Das Ting
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Description
#schoeneneuemenschen
Vier junge Visionäre gründen in Berlin ein Start-Up up und entwickeln zusammen eine App: das sogenannte Ting, das körperbezogene Daten seiner Nutzer sammelt, auswertet und auf dieser Grundlage Handlungs- und Entscheidungsempfehlungen gibt.
Das Prinzip Ting überzeugt – die App schlägt ein wie eine Bombe. Getrieben vom Erfolg entwickelt Mitgründer Linus die Möglichkeiten immer weiter, sein eigenes Leben und das der User mithilfe des Ting zu optimieren. Doch um neue Investoren für die Firma zu gewinnen, sind er und sein Team bald gezwungen, sich auf ein gefährliches Spiel einzulassen: Sie verpflichten sich vertraglich, künftig unter allen Umständen jeder Empfehlung des Ting zu gehorchen – mit verheerenden Folgen.
Book Information
Author Description
Artur Dziuk wurde in Polen geboren, studierte in Berlin und machte den Master of Arts im Literarischen Schreiben an der Universität Hildesheim. ›Das Ting‹ ist sein Romandebüt. Er lebt in Hamburg.
Posts
Mega spannende und realistische Roman über die Entwicklung einer App zur Lebensoptimierung wie eine Mischung aus SciFi-Wissenschaftsthriller und Entwicklungsroman. Ich wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Habe ich anfangs die Protagonisten skeptisch und mit Abstand betrachtet, lag mir am Ende die Entwicklung und die Zukunft jedes Einzelnen am Herzen. Dazu kamen die interessanten den Einblicke in die Entwicklung eines Start-Ups einem Thriller gleich mit einem grandioser Spannungsbogen.

Ein äußerst intelligenter Roman, unendlich passend in die aktuelle Zeit einer technokratischen sowie selbstoptimierenden Gesellschaft.
Vier junge Menschen finden sich zusammen, um ein Start-Up zu gründen und “Das Ting” zu entwickeln: ein Tool, das körper- und umweltbezogene Daten misst und auf deren Grundlage der Person, die es trägt, Empfehlungen für’s Leben ausspricht. Die Geschichte wird in drei großen Teilen erzählt, in der jeweils alle vier Perspektiven der ProtagonistInnen beschrieben werden. Ein äußerst intelligenter Roman, unendlich passend in die aktuelle Zeit einer technokratischen sowie selbstoptimierenden Gesellschaft. Die Geschichte des Ting, seine Funktionsweise und welche Empfehlungen es gibt, regen immer wieder zum Nachdenken an. Man beginnt zu hinterfragen, was Selbstoptimierung gerade in der heutigen kapitalistischen, leistungsorientierten Gesellschaft überhaupt sein kann. Geht es darum, gesund zu leben? Oder sich den Erwartungen der Gesellschaft anzupassen, während behauptet wird, das sei ein gesundes Leben? Kann ein Gerät, das von Menschen innerhalb dieser Gesellschaft entwickelt wurde, über deren vermeintliche Ideale hinaus, eigene Vorstellungen von Optimierung entwickeln? Sollte “Optimierung” des Menschen überhaupt Ziel des Menschen sein? Und hat Optimierung nicht auch etwas mit Menschlichkeit und Empathie zu tun? Philosophisch, kritisch und doch so offen, dass man sich diese Fragen selbst stellen muss, ohne auf Antwort zu hoffen. Irgendwie fragt man sich die ganze Zeit, wie sehr die Geschichte tatsächlich noch Science-Fiction ist oder ob sie nicht eine gar nicht so weit entfernte Zukunft beschreibt. Meiner Meinung nach ein Must-Read! Eines meiner Lieblingsbücher :)
Manchmal lohnt es sich, die gewohnten (Lese-)pfade zu verlassen und Bücher zu lesen, die vielleicht nicht automatisch auf der Wunschliste landen. ‚Das Ting‘ von Artur Dziuk ist so ein Buch. Durch viele positive Meinungen und einem ungemein interessanten Klappentext hat es meine Aufmerksamkeit geweckt und ich durfte es im Rahmen einer Leserunde auf lovelybooks.de lesen. Vielen Dank dafür! Der Einstieg in das Buch gelang mir nur holprig. Das lag keineswegs am Schreibstil, der ist nämlich flüssig und einnehmend. Nein, ich hatte einen anderen Beginn erwartet. Die Entwicklung des Tools. Doch der Autor hat einen anderen Weg gewählt, der im Nachhinein perfekt ist. Das Buch ist in drei Teile aufgegliedert und jeder Teil enthält dabei jeweils ein Kapitel geschrieben aus der Sicht der vier Gründer. Der Autor hat den personalen Erzählstil gewählt, das passt hier gut und schafft eine gewisse Distanz. Nun wird aber nicht immer wieder dieselbe Geschichte aus der jeweiligen Sicht der vier Personen geschrieben sondern schreitet linear voran. Das fand ich super gelöst und der Autor schafft es so, dass die Szenen aus der Sicht der Person geschrieben werden, die genau hier die wichtigste und interessanteste ist. Über die vier Personen möchte ich gar nichts verraten, denn auch der Klappentext verschweigt, um wen es sich handelt. Das soll der Leser selbst herausfinden. Worauf ich allerdings näher eingehen möchte ist das namensgebende Tool, das Ting. Ich hatte kurzzeitig die Angst, dass sich das Buch in weit ausschweifenden Technik-Blabla verliert, doch der Autor hat hier bewusst Lücken gelassen. Ein technikaffiner Leser, der alles genau hinterfragt, wird allerdings enttäuscht sein. Es funktioniert in der Geschichte, das ‚Wie‘ ist irrelevant. Die grobe Funktionsweise ist jedenfalls, dass das Ting mittels Sensoren deine Körperdaten analysiert und aufgrund dessen Handlungsempfehlungen für dich ableitet. Eine gruselige Vorstellung, die mich des Öfteren fragen ließ, ob ich das Ting verwenden wollen würde. Ich habe bisher noch keine Antwort gefunden, auch wenn ich im ersten Augenblick: Nein, nie! gedacht habe. Die Vorteile lägen auf der Hand: bessere Ernährung, bewussterer Umgang mit sich selbst, weitreichende Entscheidungen mit fundierterer Kenntnis der Sachlage treffen. Doch ist es das wert? Macht man sich möglicherweise abhängig von einem Tool, das keinerlei Gefühle kennt? Das nur rational entscheidet, weil es Daten analysiert hat? Aber wenn es dich zu einem besseren Menschen machen könnte, zu einem glücklicheren Menschen? Und was ist, wenn das Ting einen anderen Weg für dich einschlägt, als du nehmen möchtest? Stundenlange Diskussionen in moralischer, ethischer und religiöser Hinsicht sind garantiert! Die Besonderheit bei den vier Protagonisten im Buch war, dass sie sich verpflichtet haben, jeder Empfehlung des Ting zu folgen. Das gibt natürlich eine spannenden Ausgangssituation und Potential für Konflikte. Denn vielleicht hat ja alles einen höheren Sinn, vielleicht sollten dich alle Empfehlungen auf diese eine Situation vorbereiten, die, die dein Leben verändern wird? Nein, dieses Buch ist kein Buch über Technik, es ist ein Buch über vier Menschen, die den Weg in ihrem Leben suchen. Die sich fragen, ob sie „fertig“ sind, ob ihr Leben nun endlich beginnen kann. Die vor Entscheidungen gestellt werden, die sie lieber nicht treffen wollen. Die zwischen Familie und Karriere wählen müssen, Menschen enttäuschen, verletzen und verraten müssen. Die sind wie du und ich, mit dem Unterschied, dass sie eine Entscheidungshilfe haben. Ob das nun gut ist oder schlecht? Das muss jeder selbst herausfinden.
Linus und Adam, die einmal Freunde waren, bis sie sich verstritten und die beide ohne Job dastehen, Kasper, der Sohn eines erfolgreichen Unternehmers, der gerade von seinem eigenen Vater ausgebootet wurde und Niu, die als typischer Computer-Nerd Probleme mit Menschen hat, gründen gemeinsam ein Start-Up, um die App Das Ting zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Das Ting sammelt körperbezogene Daten – das ist nichts Neues – aber darüber hinaus sammelt sie auch Gespräche, Gewohnheiten, Lebensumstände, werte all diese Daten aus und gibt dem User Entscheidungshilfen, die das ganze Leben beeinflussen können. Um die App auf Herz und Nieren zu prüfen lassen sich die 4 Gründer auf ein gefährliches Wagnis ein: sie verpflichten sich, alle Empfehlungen des Ting umzusetzen, egal, wie abwegig sie erscheinen……. Das Ting vereint Science-Fiction – wobei ich mich frage, wie weit wir von einer solchen App noch entfernt sind – und den typischen Gründerroman, der gute Einblicke in die Start-up-Szene mit all ihrer Euphorie, Verzweiflung und Selbstaufgabe gewährt. Am meisten fasziniert hat mich aber die dritte Ebene des Buches: die Entwicklung der vier Gründer, von Geschäftspartnern, die sich z.T. sogar mit Antipathie begegnen, zu Freunden, ihre Zweifel, ihr Wachsen an den Aufgaben, der ewigen Frage, ob die Entscheidungen, die getroffen werden, die eigenen sind oder die des Ting, das hat mich schon sehr zum Nachdenken angeregt. Ich habe nur einen Kritikpunkt: ich hätte gern mehr über die inneren Kämpfe gelesen, gerade zum Ende hin. Mein Fazit: ein absolut lesenswertes Buch. Und ich freue mich bereits jetzt auf das nächste von Artur Dziuk.
Linus arbeitet seit langer Zeit an einer ganz speziellen App "Das Ting" genannt. Da der Erfolg ausbleibt, sieht er sich gezwungen, einen normalen Job anzunehmen, um so seine Freundin zufrieden zu stellen. Einem Zufall ist es zu verdanken, dass Linus schließlich Unterstützung bekommt. Eine junge Frau für die Weiterentwicklung der Technik, einen Geschäftsführer als Aushängeschild und einen Marketingprofi. Gemeinsam gründen sie ein Start-Up um "Das Ting" erfolgreich zu machen. Die App soll als "Navigationssystem fürs Leben" dienen. Sie soll wichtige Entscheidungen übernehmen, somit das Beste aus dem User herausholen. Im Hintergrund wirkt sie subtil und unaufdringlich. Es werden wichtige Parameter gemessen, somit auch auf Gesundheit und Lebensführung Einfluss nehmen. Gemeinsam suchen sie Geldgeber, die die Entwicklung und das Produkt unterstützen, um den Markt im Sturm zu erobern. Wie hat es mir gefallen? Das Cover hat mich an "Der Store" von Rob Hart erinnert und nachdem ich den Klappentext gelesen habe, kam es einfach so mit nach Hause. (Beide Bücher sind edel in Leinen gehüllt und somit sehr hochwertig gearbeitet.) Alle vier Gründer erzählen, in den drei Teilen des Buches, ihre Sichtweise. Damit erhält der Leser Zugang zu den Figuren und kann ihre Gründe sehr gut nachvollziehen. Ich gehöre ja schon einer älteren Generation an und kann damit mit Start-Ups und vor allem, wie sie gegründet werden und betreut werden, recht wenig anfangen. Hier bekomme ich einen kleinen Einblick, in diese Szene. Die vier Hauptfiguren erleben "Das Ting" sehr unterschiedlich. Jeder hat eigene Erwartungen, die erfüllt werden oder auch nicht. Der Leser bildet sich natürlich auch seine Meinung. Die Grundidee regt zum Nachdenken an. Alexa, Siri und ähnliche Dienste gehören zu unserem Leben dazu. Was Handies genau können, ob sie nun mithören oder sogar Bilder übertragen, wage ich gar nicht genau zu hinterfragen. Eine solche App, wie "Das Ting" wäre im Grunde genommen, nur die logische Fortsetzung. Ein Mittel um sich selbst zu verbessern, seine Gesundheit genau im Blick zu behalten, jedoch bleibt auch hier offen, wie diese Daten benutzt werden können. Wie schützt man diese Informationen? Genau diese Fragen standen für mich am Ende im Raum. Diese kreisen auch heute noch, etliche Tage nach dem Beenden des Buches in meinem Kopf herum. Die schillernde Oberfläche eines Programms, die aber je nach Blickwinkel trüb und gefährlich wirken kann. Eine fiktive Geschichte, die unglaublich tiefe Einblicke in sich selbst geben kann. Gut geschrieben, in drei Teile zerlegt und deshalb so spannend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte.
Vier junge Leute gründen ein Start-up und entwickeln gemeinsam eine App, die sämtliche Umgebungs- und körperliche Daten seiner Nutzer sammelt und daraufhin Entscheidungsempfehlungen gibt. Die Vier verpflichten sich zu Testzwecken, den Anweisungen des sogenannten „Ting“ unter allen Umständen Folge zu leisten. Das klang für mich schwer nach Dystopie, ein Genre, das ich sehr gerne lese, also nahm ich an einer Leserunde zu „Das Ting“ teil. Eine Dystopie bekam ich nicht, begeistert bin ich trotzdem. Prä-Dystopie trifft es wohl besser, denn wir erfahren in dem Buch nicht, was passiert, wenn das Ting auf die gesamte Menschheit losgelassen wird, sondern begleiten ausschließlich die vier Gründer des Start-up. Im ersten Teil des Buches lernt man die Figuren und ihr Leben vor der Gründung der gemeinsamen Firma kennen, Teil zwei und drei erzählt, wie die Anfänge des Start-ups verlaufen und wie die Charaktere ihr Leben mithilfe des Ting leben. Die Protagonisten fühlen sich an, wie mitten aus dem Leben gegriffen. Sie polarisieren, mal liebt man sie, mal hasst man sie. Einen eindeutigen Liebling herauszupicken ist eher schwierig. Ich habe das Gefühl, dass sich sehr stark an echten Menschen orientiert und/oder sehr gut recherchiert wurde. Und darum geht es auch in dem Werk. Es ist ein Gegenwartsroman, eine Charakter- und Gesellschaftsstudie. Die vier Personen hadern mit der modernen Gesellschaft, jeder auf seine Weise. Und bereits jetzt suchen viele Leute Hilfe bei der Orientierung im technischen Fortschritt. Selbstoptimierungs-Apps sollen uns besser machen, die Richtung weisen. Das Ting treibt diesen Gedanken auf die Spitze. Die Science Fiction, die Technologie, steht eher im Hintergrund. Wer detaillierte technische Angaben erwartet, erhält sie hier nicht, denn das Ting ist mehr ein Symbol. Es wird aufgezeigt, wie dieses Tool auf die Charaktere einwirkt und man wird sehr stark zum Nachdenken über dieses Thema angeregt. Der Reiz, gesünder und besser zu leben und Hilfe beim Treffen schwerer Entscheidungen zu haben ist sehr ansprechend, andererseits gehören unangenehme Situationen, Fehler und das sich selbst hinten anstellen einfach zum Leben dazu. Manchmal muss man auf sein Herz und seinen Bauch hören, nicht nur auf Daten. Oder nicht? Auch wenn ich, wie gesagt, etwas anderes erwartet hatte, hat mich das Buch nachhaltig überzeugt, was auch an dem professionellen Schreibstil von Artur Dziuk liegt, obwohl „Das Ting“ sein Debüt ist. Ich habe ca. 40 Seiten gebraucht, um in das Buch hineinzukommen, von da an flogen die Seiten nur so dahin. Der Schreibstil ist intelligent und treffend und passt gut zur Geschichte. Die kurzen, prägnanten Sätze beschreiben die Situationen und Personen trotz der Kürze greifbar und transportieren die richtigen Emotionen. Ich habe mitgefiebert und mitgefühlt. Wirklich große Klasse, ich werde ohne groß nachzudenken zu hoffentlich noch folgenden Werken des Autors greifen. Für alle Interessierten an der Thematik, die Wert auf lebensechte Protagonisten legen, ist „Das Ting“ genau das Richtige.
Was für ein Buch! Grundidee fantastisch und wunderbar geschrieben. Trotzdem habe ich anfangs schwer in die Geschichte gefunden und konnte mit den familiären Problemen der Figuren wenig anfangen. Irgendwie lenkte mich das alles von der eigentlichen Geschichte ab. Andererseits war das vielleicht gewollt... Grundsätzlich ein tolles Buch, spannende Story, guter Schreibstil. Insofern eine Leseempfehlung!
Wenn es eine App gäbe, die uns Empfehlungen in allen Lebenslagen liefern und ggf. sogar unsere Entscheidungen abnehmen würde, ganz gleich ob es nun um die Gesundheit geht, den Job oder das Liebesleben, würdet ihr sie testen? Würdet ihr sie ausprobieren und hoffen, dass euer Leben so perfekter werden würde, weil ein Algorithmus mit Hilfe persönlicher Daten und anderer Umstände den bestmöglichen Weg für euch errechnet? Linus hat bereits in jungen Jahren an dieser Idee gefeilt und eine eben solche App entwickelt. Die Idee ist geboren, doch an der Umsetzung hapert es noch ein wenig. Irgendwann gründet er daher mit drei anderen Menschen, Menschen, die irgendwann zu Freunden werden, ein Start-Up, um so seine Idee von damals auszureifen und weiter voranzutreiben. Um das Produkt zu testen und eventuelle Fehler zu korrigieren, vereinbaren die Gründer, das Ting selbst zu nutzen, unter einer Prämisse. Jede Empfehlung des Ting soll und muss umgesetzt werden, bei Verstoß ist man raus aus der Sache und verliert all seine Anteile an dem Unternehmen. Nicht nur Linus und seine Freunde, sondern auch Artur Dziuk stellen sich in diesem Buch mithin die Frage, wie sehr eine App das eigene Leben verändern, optimieren, perfektionieren oder auch verschlechtern kann. Man könnte beim Lesen des Klappentextes vielleicht glauben, auch bei dem Debütroman von Artur Dziuk handele es sich um nichts Neues, sondern lediglich um einen weiteren Sci-Fi-Horrorroman, in dem eine KI selbständig wird und die Herrschaft über die Menschheit an sich reißt. So einfach erzählt Artur Dziuks Debüt im ersten Moment auch klingen mag, so einfach ist es dann eben doch nicht. Ganz im Gegenteil. Bei Das Ting handelt es sich um eine Geschichte, die völlig anders ist, als man anfangs erwartet. Es ist einfach so unglaublich viel besser. Mit seinem grandiosen Schreibstil reißt uns der Autor mit in diese Geschichte und legt dabei ein ganz ruhiges Tempo an den Tag. Die Geschichte ist weder rasant, noch sehr actionreich, zumindest nicht auf herkömmliche Art und Weise, sondern sie ist wahnsinnig emotional und unglaublich intensiv. Mit seiner bildhaften Sprache und der Emotionalität in seinen Worten hat der Autor es geschafft, mir mit jeder einzelnen Seite Gänsehaut zu verursachen. Wenngleich es letztendlich das Ting ist, das nicht nur die Charaktere, sondern auch ihre Geschichten miteinander verbindet, so steht es doch nicht unbedingt im Fokus der Geschichte. Vielmehr handelt es sich um ein Buch über Selbstfindung und Selbstverwirklichung. Es geht um Erfolg und Niederlage, um Freundschaft und Zusammenhalt, auch um Familie und darum, sich einzugestehen, wenn man Hilfe benötigt. So viele wichtige Themen fließen in diese Geschichte mit ein, was man anfangs vermutlich gar nicht erwarten würde. Ständige und überraschende Wendungen sorgen dafür, dass man immer wieder in diese Geschichte hineingesogen wird und zwar so sehr, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Erzählt wird die Geschichte aus den Sichten unserer vier Protagonisten: Linus, Adam, Kasper und Niu, vier Menschen, die unterschiedlicher vermutlich nicht sein könnten, deren Geschichten aber dennoch miteinander verbunden sind und zwar auf eine Weise, die man sich gar nicht richtig vorstellen kann. Sie alle haben eins gemeinsam: das Ting. Jeder der Charaktere hat Ecken und Kanten; Eigenarten, die sie wahnsinnig echt und lebendig wirken lassen. Keiner von ihnen führt ein perfektes Leben, sondern sind weit entfernt davon. Da wäre zum Beispiel Linus, der wahnsinnig unsicher wirkt, sich selbst unterschätzt, vermutlich nie gelernt hat, stolz auf sich selbst zu sein und seit er denken kann auf der Suche ist – auf der Suche nach einem Ziel, nach einem Sinn, nach sich selbst. Kaspar fühlt sich gefangen; eingesperrt von seinem Nachnamen und seiner Herkunft, was ihm zwar sein Leben lang ein gewisses Maß an Sicherheit geboten hat, wovon er sich allerdings auch unterdrückt fühlt. Adam hingegen ist der Selbstsichere und Selbstbewusste der Vier, steht mit beiden Beinen im Leben, weiß was er will, strebt nach Erfolg und tut alles, um seine selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Und dann gibt es noch die introvertierte Niu, die sich am liebsten hinter dieser hohen Mauer, die sie all die Jahre lang um sich herum aufgebaut hat, verstecken und keinen hereinlassen möchte. Um überhaupt im Leben klar zu kommen, folgt sie einem festen Tagesplan. Das Ting ist es schließlich, dass ihr Leben aus der Bahn wirft; dass das Leben all dieser vier Menschen aus der Bahn wirft. Ob nun auf positive oder doch negative Art und Weise müsst ihr selbst herausfinden. Ich habe mich in sämtliche der Figuren verliebt. Natürlich habe auch ich meine Favoriten, doch im Grunde haben sie mich alle vier auf ganz erstaunlich emotionale und unterschiedliche Art und Weise berührt. Artur Dziuk hat mit Das Ting eine intensive, gesellschaftskritische und wahnsinnig emotionale Geschichte geschaffen, (die mit Blick auf die Zukunft sogar etwas erschreckend ist) in der es nicht nur um das Ting, also um eine künstliche Intelligenz geht, sondern um so viel mehr. Es geht um das Leben, die Menschen, die Probleme, denen sich jeder von uns einmal ausgesetzt sieht. Es geht um Ziele und Entscheidungen; um Erfolg und Niederlage. Und auch wenn die KI nicht unbedingt den Fokus der Geschichte darstellt, so spielt sie doch eine sehr tragende und entscheidende Rolle, denn es ist das Ting, dass diese vier Menschen zusammenbringt, ihre Geschichten miteinander verbindet und letztendlich ihre Leben vollkommen verändert. Der Autor hat so wunderbar komplexe und faszinierende Charaktere geschaffen, dass man das Gefühl hat, ihre Geschichten entstammen dem wahren Leben. Es fällt mir schwer überhaupt in Worte zu fassen, wie sehr mich dieses Buch gefesselt; wie sehr es mich berührt hat. Selten habe ich eine so intensive Geschichte gelesen; eine Geschichte, die mir durchweg Gänsehaut am ganzen Körper verursacht hat. LOHNT SICH DAS BUCH? Wenn euch meine vorgenannten Punkte noch nicht überzeugt haben dann hier noch einmal: JA, JA und noch mal JA. Artur Dziuk schafft es in seinem Buch die heutige Zeit und vor allen Dingen die heutige Generation, die sich immer mehr von Apps etc. leiten lässt, einzufangen. Er zeigt uns ebenfalls auf, wie es vielleicht einmal sein könnte und welche Konsequenzen es hat, Entscheidungen nicht mehr selbst, sondern von einer KI treffen zu lassen. Mich hat das Buch von Anfang bis Ende gefesselt und mich so überzeugt, dass ich noch jetzt, nachdem es bereits einige Zeit her ist, seit ich es beendet habe, ständig darüber nachdenken muss. Die Charaktere sind mir wahnsinnig ans Herz gewachsen und der Schreibstil des Autors hat mich wirklich atemlos zurückgelassen. Kauft euch dieses Buch und lest es. Findet selbst heraus, weshalb dieses Buch etwas ganz Besonderes ist.
Das Ting“ von Artur Dziuk erzählt die Geschichte eines Start-Ups und seiner vier Gründer, die zusammen eine App entwickeln, die das Leben der Menschen durch Empfehlungen optimieren soll. Erschienen ist der Roman im September 2019 bei dtv bold. Vier Menschen die unterschiedlicher nicht sein könnten gründen zusammen ein Start-up. Schon in seiner Studienzeit hatte Linus Landmann die Idee zu einer App, die das Leben jedes einzelnen Menschen verbessern soll. Das Ting soll mit Hilfe von körperbezogenen Daten Empfehlungen geben, wie sich die jeweilige Person beispielsweise besser ernähren oder die eigene Karriere voranbringen kann. Erst Jahre später soll er zusammen mit Adam Strzela, Kasper Strindholm und Niu (Nachname habe ich vergessen) die Chance bekommen seine Idee in die Tat umzusetzen, doch Investoren zu finden ist nicht leicht. Um die Effizienz der App zu testen beschliessen die vier Gründer das Ting zu testen und verpflichten sich dazu alle Empfehlungen des Ting bedingunglos und umgehend umzusetzen. Ein spannendes Experiment beginnt... Ich bin sehr zwiegespalten bei diesem Buch, denn das Thema, das in diesem Buch aufgegriffen wird, finde ich total spannend, aber die Umsetzung des Ganzen fand ich teilweise sehr langweilig, so dass ich zwischenzeitlich an abbrechen gedacht habe und letztendlich das letzte Drittel des Buches mehr oder weniger überflogen habe. Der Schreibstil lies sich gut lesen, hat sich für mich aber zu sehr in den ganzen Ausführungen zu den Gedankengängen der einzelnen Personen verloren. Für die Art der Geschichte, die der Autor sich entschlossen hat zu erzählen, sind diese wichtig, aber für mich hätten diese dennoch kürzer ausfallen können. Ich habe glaube ich einfach eine andere Art von Geschichte erwartet und bin daher etwas enttäuscht. Das gesamte Buch ist sehr auf unsere Leistungsgesellschaft ausgerichtet, die ständig nach Selbstoptimierung verlangt. In diesem Punkt hat der Roman definitiv einen Nerv getroffen. Karrieremenschen können das was geschildert wird, vielleicht noch mehr nachvollziehen als ich. Ich habe noch nie den Drang verspürt, dass ich 16 Stunden am Tag arbeiten möchte und wirklich alles dem Ziel unterordne, reich und erfolgreich zu werden. Wahrscheinlich treibt es das Buch in dieser Hinsicht auf die Spitze und prangert eben das auch in gewisser Weise an. Die vier Gründer des Start-ups könnten unterschiedlicher nicht sein. Linus fällt zusammen mit Adam ein großer Anteil an der Idee zum Ting zu. Er selbst nimmt sich als Looser wahr, der keinen Job bekommt, es aber endlich schaffen muss. Adam ist ein Arschloch vor dem Herren, der rücksichtslos alles zu seinem Vorteil nutzt und seine Herkunft leugnet. Kasper möchte sich aus dem Schatten seines erfolgreichen Vaters befreien und etwas Eigenes auf die Beine stellen und Niu ist das Mastermind hinter der Programmierung, die schlecht mit Veränderungen umgehen kann und daher strikte Routinen befolgt. Als sie sich entschließen, allen Empfehlungen des Ting bedingungslos zu folgen, hat dies sehr unterschiedliche Auswirkungen. Die Entwicklung des Ting habe ich sehr gerne mitverfolgt. Wie werden die Daten gesammelt, wie werden diese in Relation gesetzt und wie gibt das Ting die Empfehlungen an den Anwender weiter. Wir erleben in diesem Buch unterschiedliche Entwicklungsstufen der App und mit jeder Stufe steigert sich der Gruselfaktor. Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Auch darüber, ob man so viele Daten über sich preisgeben möchte, obwohl das eher im Hintergrund läuft. Eher noch fragt man sich, was braucht man wirklich zum glücklich sein. Möchte man ein perfekter Mensch sein, der sich gesund ernährt, nur mit den Menschen befreundet ist, die einen voran bringen und der die Karriere vor alles andere stellt? Das sind alles interessante Fragen, aber es wird eben auch bis ins kleinste Detail nachverfolgt und das für alle vier Personen. Ich hatte echte Schwierigkeiten mich mit so manchen Dingen zu identifizieren und das Buch hatte für mich keinen wirklichen Sympathieträger. Gerade alles was mit dem Start-up gründen zu tun hatte. Nichts davon erschien mir wirklich erstrebenswert oder auch das Assessment-Center, das am Anfang des Buches beschrieben wird, war mir sehr suspekt. Keine Ahnung, ob das übertrieben ist oder ob es das in manchen Branchen wirklich gibt. Fazit: Eine spannende Idee, die interessante Fragen aufwirft, mich in ihrer Umsetzung allerdings nicht wirklich abholen konnte. So wirklich weiß ich nicht, wem ich dieses Buch empfehlen soll. Man sollte es wohl mögen, wenn eine Geschichte eher ruhiger daher kommt und nicht groß von Spannung getragen wird.
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#schoeneneuemenschen
Vier junge Visionäre gründen in Berlin ein Start-Up up und entwickeln zusammen eine App: das sogenannte Ting, das körperbezogene Daten seiner Nutzer sammelt, auswertet und auf dieser Grundlage Handlungs- und Entscheidungsempfehlungen gibt.
Das Prinzip Ting überzeugt – die App schlägt ein wie eine Bombe. Getrieben vom Erfolg entwickelt Mitgründer Linus die Möglichkeiten immer weiter, sein eigenes Leben und das der User mithilfe des Ting zu optimieren. Doch um neue Investoren für die Firma zu gewinnen, sind er und sein Team bald gezwungen, sich auf ein gefährliches Spiel einzulassen: Sie verpflichten sich vertraglich, künftig unter allen Umständen jeder Empfehlung des Ting zu gehorchen – mit verheerenden Folgen.
Book Information
Author Description
Artur Dziuk wurde in Polen geboren, studierte in Berlin und machte den Master of Arts im Literarischen Schreiben an der Universität Hildesheim. ›Das Ting‹ ist sein Romandebüt. Er lebt in Hamburg.
Posts
Mega spannende und realistische Roman über die Entwicklung einer App zur Lebensoptimierung wie eine Mischung aus SciFi-Wissenschaftsthriller und Entwicklungsroman. Ich wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Habe ich anfangs die Protagonisten skeptisch und mit Abstand betrachtet, lag mir am Ende die Entwicklung und die Zukunft jedes Einzelnen am Herzen. Dazu kamen die interessanten den Einblicke in die Entwicklung eines Start-Ups einem Thriller gleich mit einem grandioser Spannungsbogen.

Ein äußerst intelligenter Roman, unendlich passend in die aktuelle Zeit einer technokratischen sowie selbstoptimierenden Gesellschaft.
Vier junge Menschen finden sich zusammen, um ein Start-Up zu gründen und “Das Ting” zu entwickeln: ein Tool, das körper- und umweltbezogene Daten misst und auf deren Grundlage der Person, die es trägt, Empfehlungen für’s Leben ausspricht. Die Geschichte wird in drei großen Teilen erzählt, in der jeweils alle vier Perspektiven der ProtagonistInnen beschrieben werden. Ein äußerst intelligenter Roman, unendlich passend in die aktuelle Zeit einer technokratischen sowie selbstoptimierenden Gesellschaft. Die Geschichte des Ting, seine Funktionsweise und welche Empfehlungen es gibt, regen immer wieder zum Nachdenken an. Man beginnt zu hinterfragen, was Selbstoptimierung gerade in der heutigen kapitalistischen, leistungsorientierten Gesellschaft überhaupt sein kann. Geht es darum, gesund zu leben? Oder sich den Erwartungen der Gesellschaft anzupassen, während behauptet wird, das sei ein gesundes Leben? Kann ein Gerät, das von Menschen innerhalb dieser Gesellschaft entwickelt wurde, über deren vermeintliche Ideale hinaus, eigene Vorstellungen von Optimierung entwickeln? Sollte “Optimierung” des Menschen überhaupt Ziel des Menschen sein? Und hat Optimierung nicht auch etwas mit Menschlichkeit und Empathie zu tun? Philosophisch, kritisch und doch so offen, dass man sich diese Fragen selbst stellen muss, ohne auf Antwort zu hoffen. Irgendwie fragt man sich die ganze Zeit, wie sehr die Geschichte tatsächlich noch Science-Fiction ist oder ob sie nicht eine gar nicht so weit entfernte Zukunft beschreibt. Meiner Meinung nach ein Must-Read! Eines meiner Lieblingsbücher :)
Manchmal lohnt es sich, die gewohnten (Lese-)pfade zu verlassen und Bücher zu lesen, die vielleicht nicht automatisch auf der Wunschliste landen. ‚Das Ting‘ von Artur Dziuk ist so ein Buch. Durch viele positive Meinungen und einem ungemein interessanten Klappentext hat es meine Aufmerksamkeit geweckt und ich durfte es im Rahmen einer Leserunde auf lovelybooks.de lesen. Vielen Dank dafür! Der Einstieg in das Buch gelang mir nur holprig. Das lag keineswegs am Schreibstil, der ist nämlich flüssig und einnehmend. Nein, ich hatte einen anderen Beginn erwartet. Die Entwicklung des Tools. Doch der Autor hat einen anderen Weg gewählt, der im Nachhinein perfekt ist. Das Buch ist in drei Teile aufgegliedert und jeder Teil enthält dabei jeweils ein Kapitel geschrieben aus der Sicht der vier Gründer. Der Autor hat den personalen Erzählstil gewählt, das passt hier gut und schafft eine gewisse Distanz. Nun wird aber nicht immer wieder dieselbe Geschichte aus der jeweiligen Sicht der vier Personen geschrieben sondern schreitet linear voran. Das fand ich super gelöst und der Autor schafft es so, dass die Szenen aus der Sicht der Person geschrieben werden, die genau hier die wichtigste und interessanteste ist. Über die vier Personen möchte ich gar nichts verraten, denn auch der Klappentext verschweigt, um wen es sich handelt. Das soll der Leser selbst herausfinden. Worauf ich allerdings näher eingehen möchte ist das namensgebende Tool, das Ting. Ich hatte kurzzeitig die Angst, dass sich das Buch in weit ausschweifenden Technik-Blabla verliert, doch der Autor hat hier bewusst Lücken gelassen. Ein technikaffiner Leser, der alles genau hinterfragt, wird allerdings enttäuscht sein. Es funktioniert in der Geschichte, das ‚Wie‘ ist irrelevant. Die grobe Funktionsweise ist jedenfalls, dass das Ting mittels Sensoren deine Körperdaten analysiert und aufgrund dessen Handlungsempfehlungen für dich ableitet. Eine gruselige Vorstellung, die mich des Öfteren fragen ließ, ob ich das Ting verwenden wollen würde. Ich habe bisher noch keine Antwort gefunden, auch wenn ich im ersten Augenblick: Nein, nie! gedacht habe. Die Vorteile lägen auf der Hand: bessere Ernährung, bewussterer Umgang mit sich selbst, weitreichende Entscheidungen mit fundierterer Kenntnis der Sachlage treffen. Doch ist es das wert? Macht man sich möglicherweise abhängig von einem Tool, das keinerlei Gefühle kennt? Das nur rational entscheidet, weil es Daten analysiert hat? Aber wenn es dich zu einem besseren Menschen machen könnte, zu einem glücklicheren Menschen? Und was ist, wenn das Ting einen anderen Weg für dich einschlägt, als du nehmen möchtest? Stundenlange Diskussionen in moralischer, ethischer und religiöser Hinsicht sind garantiert! Die Besonderheit bei den vier Protagonisten im Buch war, dass sie sich verpflichtet haben, jeder Empfehlung des Ting zu folgen. Das gibt natürlich eine spannenden Ausgangssituation und Potential für Konflikte. Denn vielleicht hat ja alles einen höheren Sinn, vielleicht sollten dich alle Empfehlungen auf diese eine Situation vorbereiten, die, die dein Leben verändern wird? Nein, dieses Buch ist kein Buch über Technik, es ist ein Buch über vier Menschen, die den Weg in ihrem Leben suchen. Die sich fragen, ob sie „fertig“ sind, ob ihr Leben nun endlich beginnen kann. Die vor Entscheidungen gestellt werden, die sie lieber nicht treffen wollen. Die zwischen Familie und Karriere wählen müssen, Menschen enttäuschen, verletzen und verraten müssen. Die sind wie du und ich, mit dem Unterschied, dass sie eine Entscheidungshilfe haben. Ob das nun gut ist oder schlecht? Das muss jeder selbst herausfinden.
Linus und Adam, die einmal Freunde waren, bis sie sich verstritten und die beide ohne Job dastehen, Kasper, der Sohn eines erfolgreichen Unternehmers, der gerade von seinem eigenen Vater ausgebootet wurde und Niu, die als typischer Computer-Nerd Probleme mit Menschen hat, gründen gemeinsam ein Start-Up, um die App Das Ting zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Das Ting sammelt körperbezogene Daten – das ist nichts Neues – aber darüber hinaus sammelt sie auch Gespräche, Gewohnheiten, Lebensumstände, werte all diese Daten aus und gibt dem User Entscheidungshilfen, die das ganze Leben beeinflussen können. Um die App auf Herz und Nieren zu prüfen lassen sich die 4 Gründer auf ein gefährliches Wagnis ein: sie verpflichten sich, alle Empfehlungen des Ting umzusetzen, egal, wie abwegig sie erscheinen……. Das Ting vereint Science-Fiction – wobei ich mich frage, wie weit wir von einer solchen App noch entfernt sind – und den typischen Gründerroman, der gute Einblicke in die Start-up-Szene mit all ihrer Euphorie, Verzweiflung und Selbstaufgabe gewährt. Am meisten fasziniert hat mich aber die dritte Ebene des Buches: die Entwicklung der vier Gründer, von Geschäftspartnern, die sich z.T. sogar mit Antipathie begegnen, zu Freunden, ihre Zweifel, ihr Wachsen an den Aufgaben, der ewigen Frage, ob die Entscheidungen, die getroffen werden, die eigenen sind oder die des Ting, das hat mich schon sehr zum Nachdenken angeregt. Ich habe nur einen Kritikpunkt: ich hätte gern mehr über die inneren Kämpfe gelesen, gerade zum Ende hin. Mein Fazit: ein absolut lesenswertes Buch. Und ich freue mich bereits jetzt auf das nächste von Artur Dziuk.
Linus arbeitet seit langer Zeit an einer ganz speziellen App "Das Ting" genannt. Da der Erfolg ausbleibt, sieht er sich gezwungen, einen normalen Job anzunehmen, um so seine Freundin zufrieden zu stellen. Einem Zufall ist es zu verdanken, dass Linus schließlich Unterstützung bekommt. Eine junge Frau für die Weiterentwicklung der Technik, einen Geschäftsführer als Aushängeschild und einen Marketingprofi. Gemeinsam gründen sie ein Start-Up um "Das Ting" erfolgreich zu machen. Die App soll als "Navigationssystem fürs Leben" dienen. Sie soll wichtige Entscheidungen übernehmen, somit das Beste aus dem User herausholen. Im Hintergrund wirkt sie subtil und unaufdringlich. Es werden wichtige Parameter gemessen, somit auch auf Gesundheit und Lebensführung Einfluss nehmen. Gemeinsam suchen sie Geldgeber, die die Entwicklung und das Produkt unterstützen, um den Markt im Sturm zu erobern. Wie hat es mir gefallen? Das Cover hat mich an "Der Store" von Rob Hart erinnert und nachdem ich den Klappentext gelesen habe, kam es einfach so mit nach Hause. (Beide Bücher sind edel in Leinen gehüllt und somit sehr hochwertig gearbeitet.) Alle vier Gründer erzählen, in den drei Teilen des Buches, ihre Sichtweise. Damit erhält der Leser Zugang zu den Figuren und kann ihre Gründe sehr gut nachvollziehen. Ich gehöre ja schon einer älteren Generation an und kann damit mit Start-Ups und vor allem, wie sie gegründet werden und betreut werden, recht wenig anfangen. Hier bekomme ich einen kleinen Einblick, in diese Szene. Die vier Hauptfiguren erleben "Das Ting" sehr unterschiedlich. Jeder hat eigene Erwartungen, die erfüllt werden oder auch nicht. Der Leser bildet sich natürlich auch seine Meinung. Die Grundidee regt zum Nachdenken an. Alexa, Siri und ähnliche Dienste gehören zu unserem Leben dazu. Was Handies genau können, ob sie nun mithören oder sogar Bilder übertragen, wage ich gar nicht genau zu hinterfragen. Eine solche App, wie "Das Ting" wäre im Grunde genommen, nur die logische Fortsetzung. Ein Mittel um sich selbst zu verbessern, seine Gesundheit genau im Blick zu behalten, jedoch bleibt auch hier offen, wie diese Daten benutzt werden können. Wie schützt man diese Informationen? Genau diese Fragen standen für mich am Ende im Raum. Diese kreisen auch heute noch, etliche Tage nach dem Beenden des Buches in meinem Kopf herum. Die schillernde Oberfläche eines Programms, die aber je nach Blickwinkel trüb und gefährlich wirken kann. Eine fiktive Geschichte, die unglaublich tiefe Einblicke in sich selbst geben kann. Gut geschrieben, in drei Teile zerlegt und deshalb so spannend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte.
Vier junge Leute gründen ein Start-up und entwickeln gemeinsam eine App, die sämtliche Umgebungs- und körperliche Daten seiner Nutzer sammelt und daraufhin Entscheidungsempfehlungen gibt. Die Vier verpflichten sich zu Testzwecken, den Anweisungen des sogenannten „Ting“ unter allen Umständen Folge zu leisten. Das klang für mich schwer nach Dystopie, ein Genre, das ich sehr gerne lese, also nahm ich an einer Leserunde zu „Das Ting“ teil. Eine Dystopie bekam ich nicht, begeistert bin ich trotzdem. Prä-Dystopie trifft es wohl besser, denn wir erfahren in dem Buch nicht, was passiert, wenn das Ting auf die gesamte Menschheit losgelassen wird, sondern begleiten ausschließlich die vier Gründer des Start-up. Im ersten Teil des Buches lernt man die Figuren und ihr Leben vor der Gründung der gemeinsamen Firma kennen, Teil zwei und drei erzählt, wie die Anfänge des Start-ups verlaufen und wie die Charaktere ihr Leben mithilfe des Ting leben. Die Protagonisten fühlen sich an, wie mitten aus dem Leben gegriffen. Sie polarisieren, mal liebt man sie, mal hasst man sie. Einen eindeutigen Liebling herauszupicken ist eher schwierig. Ich habe das Gefühl, dass sich sehr stark an echten Menschen orientiert und/oder sehr gut recherchiert wurde. Und darum geht es auch in dem Werk. Es ist ein Gegenwartsroman, eine Charakter- und Gesellschaftsstudie. Die vier Personen hadern mit der modernen Gesellschaft, jeder auf seine Weise. Und bereits jetzt suchen viele Leute Hilfe bei der Orientierung im technischen Fortschritt. Selbstoptimierungs-Apps sollen uns besser machen, die Richtung weisen. Das Ting treibt diesen Gedanken auf die Spitze. Die Science Fiction, die Technologie, steht eher im Hintergrund. Wer detaillierte technische Angaben erwartet, erhält sie hier nicht, denn das Ting ist mehr ein Symbol. Es wird aufgezeigt, wie dieses Tool auf die Charaktere einwirkt und man wird sehr stark zum Nachdenken über dieses Thema angeregt. Der Reiz, gesünder und besser zu leben und Hilfe beim Treffen schwerer Entscheidungen zu haben ist sehr ansprechend, andererseits gehören unangenehme Situationen, Fehler und das sich selbst hinten anstellen einfach zum Leben dazu. Manchmal muss man auf sein Herz und seinen Bauch hören, nicht nur auf Daten. Oder nicht? Auch wenn ich, wie gesagt, etwas anderes erwartet hatte, hat mich das Buch nachhaltig überzeugt, was auch an dem professionellen Schreibstil von Artur Dziuk liegt, obwohl „Das Ting“ sein Debüt ist. Ich habe ca. 40 Seiten gebraucht, um in das Buch hineinzukommen, von da an flogen die Seiten nur so dahin. Der Schreibstil ist intelligent und treffend und passt gut zur Geschichte. Die kurzen, prägnanten Sätze beschreiben die Situationen und Personen trotz der Kürze greifbar und transportieren die richtigen Emotionen. Ich habe mitgefiebert und mitgefühlt. Wirklich große Klasse, ich werde ohne groß nachzudenken zu hoffentlich noch folgenden Werken des Autors greifen. Für alle Interessierten an der Thematik, die Wert auf lebensechte Protagonisten legen, ist „Das Ting“ genau das Richtige.
Was für ein Buch! Grundidee fantastisch und wunderbar geschrieben. Trotzdem habe ich anfangs schwer in die Geschichte gefunden und konnte mit den familiären Problemen der Figuren wenig anfangen. Irgendwie lenkte mich das alles von der eigentlichen Geschichte ab. Andererseits war das vielleicht gewollt... Grundsätzlich ein tolles Buch, spannende Story, guter Schreibstil. Insofern eine Leseempfehlung!
Wenn es eine App gäbe, die uns Empfehlungen in allen Lebenslagen liefern und ggf. sogar unsere Entscheidungen abnehmen würde, ganz gleich ob es nun um die Gesundheit geht, den Job oder das Liebesleben, würdet ihr sie testen? Würdet ihr sie ausprobieren und hoffen, dass euer Leben so perfekter werden würde, weil ein Algorithmus mit Hilfe persönlicher Daten und anderer Umstände den bestmöglichen Weg für euch errechnet? Linus hat bereits in jungen Jahren an dieser Idee gefeilt und eine eben solche App entwickelt. Die Idee ist geboren, doch an der Umsetzung hapert es noch ein wenig. Irgendwann gründet er daher mit drei anderen Menschen, Menschen, die irgendwann zu Freunden werden, ein Start-Up, um so seine Idee von damals auszureifen und weiter voranzutreiben. Um das Produkt zu testen und eventuelle Fehler zu korrigieren, vereinbaren die Gründer, das Ting selbst zu nutzen, unter einer Prämisse. Jede Empfehlung des Ting soll und muss umgesetzt werden, bei Verstoß ist man raus aus der Sache und verliert all seine Anteile an dem Unternehmen. Nicht nur Linus und seine Freunde, sondern auch Artur Dziuk stellen sich in diesem Buch mithin die Frage, wie sehr eine App das eigene Leben verändern, optimieren, perfektionieren oder auch verschlechtern kann. Man könnte beim Lesen des Klappentextes vielleicht glauben, auch bei dem Debütroman von Artur Dziuk handele es sich um nichts Neues, sondern lediglich um einen weiteren Sci-Fi-Horrorroman, in dem eine KI selbständig wird und die Herrschaft über die Menschheit an sich reißt. So einfach erzählt Artur Dziuks Debüt im ersten Moment auch klingen mag, so einfach ist es dann eben doch nicht. Ganz im Gegenteil. Bei Das Ting handelt es sich um eine Geschichte, die völlig anders ist, als man anfangs erwartet. Es ist einfach so unglaublich viel besser. Mit seinem grandiosen Schreibstil reißt uns der Autor mit in diese Geschichte und legt dabei ein ganz ruhiges Tempo an den Tag. Die Geschichte ist weder rasant, noch sehr actionreich, zumindest nicht auf herkömmliche Art und Weise, sondern sie ist wahnsinnig emotional und unglaublich intensiv. Mit seiner bildhaften Sprache und der Emotionalität in seinen Worten hat der Autor es geschafft, mir mit jeder einzelnen Seite Gänsehaut zu verursachen. Wenngleich es letztendlich das Ting ist, das nicht nur die Charaktere, sondern auch ihre Geschichten miteinander verbindet, so steht es doch nicht unbedingt im Fokus der Geschichte. Vielmehr handelt es sich um ein Buch über Selbstfindung und Selbstverwirklichung. Es geht um Erfolg und Niederlage, um Freundschaft und Zusammenhalt, auch um Familie und darum, sich einzugestehen, wenn man Hilfe benötigt. So viele wichtige Themen fließen in diese Geschichte mit ein, was man anfangs vermutlich gar nicht erwarten würde. Ständige und überraschende Wendungen sorgen dafür, dass man immer wieder in diese Geschichte hineingesogen wird und zwar so sehr, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Erzählt wird die Geschichte aus den Sichten unserer vier Protagonisten: Linus, Adam, Kasper und Niu, vier Menschen, die unterschiedlicher vermutlich nicht sein könnten, deren Geschichten aber dennoch miteinander verbunden sind und zwar auf eine Weise, die man sich gar nicht richtig vorstellen kann. Sie alle haben eins gemeinsam: das Ting. Jeder der Charaktere hat Ecken und Kanten; Eigenarten, die sie wahnsinnig echt und lebendig wirken lassen. Keiner von ihnen führt ein perfektes Leben, sondern sind weit entfernt davon. Da wäre zum Beispiel Linus, der wahnsinnig unsicher wirkt, sich selbst unterschätzt, vermutlich nie gelernt hat, stolz auf sich selbst zu sein und seit er denken kann auf der Suche ist – auf der Suche nach einem Ziel, nach einem Sinn, nach sich selbst. Kaspar fühlt sich gefangen; eingesperrt von seinem Nachnamen und seiner Herkunft, was ihm zwar sein Leben lang ein gewisses Maß an Sicherheit geboten hat, wovon er sich allerdings auch unterdrückt fühlt. Adam hingegen ist der Selbstsichere und Selbstbewusste der Vier, steht mit beiden Beinen im Leben, weiß was er will, strebt nach Erfolg und tut alles, um seine selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Und dann gibt es noch die introvertierte Niu, die sich am liebsten hinter dieser hohen Mauer, die sie all die Jahre lang um sich herum aufgebaut hat, verstecken und keinen hereinlassen möchte. Um überhaupt im Leben klar zu kommen, folgt sie einem festen Tagesplan. Das Ting ist es schließlich, dass ihr Leben aus der Bahn wirft; dass das Leben all dieser vier Menschen aus der Bahn wirft. Ob nun auf positive oder doch negative Art und Weise müsst ihr selbst herausfinden. Ich habe mich in sämtliche der Figuren verliebt. Natürlich habe auch ich meine Favoriten, doch im Grunde haben sie mich alle vier auf ganz erstaunlich emotionale und unterschiedliche Art und Weise berührt. Artur Dziuk hat mit Das Ting eine intensive, gesellschaftskritische und wahnsinnig emotionale Geschichte geschaffen, (die mit Blick auf die Zukunft sogar etwas erschreckend ist) in der es nicht nur um das Ting, also um eine künstliche Intelligenz geht, sondern um so viel mehr. Es geht um das Leben, die Menschen, die Probleme, denen sich jeder von uns einmal ausgesetzt sieht. Es geht um Ziele und Entscheidungen; um Erfolg und Niederlage. Und auch wenn die KI nicht unbedingt den Fokus der Geschichte darstellt, so spielt sie doch eine sehr tragende und entscheidende Rolle, denn es ist das Ting, dass diese vier Menschen zusammenbringt, ihre Geschichten miteinander verbindet und letztendlich ihre Leben vollkommen verändert. Der Autor hat so wunderbar komplexe und faszinierende Charaktere geschaffen, dass man das Gefühl hat, ihre Geschichten entstammen dem wahren Leben. Es fällt mir schwer überhaupt in Worte zu fassen, wie sehr mich dieses Buch gefesselt; wie sehr es mich berührt hat. Selten habe ich eine so intensive Geschichte gelesen; eine Geschichte, die mir durchweg Gänsehaut am ganzen Körper verursacht hat. LOHNT SICH DAS BUCH? Wenn euch meine vorgenannten Punkte noch nicht überzeugt haben dann hier noch einmal: JA, JA und noch mal JA. Artur Dziuk schafft es in seinem Buch die heutige Zeit und vor allen Dingen die heutige Generation, die sich immer mehr von Apps etc. leiten lässt, einzufangen. Er zeigt uns ebenfalls auf, wie es vielleicht einmal sein könnte und welche Konsequenzen es hat, Entscheidungen nicht mehr selbst, sondern von einer KI treffen zu lassen. Mich hat das Buch von Anfang bis Ende gefesselt und mich so überzeugt, dass ich noch jetzt, nachdem es bereits einige Zeit her ist, seit ich es beendet habe, ständig darüber nachdenken muss. Die Charaktere sind mir wahnsinnig ans Herz gewachsen und der Schreibstil des Autors hat mich wirklich atemlos zurückgelassen. Kauft euch dieses Buch und lest es. Findet selbst heraus, weshalb dieses Buch etwas ganz Besonderes ist.
Das Ting“ von Artur Dziuk erzählt die Geschichte eines Start-Ups und seiner vier Gründer, die zusammen eine App entwickeln, die das Leben der Menschen durch Empfehlungen optimieren soll. Erschienen ist der Roman im September 2019 bei dtv bold. Vier Menschen die unterschiedlicher nicht sein könnten gründen zusammen ein Start-up. Schon in seiner Studienzeit hatte Linus Landmann die Idee zu einer App, die das Leben jedes einzelnen Menschen verbessern soll. Das Ting soll mit Hilfe von körperbezogenen Daten Empfehlungen geben, wie sich die jeweilige Person beispielsweise besser ernähren oder die eigene Karriere voranbringen kann. Erst Jahre später soll er zusammen mit Adam Strzela, Kasper Strindholm und Niu (Nachname habe ich vergessen) die Chance bekommen seine Idee in die Tat umzusetzen, doch Investoren zu finden ist nicht leicht. Um die Effizienz der App zu testen beschliessen die vier Gründer das Ting zu testen und verpflichten sich dazu alle Empfehlungen des Ting bedingunglos und umgehend umzusetzen. Ein spannendes Experiment beginnt... Ich bin sehr zwiegespalten bei diesem Buch, denn das Thema, das in diesem Buch aufgegriffen wird, finde ich total spannend, aber die Umsetzung des Ganzen fand ich teilweise sehr langweilig, so dass ich zwischenzeitlich an abbrechen gedacht habe und letztendlich das letzte Drittel des Buches mehr oder weniger überflogen habe. Der Schreibstil lies sich gut lesen, hat sich für mich aber zu sehr in den ganzen Ausführungen zu den Gedankengängen der einzelnen Personen verloren. Für die Art der Geschichte, die der Autor sich entschlossen hat zu erzählen, sind diese wichtig, aber für mich hätten diese dennoch kürzer ausfallen können. Ich habe glaube ich einfach eine andere Art von Geschichte erwartet und bin daher etwas enttäuscht. Das gesamte Buch ist sehr auf unsere Leistungsgesellschaft ausgerichtet, die ständig nach Selbstoptimierung verlangt. In diesem Punkt hat der Roman definitiv einen Nerv getroffen. Karrieremenschen können das was geschildert wird, vielleicht noch mehr nachvollziehen als ich. Ich habe noch nie den Drang verspürt, dass ich 16 Stunden am Tag arbeiten möchte und wirklich alles dem Ziel unterordne, reich und erfolgreich zu werden. Wahrscheinlich treibt es das Buch in dieser Hinsicht auf die Spitze und prangert eben das auch in gewisser Weise an. Die vier Gründer des Start-ups könnten unterschiedlicher nicht sein. Linus fällt zusammen mit Adam ein großer Anteil an der Idee zum Ting zu. Er selbst nimmt sich als Looser wahr, der keinen Job bekommt, es aber endlich schaffen muss. Adam ist ein Arschloch vor dem Herren, der rücksichtslos alles zu seinem Vorteil nutzt und seine Herkunft leugnet. Kasper möchte sich aus dem Schatten seines erfolgreichen Vaters befreien und etwas Eigenes auf die Beine stellen und Niu ist das Mastermind hinter der Programmierung, die schlecht mit Veränderungen umgehen kann und daher strikte Routinen befolgt. Als sie sich entschließen, allen Empfehlungen des Ting bedingungslos zu folgen, hat dies sehr unterschiedliche Auswirkungen. Die Entwicklung des Ting habe ich sehr gerne mitverfolgt. Wie werden die Daten gesammelt, wie werden diese in Relation gesetzt und wie gibt das Ting die Empfehlungen an den Anwender weiter. Wir erleben in diesem Buch unterschiedliche Entwicklungsstufen der App und mit jeder Stufe steigert sich der Gruselfaktor. Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Auch darüber, ob man so viele Daten über sich preisgeben möchte, obwohl das eher im Hintergrund läuft. Eher noch fragt man sich, was braucht man wirklich zum glücklich sein. Möchte man ein perfekter Mensch sein, der sich gesund ernährt, nur mit den Menschen befreundet ist, die einen voran bringen und der die Karriere vor alles andere stellt? Das sind alles interessante Fragen, aber es wird eben auch bis ins kleinste Detail nachverfolgt und das für alle vier Personen. Ich hatte echte Schwierigkeiten mich mit so manchen Dingen zu identifizieren und das Buch hatte für mich keinen wirklichen Sympathieträger. Gerade alles was mit dem Start-up gründen zu tun hatte. Nichts davon erschien mir wirklich erstrebenswert oder auch das Assessment-Center, das am Anfang des Buches beschrieben wird, war mir sehr suspekt. Keine Ahnung, ob das übertrieben ist oder ob es das in manchen Branchen wirklich gibt. Fazit: Eine spannende Idee, die interessante Fragen aufwirft, mich in ihrer Umsetzung allerdings nicht wirklich abholen konnte. So wirklich weiß ich nicht, wem ich dieses Buch empfehlen soll. Man sollte es wohl mögen, wenn eine Geschichte eher ruhiger daher kommt und nicht groß von Spannung getragen wird.


















