Der Teufel
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Description
Book Information
Author Description
Andreas Maier, 1967 im hessischen Bad Nauheim geboren, studierte Philosophie und Germanistik, anschließend Altphilologie. Er lebt in Frankfurt am Main.
Posts
Als etwa Gleichaltriger musste ich über weite Strecken des autobiografischen Romans wirklich staunen, wie sehr die Schilderungen des Autors über das Erlebte und seine Gedankenwelt als Heranwachsender in der Bundesrepublik sich meinen eigenen ähneln und teilweise sogar gleichen. Dabei stellt Maier nicht ohne Witz die vorgeblich objektiven Wahrheiten in Frage, nicht nur im Privaten bei Konflikten seiner Eltern, Onkeln usw., sondern auch in den Berichterstattungen der damaligen Medien. Maier prangert aus heutiger Sicht die Trennung in Gut (wir) und Böse (die anderen), in den Nachrichten der "Tagesschau" und "heute" der 80er und 90er Jahre an. Teilweise kann ich ihm zustimmen, z.B. wenn er über die Vereinfachung von komplizierten Konflikten und die damit verbundene Verblödung bei den Konsumenten der Nachrichten sinniert. An der Stelle jedoch, wo Maier über den Bosnienkrieg philosophiert, musste ich wirklich schlucken, z.B. auf Seite 209: "(...) es war, als habe das Fernsehen diesmal länger gebraucht, um die Dinge so vereinfachen und vereinheitlichen zu können, dass man sich endlich einmal auf dauerhafte Gesichter einigen konnte, und nun also kristallisierten sich zwei heraus, der eine mit dem Gesicht eines Metzgers, der andere Psychiater und Lyriker (dem Psychiater saß die betreffenden Uniform schlecht und schlotterig, der Metzger schien aus seiner herauszuplatzen). Als diese beiden auf dem Bildschirm erschienen, konnte auch mein Onkel sich endlich wieder festlegen. Ganz böse Menschen, Kriegsverbrecher, murmelte er, wenn er die Gesichter sah. Die müsste man ... die sollte man ..." Was Maier hier verbreitet, ist in meinen Augen geschichtsvergessen und vielleicht sogar genau das, was er anderen vorwirft, nämlich Propaganda. Will er tatsächlich leugnen, dass die Herren Karadžić und Mladić zurecht vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verurteilt wurden wegen Kriegsverbrechen, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit? Ein paar zwischendurch eher belanglose bis langweilige Passagen des Romans kann ich verzeihen, auch die Tatsache, dass bei der Ankündigung des Buches dem Autor ein besonderer Witz unterstellt wurde (den ich nur ansatzweise bestätigen kann), aber der oben beschriebene Punkt hat mich leider zum Widerspruch gezwungen. Ich frage mich: Wer eigentlich wollte früher und wer will heute wen an der Nase herumführen? Denken ist erlaubt. Gestern wie heute.
Mittelhessischer Roman über einen circa 40 jährigen Lebensweg
Der Teufel von Andreas Maier erzählt die Lebensgeschichte von Andi begonnen Ende der 60 er / Anfang der 70 er Jahre (als 5 Jähriger) bis in die Zeit Anfang der 2000er. Mit viel Witz und auch ein wenig Sarkasmus wird die Familie des Autors sowie die politische Lage jeweils dargestellt und die weltpolitische Situation demgegenüber gestellt. Mir war manches zu dick aufgetragen - insbesondere das Thema des Teufels und seine Darstellung oder Nichtdarstellung in der Friedberger Pfarrkirche. Alles in allem ist es aber ein lesenswerter Roman für Menschen, die Interesse an philosophischen Themen haben.
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Andreas Maier, 1967 im hessischen Bad Nauheim geboren, studierte Philosophie und Germanistik, anschließend Altphilologie. Er lebt in Frankfurt am Main.
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Als etwa Gleichaltriger musste ich über weite Strecken des autobiografischen Romans wirklich staunen, wie sehr die Schilderungen des Autors über das Erlebte und seine Gedankenwelt als Heranwachsender in der Bundesrepublik sich meinen eigenen ähneln und teilweise sogar gleichen. Dabei stellt Maier nicht ohne Witz die vorgeblich objektiven Wahrheiten in Frage, nicht nur im Privaten bei Konflikten seiner Eltern, Onkeln usw., sondern auch in den Berichterstattungen der damaligen Medien. Maier prangert aus heutiger Sicht die Trennung in Gut (wir) und Böse (die anderen), in den Nachrichten der "Tagesschau" und "heute" der 80er und 90er Jahre an. Teilweise kann ich ihm zustimmen, z.B. wenn er über die Vereinfachung von komplizierten Konflikten und die damit verbundene Verblödung bei den Konsumenten der Nachrichten sinniert. An der Stelle jedoch, wo Maier über den Bosnienkrieg philosophiert, musste ich wirklich schlucken, z.B. auf Seite 209: "(...) es war, als habe das Fernsehen diesmal länger gebraucht, um die Dinge so vereinfachen und vereinheitlichen zu können, dass man sich endlich einmal auf dauerhafte Gesichter einigen konnte, und nun also kristallisierten sich zwei heraus, der eine mit dem Gesicht eines Metzgers, der andere Psychiater und Lyriker (dem Psychiater saß die betreffenden Uniform schlecht und schlotterig, der Metzger schien aus seiner herauszuplatzen). Als diese beiden auf dem Bildschirm erschienen, konnte auch mein Onkel sich endlich wieder festlegen. Ganz böse Menschen, Kriegsverbrecher, murmelte er, wenn er die Gesichter sah. Die müsste man ... die sollte man ..." Was Maier hier verbreitet, ist in meinen Augen geschichtsvergessen und vielleicht sogar genau das, was er anderen vorwirft, nämlich Propaganda. Will er tatsächlich leugnen, dass die Herren Karadžić und Mladić zurecht vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verurteilt wurden wegen Kriegsverbrechen, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit? Ein paar zwischendurch eher belanglose bis langweilige Passagen des Romans kann ich verzeihen, auch die Tatsache, dass bei der Ankündigung des Buches dem Autor ein besonderer Witz unterstellt wurde (den ich nur ansatzweise bestätigen kann), aber der oben beschriebene Punkt hat mich leider zum Widerspruch gezwungen. Ich frage mich: Wer eigentlich wollte früher und wer will heute wen an der Nase herumführen? Denken ist erlaubt. Gestern wie heute.
Mittelhessischer Roman über einen circa 40 jährigen Lebensweg
Der Teufel von Andreas Maier erzählt die Lebensgeschichte von Andi begonnen Ende der 60 er / Anfang der 70 er Jahre (als 5 Jähriger) bis in die Zeit Anfang der 2000er. Mit viel Witz und auch ein wenig Sarkasmus wird die Familie des Autors sowie die politische Lage jeweils dargestellt und die weltpolitische Situation demgegenüber gestellt. Mir war manches zu dick aufgetragen - insbesondere das Thema des Teufels und seine Darstellung oder Nichtdarstellung in der Friedberger Pfarrkirche. Alles in allem ist es aber ein lesenswerter Roman für Menschen, die Interesse an philosophischen Themen haben.






