Der Laden
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Description
»Die Welt ist voller Geheimnisse. Wenn ich älter bin, werde ich sie ergründen.«
Ein folgenschwerer Tag ist jener 15. Juni 1919 für Esau Matt: Die Familie zieht um, von einem Niederlausitzer Heidedorf in ein anderes, nach Bossdom. »Brod-, Weissbäckerei, auch Colonialwarenhandlung« steht über dem Laden, den die Eltern mit nichts als Geborgtem erworben haben. Von nun an wird Esau Bäckersch Esau sein und bleiben, und der Laden wird tyrannisch in den Familienfrieden eingreifen.
»Seit mein Buch ›Der Laden‹ erschien, wird in meiner Heimat nachgeforscht: Wer ist wer? Und man kommt dabei zu falschen Schlüssen und behauptet, ich hätte diesem und jenem und solchen etwas angedichtet, was sie nicht getan haben. Und sie bestehen darauf, daß sie die im Roman vorkommenden Leute erkennen, vor allem sich selber. Und es kommen Leserbriefe, in denen angefragt wird, wieviel Prozent von dem, was ich aufschrieb, auf Wahrheit beruht, und wieviel Prozent erdichtet, um nicht zu sagen erlogen, sind. Ich antworte diesen Lesern hiermit: Wahrlich, ich sage euch, dieses Buch da und dieses Buch hier enthalten neunzig Prozent Wahrheit und zehn Prozent Erlogenes. Ich sage absichtlich Erlogenes, weil jene Leser den Unterschied zwischen Dichtung und Lüge nicht anerkennen.« Erwin Strittmatter
Book Information
Author Description
Erwin Strittmatter wurde 1912 in Spremberg als Sohn eines Bäckers und Kleinbauern geboren. Mit 17 Jahren verließ er das Realgymnasium, begann eine Bäckerlehre und arbeitete danach in verschiedenen Berufen. Von 1941 bis 1945 gehörte er der Ordnungspolizei an. Nach dem Kriegsende arbeitete er als Bäcker, Volkskorrespondent und Amtsvorsteher, später als Zeitungsredakteur in Senftenberg. Seit 1951 lebte er als freier Autor zunächst in Spremberg, später in Berlin, bis er seinen Hauptwohnsitz nach Schulzenhof bei Gransee verlegte. Dort starb er am 31. Januar 1994.Zu seinen bekanntesten Werken zählen sein Debüt »Ochsenkutscher« (1950), der Roman »Tinko« (1954), für den er den Nationalpreis erhielt, sowie die Trilogien »Der Laden« (1983/1987/1992) und »Der Wundertäter« (1957/1973/1980).
Posts
Liebenswürdige Alltäglichkeiten zwischen den Weltkriegen...
Viel Zeit lag jetzt zwischen der Lektüre des ersten und des zweiten Bandes vom "Laden" von Erwin Strittmatter. Während der Autor im ersten Teil vorwiegend seine Kindheit beschreibt und ausdrücklich einen Mix aus Wahrheit und Erfundenem bietet, so ist im zweiten Teil die Ich-Figur zum Jugendlichen herangewachsen und geht nun mehr aufs Gymnasium. Das führt einige Änderungen mit sich. So zieht Esau nach Grodk in eine Kellerwohnung. Seine Gasteltern wachsen ihm ans Herz und auch über diese hat Strittmatter allerhand Begebenheiten aus dem Leben zusammen geschrieben. Liebeswirren aller Arten begleiten den Jugendlichen von jetzt ab - selbst erlebt und selbst beobachtet. Man kann gar nicht all die Kleinigkeiten beschreiben, die der Protagonist erlebt. Aber liebenswürdig ist es wieder. Es hat allerdings einige Zeit gedauert, bis ich mich wieder auf die gemächliche und doch recht eigene Sprache eingestellt hatte. Doch habe ich es nicht bereut, auch den zweiten Teil gelesen zu haben.

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»Die Welt ist voller Geheimnisse. Wenn ich älter bin, werde ich sie ergründen.«
Ein folgenschwerer Tag ist jener 15. Juni 1919 für Esau Matt: Die Familie zieht um, von einem Niederlausitzer Heidedorf in ein anderes, nach Bossdom. »Brod-, Weissbäckerei, auch Colonialwarenhandlung« steht über dem Laden, den die Eltern mit nichts als Geborgtem erworben haben. Von nun an wird Esau Bäckersch Esau sein und bleiben, und der Laden wird tyrannisch in den Familienfrieden eingreifen.
»Seit mein Buch ›Der Laden‹ erschien, wird in meiner Heimat nachgeforscht: Wer ist wer? Und man kommt dabei zu falschen Schlüssen und behauptet, ich hätte diesem und jenem und solchen etwas angedichtet, was sie nicht getan haben. Und sie bestehen darauf, daß sie die im Roman vorkommenden Leute erkennen, vor allem sich selber. Und es kommen Leserbriefe, in denen angefragt wird, wieviel Prozent von dem, was ich aufschrieb, auf Wahrheit beruht, und wieviel Prozent erdichtet, um nicht zu sagen erlogen, sind. Ich antworte diesen Lesern hiermit: Wahrlich, ich sage euch, dieses Buch da und dieses Buch hier enthalten neunzig Prozent Wahrheit und zehn Prozent Erlogenes. Ich sage absichtlich Erlogenes, weil jene Leser den Unterschied zwischen Dichtung und Lüge nicht anerkennen.« Erwin Strittmatter
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Erwin Strittmatter wurde 1912 in Spremberg als Sohn eines Bäckers und Kleinbauern geboren. Mit 17 Jahren verließ er das Realgymnasium, begann eine Bäckerlehre und arbeitete danach in verschiedenen Berufen. Von 1941 bis 1945 gehörte er der Ordnungspolizei an. Nach dem Kriegsende arbeitete er als Bäcker, Volkskorrespondent und Amtsvorsteher, später als Zeitungsredakteur in Senftenberg. Seit 1951 lebte er als freier Autor zunächst in Spremberg, später in Berlin, bis er seinen Hauptwohnsitz nach Schulzenhof bei Gransee verlegte. Dort starb er am 31. Januar 1994.Zu seinen bekanntesten Werken zählen sein Debüt »Ochsenkutscher« (1950), der Roman »Tinko« (1954), für den er den Nationalpreis erhielt, sowie die Trilogien »Der Laden« (1983/1987/1992) und »Der Wundertäter« (1957/1973/1980).
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Liebenswürdige Alltäglichkeiten zwischen den Weltkriegen...
Viel Zeit lag jetzt zwischen der Lektüre des ersten und des zweiten Bandes vom "Laden" von Erwin Strittmatter. Während der Autor im ersten Teil vorwiegend seine Kindheit beschreibt und ausdrücklich einen Mix aus Wahrheit und Erfundenem bietet, so ist im zweiten Teil die Ich-Figur zum Jugendlichen herangewachsen und geht nun mehr aufs Gymnasium. Das führt einige Änderungen mit sich. So zieht Esau nach Grodk in eine Kellerwohnung. Seine Gasteltern wachsen ihm ans Herz und auch über diese hat Strittmatter allerhand Begebenheiten aus dem Leben zusammen geschrieben. Liebeswirren aller Arten begleiten den Jugendlichen von jetzt ab - selbst erlebt und selbst beobachtet. Man kann gar nicht all die Kleinigkeiten beschreiben, die der Protagonist erlebt. Aber liebenswürdig ist es wieder. Es hat allerdings einige Zeit gedauert, bis ich mich wieder auf die gemächliche und doch recht eigene Sprache eingestellt hatte. Doch habe ich es nicht bereut, auch den zweiten Teil gelesen zu haben.





