Das Land hinter der Mauer

Das Land hinter der Mauer

Softcover
4.52

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Description

Als Sohn eines Stasi-Mitarbeiters wächst Andreas mit einem klaren Weltbild auf: Der Sozialismus ist gut, alles was aus dem Westen kommt schlecht. Erst durch die Bekanntschaft mit dem Punker Ronny erweitert sich Andreas Horizont und schließlich stellen ihn die revolutionären Unruhen im Herbst 1989 vor eine Entscheidung – bleibt Andreas seinem Vati zuliebe Zuhause oder wagt er sich in den Magdeburger Dom, wo Visionen einer neuen Gesellschaft entstehen? Für „Das Land hinter der Mauer“ recherchierte die deutsch-russische Autorin Sophia Alt mehrere Jahre in ihrer Studienstadt Magdeburg. Sie sprach mit Bürgerrechtlern, die auf Montagsdemonstrationen um ihr Leben fürchteten; Stasi-Kindern, die noch heute mit ihrer Herkunft hadern und mit Menschen auf der Straße, die im Tohuwabohu der Nachwendezeit mehr als nur ihren Beruf verloren. Wer das Buch liest, kommt nicht umhin sich zu fragen: Sind wir mehr als vom Weltgeschehen bewegte Schachfiguren? Was bedeutet Glauben? Und kann etwas richtig sein und gleichzeitig erschütternd? Deutschland feiert 2020 das Jubiläum der Wiedervereinigung. „Das Land hinter der Mauer“ ist eine zeitgenössische Erzählung. Auch für Schüler ab Klasse 9 empfohlen.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Miscellaneous
Format
Softcover
Pages
186
Price
10.30 €

Author Description

Sophia Alt, Jahrgang 1994, hat in Magdeburg Philosophie und Neurowissenschaften studiert und sich in ihrer Bachelorarbeit mit der wahrnehmungsverändernden Wirkung von Literatur befasst. Sie schreibt seit ihrer Kindheit und ist mit ihren Kurzgeschichten mehrfache Preisträgerin des Ovag-Jugendliteraturpreises.

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Sophia Alt gelingt es mit Das Land hinter der Mauer, die letzten Monate der DDR aus einer ungewöhnlichen Perspektive zu erzählen – der eines Stasi-Kindes. Ihr Protagonist Andreas wächst in einem System auf, das er nie infrage gestellt hat. Sein Vater ist Stasi-Mitarbeiter, und für Andreas bedeutet das Stabilität und Sicherheit. Doch als er den Punker Ronny kennenlernt, beginnt sein Weltbild zu wanken. Während in Magdeburg Proteste lauter werden, steht Andreas vor einer Entscheidung: Bleibt er loyal zu seinem Vater oder wagt er den Schritt in eine ungewisse Zukunft? Die große Stärke des Romans liegt in der differenzierten Figurenzeichnung. Andreas ist kein typischer Held, sondern ein Jugendlicher, der zwischen Prägung und eigener Erkenntnis schwankt. Sein innerer Konflikt wird authentisch und glaubwürdig dargestellt. Alt schafft es, die Stimmung des Herbstes 1989 einzufangen – die Angst, die Unsicherheit, aber auch die Hoffnung auf Veränderung. Der Schreibstil ist klar und fesselnd, ohne überflüssige Ausschmückungen. Besonders beeindruckend ist die gründliche Recherche, die in jeder Szene spürbar wird. Gespräche mit Zeitzeugen und ehemaligen Stasi-Kindern haben dazu beigetragen, ein realistisches Bild dieser turbulenten Zeit zu zeichnen. Das Land hinter der Mauer ist ein spannender und vielschichtiger Roman über Loyalität, Identität und die Frage, wie man sich von der Vergangenheit lösen kann. Ein Buch, das nicht nur Jugendlichen, sondern auch Erwachsenen eine neue Perspektive auf die Wendezeit bietet. Lediglich bei der Rahmenstory hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefe gewünscht.

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