Das Seil
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Book Information
Author Description
ANNA HERZIG ist eine österreichisch-kanadische Schriftstellerin und wurde 1987 in Wien geboren. Der Fokus der Autorin von bereits vier Romanen und zahlreichen Erzählungen in Anthologien und Zeitschriften zentriert sich auf Menschen, zwischenmenschliche Makel und Abgründe, besondere Momente und Begegnungen. Die Schriftstellerin und Künstlerin forscht und schreibt nah am Leben. Meist irgendwo in Europa. Anna Herzig schreibt, um zu unterscheiden zwischen dem, was wahr ist, und dem, was sich davon entfernt. Sie lebt heute mit ihrer Familie in der Steiermark. Das Seil ist ihr erster Roman bei Septime.
Posts
"Es gibt einen Knopf in Franziskas Innersten, den keiner kennt, selbst der Großvater wusste nichts davon. Wenn Franziska diesen geheimen Knopf drückt, tut ihr nichts mehr weh. Dann muss sie nichts mehr hören und es reicht, wenn sie einfach nur nickt, obwohl sie bereits schwebt, hoch über den Dingen, die hier oben oder dort unten geschehen." "Wenn jemand vor dir steht und dir etwas antun will, dann merkst du das . Ob man einem Freund oder Feind gegenüber steht, ist zuweilen einerlei." "Die tückische Krankheit der Person unter der Verkleidung ist die Kindheit, die sie nicht los wird, die sich wie eine Entzündung ganz tief reingefressen hat und sich fast drei Jahrzehnte später in dem großen Schutzschild Körper mühelos versteckt. Der Reißverschluss klemmt, er ist bereits mit ihrer Haut verwachsen. Die Geister - die in ihrer Verkleidung - spuken, sie rasen vor Wut." Die erfolglose Autorin Franziska Großhirsch wächst zusammen mit ihrem Cousin Martin bei ihrer Tante Hilde auf, nachdem ihre Mutter plötzlich verschwindet, weil "sie es nicht mehr kann". Ihre Kindheit ist geprägt von Ungeliebtsein und Vorfällen, die schwere Schäden an Kinderseele anrichten und sie in einen Kampf mit den inneren Dämonen stürzen. Ein verstörendes Buch, das nicht klar erkennen lässt, ob wir uns in der Realität oder (Alp-) Traumwelt von Franziska (oder Yuri?) befinden. Der Text ist Traumabewältigung in einer surrealen Form der nicht immer leicht zu lesen und verstehen ist, dabei aber auch trotzdem (oder deswegen?) fesselnd ist. Das Unausgesprochene zwingt zum Weiterdenken.
Triggerwarnung: Kindesmissbrauch, Gewalt In dieser Geschichte geht es zuvorderst um eine etwas seltsame Familienkonstellation, bei der Franziska bei ihrer Tante lebt, da ihre eigene Mutter angeblich nach Amerika gehen wollte. Dann wäre das nach Martin, der Sohn von der Tante, der anscheinend mit Trisomie 21 lebt und somit für die Tante eine schwere Last zu sein scheint. Und dann ist da noch in Rückblenden der Großvater, der für Franziska eine große Stütze war und der nun auch ein Grundpfeiler für Franziskas Erfolg ist, denn sie ist für einen Literaturpreis mit einer Geschichte nominiert, die eigentlich ihr Großvater geschrieben und dann einfach nicht veröffentlicht hat. Es sollte eine Anklageschrift gegen seine eigene, adoptierte Tochter sein, die schlimme Dinge getan hat und mit dieser Geschichte ans Tageslicht kommen sollten. Doch er traute sich nie, es zu veröffentlichen und nun schwimmt er tot dahin, angeblich von seiner eigenen Tochter ermordet. Doch auch Franziska verfolgt ihre eigenen Pläne mit der Einreichung, denn auch sie hat mich Rechnungen zu begleichen. Oder ist am Ende alles ganz anders? Anna Herzig hat mit „Das Seil" eine erbarmungs- und kompromisslose Geschichte geschrieben, die auf die Kürze der Geschichte keine Gefangenen macht. Und es ist öfters so, dass einem beim Lesen die Wut packt gegenüber einigen der ProtagonistInnen, denn bei Gewalt gegen Kindern ist der Spaß definitv vorbei und diese (sexuelle) Gewalt kommt in mehreren Anläufen und bricht immer wieder über uns Lesende herein. Dafür nutzt die Autorin eine sehr prägnante Sprache mit kurzen Sätzen, die einem die Abläufe ins Gehirn brennen. Das ist nicht immer gut auszuhalten, aber sehr effektiv. Ob man bei so einer Geschichte von „gefallen" sprechen kann ist eher zweifelhaft und ein Wort, dass man so hier nicht benutzen will, aber es ist ein Buch, das sein Anliegen sehr effektiv und brutal an die Leserschaft bringt und bis auf die letzte Seite zu überraschen weiß. Unbedingte Lese„empfehlung".
Eine sehr kraftvolle Geschichte, mit sehr ausdrucksstarken Sätzen die mich nachhaltig begleiten werden…..
„Kindheit dauert ewig im Kopf des Kindes, so lange, bis ein erwachsener kommt und mit einem einzigen Satz alles niedertritt. Dann splittern die Träume und die Seele und wer kann einem dann noch sagen, was im Leben wahr ist und was nicht.“ ( S.51) ….. ich finde dieses Satz so gut geschrieben, es traf mich auf eine grausame Art direkt ins Herz …. das hatte ich in diesem Buch mehrfach, auch bei anderen Sätzen …. Ich finde diese Geschichte einmalig und wunderbar geschrieben….

Description
Book Information
Author Description
ANNA HERZIG ist eine österreichisch-kanadische Schriftstellerin und wurde 1987 in Wien geboren. Der Fokus der Autorin von bereits vier Romanen und zahlreichen Erzählungen in Anthologien und Zeitschriften zentriert sich auf Menschen, zwischenmenschliche Makel und Abgründe, besondere Momente und Begegnungen. Die Schriftstellerin und Künstlerin forscht und schreibt nah am Leben. Meist irgendwo in Europa. Anna Herzig schreibt, um zu unterscheiden zwischen dem, was wahr ist, und dem, was sich davon entfernt. Sie lebt heute mit ihrer Familie in der Steiermark. Das Seil ist ihr erster Roman bei Septime.
Posts
"Es gibt einen Knopf in Franziskas Innersten, den keiner kennt, selbst der Großvater wusste nichts davon. Wenn Franziska diesen geheimen Knopf drückt, tut ihr nichts mehr weh. Dann muss sie nichts mehr hören und es reicht, wenn sie einfach nur nickt, obwohl sie bereits schwebt, hoch über den Dingen, die hier oben oder dort unten geschehen." "Wenn jemand vor dir steht und dir etwas antun will, dann merkst du das . Ob man einem Freund oder Feind gegenüber steht, ist zuweilen einerlei." "Die tückische Krankheit der Person unter der Verkleidung ist die Kindheit, die sie nicht los wird, die sich wie eine Entzündung ganz tief reingefressen hat und sich fast drei Jahrzehnte später in dem großen Schutzschild Körper mühelos versteckt. Der Reißverschluss klemmt, er ist bereits mit ihrer Haut verwachsen. Die Geister - die in ihrer Verkleidung - spuken, sie rasen vor Wut." Die erfolglose Autorin Franziska Großhirsch wächst zusammen mit ihrem Cousin Martin bei ihrer Tante Hilde auf, nachdem ihre Mutter plötzlich verschwindet, weil "sie es nicht mehr kann". Ihre Kindheit ist geprägt von Ungeliebtsein und Vorfällen, die schwere Schäden an Kinderseele anrichten und sie in einen Kampf mit den inneren Dämonen stürzen. Ein verstörendes Buch, das nicht klar erkennen lässt, ob wir uns in der Realität oder (Alp-) Traumwelt von Franziska (oder Yuri?) befinden. Der Text ist Traumabewältigung in einer surrealen Form der nicht immer leicht zu lesen und verstehen ist, dabei aber auch trotzdem (oder deswegen?) fesselnd ist. Das Unausgesprochene zwingt zum Weiterdenken.
Triggerwarnung: Kindesmissbrauch, Gewalt In dieser Geschichte geht es zuvorderst um eine etwas seltsame Familienkonstellation, bei der Franziska bei ihrer Tante lebt, da ihre eigene Mutter angeblich nach Amerika gehen wollte. Dann wäre das nach Martin, der Sohn von der Tante, der anscheinend mit Trisomie 21 lebt und somit für die Tante eine schwere Last zu sein scheint. Und dann ist da noch in Rückblenden der Großvater, der für Franziska eine große Stütze war und der nun auch ein Grundpfeiler für Franziskas Erfolg ist, denn sie ist für einen Literaturpreis mit einer Geschichte nominiert, die eigentlich ihr Großvater geschrieben und dann einfach nicht veröffentlicht hat. Es sollte eine Anklageschrift gegen seine eigene, adoptierte Tochter sein, die schlimme Dinge getan hat und mit dieser Geschichte ans Tageslicht kommen sollten. Doch er traute sich nie, es zu veröffentlichen und nun schwimmt er tot dahin, angeblich von seiner eigenen Tochter ermordet. Doch auch Franziska verfolgt ihre eigenen Pläne mit der Einreichung, denn auch sie hat mich Rechnungen zu begleichen. Oder ist am Ende alles ganz anders? Anna Herzig hat mit „Das Seil" eine erbarmungs- und kompromisslose Geschichte geschrieben, die auf die Kürze der Geschichte keine Gefangenen macht. Und es ist öfters so, dass einem beim Lesen die Wut packt gegenüber einigen der ProtagonistInnen, denn bei Gewalt gegen Kindern ist der Spaß definitv vorbei und diese (sexuelle) Gewalt kommt in mehreren Anläufen und bricht immer wieder über uns Lesende herein. Dafür nutzt die Autorin eine sehr prägnante Sprache mit kurzen Sätzen, die einem die Abläufe ins Gehirn brennen. Das ist nicht immer gut auszuhalten, aber sehr effektiv. Ob man bei so einer Geschichte von „gefallen" sprechen kann ist eher zweifelhaft und ein Wort, dass man so hier nicht benutzen will, aber es ist ein Buch, das sein Anliegen sehr effektiv und brutal an die Leserschaft bringt und bis auf die letzte Seite zu überraschen weiß. Unbedingte Lese„empfehlung".
Eine sehr kraftvolle Geschichte, mit sehr ausdrucksstarken Sätzen die mich nachhaltig begleiten werden…..
„Kindheit dauert ewig im Kopf des Kindes, so lange, bis ein erwachsener kommt und mit einem einzigen Satz alles niedertritt. Dann splittern die Träume und die Seele und wer kann einem dann noch sagen, was im Leben wahr ist und was nicht.“ ( S.51) ….. ich finde dieses Satz so gut geschrieben, es traf mich auf eine grausame Art direkt ins Herz …. das hatte ich in diesem Buch mehrfach, auch bei anderen Sätzen …. Ich finde diese Geschichte einmalig und wunderbar geschrieben….









