Der Hochzeitsring

Der Hochzeitsring

Paperback
3.73
Erfurt, Erfurter SchatzHochzeitHistorischer RomanErfurt, Jüdisches Leben

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Description

Erfurt, 1349: Bewundernd beobachtet Konrad seinen Lehrherrn Thomas von Weimar, während dieser aus purem Gold den schönsten Ring schmiedet, der je an den Ufern der Gera entstanden ist. Der reiche jüdische Kaufmann Kalman von Wiehe hat ihn für die Hochzeit seines ältesten Sohns bestellt. Doch als Konrad an einem kalten Wintermorgen die Leiche eines jungen Mädchens im Hof der Goldschmiedewerkstatt entdeckt, gerät das Leben in der mittelalterlichen Stadt aus den Fugen.
Schreckliche Gerüchte laufen auf den Märkten um, die Pest sei auf dem Weg nach Erfurt, die Strafe Gottes. Und die Juden seien an allem schuld. Rasend schnell schaukelt sich die Stimmung auf, die Volksseele kocht. Die Juden der Stadt und alle, die wie der junge Konrad und sein Meister freundschaftlich mit ihnen verkehren, müssen um ihr Leben fürchten.
Mit beeindruckender Sprachgewalt und großer Detailkenntnis entwirft Henry Köhlert ein wirklichkeitsnahes, stimmiges Bild vom Leben in Erfurt kurz vor dem großen Pogrom von 1349. Dieser spannende Roman ist zugleich ein flammendes Plädoyer gegen Aberglaube und Fremdenfeindlichkeit, für Toleranz und Mitmenschlichkeit in schwerer Zeit.

Book Information

Main Genre
Historical Novels
Sub Genre
N/A
Format
Paperback
Pages
240
Price
15.50 €

Author Description

Der Journalist Henry Köhlert lebt seit 2002 mit seiner Frau Corinna und seinen drei Kindern in Erfurt. Der Absolvent der Axel-Springer-Journalistenschule leitet die Thüringen-Ausgabe von Deutschlands größtem Boulevardblatt.

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Henry Köhler berichtet in seinem historischen Roman aus der Sicht Konrads, des stummen Lehrlings des Goldschmiedes Thomas von Weimar. Der Goldschmied und seine Gesellen fertigen gerade Schmuckstücke für die Hochzeit des Sohnes des reichen Juden Kalman von Wiehe, als erste Gerüchte der Pest aus den umliegenden Orten nach Erfurt gelangen. Konrad bewundert die filigranen Kunstwerke und freut sich, dass er helfen darf. Sein Lehrmeister führt ihn nicht nur in die Goldschmiedekunst ein, sondern nimmt ihn auch mit zu seinem jüdischen Freund und Geschäftspartner, wo Konrad staunend die jüdische Kultur kennenlernt. Doch Neid und Gier nutzen die Gerüchte in der Bevölkerung, die sich gegen die jüdische Gemeinde wendet und erste Verschwörungen brauen sich zusammen… Das Buch macht auf mich einen sehr gut rechercherierten Eindruck und der Autor zeichnet ein sehr lebendiges Bild vom mittelalterlichen Erfurt. Er erzählt anschaulich, in einfacher verständlicher Sprache. Das Bild, das dabei vom Mittelalter entsteht, ist das altbekannte von Schmutz, Gestank, der Freude an grausamen Hinrichtungen und dem Widerspruch von Frömmelei und Sündhaftigkeit. Die Geschichte hat keinen großen Spannungsbogen und ist natürlich aufgrund des bekannten Schatzfundes, von dem im Prolog berichtet wird, vorhersehbar. Die Figuren sind eher stereotyp: der menschliche Goldschmied, der den stummen Konrad als Sohn betrachtet und gut mit den Sitten der Juden vertraut ist, der reiche jüdische Händler, die geldgierigen Patrizier und natürlich der stumme Lehrling, der mit besonders geschärfter Wahrnehmung die Vorkommnisse in der Stadt beobachtet und die erste zarte Liebe erlebt. Besonders gut haben mir die kleinen Spaziergänge, wie der Marktbummel von Konrad und Maria gefallen, da ich den Weg im Kopf mit ihnen zusammen laufen konnte. Die Stummheit Konrads fand ich eher unnötig. Warum hat der Autor gerade so ein auffälliges Merkmal für seinen Protagonisten gewählt? Ich hätte mir dann eigentlich auch mehr negative Aufmerksamkeit vorgestellt. Vielleicht finde ich es aber auch deshalb so merkwürdig, da ich erst in einem anderen historischen Roman, von denen ich ja eher wenige lese, ein Protagonist mit einer Behinderung vorkam. Für historisch Interessierte und vor allem für Erfurter ist dieses Buch meiner Meinung auf jeden Fall lesenswert, da es Fakten und Fiktion zu einer angenehmen Lektüre verquickt. Ich schwanke bei der Bewertung zwischen drei und vier Tintenfässchen, werde aber aufgrund der heimatliche Gefühle weckenden Bilder, vier vergeben. © Tintenelfe www.tintenhain.wordpress.com

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