Das Schicksal der Sterne

Das Schicksal der Sterne

Ebook
3.810
Beschäftigung KinderJugendbuchFreundschaftKrieg

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Description

Adib und Karl. Der eine ein junger Flüchtling aus Afghanistan, der andere ein alter Mann, der in seiner Jugend aus seiner schlesischen Heimat vertrieben wurde. Beide sind geprägt von den Erlebnissen ihrer Flucht und beide haben Verlust, Angst und Verfolgung kennengelernt. Und trotzdem hat keiner von beiden aufgegeben. In Berlin kreuzen sich die Wege von Adib und Karl. Die Geschichte einer besonderen Freundschaft zwischen zwei Menschen, die ein gemeinsames Schicksal teilen, beginnt ...

Book Information

Main Genre
Young Adult Books
Sub Genre
N/A
Format
Ebook
Pages
256
Price
7.99 €

Author Description

Daniel Höra, geboren in Hannover, wuchs in einer Hochhaussiedlung am Stadtrand auf. Er machte in seiner Jugend selbst Erfahrungen mit Polizei und Justiz. Nach der Schule arbeitete er am Fließband, war Möbelträger, Altenpfleger, Taxifahrer und TV-Redakteur. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Berlin. Bei arsEdition sind die Jugendbücher Das Ende der Welt, Braune Erde, Gedisst und Das Schicksal der Sterne erschienen.

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Schon nach dem Lesen des Klappentextes war mir klar, dass "Das Schicksal der Sterne" bestimmt kein einfaches Buch werden würde. Und ich hatte Recht. Die Geschichte von Adib und Karl hat mich sehr berührt, von vorne bis hinten, denn es ist nicht nur die Vergangenheit, die die beiden Charaktere quält, sondern auch die Gegenwart. Insgesamt hat mir der Aufbau der Geschichte sehr gut gefallen. Grundsätzlich wird der Plot nämlich in der Gegenwart erzählt; abwechselnd pro Kapitel von Karls Leben und von Adibs Leben. Wie sie leben, wo sie leben, wie die beiden sich kennenlernen und was der Grund für ihre Freundschaft ist. Dieses alltägliche Leben wird immer wieder gespickt mit Rückblicke in die Vergangenheit und machen dadurch mehr als deutlich, dass sich zwar Karls momentanes Leben sehr von Adibs unterscheidet, ihre Gemeinsamkeit aber in den Erfahrungen ihrer Flucht liegen, was mich sofort gepackt hat. Denn nicht nur Adib musste einiges auf sich nehmen, um von Afghanistan nach Deutschland zu kommen. Auch Karl hatte zu kämpfen und schwere Entscheidungen zu treffen. Karls Schilderungen des Kriegsendes, die damit verbundenen Plünderungen, Hunger und Flucht aus der eigenen Stadt, schutzsuchend vor den Russen, war sehr realistisch dargestellt und haben mich sehr berührt. Nicht nur, dass der damalige 15-jährige Karl so vieles gesehen hat und so viel Angst hatte, sondern sich auch als einziger Mann in der Familie um seine Schwester und seine Mutter kümmern musste, ohne zu wissen, wie es weitergeht, ob sie überleben würden und ob sie überhaupt jemand in Berlin aufnehmen würde. Die Erzählungen über den ständigen Kampf um Lebensmittel, die Rivalität bei jedem Gegenstand, selbst bei Freunden, die Ungewissheit und die sehr schlimmen Zustände in Berlin, in ganz Deutschland, hat Karl gut mit der Gegenwart verflochten – ebenso wie Adib seine Vergangenheit, seine Flucht, seinen Überlebenskampf mit seinen alltäglichen Geschehnissen. Nicht nur, dass sein Vater gestorben ist und dass er von jetzt auf gleich seine Heimat Afghanistan verlassen musste, sondern sich auf fremde Schlepper einlassen, ihnen Geld geben und hoffen musste, dass sie ihm und seiner Familie ein neues Leben schenken können. Adib erklärt sehr gut, dass er kämpfen musste, dass er Angst hatte, dass es wirklich ein Überlebenskampf war, mit viel Angst, Trauer, aber auch Hoffnung. Aber es geht in "Das Schicksal der Sterne" weit mehr als nur um die Flucht aus der Heimat in ein fremdes Land. Es geht auch um Fremdenhass, um Rassismus und um Vorverurteilung. An einigen Stellen sind gerade diese Motive sehr überspitzt dargestellt und doch geben sie gut wieder, dass mit der Ankunft im neuen Land längst nicht alles ausgestanden und abgeschlossen ist. Dass es auch dort weiterzukämpfen gilt. Sei es der Asylantrag, die Möglichkeit zu arbeiten oder Freunde zu finden, vollends die Sprache zu lernen, anzukommen und sich letztlich voll und ganz zu integrieren. Das alles war sehr berührend, zeitlos und realistisch, vor allem dass es beide Charaktere geschafft haben, mit ihrer ganz eigenen, sehr unterschiedlichen Geschichte, trotz ihrer kulturellen Differenzen, ihrer Sprachprobleme, eine Verbindung zueinander aufzubauen. Und letztlich auch zu zeigen, dass es heutzutage Flüchtlinge gibt, denen nichts anderes übrig blieb, als ihr Land zu verlassen um in einem anderen neu anzufangen. Dass auch sie ihre Probleme im neuen Land haben, dass sie sich integrieren möchten, Arbeit finden möchten und dankbar für jede Chance sind. Es sind nicht nur Terroristen, die nach Europa kommen – es sind auch sehr viele Menschen, die einfach nur ein Zuhause suchen, weil sie das in ihrem eigenen Land nicht mehr hatten. Den Schreibstil von Daniel Höra fand ich sehr einnehmend. Die Geschichte an sich ist zwar nicht sehr dynamisch geschildert, hat mich aber doch dank der realistischen Schilderungen fesseln können. Die Sprache ist nicht ganz so leicht und flüssig, wie ich es von einem Jugendbuch erwartet hätte, aber doch sehr angenehm und bringt die wichtigen Themen in diesem Buch spielend auf den Punkt. Auch das Cover finde ich schön umgesetzt, denn die zwei wichtigsten Motive in diesem Buch werden sofort sichtbar: Krieg und Flucht, sowie die Sterne, die ja sowohl für Karl, als auch für Adib eine große Rolle spielen. Die Umsetzung finde ich also auf jeden Fall gelungen. Fazit Mir hat das Buch "Das Schicksal der Sterne" sehr gut gefallen, auch wenn es mich ein wenig hilflos zurückgelassen hat. Die Schilderungen der Vergangenheit und der Gegenwart sind schonungslos ehrlich und geben meiner Meinung nach ein gutes Bild der damaligen, aber auch der heutigen Um- und Zustände. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, vor allem, denjenigen, die Probleme haben, zu verstehen, wie sich Flüchtlinge fühlen und welches Leiden sie auf sich genommen haben, in der Hoffnung, irgendwie und irgendwo aufgenommen zu werden und ein neues Leben beginnen zu können.

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Rating: 3,5 Sterne Content-/Triggerwarnungen - Krieg & die damit einhergehende Armut, Leid, etc. - Rassismus/Fremdenfeindlichkeit - Gewalt (inkl. rassistisch motivierter Gewalt, wenn ich mich recht entsinne) - Krankheit & Tod Disclaimer Ich habe dieses Buch via NetGalley im Austausch gegen eine ehrliche Rezension kostenlos erhalten, was meine Meinung allerdings weder positiv noch negativ beeinflusst. Meine Meinung (spoilerfrei!) "Das Schicksal der Sterne" von Daniel Höra hat mich vor allem durch Inhalt und Charaktere überzeugt. Die Gegenüberstellung der aktuellen Flüchtlingsthematik und der Thematik der Vertreibung im Rahmen des zweitens Weltkriegs ist sehr gut gelungen und anhand der beiden Protagonisten, Karl und Adib, gut aufgezeigt. Es wird auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Situationen eingegangen, beide sind authentisch und detailreich geschildert, und trotz aller Unterschiede wird immer wieder ein Bezug zwischen Karl und Adib hergestellt, der die wachsende Freundschaft zwischen den beiden nachvollziehbar macht. Auch die Nebencharaktere empfand ich als gut gewählt und geschildert, ich habe mich vor allem sehr darüber gefreut, dass die weiblichen Charaktere nicht zu kurz kamen und genauso gut ausgearbeitet waren wie die männlichen. Schön fand ich auch, dass im gesamten Buch romantische Beziehungen nicht im Vordergrund standen; es war wohl am Rande die Rede davon, aber es war eine angenehme Abwechslung, mal etwas zu lesen, wo *nicht* alles auf eine Romanze hinausläuft und gezeigt wird, dass die Welt sich nicht nur um Liebe und Liebesbeziehungen dreht. Zudem wurde mit der aufkommenden Rassismus-Thematik insgesamt feinfühlig umgegangen, was mich ebenfalls sehr positiv überrascht hat; es wurde im gesamten Buch deutlich, dass Daniel Höra eine gewisse Sensibilität und ausreichend Wissen bezüglich dieser Thematiken besitzt, um wirklich einfühlsam und angemessen darüber zu schreiben -- zumindest meiner bescheidenen Einschätzung als weiße Person nach. Sollte jemand zufällig Links zu Reviews parat haben, die Meinungen zu diesem Punkt von own voices PoC-Reviewern beinhalten, möge man mich darauf hinweisen, dann verlinke ich an dieser Stelle gern dazu. Kleine Minuspunkte gibt es von meiner Seite her a) für die etwas durchwachsene, wirr aufgebaute Spannungskurve und b) für den wirklich sehr, sehr simplen, direkten Schreibstil; ich persönlich fand es etwas schwer, mich darauf einzulassen, da ich mehr Beschreibungen, Details und stilistische Ausschweifungen gewohnt bin und bevorzuge. Der Erzählton passte allerdings zu den Charakteren und der Handlung, dazu ist das kein allzu großes Manko. Insgesamt war das Buch für mich angenehm zu lesen und auf jeden Fall wurde hier eine interessante Idee spannend und ansprechend umgesetzt. Wer sich an einem simpel gehaltenen Stil nicht stört, dem kann ich definitiv dazu raten, wenigstens mal reinzulesen.

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