Magdalena entwickelt, fühlt sich sehr natürlich und schön an. Man wird auch hier in einen neuen Handlungsstrang gefesselt, der eine Ablenkung von den Schrecken des Krieges bietet. Der Autor schafft es, die Grausamkeiten aufzuzeigen, ohne diese zu übertreiben oder grausamer zu beschreiben, als es nötig wäre. Ich hatte nicht den Eindruck, dass der Splatter-Faktor extra hervorgehoben wurde, sondern es wurde die nüchterne Realität einer Kriegsfront dargelegt. Mit Feingefühl konnte der Autor die Stimmung, Gedanken und Gefühle der einzelnen Charaktere näher bringen. Das Buch ist keine leichte Kost, aber es lohnt sich sehr, diese schwere Lektüre anzugehen. Eine klare Leseempfehlung von mir.
Eigentlich mag ich keine Liebesgeschichten. Absolut nicht. Deshalb habe ich nicht nur zwei Mal überlegt, ob ich dieses Buch lesen soll, sondern etwa vier bis fünf Mal. So viel spricht für das Buch: das Cover, das Setting und dass Debrecen auf der ersten Seite erwähnt wird. Aber eine Liebesgeschichte? Will bzw. KANN ich das lesen? Antwort: ja, in diesem Falle kann ich es. Denn "Der Wintersoldat" hat mir wirklich sehr gefallen. Die Liebesgeschichte ist das treibende Element, doch Mason verliert nie das grosse Ganze aus dem Blick. Der Erste Weltkrieg verliert nicht an seiner Wichtigkeit, Lucius bleibt ein eigenständiger Charakter und man erfährt auch vieles über die Geschichte der Medizin. In solch einer Umgebung passt es einfach. Da dürfen sich zwei gut gezeichnete Figuren auch näher kommen, da es hier Teil ihrer Entwicklung ist und nicht ein pinker Gummiball, der überall herumploppt. Eine grossartig erzählte Geschichte, feinfühlig und tiefgründig.
Vorneweg gesagt, das war Büchermäßig ein wirklich guter Jahresabschluss für 2023. Der Roman 'Der Wintersoldat' von Daniel Mason beginnt 1915 zur Zeit des ersten Weltkrieges. Der Österreicher Lucius ist ein junger und begeisterter Medizinstudent aus einer durchaus privilegierten Wiener Familie. Als er seinen ersten Einsatz als Arzt in einem Lazarett in den Karpaten bekommt, ist er noch sehr unerfahren. Er wird quasi ins kalte Wasser geschmissen und ist Anfangs sehr skeptisch ob er das als einziger Mediziner ohne praktische Erfahrung und ohne Mentor überhaupt schaffen kann. Gott sei Dank steht ihm die selbstbewusste und mutige Schwester Margarete zur Seite und gemeinsam erleben sie eine harte, entbehrungsreiche und oft grausame Zeit. Das Buch hat mir viel besser gefallen als ich vermute habe. Man muss sich bewusst sein das diese grausame, ungeschönte Brutalität und gerade in der Umgebung eines Lazarett zu der Zeit einem einiges abverlangt beim lesen und manchmal schwer zu ertragen ist. Allerdings wird einem einfach zu keiner Zeit langweilig und man bekommt mal wieder vor Augen geführt das es einem selber (also mir auf jeden Fall) echt gut geht. Wer sowas gerne liest, wird Gefallen an dem Buch finden.
Dieser Roman hat mich wirklich gepackt. Die Geschichte ist wundervoll beschrieben, aber der Inhalt ist nichts für schwache Nerven. Ich mochte die Charaktere sehr, denn sie waren so real, so nah. Ich hatte das Buch nur für eine Zeit aus der Hand legen müssen, da der Krieg in dem Buch meine Stimmung echt gedrückt hatte. Der detaillierte Schreibstil und die Liebe für Details haben es mir echt angetan. Ich kann das Buch wirklich empfehlen, ich habe es geliebt, aber Vorsicht es ist nichts für schwache Nerven.

Das Buch würde ich klar weiterempfehlen. Kurz gesagt: Es geht um den ersten Weltkrieg und ein Medizinstudent der an die Front soll um im Lazarett als Arzt zu arbeiten und die Jahre nach dem Kriegsende. Das Buch ist spannend und gibt Einblicke in die schwierige Zeit die im Medizinwesen herrschte. Der Protagonist ist sehr sympathisch und es war schön seinem Weg durch die Schwere Zeit zu folgen.

Sorry, ging nicht kürzer ;-) So enttäuschend das Lesejahr 2020 auch geendet hat, so grandios hat das Lesejahr 2021 begonnen, denn „Der Wintersoldat“ von Daniel Mason war direkt ein Jahreshighlight, ein Buch, das mich vermutlich lange nicht loslassen wird. Erzählt wird die Geschichte von Lucius, einem 22-jährigen Medizinstudenten aus gutem Wiener Haus, der sich 1915 freiwillig zum Dienst als Sanitätsoffizier für ein Kriegslazarett in den Karpaten meldet, allerdings recht blauäugig in die Ferne gezogen ist, da er keinerlei Praxiserfahrung aufweisen kann. Aber er ist begabt, lernt schnell in Margarete, einer Ordens-/ Krankenschwester im Lazarett eine großartige Lehrerin, die ihm letztlich alles beibringt was er wissen muss und über die Theorie hinausgeht. Für mich kam dieser historische Roman zum absolut perfekten Zeitpunkt, genau die Art von Buch, die ich derzeit lesen will, die mich fordern, die viel von mir abverlangen, die mitunter schwer zu ertragen sind, die ich aber auch nie vergessen werde. Aber bestimmt kein Buch für jeden Leser und auch kein Buch für jede Gemütslage, kein Buch für zwischendurch, kein Buch zur Ablenkung vom eigenen Alltag. Als LeserIn sollte man sich selbst gut einschätzen können, ob und wann man sich auf diese Geschichte einlassen kann. Da ich „Lust“ auf „schwere Kost“ hatte, bin ich sehr gut und sehr schnell in das Buch reingekommen. Der Autor besticht mit einem klaren, ehrlichen Erzählstil und verzichtet literarisch wunderschöne Sätze. Und dennoch habe ich mir Sätze in dem Buch markiert, die aus dem Zusammenhang gerissen nicht besonders sind, aber in ihrem Zusammenhang einfach so wahr und echt sind. Der Autor schafft mit dieser so echten Sprache und einem guten Blick für Szenen, Orte oder Menschen Atmosphäre, keine schöne mollig-warme Kuschelatmosphäre, sondern die harte Realität eines Winters in der Nähe der Front während des Ersten Weltkriegs. Mir war kalt, ich hatte Hunger und ich habe vor Schmerzen (in einem nicht vorhandenen männlichen Geschlechtsteil) geschrien und bei der Behandlung derselben. Die Brutalität und Grausamkeit dieser Zeit ist so gut spürbar und macht mir einmal mehr klar, in was für einer privilegierten Zeit und Welt ich aufgewachsen bin und leben darf – auch wenn die aktuelle Pandemie auch mir an den Nerven zerrt. Auch die Figuren, allen voran natürlich die beide Protagonisten sind mir sehr ans Herz gewachsen. Margarete ist eine Frau der Tat, hat eine zupackende Art. Lucius hat eine große Entwicklung durchgemacht, nicht nur vom Studenten zum praktizierenden Arzt. Nein, er ist erwachsen geworden, ist gewachsen an den Erfahrungen, die er machen musste. Er begreift, er versteht, wenn auch nicht immer auf die sanfte Art. Zu Beginn bin ich beim Lesen über die medizinischen Fachbegriffe und osteuropäischen (ungarischen, polnischen) Namen von Orten und Menschen gestolpert, aber irgendwann habe ich diese nicht mehr wirklich wahrgenommen, weil mich die Geschichte viel zu sehr gefesselt hat. Die letzten ca. 80 Seiten habe ich in einem Rutsch gelesen und weiß nicht wirklich ob ich in dieser Zeit geatmet habe, ob ich atmen konnte. Aber eins weiß ich, ich hab geheult! Das Ende des Buches war SO! GUT! So wichtig und nur in dieser Art und Weise richtig für diese Geschichte. Und ohne Scheiß: wenn eine Liebesgeschichte SO erzählt wird, dann will ich mehr Liebesgeschichten lesen. „Der Wintersoldat“ von Daniel Mason ist ein sehr gut recherchierter und eindrücklich erzählter historischer Roman, in dem historische Fakten und die fiktive Geschichte von Lucius und Margarete perfekt ineinander verschmelzen, dass man sich gut vorstellen kann, dass die Geschichte sich genau so vor über 100 Jahren abgespielt hat. Der Roman hat mich dazu angestachelt noch mehr über den Ersten Weltkrieg zu erfahren, ich werde mich demnächst nach einem guten Sachbuch umschauen. Ein Buch über die Grausamkeit und Brutalität des Krieges, aber auch ein Buch, das Hoffnung macht und das zeigt, dass man trotz ganz fürchterlicher und schlimmer Traumata sein Lachen wiederfinden kann. (Und allein, wenn ich diesen letzten Satz schreibe und lese, treten mir schon wieder die Tränen in die Augen!)
Ich habe das Buch in einer tollen Leserunde gelesen, die mir länger in Erinnerung bleiben wird als das Buch an sich. Der Alltag eines Lazaretts im 1. Weltkrieg wird sehr eindringlich beschrieben. Man wird nicht geschont und diese Szenen kamen mir sehr realistisch vor. Der Protagonist, Lucius, ist mir leider das ganze Buch über sehr fremd geblieben. Ich konnte seine Beweggründe nicht immer nachvollziehen und war nur ein sehr weitentfernter Beobachter. Ich vermute, dass es so sein sollte. Ich wäre aber gerne gefühlsmäßig mehr in die Geschichte eingetaucht. Den letzten Satz im Buch fand ich besonders gelungen.
Ich persönliche lese super gerne Romane, die zu der Zeit des ersten oder auch zweiten Weltkriegs spielen. Aufgrund dessen und dem wunderschönen Cover musste der Wintersoldat bei mir einfach einziehen. Bereits von der ersten Seite an war ich von dem sachlichen aber dennoch sehr gut zu lesenden Schreibstil gefesselt. Ich hatte während des Lesens immer meine Probleme, aber zum Positiven, denn ich wollte das Buch/die Geschichte nicht mehr aus der Hand legen und hätte beinahe die ganze Nacht durch gelesen. Die Geschichte um den Medizinstudenten Lucius hat mich zutiefst beeindruckt, nachdenklich gestimmt, aber auch berührt. Ich hatte jederzeit das Gefühl, mich direkt in der Zeitspanne von 1914 - 1918 zu befinden. Toll umgesetzt. Die Charaktere sind super authentisch, mit ihren Handlungen und Gefühlen. Von mir gibt es zu diesem absolut tollen Buch definitiv eine Leseempfehlung!
Die Familiengeschichte von Lucius in der Gesellschaft der österreich-ungarischen Monarchie, sein bei Kriegsausbruch nicht beendetes Medizinstudium, die Realitätserfahrungen im Lazarett, das mal näher an der Front liegt und mal weiter von ihr entfernt ist, Begegnungen, Trennungen, Alpträume, Tote, Gewalt, Grausamkeit, Einsamkeit – es ist ein großartiges Panorama von Ereignissen, Stimmungen und Gefühlen, das Mason hier sprachlich geschickt zu guter Literatur macht. Mehr dazu auf meinem Blog "Notizhefte": https://notizhefte.com/2019/10/15/daniel-mason-der-wintersoldat/
Lange her, dass ich einen historischen Roman so genossen habe. Obwohl ich die grausligsten OP Szenen vllt. nicht unbedingt zum Mittagessen hätte hören sollen. Das Buch hatte ein hohes Tempo und für mich keine Längen. Eine absolute Seltenheit. Am Ende gefiel mir die erste Hälfte jedoch deutlich besser als die zweite in der man mit dem Protagonisten zusammen erwachsen wird.
Der Einstieg war für mich gut. Ich mochte die Geschichte um Lucius. Das war auch , glaube ich , mein zweiter Roman über den ersten Weltkrieg und ich habe mich immer davon ferngehalten. Hier muss ich aber sagen, fand ich es spannend erzählt, aber leider für mich etwas langatmig. Ich denke aber , dass braucht diese Geschichte. Den Schreibstil fand ich toll. Er passte unheimlich gut zum Zeitgeschehen. Das Ende war für mich nix
Ein unglaublich packender Roman. Habe die letzten 200 Seiten heute durchgesuchtet. Anfangs fiel mir der außergewöhnliche Schreibstil schwer und ich musste mich erst daran gewöhnen. Trotzdem wollte ich immer wissen, wie es weitergeht und allmählich wurde es unglaublich spannend. Eine tragische Liebesgeschichte in Zeiten eines grausamen Krieges, ohne jedoch kitschig zu sein. Grandios.
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Pulitzer-Preisträger Anthony Doerr
Der hochbegabte Wiener Medizinstudent Lucius meldet sich beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges freiwillig und landet im eisigen Winter 1914 in einem Behelfslazarett in den Karpaten, wo ihm die junge Nonne Margarete erst alles beibringen muss. Als ein schwer traumatisierter, aber äußerlich unverletzter Soldat eingeliefert wird, begeht Lucius einen gravierenden Fehler. Daniel Masons aufwühlender Roman erzählt eine Geschichte von Krieg und Heilung, von unverhoffter Liebe, von verhängnisvollen Irrtümern und von Sehnsucht und Sühne.
Lucius ist zweiundzwanzig Jahre alt und ein hochbegabter Medizinstudent in Wien, als der Erste Weltkrieg ausbricht. In der Vorstellung, an ein gut ausgestattetes Lazarett zu kommen, meldet er sich freiwillig. Tatsächlich landet er im eisigen Winter 1914 in einem abgelegenen Dorf in den Karpaten, in einer zum Behelfshospital umfunktionierten Kirche. Allein mit einer rätselhaften, jungen Nonne namens Margarete, muss er die schwer Verletzten versorgen, er, der noch nie ein Skalpell geführt hat. Margarete bringt ihm alles bei und als sie sich verlieben, auch das. Aber wer ist sie wirklich?
Eines Tages bringt man ihnen einen bewusstlosen Soldaten, der äußerlich keine Verletzungen aufweist, aber so traumatisiert ist, dass er zu sterben droht. Ein bislang unbekanntes Krankheitsbild, Folge des ununterbrochenen Granatenbeschusses. Lucius entdeckt eine Heilungsmethode, auf die der Soldat anspricht. Aber als ein Aushebungskommando kommt und den Mann wieder an die Front schicken will, trifft Lucius gegen den Rat von Margarete eine folgenschwere Entscheidung. Daniel Masons großartig geschriebener, aufwühlender Roman erzählt eine Geschichte von Krieg und Heilung, von Liebe gegen alle Wahrscheinlichkeit, von verhängnisvollen Fehlern und von Sehnsucht und Sühne.
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Author Description
Daniel Mason, 1976 geboren, ist Schriftsteller und Psychiater, arbeitet als Assistenzprofessor für Psychiatrie an der Universität Stanford. Sein Debütroman "Der Klavierstimmer Ihrer Majestät" (dt. 2003) wurde in achtundzwanzig Sprachen übersetzt und auch fürs Theater und die Oper adaptiert. Eine Verfilmung ist geplant. "Der Wintersoldat" wurde ebenfalls in zahlreiche Sprachen übersetzt. Sky Nonhoff ist Kulturjournalist, Autor und Kolumnist beim MDR. Er hat u. a. Bücher von Dennis Lehane, Alix Ohlin, Caitlin Doughty, Daniel Magariel, Souad Mekhennet und Kent Nerburn ins Deutsche übertragen. Judith Schwaab war viele Jahre Verlagslektorin für Belletristik. Seit 2003 hat sie u. a. Romane von Chimamanda Ngozi Adichie, Anthony Doerr, Robert Goolrick, Lauren Groff, Jojo Moyes, Maurizio de Giovanni und Carol OConnell übersetzt.
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Toller Roman!
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs herrscht Ärztemangel – insbesondere an der Front. Selbst Medizinstudenten werden als Sanitätsoffiziere in Feldlazarette geschickt und müssen ohne praktische Erfahrung schwerste Kriegsverletzungen versorgen. Einer von ihnen ist Lucius, der sich in einem abgelegenen Bergdorf im osteuropäischen Galizien wiederfindet. Sein Lazarett ist eine zur Krankenstation umfunktionierte Kirche. Aus dieser Ausgangslage entwickelt sich ein intensiver, handlungsdichter Roman an der Schnittstelle von Kriegsprosa, Thriller und Liebesgeschichte. Sprachlich angenehm und äußerst atmosphärisch erzählt, entfaltet sich eine fesselnde Geschichte, die stellenweise sehr heftig ist, zugleich eine Botschaften vermittelt und echte Spannung bietet. Wirklich empfehlenswert!
„Der Wintersoldat“ ist ein ruhig geschriebener Roman mit wenig Spannungsbögen, ausführlichen Landschaftsbeschreibungen und einer zarten Liebesgeschichte. Das Buch spielt im und unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg. Wir begleiten Lucius, Medizinstudent, unter anderem bei seiner Arbeit in verschiedenen Lazaretten und vor allem dieser medizinische Aspekt hat mir sehr gut gefallen, da ich selbst beruflich viel damit zu tun habe 💉. Auch die Liebesgeschichte zwischen Lucius und Margarete hat mir gut gefallen, obwohl ich sonst davon eher Abstand halte 😄. Teilweise zieht sich das Buch etwas in die Länge und wirkt ausschweifend, ist thematisch aber sehr fesselnd 📖 🥰!
Das Buch „Der Wintersoldat“ von Daniel Mason habe ich vor etwa zwei Jahren in einem Bücherschrank entdeckt und irgendwie musste ich es mitnehmen. Das Buch hat mein Interesse geweckt. Kurz zum Inhalt: Lucius kommt aus gutem Hause und ist angehender Arzt. Durch den Ausbruch des ersten Weltkriegs kann er sein Studium nicht beenden. Da Ärztemangel herrscht, meldet er sich freiwillig, um an der Front zu helfen. Er stellt sich vor, dass er in einem modernen Krankenhaus eingesetzt wird, landet aber in einem behelfsmäßigen Lazarett in einer Kirche. Dort trifft er Schwester Margarete an, die sich alleine um die Verwundeten kümmert, da der eigentliche Arzt spurlos verschwunden ist. Obwohl Lucius noch nie ein Skalpell geführt hat, geschweige denn eine Operation durchgeführt hat, nimmt er sich dieser Aufgabe zusammen mit der sehr redefreudigen Ordensschwester an. Eines Tages wird ein bewusstloser Soldat ins Lazarett gebracht, dessen Krankheitsbild niemand erklären kann und Lucius trifft folgenschwere Entscheidungen. Ein sehr detailreiches und realitätsnahes Buch. Man begleitet Lucius durch die grausame Welt des ersten Weltkrieges, fiebert mit ihm mit und trauert. Eisiger Winter, kaum Ressourcen, die nahende Front und doch schaffen es Margarete und Lucius, viele Soldaten zu retten. An einigen Stellen musste ich echt schlucken, weil einem die Grausamkeiten des ersten Weltkrieges sehr genau beschrieben werden. Das musste ich erstmal verdauen. Dennoch musste ich an einigen Stellen auch lachen, da der Autor es schafft, in dieser finsteren Zeit, ein bisschen Humor einfließen zu lassen . Zudem entsteht zwischen Lucius und Margarete langsam mehr und die beiden finden langsam zueinander. Beide Charaktere haben es mir sehr angetan und ich habe mir ein Happy End sehr gewünscht. Die beiden sind gänzlich unterschiedlich, aber dennoch passen sie hervorragend zusammen. Ich glaube, ich habe noch nie so ein Buch gelesen, aber es hat mir sehr gut gefallen. 4,5/5 ⭐️

Liebe in einer schweren, grausamen Zeit. Gänzlich ohne Kitsch und gut ein gebunden in das historische Setting lässt der Autor seine sympathischen Charaktere ihren Weg durch den Krieg, menschliche Höhen & Tiefen und die Medizingeschichte finden. Sehr eindrücklich und realistisch, mit einem sehr nachvollziehbaren Ende hat dieses Buch mich von der ersten bis zur letzten Seite mitgerissen.
Wie soll ich ein Buch beschreiben, das mir nahe ging, das so viel Grausamkeit und so viel Nächstenliebe in sich vereint? An das ich nach der letzten Seite nur einen einzigen heftigen Wunsch richte? Ich weiß es nicht - Die folgenden Zeilen werden mein Versuch sein. Lucius, ein hochbegabter Wiener Medizinstudent meldet sich beim Ausbruch des 1. Weltkrieges freiwillig als Sanitätsoffizier und landet in den Karpaten, wo ihm Schnee und Kälte und die Nonne Margarete entgegen wehen. Gemeinsam machen sie sich an die blutige Arbeit, Menschenleben zu retten. Als ein schwer traumatisierter Ungar in das Lazarett eingeliefert wird, begeht Lucius einen folgenschweren Fehler. Nachdem ich Daniel Masons „Oben in den Wäldern“ gefeiert habe, war ich unglaublich gespannt, mich in diesem Buch zu verlieren. Es war anders, keine Frage. Mehr historisch, nicht so episodenhaft und nicht so manisch - dafür wankend auf der Schneide zwischen Grausam- und Barmherzigkeit. Lucius ist ein Charakter, den ich sofort nachvollziehen konnte. Trotz dessen, dass er als Sonderling gilt, sucht er sich zielstrebig seinen Weg. Das, was er will - „Die Gedanken eines anderen Menschen sehen zu können“ - gibt ihm Kraft und Auftrieb, trotz der Gräul des Krieges, die ihm immer wieder begegnen im Verlauf des Buches. Die mir immer wieder begegnen. Wer da keinen starken Magen hat, dem würde ich das Buch nicht empfehlen. Es ist umso spannender zu verfolgen, wie Lucius sein Bücherwissen hinten anstellen muss, um von einer Nonne, die nicht mal die Namen der Muskeln und Sehnen kennt, zu lernen, wie man Amputationen vornimmt und Wunden näht. Besonders zu Beginn entbehrt „Der Wintersoldat“ nicht einer guten Prise Humor - natürlich sarkastisch serviert. Gerade dieser Humor zog mich förmlich in den Roman, der eigentlich so viel mehr ist als ein Kriegsroman. Es geht um die Würdigung des Wissens, ganz gleich auf welche Art es erlernt wurde. Genauso werden grausame Fragen aufgeworfen, die eine Entscheidung sowohl von der Figur als auch vom Leser fordern. Vor allen Dingen Lucius wird dadurch mehr und mehr zur tragischen Figur. Letztendlich schließt sich auf den letzten Seiten ein Kreis, den ich so nicht erwartet hätte und mein Herz seufzen musste. Im Buch geht es genauso um eine zarte Liebe, die alles andere als kitschig ist, wie um die Suche nach Verlorenem und einer tiefen Sehnsucht. Das Buch hat mich schlichtweg fasziniert. Daniel Mason nimmt einen mit auf eine Reise vom trubeligen Wien, seinen Hörsälen und Teestuben hinein in die unwirtlichen Karpaten, in denen man spürt wie die Kugeln durch die Luft schnellen, zurück in ein verändertes Wien. Diese Stimmungen, die er mit seinen Worten hervorruft, sind so differenziert, das sie mich Schauplatzwechsel um Schauplatzwechsel kalt erwischt haben. Wichtig und schön kommt der Roman daher. Ich habe ihn sehr genossen.

✨️Highlight
📚 Inhalt Lucius ist ein junger Arzt voller Ideale und Selbstbewusstsein. Als der erste Weltkrieg ausbricht, meldet er sich freiwillig zum Lazarettarzt. Im Glauben, in ein gut ausgestattetes Lazarett zu kommen, landet er im eiskalten Winter 1914 in einer notdürftig eingerichteten Kirche. Lucius sieht sich mit Situationen konfrontiert, die er nicht lösen kann. Er hat noch nie ein Skalpell geführt, geschweige den eine Amputation durchgeführt. Doch genau diese Handlungen sind nun seine grausame Realität. Die Nonne Magdalena zeigt ihm alles, was er wissen muss und lehrt in sein Handwerk. Die beiden werden ein gutes Team und verlieben sich während ihrer gemeinsamen Einsätze ineinander. Als Lucius einen Mann behandeln muss, der äusserlich unverletzt ist, dafür aber viele seelische Wunden hat, ist nicht nur Lucius überfordert. Ein neues Krankheitsbild, welches man noch nicht kennt, die posttraumatischen Belastungsstörungen. 📖 Meinung Wow, dieses Buch ist einfach faszinierend. Lucius durch die Grausamkeiten des ersten Weltkriegs zu folgen, ist so nachvollziehbar und gut beschrieben. Man kann seine Gedanken und Beweggründe nachvollziehen und verstehen. Mir gefällt, wie er schnell merkt, dass ihn sein theoretisches Wissen nichts nützt und er sich von einer «ungebildeten» Nonne ausbilden lassen muss. Sie zeigt ihm, wo er das Skalpell ansetzen muss, wie er eine Wunde näht und behandelt. Gekoppelt mit dem eisigen Winter, der näher rückenden Front, dem Stress und dem Schlafmangel, wird eine Spannung aufgebaut, die mich als Leserin selbst ergriffen hat. Man kann den Stress und den Druck förmlich greifen. Und doch schafft es der Autor hier und da eine gute Prise Humor anzubringen, die passend ist. Die Liebesgeschichte die sich langsam zwischen Lucius und Magdalena entwickelt, fühlt sich sehr natürlich und schön an. Man wird auch hier in einen neuen Handlungsstrang gefesselt, der eine Ablenkung von den Schrecken des Krieges bietet. Der Autor schafft es, die Grausamkeiten aufzuzeigen, ohne diese zu übertreiben oder grausamer zu beschreiben, als es nötig wäre. Ich hatte nicht den Eindruck, dass der Splatter-Faktor extra hervorgehoben wurde, sondern es wurde die nüchterne Realität einer Kriegsfront dargelegt. Mit Feingefühl konnte der Autor die Stimmung, Gedanken und Gefühle der einzelnen Charaktere näher bringen. Das Buch ist keine leichte Kost, aber es lohnt sich sehr, diese schwere Lektüre anzugehen. Eine klare Leseempfehlung von mir.
Eigentlich mag ich keine Liebesgeschichten. Absolut nicht. Deshalb habe ich nicht nur zwei Mal überlegt, ob ich dieses Buch lesen soll, sondern etwa vier bis fünf Mal. So viel spricht für das Buch: das Cover, das Setting und dass Debrecen auf der ersten Seite erwähnt wird. Aber eine Liebesgeschichte? Will bzw. KANN ich das lesen? Antwort: ja, in diesem Falle kann ich es. Denn "Der Wintersoldat" hat mir wirklich sehr gefallen. Die Liebesgeschichte ist das treibende Element, doch Mason verliert nie das grosse Ganze aus dem Blick. Der Erste Weltkrieg verliert nicht an seiner Wichtigkeit, Lucius bleibt ein eigenständiger Charakter und man erfährt auch vieles über die Geschichte der Medizin. In solch einer Umgebung passt es einfach. Da dürfen sich zwei gut gezeichnete Figuren auch näher kommen, da es hier Teil ihrer Entwicklung ist und nicht ein pinker Gummiball, der überall herumploppt. Eine grossartig erzählte Geschichte, feinfühlig und tiefgründig.
Vorneweg gesagt, das war Büchermäßig ein wirklich guter Jahresabschluss für 2023. Der Roman 'Der Wintersoldat' von Daniel Mason beginnt 1915 zur Zeit des ersten Weltkrieges. Der Österreicher Lucius ist ein junger und begeisterter Medizinstudent aus einer durchaus privilegierten Wiener Familie. Als er seinen ersten Einsatz als Arzt in einem Lazarett in den Karpaten bekommt, ist er noch sehr unerfahren. Er wird quasi ins kalte Wasser geschmissen und ist Anfangs sehr skeptisch ob er das als einziger Mediziner ohne praktische Erfahrung und ohne Mentor überhaupt schaffen kann. Gott sei Dank steht ihm die selbstbewusste und mutige Schwester Margarete zur Seite und gemeinsam erleben sie eine harte, entbehrungsreiche und oft grausame Zeit. Das Buch hat mir viel besser gefallen als ich vermute habe. Man muss sich bewusst sein das diese grausame, ungeschönte Brutalität und gerade in der Umgebung eines Lazarett zu der Zeit einem einiges abverlangt beim lesen und manchmal schwer zu ertragen ist. Allerdings wird einem einfach zu keiner Zeit langweilig und man bekommt mal wieder vor Augen geführt das es einem selber (also mir auf jeden Fall) echt gut geht. Wer sowas gerne liest, wird Gefallen an dem Buch finden.
Dieser Roman hat mich wirklich gepackt. Die Geschichte ist wundervoll beschrieben, aber der Inhalt ist nichts für schwache Nerven. Ich mochte die Charaktere sehr, denn sie waren so real, so nah. Ich hatte das Buch nur für eine Zeit aus der Hand legen müssen, da der Krieg in dem Buch meine Stimmung echt gedrückt hatte. Der detaillierte Schreibstil und die Liebe für Details haben es mir echt angetan. Ich kann das Buch wirklich empfehlen, ich habe es geliebt, aber Vorsicht es ist nichts für schwache Nerven.

Das Buch würde ich klar weiterempfehlen. Kurz gesagt: Es geht um den ersten Weltkrieg und ein Medizinstudent der an die Front soll um im Lazarett als Arzt zu arbeiten und die Jahre nach dem Kriegsende. Das Buch ist spannend und gibt Einblicke in die schwierige Zeit die im Medizinwesen herrschte. Der Protagonist ist sehr sympathisch und es war schön seinem Weg durch die Schwere Zeit zu folgen.

Sorry, ging nicht kürzer ;-) So enttäuschend das Lesejahr 2020 auch geendet hat, so grandios hat das Lesejahr 2021 begonnen, denn „Der Wintersoldat“ von Daniel Mason war direkt ein Jahreshighlight, ein Buch, das mich vermutlich lange nicht loslassen wird. Erzählt wird die Geschichte von Lucius, einem 22-jährigen Medizinstudenten aus gutem Wiener Haus, der sich 1915 freiwillig zum Dienst als Sanitätsoffizier für ein Kriegslazarett in den Karpaten meldet, allerdings recht blauäugig in die Ferne gezogen ist, da er keinerlei Praxiserfahrung aufweisen kann. Aber er ist begabt, lernt schnell in Margarete, einer Ordens-/ Krankenschwester im Lazarett eine großartige Lehrerin, die ihm letztlich alles beibringt was er wissen muss und über die Theorie hinausgeht. Für mich kam dieser historische Roman zum absolut perfekten Zeitpunkt, genau die Art von Buch, die ich derzeit lesen will, die mich fordern, die viel von mir abverlangen, die mitunter schwer zu ertragen sind, die ich aber auch nie vergessen werde. Aber bestimmt kein Buch für jeden Leser und auch kein Buch für jede Gemütslage, kein Buch für zwischendurch, kein Buch zur Ablenkung vom eigenen Alltag. Als LeserIn sollte man sich selbst gut einschätzen können, ob und wann man sich auf diese Geschichte einlassen kann. Da ich „Lust“ auf „schwere Kost“ hatte, bin ich sehr gut und sehr schnell in das Buch reingekommen. Der Autor besticht mit einem klaren, ehrlichen Erzählstil und verzichtet literarisch wunderschöne Sätze. Und dennoch habe ich mir Sätze in dem Buch markiert, die aus dem Zusammenhang gerissen nicht besonders sind, aber in ihrem Zusammenhang einfach so wahr und echt sind. Der Autor schafft mit dieser so echten Sprache und einem guten Blick für Szenen, Orte oder Menschen Atmosphäre, keine schöne mollig-warme Kuschelatmosphäre, sondern die harte Realität eines Winters in der Nähe der Front während des Ersten Weltkriegs. Mir war kalt, ich hatte Hunger und ich habe vor Schmerzen (in einem nicht vorhandenen männlichen Geschlechtsteil) geschrien und bei der Behandlung derselben. Die Brutalität und Grausamkeit dieser Zeit ist so gut spürbar und macht mir einmal mehr klar, in was für einer privilegierten Zeit und Welt ich aufgewachsen bin und leben darf – auch wenn die aktuelle Pandemie auch mir an den Nerven zerrt. Auch die Figuren, allen voran natürlich die beide Protagonisten sind mir sehr ans Herz gewachsen. Margarete ist eine Frau der Tat, hat eine zupackende Art. Lucius hat eine große Entwicklung durchgemacht, nicht nur vom Studenten zum praktizierenden Arzt. Nein, er ist erwachsen geworden, ist gewachsen an den Erfahrungen, die er machen musste. Er begreift, er versteht, wenn auch nicht immer auf die sanfte Art. Zu Beginn bin ich beim Lesen über die medizinischen Fachbegriffe und osteuropäischen (ungarischen, polnischen) Namen von Orten und Menschen gestolpert, aber irgendwann habe ich diese nicht mehr wirklich wahrgenommen, weil mich die Geschichte viel zu sehr gefesselt hat. Die letzten ca. 80 Seiten habe ich in einem Rutsch gelesen und weiß nicht wirklich ob ich in dieser Zeit geatmet habe, ob ich atmen konnte. Aber eins weiß ich, ich hab geheult! Das Ende des Buches war SO! GUT! So wichtig und nur in dieser Art und Weise richtig für diese Geschichte. Und ohne Scheiß: wenn eine Liebesgeschichte SO erzählt wird, dann will ich mehr Liebesgeschichten lesen. „Der Wintersoldat“ von Daniel Mason ist ein sehr gut recherchierter und eindrücklich erzählter historischer Roman, in dem historische Fakten und die fiktive Geschichte von Lucius und Margarete perfekt ineinander verschmelzen, dass man sich gut vorstellen kann, dass die Geschichte sich genau so vor über 100 Jahren abgespielt hat. Der Roman hat mich dazu angestachelt noch mehr über den Ersten Weltkrieg zu erfahren, ich werde mich demnächst nach einem guten Sachbuch umschauen. Ein Buch über die Grausamkeit und Brutalität des Krieges, aber auch ein Buch, das Hoffnung macht und das zeigt, dass man trotz ganz fürchterlicher und schlimmer Traumata sein Lachen wiederfinden kann. (Und allein, wenn ich diesen letzten Satz schreibe und lese, treten mir schon wieder die Tränen in die Augen!)
Ich habe das Buch in einer tollen Leserunde gelesen, die mir länger in Erinnerung bleiben wird als das Buch an sich. Der Alltag eines Lazaretts im 1. Weltkrieg wird sehr eindringlich beschrieben. Man wird nicht geschont und diese Szenen kamen mir sehr realistisch vor. Der Protagonist, Lucius, ist mir leider das ganze Buch über sehr fremd geblieben. Ich konnte seine Beweggründe nicht immer nachvollziehen und war nur ein sehr weitentfernter Beobachter. Ich vermute, dass es so sein sollte. Ich wäre aber gerne gefühlsmäßig mehr in die Geschichte eingetaucht. Den letzten Satz im Buch fand ich besonders gelungen.
Ich persönliche lese super gerne Romane, die zu der Zeit des ersten oder auch zweiten Weltkriegs spielen. Aufgrund dessen und dem wunderschönen Cover musste der Wintersoldat bei mir einfach einziehen. Bereits von der ersten Seite an war ich von dem sachlichen aber dennoch sehr gut zu lesenden Schreibstil gefesselt. Ich hatte während des Lesens immer meine Probleme, aber zum Positiven, denn ich wollte das Buch/die Geschichte nicht mehr aus der Hand legen und hätte beinahe die ganze Nacht durch gelesen. Die Geschichte um den Medizinstudenten Lucius hat mich zutiefst beeindruckt, nachdenklich gestimmt, aber auch berührt. Ich hatte jederzeit das Gefühl, mich direkt in der Zeitspanne von 1914 - 1918 zu befinden. Toll umgesetzt. Die Charaktere sind super authentisch, mit ihren Handlungen und Gefühlen. Von mir gibt es zu diesem absolut tollen Buch definitiv eine Leseempfehlung!
Die Familiengeschichte von Lucius in der Gesellschaft der österreich-ungarischen Monarchie, sein bei Kriegsausbruch nicht beendetes Medizinstudium, die Realitätserfahrungen im Lazarett, das mal näher an der Front liegt und mal weiter von ihr entfernt ist, Begegnungen, Trennungen, Alpträume, Tote, Gewalt, Grausamkeit, Einsamkeit – es ist ein großartiges Panorama von Ereignissen, Stimmungen und Gefühlen, das Mason hier sprachlich geschickt zu guter Literatur macht. Mehr dazu auf meinem Blog "Notizhefte": https://notizhefte.com/2019/10/15/daniel-mason-der-wintersoldat/
Lange her, dass ich einen historischen Roman so genossen habe. Obwohl ich die grausligsten OP Szenen vllt. nicht unbedingt zum Mittagessen hätte hören sollen. Das Buch hatte ein hohes Tempo und für mich keine Längen. Eine absolute Seltenheit. Am Ende gefiel mir die erste Hälfte jedoch deutlich besser als die zweite in der man mit dem Protagonisten zusammen erwachsen wird.
Der Einstieg war für mich gut. Ich mochte die Geschichte um Lucius. Das war auch , glaube ich , mein zweiter Roman über den ersten Weltkrieg und ich habe mich immer davon ferngehalten. Hier muss ich aber sagen, fand ich es spannend erzählt, aber leider für mich etwas langatmig. Ich denke aber , dass braucht diese Geschichte. Den Schreibstil fand ich toll. Er passte unheimlich gut zum Zeitgeschehen. Das Ende war für mich nix
Ein unglaublich packender Roman. Habe die letzten 200 Seiten heute durchgesuchtet. Anfangs fiel mir der außergewöhnliche Schreibstil schwer und ich musste mich erst daran gewöhnen. Trotzdem wollte ich immer wissen, wie es weitergeht und allmählich wurde es unglaublich spannend. Eine tragische Liebesgeschichte in Zeiten eines grausamen Krieges, ohne jedoch kitschig zu sein. Grandios.






























