Der Schlüssel würde noch passen

Der Schlüssel würde noch passen

Hardback
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Description

Das neue Buch der renommierten und vielfach ausgezeichneten Historikerin, Publizistin und Schriftstellerin Irina Scherbakowa - Nominiert für den Deutschen Sachbuchpreis 2026

»Dieses Buch, mit all den mutigen großen und kleinen Menschen, die darin vorkommen, ist nicht nur großartig geschrieben. Es macht Hoffnung.« Aus der Begründung für die Nominierung für den Deutschen Sachbuchpreis 2026

»Eines der 10 besten Sachbücher 2025.« Deutschlandfunk Kultur, 3.12.2025

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In »Der Schlüssel würde noch passen« erzählt Irina Scherbakowa von den kurzen Jahren der Perestroika,. Sie berichtet vom Alltag und vom politischen Aufbruch in Moskau und auf dem Land zu Beginn der 1990er-Jahre. Sie beschreibt die ungewohnte Freiheit und wie die Menschen mehr schlecht als recht damit umzugehen lernten. Scherbakowas Thema ist auch ihre bis heute andauernde aktive politische Tätigkeit und das scheinbar unaufhaltsame Abgleiten Russlands in die Diktatur. Ihre beeindruckenden Moskauer Erinnerungen sind dicht verwoben mit der Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert und ihrem lebenslangen Kampf gegen Staatsterror und für die Erinnerung.

Irina Scherbakowa ist eine der bedeutendsten russischen Oppositionellen. Sie ist Mitgründerin der Menschenrechts-Organisation Memorial, die 2022 mit dem Friedens-Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Das autobiografische Sachbuch schließt damit an »Die Hände meines Vaters« an, das 2017 ebenfalls bei Droemer erschien.

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» Irina Scherbakowa hat Menschen dazu ermutigt, sich mit Familiengeschichten zu beschäftigen oder ... darüber zu sprechen, warum sie Opfer des Stalinismus geworden sind.« Cornelia Siegel, Leiterin der Abteilung Europäische und Internationale Beziehungen der Stadt Chemnitz, 27.4.2026

»Erinnern ist Ihr Widerstand!« Ilse Aigner, bayerische Landtagspräsidentin und Schirmherrin des FORUM DEMOKRATIE der Evangleischen Akademie Tutzing anlässlich der Ehrung Irina Scherbakowas mit dem "Tutzinger Löwen", 11.2.2026

Scherbakowa erhielt den „Tutzinger Löwen“ für »ihren unermüdlichen Einsatz für eine Erinnerungskultur, die von Aufklärung, Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit und Verteidigung der Freiheit geprägt« ist, so Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing, am 11.2.2026.

» Das berührende Dokument einer Zeitzeugin.« Welt, 8.1.2026

»Und obwohl ich wusste, dass es vorbei ist, hatte ich beim Packen doch nicht das Gefühl, für immer zu gehen.« Irina Scherbakowa im Interview mit Alice Bota und Alexander Kauschanski, DIE ZEIT Nr. 47, 6.11.2025

»Das Buch führt durch mehr als siebzig Jahre eines bewegten Intellektuellenlebens und russischer, vor allem Moskauer Zeitgeschichte.« Kerstin Holm in der FAZ, 4.11.2025

»Irina Scherbakowa gibt eine persönliche und detaillierte Antwort auf die Frage, wie der russische Staat im 20. Jahrhundert seine Bürger missbraucht hat und wie er das weiterhin tut, solange die alten Verbrechen nicht aufgearbeitet sind.« Süddeutsche Zeitung

»Diejenigen Russinnen und Russen, die wie Irina Scherbakowa immer eindeutig für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte eingetreten sind, die dabei großen Mut bewiesen und persönliche Risiken in Kauf genommen haben – sie sind nicht Widersacher der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Putins brutalen Krieg. Im Gegenteil, sie sind Seelenverwandte und Mitstreiter in unserem gemeinsamen Kampf für eine friedliche, freiheitliche und demokratische Zukunft Europas.« Bundeskanzler Olaf Scholz anlässlich der Verleihung des Marion-Dönhoff-Preises 2022 für internationale Verständigung und Versöhnung

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Historical Figures
Format
Hardback
Pages
328
Price
25.70 €

Author Description

Irina Scherbakowa, geboren 1949 in Moskau, ist eine Historikerin und Publizistin. Sie arbeitete als Redakteurin und Übersetzerin deutscher Literatur. Seit Anfang der 1980er Jahre führte sie Gespräche mit GULAG-Überlebenden und leitete ab Gründung von Memorial (1989) die Bildungsarbeit der russischen Menschenrechtsorganisation, vor allem den Geschichtswettbewerb. Forschungsaufenthalte führten sie nach Berlin, Wien, Salzburg und Jena. 2021 liquidierte das Putin-Regime die NGO, 2022 erhielt Memorial gemeinsam mit einer ukrainischen und einer belarussischen Organisation den Friedensnobelpreis. Im selben Jahr verließ Scherbakowa ihr Heimatland und lebt heute in Berlin und Tel Aviv. Sie ist Vorstandvorsitzende der in Berlin gegründeten Exilorganisation Zukunft Memorial, gehört dem Kuratorium der Gedenkstätte Buchenwald an und ist Ehrenmitglied des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin. Im Januar 2026 erhielt sie zusammen mit Julia Nawalnaja den Ludwig-Beck-Preis für Zivilcourage der Landeshauptstadt Wiesbaden.

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Der Titel dieses Buches hat mich sehr angesprochen und neugierig gemacht zumal es um Moskau und Russland geht. Irina Scherbakowa, Historikerin, Publizistin und Leiterin der Bildungsarbeit bei der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial, erzählt in diesem Sachbuch anschaulich und nachvollziehbar aus den Erfahrungen ihres Lebens und ihrer Arbeit. Sie berichtet, wie sich ab der Wende bis heute, Moralvorstellungen verändern, wie Gerechtigkeit schwindet und Gewalt vorherrscht. Mit anschaulichen Bildern untermalt die Autorin dies aus ihrem eigenen Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis. Das geht nahe und erschüttert. Erlebte Gewalt, Überfälle und Unsicherheit prägen den Alltag in einem Land, das mit Demokratie keine Erfahrung hat und sie nicht umsetzen kann. Obwohl man vieles in den Medien verfolgen konnte, ist es berührend, dies "hautnah" erzählt zu bekommen. Denn das gelingt der Autorin mit ihrem Erzählstil gut, uns an ihren Erfahrungen teilzunehmen zu lassen. Flüssig, mit klaren Bildern, lernen wir sie selbst und ihre Mitmenschen kennen. Aber auch politische Hintergründe setzt sie gekonnt in den Kontext und schafft so die Grundlage für das Verständnis. Besonders beeindruckt hat mich ihre Arbeit bei der Stiftung Memorial (liquidiert 2021), die Erinnerungen und Zeitgeschehen der russischen Bürger überall im Land im Rahmen von Schulprojekten sammelte und archivierte, so dass viele Menschen, die Grausamkeit und Leid durchleben mussten, eine Stimme bekamen. Sie erzählt von Unrecht, Folter und Verbannung in Gulag's. Berührende Schicksale der Vergangenheit und sie sieht sorgenvoll auf die Wiederholungen in der Gegenwart. Ihre Heimatliebe und die Besorgnis um ihr Land sind spür- und greifbar. Und dennoch leuchtet auch Hoffnung auf eine friedvolle Welt hindurch indem sie nicht aufgibt und weiter "sammelt". Mir hat dieses Sachbuch sehr gut gefallen. Ich konnte vieles nachvollziehen, ihre Beweggründen verstehen, habe manches gelernt und in neuem Licht gesehen. Vieles war mir bisher unbekannt, hat mich interessiert, erschüttert und informiert.

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Ein Leben gegen das Vergessen

Man schlägt dieses Buch auf und merkt nach wenigen Seiten: Das ist kein gemütlicher Rückblick, das ist ein Lebensprotokoll mit offenen Nerven. Irina Scherbakowa schreibt nicht, um zu gefallen, sondern um festzuhalten, was sonst verloren geht. Gedanken schießen durch den Kopf wie: Wie viel Mut passt eigentlich in ein einziges Leben? Zwischen Moskauer Küchen, politischen Hoffnungen und bitteren Enttäuschungen entfaltet sich eine Geschichte, die gleichzeitig persönlich und erschreckend exemplarisch ist. Kein Pathos, keine Selbstverklärung. Stattdessen Erinnerungen, die manchmal leise daherkommen und dann plötzlich treffen wie eine kalte Hand im Nacken. Immer wieder dieses Gefühl: Geschichte ist nichts Abstraktes, sie sitzt mit am Tisch. Besonders stark wirkt, wie selbstverständlich Scherbakowa Verantwortung denkt. Bürgerrechte, Aufarbeitung, Widerstand – das sind hier keine großen Begriffe, sondern tägliche Entscheidungen mit echtem Risiko. Beim Lesen wächst Bewunderung, aber auch ein unangenehmes Ziehen im Bauch. In Westeuropa redet man gern über Haltung, hier wird gezeigt, was sie kostet. Das Buch hat kluge, ruhige Momente, dann wieder Passagen voller Bitterkeit und Müdigkeit. Und genau darin liegt seine Kraft. Kein Abgesang, keine Abrechnung, sondern ein ehrlicher Blick auf ein Leben, das an die Idee geglaubt hat, dass Erinnerung etwas verändern kann. Am Ende bleibt man still sitzen, klappt das Buch zu und denkt: Der Schlüssel würde noch passen – aber die Tür dahinter ist schwerer geworden. Ein Buch, das nachwirkt, fordert und lange im Kopf bleibt.

Ein Leben gegen das Vergessen
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