Das Mädchen mit dem Haifischherz

Das Mädchen mit dem Haifischherz

Hardback
4.111
BesserungsanstaltFürsorgesystemJugendliteraturAllage

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Description

Anais Hendricks ist fünfzehn und sitzt auf dem Rücksitz eines Polizeiautos. Ihre Schuluniform ist blutverschmiert, und am anderen Ende der Stadt liegt eine Polizistin im Koma. Doch Anais kann sich da an nichts erinnern. Jetzt ist sie auf dem Weg ins Panoptikum, eine Besserungsanstalt für schwer erziehbare Jugendliche, die für das Waisenkind am Ende einer langen Kette von Heimen und Pflegefamilien steht. Das Panoptikum, ein ehemaliges Gefängnis im Niemandsland der Provinz, scheint wie gemacht für Anais, die mittlerweile sowieso denkt, sie sei ein Experiment, das Objekt einer Reihe von Versuchen, die zeigen sollen, wann ein Mensch zerbricht. Während Anais mit ihrer schwierigen Vergangenheit ringt und sich mit Mut und Fantasie durch ein Leben boxt, das ihr einen Schlag nach dem anderen versetzt, findet sie in den anderen Jugendlichen des Panoptikums fast so etwas wie eine Familie. Eine Familie, die sich ihre eigenen Mythen und Legenden schafft und deren Bande stärker sind als das System, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt. Es sei denn, du hast ein Haifischherz und Freunde, die dir helfen, ihm zu folgen ...

Book Information

Main Genre
Young Adult Books
Sub Genre
Contemporary YA
Format
Hardback
Pages
332
Price
20.60 €

Author Description

Jenni Fagan wurde in Livingston, Schottland, geboren und studierte Creative Writing an der Greenwich University. Sie veröffentlichte bisher Gedichte und Kurzgeschichten, für die sie zahlreiche Preise und Stipendien bekam. "Das Mädchen mit dem Haifischherz" ist ihr erster Roman, der für verschiedene Preise, darunter den renommierten James Tait Black Memorial Prize, nominiert wurde und ihr einen Platz auf der legendären Granta Liste »20 under 40«, der zwanzig besten englischsprachigen Schriftsteller unter 40, einbrachte. Seit Herbst 2013 ist Jenni Fagan Writer in Residence an der Edinburgh University.

Posts

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Anais Hendricks ist fünfzehn und sitzt zu Anfang des Buches blutverschmiert in einem Polizeiwagen. Sie wird beschuldigt, eine Polizistin ins Koma gebracht zu haben und wird nach einer endlosen Kette von Heimaufenthalten und Pflegefamilien in eine Besserungsanstalt für schwer erziehbare Jugendliche gebracht. Das Panoptikum. Zwischen all den Machenschaften des Experiments, dem Anais für alles die Schuld gibt und der vergeblichen Suche nach dem Sinn ihres Lebens, findet sie dort sogar so etwas wie eine Familie. Immer wieder erlebt Anais Rückschläge und Dinge, mit denen sie einfach nicht richtig zurechtkommt. Manchmal, davon ist man überzeugt, ist es kaum auszuhalten - außer man hat ein Haifischherz und Freunde, die einem zeigen, wie man ihm folgt. Dieses Buch ist nichts für Normale. Weshalb ich das so ausdrücke? Das wisst ihr, wenn ihr die ersten Seiten des Buches lest, denn schon da entscheidet sich, ob ihr Anais und ihre Welt verstehen könnt, oder nicht. Viele Leserstimmen sagen, der Schreibstil und vor allem auch die Dialoge wären viel zu überspitzt und alles ohnehin zu extrem dargestellt. Aber die Menschen, die selbst ihr Leben lang in der Scheiße gesessen haben oder immer noch sitzen, wissen, dass es absolut der Wahrheit entspricht, was Jenni Fagan in diesem Roman ans ungefilterte Licht bringt. Sie zeigt den Menschen auf, was um sie herum passiert. Sie zeigt ihnen, dass sie wegschauen, obwohl sie helfen könnten und dass die Menschen, die nicht in einer heilen Familie aufwachsen oder einfach anders sind, von der Gesellschaft nicht akzeptiert werden. Die Frage lautet, warum nicht? Sind die Menschen schlechter, nur weil sie anders leben? Anders denken, anders handeln, ihre Gefühle mit Drogen kompensieren, mit Gewalt, mit Selbsthass oder mit Kälte? Sind sie schlechtere Menschen, weil sie alleine sind, nicht gewollt von ihren Eltern, nicht fähig auf dem richtigen Weg zu bleiben, weil ihnen keiner diese Stütze bietet, die sie dazu bräuchten? Nein. Die einzig wirklich schlechten Menschen sind die, die wegsehen obwohl sie bemerken und verurteilen, obwohl sie nichts wissen. Sie wollen den Abschaum nicht, aber der Abschaum will sie genauso wenig. Dieses Buch wirft so viele gesellschaftliche und soziale Themen auf, über die jeder Mensch dieser Erde einmal nachdenken sollte. Anais ist eine Heldin, die uns schonungslos erzählt, wie sie sich fühlt, als Mensch, der seine Eltern nicht kennt und von einer Pflegestation in die nächste gebracht wird, immer wieder auf sich alleingestellt ist, ohne Familie, ohne Freunde, ohne Halt und ohne Liebe. Sie ist ein niemand, weil ihr niemand sagen kann, wer sie ist. Und am wenigsten sie selbst. Wir erleben ein Gefühlschaos einer Identitätslosen, einem Mädchen, das gerne jemand wäre, aber nicht die Möglichkeit hat, dieser jemand - oder irgendjemand - zu sein. Wir erleben sie beim Scheitern, beim Kämpfen, beim Lachen und beim Weinen und für ihre Entscheidungen und Handlungen und Worte können wir sie achten und verachten, aber immer nur lieben, weil sie einfach genau das verdient hat. Anais ist ein wunderbares Mädchen, mit vielen Problemen und vielen Fehlern, von denen sie manche ein Leben lang mit sich tragen wird. Aber ein Mädchen, die trotz diesen Dingen auf sich stolz sein kann, einfach, weil sie durchhält. Man spürt in jedem Satz diese Verzweiflung, diese Träume, diese Wünsche und diese Ängste all jener Personen, die im Panoptikum sind. Wir lernen so viele Personen kennen, lernen sie lieben und schätzen, obwohl sie fast jeder verachten würde, würde man sie auf der Straße treffen. Dieses Buch sollte den Lesern aufzeigen, was in der Welt passiert und sie lehren, was man selbst daran ändern oder verbessern könnte. Aber vor allen Dingen, sollten die Leser lernen, zu verstehen. Menschen, die ihr Leben lang wohl behütet aufgewachsen sind, laufen eventuell der Gefahr, die Worte dieses Buches nicht zu verstehen, weil sie die Tiefe einfach nicht ertasten und die Sinnlichkeit in der derben Sprache nicht fühlen können. Einen Versuch ist es jedoch allemal wert, aber sollte man bedenken, dieses Buch mit Fingerspitzengefühl zu behandeln. Wer nicht versteht, sollte nicht urteilen. Das ist ein Satz, den man sich für das ganze Leben merken sollte. Egal, in welcher Hinsicht. Sicher merkt ihr, dass ich dieses Mal eine ganz andere Rezension schreibe, als sonst, und kaum auf die eigentlichen Dinge eingehe, die ich sonst gerne zur Sprache bringe. Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes und man erkennt es an den Worten, die ich dazu sagte. Das muss reichen, um zu spüren, dass man dieses Buch lesen muss, oder eben nicht. Ich kann bei diesem Werk nicht unbedingt viel Spaß wünschen, aber ich wünsche viel Erkenntnis.

5

Die derbe Sprache und die ungefiltert Geschichte über das Mädchen mit dem Haifischherz, ist etwas ganz anderes. Ich habe bisher und auch danach nichts vergleichbares gelesen. Es ist etwas ganz besonderes. Und auch die Charaktere haben etwas ganz besonderes an sich. Ich würde gerne mehr davon lesen. Auf jeden Fall eine große Empfehlung.

5

Erschreckend, realistisch, vulgär. Eine traurige Geschichte über ein Mädchen, dass man eigentlich nur lieb haben kann. Meinung Das Cover ist wirr, nicht wahllos, es zeigt Anais und ganz viele verschiedene Gegenstände. Es ist bunt und sticht sofort ins Auge. Der dunkle Grund ist die perfekte Ergänzung zum Gesamtbild. Man hat eigentlich beim Ansehen des Covers keine Vorstellung davon, was es mit dem Buch zu tun haben könnte und man verbindet es vielleicht auch mit der Marke Ed Hardy. Aber eigentlich ist es schon sehr offensichtlich gestaltet. Ich finde es ist ein optisch sehr schönes Cover und lässt sich gut präsentieren. Ich mag es sehr! Wer schon immer mal in einem Polizeiwagen mitfahren wollte, kann dies gleich zu Beginn der Geschichte tun. Man wird in das Panoptikum geliefert, eine Jugendhilfe Zentrum, oder auch eher, der letzte Weg vor der geschlossenen Anstalt, geliefert. Dort verbringt man fast die gesamte Zeit, aber ab und an reist man gemeinsam mit Anais auch durch die Gegend, seid gespannt, wohin die Reise gehen wird… Anais Hendriks ist ein fünfzehnjähriges Mädchen, welches bereits in jungen Jahren viel Schlimmes Erleben musste. Sie hat bereits mehrfach neue Adoptiveltern und Pflegefamilien gehabt und wurde von Anstalt zu Anstalt geschoben. Drogen, Gewalt und Probleme bestimmen ihren Alltag. Sie ist eigentlich sehr liebenswürdig, wie ich finde, aber ich glaube, das muss man wieder für sich selbst bestimmen. Shortie und Tash, zwei Mädchen, die gemeinsam mit Anais im Panoptikum wohnhaft sind, spielen eine sehr wichtige Rolle. Ich finde sogar eine der Wichtigsten. Sie werden einem schon sehr früh begegnen und auch weiterhin bis zum Ende begleiten. Der Autorin ist es gelungen sehr viele und spezielle Charaktere zu erschaffen. Man kann einen guten Überblick darüber behalten und hat nicht das Problem, zu vergessen, wer wer ist. Viele sind anfänglich sehr abgeschreckt von der doch schon sehr vulgären Sprache. Ich gebe zu, ich war erschrocken aber ich fand es sehr angepasst und wenn man mal von der Perspektive ausgeht, sehr passend. Ich war fasziniert, wie toll die Autorin sich mit der Sprache auseinandergesetzt hat, wie sie herumexperimentiert hat und einem so manches Schmunzeln gezaubert hat. Man kann sich eigentlich recht flott an die Sprache gewöhnen, da sie absolut nicht anstrengend ist. Was für mich dann anstrengend wurde, wenn es um die Begrifflichkeiten der Drogen und so weiter ging, damit kenne ich mich nämlich gar nicht aus. Jenni Fagan ist mit dem Buch eine sehr traurige und auch sehr realistische Geschichte gelungen. Sie ist gar nicht so weit hergeholt. Ich habe mich selten so hilflos Gefühl, beim Lesen eines Buches, denn man möchte am liebsten einfach helfen und kann nichts tun. Das war echt grausam für mich. Ich war anfangs ein bisschen durcheinander, da das Buch sehr wirr geschrieben ist und man erst nach ca. 60 Seiten langsam einen richtigen Überblick über das Geschehen gewinnt. Dennoch war ich gefesselt und sehr interessiert. Es war ein ständiger Trip, den man begleitet und vielleicht auch selbst durch das Buch erlebt hat. Es war so anders, dass es wieder sehr gut war. Bewertung Ich muss diesem Buch 5 von 5 Schreibfedern geben, ich habe keine andere Wahl! Zu dem Buch habe ich keine negative Kritik zu äußern, da es schon aus der negativen Perspektive geschrieben ist und man sich schon am Abgrund der Gesellschaft befindet. Ein Buch, welches sehr zum Nachdenken anregt und wahrscheinlich jetzt die nächste Zeit noch in meinem Kopf herumgeistern wird. Ich bin positiv überrascht und kann die vielen negativen Kritiken nicht ganz nachvollziehen, es ist wohl wirklich sehr auf Geschmack ausgelegt – aber ich ließ mich treiben und habe es bis zur letzten Seite nicht bereut. Fazit Mein Fazit zu dem Werk von Jenni Fagan ist, dass ich es jetzt schon zu meinem Lieblingsbuch des Jahres erklären werde und es unglaublich schwer werden wird, dies zu übertreffen. Die Messlatte ist ziemlich hoch gelegt und ich bin jetzt schon darauf gespannt und hoffe, dass man von Frau Fagan noch öfter etwas zu lesen bekommt. Potenzial hat sie und Talent auch! Ich würde das Buch denen ans Herz legen, die sich auf ein Jugendbuch mit einer speziellen Handlung freuen, die es lieben, Bücher über Drogen zu lesen oder auch denen, die vor einer vulgären Sprache nicht zurückschrecken. Ich danke dem Verlag Antje Kunstmann für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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