Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García

Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García

Softcover
3.14

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Description

Ein Postbote ohne Post, der um seinen Sohn kämpft, ein marokkanischer Tisch aus deutscher Eiche, der ein dunkles Familiengeheimnis aus dem Spanischen Bürgerkrieg birgt, und ein blauer Ball, der über die Insel der hundert Vulkane bis nach Afrika rollt.

Im Leben des Postboten Pedro Fernández García ist es still geworden, seitdem seine große Liebe Carlota ihn verlassen und den gemeinsamen Sohn mitgenommen hat. Mit seinem Freund Tenaro, einem arbeitslosen Fischer ohne Boot, und Amado, einem Flüchtling, der auf Lanzarote die Freiheit gesucht und ein Gefängnis vorgefunden hat, schmiedet er einen wahnwitzigen Plan – und merkt, wie viel es zu gewinnen gibt, wenn alles verloren scheint. Moritz Rinke entfacht in seinem zweiten Roman ein Feuerwerk an Geschichten.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
448
Price
14.40 €

Author Description

Moritz Rinke, geboren 1967 in Worpswede, ist einer der führenden Dramatiker seiner Generation. Seine Theaterstücke, u. a. »Republik Vineta«, »Wir lieben und wissen nichts« oder »Westend«, werden national und international gespielt und erreichen ein Millionenpublikum. Sein Debütroman »Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel« (2010) wurde zum Bestseller. Zuletzt erschien bei Kiepenheuer & Witsch der Roman »Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García« (2021). Moritz Rinke lebt in Spanien und in Berlin.

Posts

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All
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Nicht besonders: nicht schlecht geschrieben, aber nicht mein Thema/Stil

Pedro ist Postbote auf Lanzerote, die Menschen schreiben sich aber kaum noch Briefe und er verbringt den Tag damit Werbesendungen auszutragen, Kaffee zu trinken und den Sohn seiner Liebsten Carlotta zu betreuen, die immer nur arbeitet. Man erfährt wirklich alles aus Pedros leben, begleitet diesen Mann durch ein schwieriges Jahr in dem er seinen schwierigen Kindheitsfreund wiederentdeckt, die Post dabei ist zugrunde zu gehen, Carlotta mit Miguel wegzieht, er keinen Kontakt mehr mit seinem Wahl-Sohn bekommt, Polizisten und die Welt sehr grausam sind und er sich fast umbringt statt seiner eigenen Geschichte auf den Grund zu gehen. Nebenbei hilft er einem Flüchtling...oder wie ich finde, hilft der Flüchtling eher Pedro. Insgesamt konnte ich mich nicht in die Figuren außer Amando reinfühlen. In keinen, weder die Frauen, noch die Männer, es war alles so unausgesprochen, so unfertig, so unbefriedigend. Auch das Ende funktioniert schließlich nur, weil die Lösung des Autors ist, den schlechten Einfluss zu entfernen. Der ist dann einfach weg, wird symbolisch beerdigt...dabei hätte ich da schon gesehen, wie der mit Pedros Hilfe ein Boot-Recycling-Geschäft aufmacht. SPOILER: Am Ende ist alles wieder auf Anfang: Alle drei sind auf der Insel, Pedro arbeitet immer noch bei der zugrindegehenden Poststelle in Yaisa, Carlotta und er sind sich ungefähr so nah wie zu Anfang der Geschichte, Amando ist zurück in Africa und Tenaro spielt wieder keine Rolle in Pedros Leben. Ich fand das Buch insgesamt nicht sehr sinnstiftend, aber hatte auch keine Schlechte Zeit während ich es las. Darum nur zwei Sterne. Aber ich mag keinen Kaffee, keine heißen Urlaube und konnte die inneren Monologe des Protagonisten als Frau oft nicht so nachvollziehen. Dieses Buch hat sich wohl einfach an jemand anderen gerichtet :) dem es hoffentlich mehr Spaß bereitet und Weißheit geschenkt hat.

4

Pedro, in dritter Generation Postbote in Yaiza auf Lanzarote, hat dank Internet kaum noch Post, die er zustellen kann. Dann verlässt ihn Carlota, seine große Liebe und nimmt den gemeinsamen Sohn Miguel mit aufs Festland, nach Barcelona. Sein Kumpel Tenaro ist ein arbeitsloser Fischer ohne Boot und dann taucht plötzlich Amado auf, ein Flüchtling aus Afrika, der es bis nach Lanzarote geschafft hat. Alle drei Männer haben nichts mehr zu verlieren und den Mut der Verzweifelten. Sie schmieden einen unglaublich verrückten Plan. Und vielleicht lösen sie auch noch das Geheimnis um einen marokkanischen Tisch und um einen blauen Ball. Tja, auch wenn es sich jetzt so anhört wie die Geschichte eines völlig abgedrehten Roadtrips, geht es doch um viel mehr in „Der letzte Tag des Pedro Fernándo García“. Es ist keine Geschichte, die laut ist und vor Spannung nur so platzt und knallt. Es ist mehr eine Reise ins Innenleben des Pedro Fernándo García und seiner ungleichen Freunde. Auch ist es eine Reise in die Familiengeschichte zu einem dunklen Geheimnis. All dies wird erst nach und nach klar. Zunächst werden in aller Ruhe Pedro, Carlota und der Sohn Miguel vorgestellt. Pedro, der mangels Post die meiste Zeit damit verbringt, Cafe con leche am Hafen zu trinken. Carlota, die gaaanz viel arbeitet und Miguel, das ein und alles von Pedro. Und plötzlich bricht die heile Welt auseinander. Der Schmerz Pedros ist ganz deutlich spürbar, wie großartig Moritz Rinke diese Gefühle ausdrücken kann. Als Leser*in erlebt man die verschiedenen Traurigkeitsphasen der Hauptfigur mit und lernt dann auch Tenaro und irgendwann den sehr gebildeten Amado kennen. Im Laufe der Geschichte werden einige Personen und Ereignisse vorgestellt, was mich zunächst ein wenig schwindelig gemacht hat. Man lernt die liebenswerten und weniger liebenswerten Macken der Menschen in Pedros Umfeld kennen. Zum Schluss wird aber aus all den kleinen Nebenschauplätzen und Erzählfäden, die gesponnen werden, etwas Ganzes. Es gibt Beschreibungen der Insel, Menschen, die ganz detailliert umrissen werden und was mich sehr berührt hat, ist die Liebe Pedros zu seinem Sohn. Dies wird mit jeder Handlung, jedes Gedanken Pedros klar und so erscheint dann am Ende auch der Plan einfach logisch und gar nicht so völlig verrückt. Auch die beiden anderen wichtigen Figuren des Buches, Tenaro und Amado, bringt der Autor näher. Es wird klar, was ihre Ambitionen, ihre Sorgen und Hoffnungen sind. Und gleichzeitig schafft es Moritz Rinke, aktuelle Themen wie das Verdrängen der kleinen Fischer durch große Fischfangflotten und die Flüchtlingsströme aus Afrika mit in das Buch einzubringen. So beschreibt er, was Amado auf sich genommen hat, um nach Spanien zu kommen. Eine lebensgefährliche Reise durch die Sahara und über das Meer und den Aufenthalt im Lager. Dadurch kommt neben der eigentlichen Geschichte um Pedro noch eine politische Komponente hinein. Es ist mal wieder ein ganz feines, leises Buch, dass seinen Zauber erst so nach und nach außen kehrt. Ich hatte etwas anderes erwartet aufgrund des Klappentextes, habe aber eine ganz bezaubernde Geschichte stattdessen gefunden. Ein Buch für diejenigen, die die leisen Töne mögen, aber auch eine Vorliebe für leicht schräge Typen und schräge Plots haben, denn zwischendurch wird es schon ein wenig verrückt und ich musste ein paar Mal laut lachen. Und es wird dann auch klar, warum das Buch „Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García“ heißt.

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