Das Gemälde
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Description
Washington, D.C., 2019: Jess, eine junge australische Wissenschaftlerin, und Theo, ein nigerianisch-amerikanischer Kunsthistoriker, finden sich durch ihr gemeinsames Interesse an einem Pferd unerwartet verbunden. Jess untersucht die Knochen des Hengstes nach Hinweisen auf seine Kraft und Ausdauer – Theo will die verlorene Geschichte des unbekannten schwarzen Trainers aufdecken, der für seinen Rennerfolg entscheidend war.
New York City, 1954: Martha Jackson, eine Galeristin, die für ihr Gespür bekannt ist, entdeckt ein Ölgemälde eines Pferdes aus dem 19. Jahrhundert von unbekannter Herkunft.
Kentucky, 1850: Ein versklavter Junge namens Jarret und ein braunes Fohlen schmieden ein Band der Verständigung, das das Pferd zu Rekordsiegen im Süden Amerikas führen wird. Als der Bürgerkrieg ausbricht, wird auch ein junger Künstler, der sich mit Gemälden des Rennpferdes einen Namen gemacht hat, zu den Waffen gerufen. In einer gefährlichen Nacht trifft er auf den Hengst und seinen Reiter Jarret, weit entfernt vom ehemaligen Glanz der Rennstrecke.
Basierend auf der wahren Geschichte des siegreichen Rennpferds Lexington ist »Das Gemälde« ein Roman über Kunst und Wissenschaft, Liebe und Besessenheit und unsere offene Rechnung mit alltäglichem Rassismus.
Book Information
Author Description
Geraldine Brooks wurde 1955 in Sydney geboren und bereiste elf Jahre lang als Auslandskorrespondentin des Wall Street Journal die Welt. 2006 erhielt sie für ihren Debütroman »Auf freiem Feld« den Pulitzerpreis. »Das Pesttuch« avancierte zum internationalen Bestseller und wurde in 25 Sprachen übersetzt. Auch ihr neuer Roman »Das Gemälde« stand auf Anhieb auf der New-York-Times-Bestsellerliste. Geraldine Brooks lebt auf Martha's Vineyard, Massachusetts.
Posts
Ein abtauchen in d. amerikanische Geschichte
Ein kluges Buch, auch wenn man mit Pferden wenig am Hut hat. 😉Es spielt auf mehreren Zeitebenen. Primär zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs und im Heute. Gerade weil es ziemlich sachlich erzählt ist, packt es einen um so mehr. Was für fürchterliche und gleichzeitig wahrscheinlich so normale Dinge geschehen. Sehr lesenswert in diesen Zeiten!!!
Das Buch hat mir richtig gut gefallen! Mein ganzes Leben schon habe ich mit Pferden zu tun und die Faszination Pferd ist immer noch präsent. Allerdings finde ich den Pferderennsport absolut grausam. Deshalb werde ich auch niemals Bücher eines gewissen Autoren kaufen, der regelmäßig Bilder von seinen Besuchen solcher Veranstaltungen postet und ich somit diesen "Sport" indirekt unterstütze würde. 😯 Am Anfang haben mich einige (viele) Ausdrücke ziemlich genervt, die schlichtweg falsch sind. Ein Pferd hat einfach keinen Schwanz sondern einen Schweif. Und wenn ein Fohlen mit den Knien voran auf die Welt kommen würde, würde ganz gewaltig etwas schief laufen. 🥴 Das ist aber sicherlich der Übersetzung geschuldet und irgendwann konnte ich darüber hinweg sehen und das Buch genießen. 🙂 Ganz besonders hat mir natürlich die enge Bindung zwischen Pferd und Pfleger gefallen. Normalerweise gefallen mir bei Büchern, die auf mehreren Zeitebenen spielen, die historischen Teile besser. Hier haben mir alle gleichermaßen gut gefallen. Da mir das Buch sehr gut gefallen hat werde ich auf jeden Fall nach weiteren Büchern der Autorin Ausschau halten. 🙂
"Er war allen Pferden weit überlegen, die es vor ihm gegeben hatte, so wie der gleißende Lichtstrahl der Tropensonne dem schwachen und kaum erkennbaren Schimmern eines fernen Sterns überlegen ist." Dieser Roman handelt von Lexington, geboren als Darley, der bis heute als einer der besten Rennpferde gilt, die es jemals gegeben hat und der erfolgreichste Zuchthengst der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts. Aber es ist nicht nur seine Geschichte die hier erzählt wird, sondern auch die, des bis heute anhaltenden Rassismusses. Die Autorin erzählt bildhaft vom Zeitalter der Sklaverei und dem Leben der schwarzen Pferdeknechte im Kontext des Rennsports, der auch zu der damaligen Zeit schon gnadelos war, denn man konnte viel Geld mit diesen Tieren gewinnen. Pferde, die zur Zeit, wenn sie in die ersten Rennen geschickt werden manchmal erst zweijährig waren, Kinder also, die noch nicht mal ausgewachsen sind, werden zu Siegen geprügelt. Anders wohl Lexington, der gewinnen wollte und das Rennen geliebt haben soll. Durch frühes Erblinden blieb ihm die Tortur zahlreicher Rennen erspart und er ging in die Zucht. Pfleger und später auch Trainer des Pferdes ist der Sklave Jarret. Wie fast alle Persönlichkeiten gab es auch Jarret in Wirklichkeit, da die Autorin aber nicht viel von ihm herausfinden konnte, bediente sie sich der Lebensläufe zweier existierenden Jokeys und Trainer und machte diese zu Jarret. Eingebunden ist dies alles in die Recherche zu Gemälden von Thomas Scott von Lexington. Auch dies beruht alles auf wahren Begebenheiten und muss unglaublich aufwändig gewesen sein. Wahr ist leider auch, daß, vor allem in den USA, immernoch große Vorbehalte schwarzen Menschen gegenüber bestehen, auch dies findet Platz im Roman. Den Teil von der Kunstsammlerin in der Mitte des 20. Jahrhunderts hätte es nach meinem Dafürhalten nicht auch noch gebraucht, das war mir etwas zu viel, wobei es natürlich den Verbleib der Gemälde im Rahmen der kunsthistorischen Zusammenhänge beleuchtet. Ein toller Einblick in die historische Welt der Pferderennen, der Kunstgeschichte und der dunklen Vergangenheit der Sklaverei.
Ein Stück amerikanische Geschichte
Wow. Ich bin selten in eine Geschichte so tief eingetaucht, wie in diese. Und dabei geht es doch eigentlich nur um ein Pferd? Naja, nicht ganz. “Das Gemälde” erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven und zu unterschiedlichen Epochen von Rassismus, Sklaverei, dem Pferderennsport und der Pferdezucht (einfach nur pervers, sorry), aber auch von Liebe, Verlust und menschlichen Verbindungen. Und das so unglaublich vielschichtig, dass sich das Buch wie 2.000 Seiten angefühlt hat. Ich kann auch das Hörbuch sehr empfehlen, die beiden Sprecher sind richtig toll.

Eher knappe vier Sterne, weil es zwischenzeitlich etwas langatmig war, aber mit einem großen und wichtigen Thema.
„Das Gemälde“ von Geraldine Brooks erzählt die Geschichte von Lexington, einem der berühmtesten Renn- und Zuchthengste der amerikanischen Geschichte uns seines Trainers, Pflegers und menschlichen Freundes Jarrett, der als Sklave in Kentucky im 19. Jahrhundert gelebt hat und während der Lebenszeit des Pferdes an dessen Seite war. Auch wenn das Thema Pferde-Rennsport und Zucht hier eine große Rolle spielt ist dieses Buch nicht zwingend nur ein Buch für „Pferde-Mädchen,“ sondern durchaus eine Leseempfehlung für eine weit größere Leserschaft. Neben dem Erzählstrang um Jarrett und Lexington gibt es noch zwei weitere Erzählstänge, zum einen den der Galeristin Martha Jackson in New York 1954 und den um die australische Wissenschaftlerin Jess und den nigerianisch-amerikanischen Kunsthistoriker Theo im Jahr 2019. Der Einstieg in das Buch ist mir aufgrund der ständig wechselnden Erzählperspektiven etwas schwer gefallen. Ich fühlte mich aus dem Konzept gebracht und aus dem Kontext gerissen, auch wenn zumindest bei Jess und Theo sehr schnell klar ist, dass auch ihr Interesses dem Hengst Lexington gilt. Es hat wirklich etwas gedauert, bis es mich nachhaltig zu der Geschichte gezogen hat und der sehr ruhige und wenig Effekt-haschende Erzählstil hat den Unwillen zu dem Buch zu greifen noch verstärkt. Aber nach ca. 200 Seiten, als das Thema Sklaverei und das Leben der afro-amerikanischen Bevölkerung im 19. Jahrhundert wie auch der (Alltags-) Rassismus in unserer Zeit mehr in den Mittelpunkt gerückt wird, konnte mich das Buch dann glücklicherweise packen. Wir stoßen hier auf wirkliche spannende historische Figuren, von denen ich zuvor noch nie gehört hatte und deren Geschichte - zumindest bei den Randfiguren - durchaus noch näher beleuchtet hätte werden können. Auch vor und während des amerikanischen Bürgerkrieges, der hier natürlich auch thematisiert wird, gab es mehr als nur „schwarz und weiß,“ gab es mehr als die sich bekämpfenden Nord- und Südstaaten. Ich finde es großartig und wichtig, dass auch das was es dazwischen gab, hier eine Stimme bekommen hat. Schwierigkeiten hatte ich ein wenig mit dem Kunst-/ kunsthistorischen und wissenschaftliche n Thema rund um Jess und Theo in der Jetzt-Zeit. Dafür aber hat mich die Geschichte von Jarrett und Lexington sehr bewegt (auch ohne ein Pferde-Mädchen zu sein) und gerade die tiefe Verbundenheit zwischen Lexington und Jarrett war großartig geschildert, auch wenn ich immer das Gefühl hatte, dies alles nur zu betrachten und nie richtig dabei zu sein. Alles in allem ein richtig gutes Buch, wenn auch mit ein paar Schwächen.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️❤️ Lieblingsbuch! Jahreshighlight!
Ja, tatsächlich - es ist erst Mitte Februar und ich wage trotzdem schon die Prognose, dass dieses Buch mein Jahreshighlight sein wird. Ich kann mir im Moment einfach nicht vorstellen, dass ich in diesem Jahr noch ein Buch lesen werde, das mich so mitnimmt und berührt wie dieses. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, denn in dem Buch finden sich unheimlich viele Themen - Wissenschaft, Kunst, amerikanische Geschichte, Rassismus, Sklaverei, Liebe (zu Menschen, aber vor allem auch zu Tieren). Es ist die (weitestgehend wahre) Geschichte des berühmtesten amerikanischen Rennpferdes - aber es ist auch so viel mehr! Ein Gesellschaftspanorama nicht nur der 1850/60er Jahre, sondern auch der USA im 21. Jahrhundert. Akribisch recherchiert (siehe Nachwort) und so mitreißend geschrieben, dass ich kaum aufhören konnte zu lesen. Und auf den letzten 50 Seiten hat mir das Buch mit einer für mich unerwarteten - aber leider nicht unrealistischen - Wendung das Herz gebrochen. Es ist selten, dass ich so etwas sage, aber dieses Buch und die Bilder, die es in mir hervorgerufen hat, werde ich nie wieder vergessen. ❤️ Eigentlich sind 5 Sterne (für mich persönlich) viel zu wenig.

Unglaublich gut geschrieben! Es geht nicht nur um Pferde: Sklaverei, Rassismus, Liebe und Schmerz sind hier große Themen
Ich mag Gemälde von Pferden. Hierbei handelt es sich um ein kleines Gemälde, ein Bild von einem dunkelhäutigen Jungen, der ein wunderschönes Pferd locker am Zügel hält. Dieses Bild ist die rote Schnur, die durch das Buch „Das Gemälde“ zieht. Nein, es ist nicht nur das Gemälde, es ist auch das Pferd, welches die Geschichten der verschiedenen Zeiten miteinander verbindet Lexington, geboren als Darley, einem Pferd, das zu seiner Zeit alle Rekorde zu brechen vermag. Ein Pferd, das zu einer Legende wurde. Jarret, der als Sklave bei seiner Geburt 1850 dabei war und den Hengst aufgezogen, trainierte und dem Maler Model stand, der ein Gemälde von dem Pferd anfertigte. Jarret hat ein besonderes Gespür für Pferde. Er ist einfühlsam und kann die nervösen Rennpferde mit wenigen Kommandos lenken und beruhigen. Er liebt seinen Darley ganz besonders, denn er gehört seinem freigekauften Vater. Und eines Tages, wenn Darley ein großes Rennen gewonnen haben wird, dann will der Vater seinen Jungen ebenfalls aus der Sklaverei freikaufen. Doch daraus wird dann doch nichts. Darley entwickelt sich zu einem sehr schnellen Pferd und zieht die Aufmerksamkeit eines Rennstallbesitzers auf sich, der den Hengst und den Jungen kauft, um sie nach Kentucky mitzunehmen. Jarret wird dort von seinem Pferd getrennt und muss auf den Feldern als Sklave Baumwolle pflücken. 2019 findet Theo ein Gemälde in einem Haufen Sperrmüll. Er studiert Kunsthistorik am Smithsonian Institut und schreibt nebenbei Artikel für eine Zeitung. Er würde gerne wissen welches Vollblutpferd auf diesem Bild zu sehen ist, dass er dort vor Dreck starrend gefunden hat und bittet einen Restaurator vom Smithsonian das Bild zu säubern. Dabei trifft Theo auf die australische Wissenschaftlerin Jess, die mit ihren Sommersprossen und ihrer hellen Haut das ganze Gegenteil zu dem dunkelhäutigen Theo ist. Jess präpariert leidenschaftlich Tierskelette und untersucht gerade ein Skelett, dass wahrscheinlich Lexington das Rennpferd ist. Ihre erste Begegnung ist ziemlich unglücklich verlaufen. Theo schloss gerade sein Fahrrad ab, als Jess ihn als Fahrraddieb entlarven wollte. Es sei ja wohl typisch, dass ein Schwarzer ihr Rad stehlen will. Doch schnell wird klar, dass sie nur den gleichen Fahrradgeschmack haben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten machen die Beiden gemeinsam Entdeckungen. Die Autorin Geraldine Brooks schreibt sehr einfühlsam und unterhaltend. Ich habe nicht einmal gedacht, dass ich das Buch langweilig fand. Und dabei geht es nicht einmal darum, dass ich schon früher gerne Pferdebücher gelesen habe. Ihr Roman ist so vielfältig und beleuchtet von verschiedenen Seiten das Leben heute wie damals in Amerika (und vermutlich wie auf der ganzen Welt!). Rassismus, Selbstüberschätzung, Liebe (für Tier wie auch Mensch), Wut, Befreiung … Die Liebe zu dem Pferd, lässt den Jungen Jarret einiges aushalten. Und natürlich auch, die Zeit. Ein schwarzer Junge konnte sich ja kaum gegen den Master auflehnen. Jess und Theo haben eine wunderschöne und angespannte Geschichte. Eigentlich dürfen sie keine gemeinsame Zeit haben, doch können sie nicht voneinander lassen. Am Ende habe ich Wasser in den Augen gehabt. So schön, so traurig und emotional geschrieben. Dieses Buch stand schon viel zu lange ungelesen in meinem Regal!

Kraftvolle Verwebung von Realität und Fiktion
In diesem Buch entführt uns die Autorin auf eine fesselnde Reise durch die Jahrhunderte, beginnend im Washington, D.C. des Jahres 2019, wo die australische Wissenschaftlerin Jess und der nigerianisch-amerikanische Kunsthistoriker Theo durch ihre gemeinsame Leidenschaft für ein Pferd unerwartet zueinander finden. Die Erzählung spinnt sich weiter nach New York City 1954, wo die Galeristin Martha Jackson ein mysteriöses Ölgemälde entdeckt, und schließlich zurück ins Kentucky des Jahres 1850, wo der versklavte Junge Jarret und ein Fohlen eine Verbindung schmieden, die zu Rekordsiegen führen wird. Die Verwebung der Geschichten aus verschiedenen Zeitebenen ist meisterhaft gelungen. Die Autorin navigiert geschickt zwischen den Epochen und schafft eine Erzählstruktur, die den Leser nahtlos durch die Handlungsstränge führt. Dadurch entsteht eine faszinierende Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Besonders beeindruckend ist die emotionale Tiefe, mit der die Themen Sklaverei und Rassismus behandelt werden. Die Erzählung berührt zutiefst, indem sie die Auswirkungen dieser dunklen Kapitel der Geschichte auf die Leben der Protagonisten authentisch darstellt. Die Verflechtung von persönlichen Schicksalen mit historischen Ereignissen macht das Buch zu einer eindringlichen Lektüre, die zum Nachdenken anregt. Die Autorin vermag es, Realität und Fiktion auf meisterhafte Weise zu verknüpfen. Die Geschichte des siegreichen Rennpferds Lexington schafft es, Kunst, Wissenschaft, Liebe und Obsession miteinander zu verweben. Die enge Beziehung zwischen dem Pferd Lexington und dem Sklaven Jarret wird äußerst deutlich und einfühlsam dargestellt. Die Autorin schafft es, die Tiefe dieser Verbindung in all ihren Facetten zu beleuchten, von der Anfangszeit der Verständigung bis zu den dramatischen Momenten während des Bürgerkriegs. Diese Beziehung wird zu einem zentralen Element, das die gesamte Erzählung durchzieht. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und wirken äußerst glaubwürdig. Jede Figur trägt dazu bei, die Vielschichtigkeit der Handlung zu bereichern. Ihre Motivationen, Konflikte und Entwicklungen tragen zur Lebendigkeit der Geschichte bei und machen die Charaktere für den Leser greifbar und real. Ein besonderes Highlight sind die Kapitelenden, die mit einem "Knall" und emotionalen Cliffhangern versehen sind. Diese geschickt platzierten Höhepunkte erzeugen Gänsehaut und sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Die Spannung wird geschickt aufgebaut und erreicht in diesen Momenten ihren Höhepunkt. Insgesamt ist 'Das Gemälde' ein fesselnder Roman, der durch seine gekonnte Verwebung von Geschichte, Kunst und persönlichen Schicksalen beeindruckt. Die Autorin schafft es, den Leser auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitzunehmen und dabei tiefgreifende Themen sensibel zu behandeln. Die gelungene Verknüpfung von verschiedenen Zeitebenen und Themen macht das Buch zu einer fesselnden Lektüre, die noch lange nachwirkt.
Das Gemälde“ hat mich wirklich berührt.
Die Geschichte ist tiefgründig und feinfühlig erzählt, nichts wirkt oberflächlich oder hastig. Beim Lesen konnte ich komplett in die Handlung eintauchen und habe mich den Figuren sehr nahe gefühlt. Das Buch hat mich nicht nur unterhalten, sondern auch nachdenklich gemacht. Es war eine besondere Lesezeit, die mir lange im Kopf geblieben ist.
Was für ein Buch, definitiv mein Highlight in 2023. Warum genau, ich vermag es gar nicht zu sagen, aber die Geschichte um das berühmte Rennpferd Lexington hat mich in seinen Bann gezogen. Faszinierend wir ein Pferd über Jahrhunderten so die Menschen beeinflussen konnte.
In dem Buch „Das Gemälde“ begleitet der Leser in den verschiedenen Jahrhunderten die Geschichte um Lexington und „seine“ Menschen. Insbesondere wird ebenfalls die gespaltene Haltung der Amerikaner bezüglich der Sklaverei und ihren Auswirkungen bis in den heutige Alltag nachgegangen, denn der junge farbige Kunsthistoriker Theo erforscht das Leben der Sklaven, die als Trainer, Stalljungen etc. sich unter anderem um dieses berühmte Pferd kümmerten. Im Rahmen seiner Nachforschungen lernt er die Anthropologin Jess kennen, die zufällig gerade an der Restaurierung des Skelettes von Lexington mitwirkt. Auch nimmt der Leser teil an Geburt, Aufzucht und auch Tod von Lexington, indem jeder seiner Schritt durch die Augen von Jerret, einem Sklaven, verfolgt wird
Emotional, aufreibend, tragisch
Eine sehr emotionale, mitreißende Geschichte über den Sklavenjungen Jarrett und das Rennpferd Lexington, gestützt auf eine sehr beeindruckende Recherchearbeit der Autorin. Vorab: Um dieses Buch zu mögen, muss man meiner Meinung nach ein Pferdenarr und Geschichtsinteressiert sein, besonders in amerikanischer Geschichte. Nicht-Pferdemenschen können die einmalige und innige Verbindung zwischen Jarrett und Lexington wahrscheinlich nur schwer nachvollziehen. Zu Beginn der Geschichte war ich mit den vielen Namen schlichtweg überfordert. Manche Szenen waren etwas lang gezogen. Manchmal dachte ich, die Handlung kommt gar nicht voran. Mit der Zeit versteht man aber, wie die verschiedenen Personen und Zeitebenen zusammenhängen und wie wichtig die Erzählung aus der Sicht der verschiedenen Personen für die Storyline ist. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich war emotional sehr mitgenommen, insbesondere von dem tragischen Ereignis am Ende des Buches. Empfehlenswert!
Tolle historischer Roman zwischen einem wunderbaren Pferd, einem Sklavenjungen, einen Maler, einer Kunsthändlerin, Wissenschaftlerin und einer Doktorarbeit.
Das Gemälde ist eine bewegende Erzählung über Verbundenheit, Treue, Rassismus, Sklaverei, aber auch Leidenschaft für Kunst und tiefer Tierliebe. Die Verflechtung von Schicksalen über verschiedene Epochen hinterlässt eine tolle historische Geschichte. Die Autorin zeigt verschiedenste Perspektiven, gesellschaftliche Missstände und eine berührende Geschichte eines Jungen und seines Pferdes. Besonders eindrucksvoll ist der fein gezeichnete Sinneswandel verschiedener Nebenfiguren. Ein Werk voller Tiefe – unbedingt lesenswert.

Wunderbarer Roman rund um das erfolgreichste amerikanische Rennpferd
Judith Schwaab übersetzte hervorragend das fast 580 Seiten starke Werk von Geraldine Books. Das Buch spielt in mehreren Zeitebenen und wechselt dabei die Erzähler Sichtweise jeweils aus mehrere Perspektiven. Es startet im Jahr 2019 mit den beiden Protagonisten Theo, einen an seiner Doktorarbeit schreibenden Kunsthistorikers, und Jess, einer australisch stämmigen Wissenschaftlerin. Während Theo durch Zufall an ein Gemälde des berühmten Rennpferdes Lexington gelangt, trifft er im Rahmen seiner Recherchen auf Jess, die am Skelett des selben Pferdes arbeitet. Dazwischen erhalte ich als Leserin Rückblicke auf das Leben eben jenes Rennpferdes, dass stark verknüpft ist mit dem Sklavenjungen Jarrett. Dabei kommen auch andere Stimmen aus der Zeit zu Wort, zum Beispiel dem Besitzer von Lexington und Jarett. Auf dieser Zeitebene berichtet auch immer wieder der Maler des in der Gegenwart gefundenen Gemälde, Thomas J. Scott. Die Eindrücke des Malers sind die einzigen, die aus der Ich-Perspektive formuliert sind. Letzter Zeitebene ist Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem Leben einer Galeristen und Kunstliebhaberin, die ebenfalls einen starken Bezug zu einem anderen Gemälde von Thomas J. Scott mit einer Darstellung von Lexington hat. Das Buch ist sehr gut recherchiert und komponiert historische wahre Begebenheiten. Hervorragend mit fiktiven Elementen, die diese Geschichte auf einer einzigartige Weise abrunden. Dabei wird auf beklemmende Weise alter und neuer Rassismus thematisiert. Lesenswert!
Ganz große Buchliebe ♥️🐴
•Buchrezi• 😢 Zum Inhalt: Es ist 2019, als der junge Student Theo ein Gemälde mit einem Pferd auf dem Sperrmüll seiner Nachbarin findet und mitnimmt. Im selben Jahr weckt ein Pferdeskelett die Neugier zweier Wissenschaftlerinnen. In Kentucky 1850, begleitet der junge versklavte Jarret die Geburt eines Fohlens. Schon beim ersten Anblick ist im klar, dieses Pferd ist etwas ganz besonderes. Schnell stellt sich heraus, dass auch das Band zwischen Jarret und dem Hengst Darley ein ganz spezielles ist. Nach seinem ersten Rennerfolg soll Darley verkauft werden und Jarret gleich mit. Und schnell wird klar, Darley will gewinnen und bricht schnell alle Rekorde. Doch das tolle Leben, als erfolgreicher Pferdetrainer mit einem der schnellsten Rennpferde findet ein jähes Ende, als… Mein Fazit: Jahreshighlight ♥️! Emotional, spanned, toll! Zu Beginn braucht die Geschichte etwas, um in Schwung zu kommen, doch dann… dann hat sie mich gepackt. Definitiv nicht nur eine Geschichte für Pferdeliebhaber*innen. Die Kapitel, die 2019 spielen mochte ich. Aber die Kapitel rund um Jarret und seinem Pferd Darley habe ich geliebt. Jarret ist mir schon auf den ersten 100 Seiten so sehr ans Herz gewachsen, dass ich seinem Leben gerne gefolgt bin. Erwartet hier keine kitschige Junge trifft Pferd Geschichte… denn hier geht es vor allem auch um Rassismus, Sklaverei, Krieg, falsche Versprechungen und Menschenrechte. Mir hat das Buch wahnsinnig gut gefallen. Und spreche hiermit eine absolute Leseempfehlung aus! Ein Buch, welches ich nie vergessen werde. Das Ende… Volle 🐴🐴🐴🐴🐴! Wie deutlich diese Geschichte zeigt, dass das Band zwischen einem Pferd und seinem Menschen etwas ganz besonderes sein kann. Haltet euch Taschenbücher bereit.
Geschichte, Leid, Liebe, Hoffnung, Krieg Rassismus... Alles drin
Obwohl ich kein Faible für Pferde besitze gefiel mir die Geschichte. Vergangenheit und Gegenwart wechseln sich ab und sind stimmig. Die vielen Perspektiven waren unterhaltend, nicht zu viel, nicht zu wenig. Die Verbundenheit zwischen Mensch und Tier war schön beschrieben und hat mich berührt. Es gibt ein paar schwächere Abschnitte, aber nicht so gravierend, sodass ich das Buch gerne weiterempfehle.
Eine atemberaubende Geschichte mit viel Tiefgang und toller Recherche
Das Buch ist wirklich atemberaubend. Eine so tiefgründige Geschichte über ein Pferd und seinen Pfleger. Die Geschichte hat mich sehr berührt und über die Sklaverei zu lesen war erschreckend aber unglaublich wichtig. Es war definitiv nicht das letzte Buch das ich von Geraldine Brooks gelesen habe. Die Geschichte hat mein Leben jetzt schon sehr bereichert und ich bin froh, dass ich im Buchhandel zufällig auf so ein außergewöhnliches Buch gestoßen bin!
Dieses Buch erzählt eine tragische Geschichte über die Unmenschlichkeit der Sklaverei aus der Sicht von Jarret, einem jungen Sklaven aus dem Süden, und seiner Hingabe an ein reinrassiges Pferd. Die Autorin fängt viele Nuancen in Jarrets Entscheidungen ein, zusammen mit der komplizierten Geschichte der schwarzen Reiter Amerikas und wie einige schwarze Sklaven und freie Männer gleichermaßen Respekt in dieser Welt erlangen konnten. Geraldine Brooks nimmt in die Handlung auf, wie der Rassismus unserer Vergangenheit dem Rassismus von heute ähnelt. In der Geschichte sind Menschlichkeit und Hässlichkeit sowie Schönheit ebenfalls Teil der Handlung. Leider finde ich, dass die Geschichte durch die langsame Erzählweise sehr an Spannung verliert und man leider nicht das Gefühl bekommt, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu müssen. Eine gute Geschichte, die auf tatsächlichen historischen Ereignissen basiert. Wer historische Romane und eine etwas langsame Erzählweise mag, kann mit diesem Buch nichts falsch machen.
In der Hoffnung auf ein nicht allzu kitschiges Pferdebuch gekauft, wurde ich mit einer herzzerreißenden Geschichte über so viele wichtige Themen der damaligen und heutigen Zeit belohnt - inspiriert unter anderem durch die Black Lives Matter Bewegung. „Trump is not named in the novel but Brooks says: “The thumping noise of the times really influenced the writing of the book – it had to, I think. We had eight years of Obama and then we had Trump. It’s just like we had Reconstruction and then we had Jim Crow. The country can only take so much change and then there’s a backlash, and we’re living with the backlash.”“ (The Sidney Morning Herald, ‘It breaks your heart’: How Geraldine Brooks turned her grief into a book of love) Im Nachwort erfährt man, dass der Mann von Geraldine Brooks plötzlich und unerwartet an einem Herzinfarkt gestorben ist, während sie an „Horse“ schrieb. Diese Trauer spürt man… erst ganz leise und dann mit einem lauten Knall. Ein ganz wunderbares Buch, mit perfekt ineinander greifenden Erzählsträngen, welches die Geschichten diverser Charaktere und reale Geschehnisse über drei Jahrhunderte hinweg mit einer absoluten Leichtigkeit verwebt. Kann ich auch Nicht-Pferde-Menschen wärmstens empfehlen!
Description
Washington, D.C., 2019: Jess, eine junge australische Wissenschaftlerin, und Theo, ein nigerianisch-amerikanischer Kunsthistoriker, finden sich durch ihr gemeinsames Interesse an einem Pferd unerwartet verbunden. Jess untersucht die Knochen des Hengstes nach Hinweisen auf seine Kraft und Ausdauer – Theo will die verlorene Geschichte des unbekannten schwarzen Trainers aufdecken, der für seinen Rennerfolg entscheidend war.
New York City, 1954: Martha Jackson, eine Galeristin, die für ihr Gespür bekannt ist, entdeckt ein Ölgemälde eines Pferdes aus dem 19. Jahrhundert von unbekannter Herkunft.
Kentucky, 1850: Ein versklavter Junge namens Jarret und ein braunes Fohlen schmieden ein Band der Verständigung, das das Pferd zu Rekordsiegen im Süden Amerikas führen wird. Als der Bürgerkrieg ausbricht, wird auch ein junger Künstler, der sich mit Gemälden des Rennpferdes einen Namen gemacht hat, zu den Waffen gerufen. In einer gefährlichen Nacht trifft er auf den Hengst und seinen Reiter Jarret, weit entfernt vom ehemaligen Glanz der Rennstrecke.
Basierend auf der wahren Geschichte des siegreichen Rennpferds Lexington ist »Das Gemälde« ein Roman über Kunst und Wissenschaft, Liebe und Besessenheit und unsere offene Rechnung mit alltäglichem Rassismus.
Book Information
Author Description
Geraldine Brooks wurde 1955 in Sydney geboren und bereiste elf Jahre lang als Auslandskorrespondentin des Wall Street Journal die Welt. 2006 erhielt sie für ihren Debütroman »Auf freiem Feld« den Pulitzerpreis. »Das Pesttuch« avancierte zum internationalen Bestseller und wurde in 25 Sprachen übersetzt. Auch ihr neuer Roman »Das Gemälde« stand auf Anhieb auf der New-York-Times-Bestsellerliste. Geraldine Brooks lebt auf Martha's Vineyard, Massachusetts.
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Ein abtauchen in d. amerikanische Geschichte
Ein kluges Buch, auch wenn man mit Pferden wenig am Hut hat. 😉Es spielt auf mehreren Zeitebenen. Primär zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs und im Heute. Gerade weil es ziemlich sachlich erzählt ist, packt es einen um so mehr. Was für fürchterliche und gleichzeitig wahrscheinlich so normale Dinge geschehen. Sehr lesenswert in diesen Zeiten!!!
Das Buch hat mir richtig gut gefallen! Mein ganzes Leben schon habe ich mit Pferden zu tun und die Faszination Pferd ist immer noch präsent. Allerdings finde ich den Pferderennsport absolut grausam. Deshalb werde ich auch niemals Bücher eines gewissen Autoren kaufen, der regelmäßig Bilder von seinen Besuchen solcher Veranstaltungen postet und ich somit diesen "Sport" indirekt unterstütze würde. 😯 Am Anfang haben mich einige (viele) Ausdrücke ziemlich genervt, die schlichtweg falsch sind. Ein Pferd hat einfach keinen Schwanz sondern einen Schweif. Und wenn ein Fohlen mit den Knien voran auf die Welt kommen würde, würde ganz gewaltig etwas schief laufen. 🥴 Das ist aber sicherlich der Übersetzung geschuldet und irgendwann konnte ich darüber hinweg sehen und das Buch genießen. 🙂 Ganz besonders hat mir natürlich die enge Bindung zwischen Pferd und Pfleger gefallen. Normalerweise gefallen mir bei Büchern, die auf mehreren Zeitebenen spielen, die historischen Teile besser. Hier haben mir alle gleichermaßen gut gefallen. Da mir das Buch sehr gut gefallen hat werde ich auf jeden Fall nach weiteren Büchern der Autorin Ausschau halten. 🙂
"Er war allen Pferden weit überlegen, die es vor ihm gegeben hatte, so wie der gleißende Lichtstrahl der Tropensonne dem schwachen und kaum erkennbaren Schimmern eines fernen Sterns überlegen ist." Dieser Roman handelt von Lexington, geboren als Darley, der bis heute als einer der besten Rennpferde gilt, die es jemals gegeben hat und der erfolgreichste Zuchthengst der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts. Aber es ist nicht nur seine Geschichte die hier erzählt wird, sondern auch die, des bis heute anhaltenden Rassismusses. Die Autorin erzählt bildhaft vom Zeitalter der Sklaverei und dem Leben der schwarzen Pferdeknechte im Kontext des Rennsports, der auch zu der damaligen Zeit schon gnadelos war, denn man konnte viel Geld mit diesen Tieren gewinnen. Pferde, die zur Zeit, wenn sie in die ersten Rennen geschickt werden manchmal erst zweijährig waren, Kinder also, die noch nicht mal ausgewachsen sind, werden zu Siegen geprügelt. Anders wohl Lexington, der gewinnen wollte und das Rennen geliebt haben soll. Durch frühes Erblinden blieb ihm die Tortur zahlreicher Rennen erspart und er ging in die Zucht. Pfleger und später auch Trainer des Pferdes ist der Sklave Jarret. Wie fast alle Persönlichkeiten gab es auch Jarret in Wirklichkeit, da die Autorin aber nicht viel von ihm herausfinden konnte, bediente sie sich der Lebensläufe zweier existierenden Jokeys und Trainer und machte diese zu Jarret. Eingebunden ist dies alles in die Recherche zu Gemälden von Thomas Scott von Lexington. Auch dies beruht alles auf wahren Begebenheiten und muss unglaublich aufwändig gewesen sein. Wahr ist leider auch, daß, vor allem in den USA, immernoch große Vorbehalte schwarzen Menschen gegenüber bestehen, auch dies findet Platz im Roman. Den Teil von der Kunstsammlerin in der Mitte des 20. Jahrhunderts hätte es nach meinem Dafürhalten nicht auch noch gebraucht, das war mir etwas zu viel, wobei es natürlich den Verbleib der Gemälde im Rahmen der kunsthistorischen Zusammenhänge beleuchtet. Ein toller Einblick in die historische Welt der Pferderennen, der Kunstgeschichte und der dunklen Vergangenheit der Sklaverei.
Ein Stück amerikanische Geschichte
Wow. Ich bin selten in eine Geschichte so tief eingetaucht, wie in diese. Und dabei geht es doch eigentlich nur um ein Pferd? Naja, nicht ganz. “Das Gemälde” erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven und zu unterschiedlichen Epochen von Rassismus, Sklaverei, dem Pferderennsport und der Pferdezucht (einfach nur pervers, sorry), aber auch von Liebe, Verlust und menschlichen Verbindungen. Und das so unglaublich vielschichtig, dass sich das Buch wie 2.000 Seiten angefühlt hat. Ich kann auch das Hörbuch sehr empfehlen, die beiden Sprecher sind richtig toll.

Eher knappe vier Sterne, weil es zwischenzeitlich etwas langatmig war, aber mit einem großen und wichtigen Thema.
„Das Gemälde“ von Geraldine Brooks erzählt die Geschichte von Lexington, einem der berühmtesten Renn- und Zuchthengste der amerikanischen Geschichte uns seines Trainers, Pflegers und menschlichen Freundes Jarrett, der als Sklave in Kentucky im 19. Jahrhundert gelebt hat und während der Lebenszeit des Pferdes an dessen Seite war. Auch wenn das Thema Pferde-Rennsport und Zucht hier eine große Rolle spielt ist dieses Buch nicht zwingend nur ein Buch für „Pferde-Mädchen,“ sondern durchaus eine Leseempfehlung für eine weit größere Leserschaft. Neben dem Erzählstrang um Jarrett und Lexington gibt es noch zwei weitere Erzählstänge, zum einen den der Galeristin Martha Jackson in New York 1954 und den um die australische Wissenschaftlerin Jess und den nigerianisch-amerikanischen Kunsthistoriker Theo im Jahr 2019. Der Einstieg in das Buch ist mir aufgrund der ständig wechselnden Erzählperspektiven etwas schwer gefallen. Ich fühlte mich aus dem Konzept gebracht und aus dem Kontext gerissen, auch wenn zumindest bei Jess und Theo sehr schnell klar ist, dass auch ihr Interesses dem Hengst Lexington gilt. Es hat wirklich etwas gedauert, bis es mich nachhaltig zu der Geschichte gezogen hat und der sehr ruhige und wenig Effekt-haschende Erzählstil hat den Unwillen zu dem Buch zu greifen noch verstärkt. Aber nach ca. 200 Seiten, als das Thema Sklaverei und das Leben der afro-amerikanischen Bevölkerung im 19. Jahrhundert wie auch der (Alltags-) Rassismus in unserer Zeit mehr in den Mittelpunkt gerückt wird, konnte mich das Buch dann glücklicherweise packen. Wir stoßen hier auf wirkliche spannende historische Figuren, von denen ich zuvor noch nie gehört hatte und deren Geschichte - zumindest bei den Randfiguren - durchaus noch näher beleuchtet hätte werden können. Auch vor und während des amerikanischen Bürgerkrieges, der hier natürlich auch thematisiert wird, gab es mehr als nur „schwarz und weiß,“ gab es mehr als die sich bekämpfenden Nord- und Südstaaten. Ich finde es großartig und wichtig, dass auch das was es dazwischen gab, hier eine Stimme bekommen hat. Schwierigkeiten hatte ich ein wenig mit dem Kunst-/ kunsthistorischen und wissenschaftliche n Thema rund um Jess und Theo in der Jetzt-Zeit. Dafür aber hat mich die Geschichte von Jarrett und Lexington sehr bewegt (auch ohne ein Pferde-Mädchen zu sein) und gerade die tiefe Verbundenheit zwischen Lexington und Jarrett war großartig geschildert, auch wenn ich immer das Gefühl hatte, dies alles nur zu betrachten und nie richtig dabei zu sein. Alles in allem ein richtig gutes Buch, wenn auch mit ein paar Schwächen.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️❤️ Lieblingsbuch! Jahreshighlight!
Ja, tatsächlich - es ist erst Mitte Februar und ich wage trotzdem schon die Prognose, dass dieses Buch mein Jahreshighlight sein wird. Ich kann mir im Moment einfach nicht vorstellen, dass ich in diesem Jahr noch ein Buch lesen werde, das mich so mitnimmt und berührt wie dieses. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, denn in dem Buch finden sich unheimlich viele Themen - Wissenschaft, Kunst, amerikanische Geschichte, Rassismus, Sklaverei, Liebe (zu Menschen, aber vor allem auch zu Tieren). Es ist die (weitestgehend wahre) Geschichte des berühmtesten amerikanischen Rennpferdes - aber es ist auch so viel mehr! Ein Gesellschaftspanorama nicht nur der 1850/60er Jahre, sondern auch der USA im 21. Jahrhundert. Akribisch recherchiert (siehe Nachwort) und so mitreißend geschrieben, dass ich kaum aufhören konnte zu lesen. Und auf den letzten 50 Seiten hat mir das Buch mit einer für mich unerwarteten - aber leider nicht unrealistischen - Wendung das Herz gebrochen. Es ist selten, dass ich so etwas sage, aber dieses Buch und die Bilder, die es in mir hervorgerufen hat, werde ich nie wieder vergessen. ❤️ Eigentlich sind 5 Sterne (für mich persönlich) viel zu wenig.

Unglaublich gut geschrieben! Es geht nicht nur um Pferde: Sklaverei, Rassismus, Liebe und Schmerz sind hier große Themen
Ich mag Gemälde von Pferden. Hierbei handelt es sich um ein kleines Gemälde, ein Bild von einem dunkelhäutigen Jungen, der ein wunderschönes Pferd locker am Zügel hält. Dieses Bild ist die rote Schnur, die durch das Buch „Das Gemälde“ zieht. Nein, es ist nicht nur das Gemälde, es ist auch das Pferd, welches die Geschichten der verschiedenen Zeiten miteinander verbindet Lexington, geboren als Darley, einem Pferd, das zu seiner Zeit alle Rekorde zu brechen vermag. Ein Pferd, das zu einer Legende wurde. Jarret, der als Sklave bei seiner Geburt 1850 dabei war und den Hengst aufgezogen, trainierte und dem Maler Model stand, der ein Gemälde von dem Pferd anfertigte. Jarret hat ein besonderes Gespür für Pferde. Er ist einfühlsam und kann die nervösen Rennpferde mit wenigen Kommandos lenken und beruhigen. Er liebt seinen Darley ganz besonders, denn er gehört seinem freigekauften Vater. Und eines Tages, wenn Darley ein großes Rennen gewonnen haben wird, dann will der Vater seinen Jungen ebenfalls aus der Sklaverei freikaufen. Doch daraus wird dann doch nichts. Darley entwickelt sich zu einem sehr schnellen Pferd und zieht die Aufmerksamkeit eines Rennstallbesitzers auf sich, der den Hengst und den Jungen kauft, um sie nach Kentucky mitzunehmen. Jarret wird dort von seinem Pferd getrennt und muss auf den Feldern als Sklave Baumwolle pflücken. 2019 findet Theo ein Gemälde in einem Haufen Sperrmüll. Er studiert Kunsthistorik am Smithsonian Institut und schreibt nebenbei Artikel für eine Zeitung. Er würde gerne wissen welches Vollblutpferd auf diesem Bild zu sehen ist, dass er dort vor Dreck starrend gefunden hat und bittet einen Restaurator vom Smithsonian das Bild zu säubern. Dabei trifft Theo auf die australische Wissenschaftlerin Jess, die mit ihren Sommersprossen und ihrer hellen Haut das ganze Gegenteil zu dem dunkelhäutigen Theo ist. Jess präpariert leidenschaftlich Tierskelette und untersucht gerade ein Skelett, dass wahrscheinlich Lexington das Rennpferd ist. Ihre erste Begegnung ist ziemlich unglücklich verlaufen. Theo schloss gerade sein Fahrrad ab, als Jess ihn als Fahrraddieb entlarven wollte. Es sei ja wohl typisch, dass ein Schwarzer ihr Rad stehlen will. Doch schnell wird klar, dass sie nur den gleichen Fahrradgeschmack haben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten machen die Beiden gemeinsam Entdeckungen. Die Autorin Geraldine Brooks schreibt sehr einfühlsam und unterhaltend. Ich habe nicht einmal gedacht, dass ich das Buch langweilig fand. Und dabei geht es nicht einmal darum, dass ich schon früher gerne Pferdebücher gelesen habe. Ihr Roman ist so vielfältig und beleuchtet von verschiedenen Seiten das Leben heute wie damals in Amerika (und vermutlich wie auf der ganzen Welt!). Rassismus, Selbstüberschätzung, Liebe (für Tier wie auch Mensch), Wut, Befreiung … Die Liebe zu dem Pferd, lässt den Jungen Jarret einiges aushalten. Und natürlich auch, die Zeit. Ein schwarzer Junge konnte sich ja kaum gegen den Master auflehnen. Jess und Theo haben eine wunderschöne und angespannte Geschichte. Eigentlich dürfen sie keine gemeinsame Zeit haben, doch können sie nicht voneinander lassen. Am Ende habe ich Wasser in den Augen gehabt. So schön, so traurig und emotional geschrieben. Dieses Buch stand schon viel zu lange ungelesen in meinem Regal!

Kraftvolle Verwebung von Realität und Fiktion
In diesem Buch entführt uns die Autorin auf eine fesselnde Reise durch die Jahrhunderte, beginnend im Washington, D.C. des Jahres 2019, wo die australische Wissenschaftlerin Jess und der nigerianisch-amerikanische Kunsthistoriker Theo durch ihre gemeinsame Leidenschaft für ein Pferd unerwartet zueinander finden. Die Erzählung spinnt sich weiter nach New York City 1954, wo die Galeristin Martha Jackson ein mysteriöses Ölgemälde entdeckt, und schließlich zurück ins Kentucky des Jahres 1850, wo der versklavte Junge Jarret und ein Fohlen eine Verbindung schmieden, die zu Rekordsiegen führen wird. Die Verwebung der Geschichten aus verschiedenen Zeitebenen ist meisterhaft gelungen. Die Autorin navigiert geschickt zwischen den Epochen und schafft eine Erzählstruktur, die den Leser nahtlos durch die Handlungsstränge führt. Dadurch entsteht eine faszinierende Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Besonders beeindruckend ist die emotionale Tiefe, mit der die Themen Sklaverei und Rassismus behandelt werden. Die Erzählung berührt zutiefst, indem sie die Auswirkungen dieser dunklen Kapitel der Geschichte auf die Leben der Protagonisten authentisch darstellt. Die Verflechtung von persönlichen Schicksalen mit historischen Ereignissen macht das Buch zu einer eindringlichen Lektüre, die zum Nachdenken anregt. Die Autorin vermag es, Realität und Fiktion auf meisterhafte Weise zu verknüpfen. Die Geschichte des siegreichen Rennpferds Lexington schafft es, Kunst, Wissenschaft, Liebe und Obsession miteinander zu verweben. Die enge Beziehung zwischen dem Pferd Lexington und dem Sklaven Jarret wird äußerst deutlich und einfühlsam dargestellt. Die Autorin schafft es, die Tiefe dieser Verbindung in all ihren Facetten zu beleuchten, von der Anfangszeit der Verständigung bis zu den dramatischen Momenten während des Bürgerkriegs. Diese Beziehung wird zu einem zentralen Element, das die gesamte Erzählung durchzieht. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und wirken äußerst glaubwürdig. Jede Figur trägt dazu bei, die Vielschichtigkeit der Handlung zu bereichern. Ihre Motivationen, Konflikte und Entwicklungen tragen zur Lebendigkeit der Geschichte bei und machen die Charaktere für den Leser greifbar und real. Ein besonderes Highlight sind die Kapitelenden, die mit einem "Knall" und emotionalen Cliffhangern versehen sind. Diese geschickt platzierten Höhepunkte erzeugen Gänsehaut und sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Die Spannung wird geschickt aufgebaut und erreicht in diesen Momenten ihren Höhepunkt. Insgesamt ist 'Das Gemälde' ein fesselnder Roman, der durch seine gekonnte Verwebung von Geschichte, Kunst und persönlichen Schicksalen beeindruckt. Die Autorin schafft es, den Leser auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitzunehmen und dabei tiefgreifende Themen sensibel zu behandeln. Die gelungene Verknüpfung von verschiedenen Zeitebenen und Themen macht das Buch zu einer fesselnden Lektüre, die noch lange nachwirkt.
Das Gemälde“ hat mich wirklich berührt.
Die Geschichte ist tiefgründig und feinfühlig erzählt, nichts wirkt oberflächlich oder hastig. Beim Lesen konnte ich komplett in die Handlung eintauchen und habe mich den Figuren sehr nahe gefühlt. Das Buch hat mich nicht nur unterhalten, sondern auch nachdenklich gemacht. Es war eine besondere Lesezeit, die mir lange im Kopf geblieben ist.
Was für ein Buch, definitiv mein Highlight in 2023. Warum genau, ich vermag es gar nicht zu sagen, aber die Geschichte um das berühmte Rennpferd Lexington hat mich in seinen Bann gezogen. Faszinierend wir ein Pferd über Jahrhunderten so die Menschen beeinflussen konnte.
In dem Buch „Das Gemälde“ begleitet der Leser in den verschiedenen Jahrhunderten die Geschichte um Lexington und „seine“ Menschen. Insbesondere wird ebenfalls die gespaltene Haltung der Amerikaner bezüglich der Sklaverei und ihren Auswirkungen bis in den heutige Alltag nachgegangen, denn der junge farbige Kunsthistoriker Theo erforscht das Leben der Sklaven, die als Trainer, Stalljungen etc. sich unter anderem um dieses berühmte Pferd kümmerten. Im Rahmen seiner Nachforschungen lernt er die Anthropologin Jess kennen, die zufällig gerade an der Restaurierung des Skelettes von Lexington mitwirkt. Auch nimmt der Leser teil an Geburt, Aufzucht und auch Tod von Lexington, indem jeder seiner Schritt durch die Augen von Jerret, einem Sklaven, verfolgt wird
Emotional, aufreibend, tragisch
Eine sehr emotionale, mitreißende Geschichte über den Sklavenjungen Jarrett und das Rennpferd Lexington, gestützt auf eine sehr beeindruckende Recherchearbeit der Autorin. Vorab: Um dieses Buch zu mögen, muss man meiner Meinung nach ein Pferdenarr und Geschichtsinteressiert sein, besonders in amerikanischer Geschichte. Nicht-Pferdemenschen können die einmalige und innige Verbindung zwischen Jarrett und Lexington wahrscheinlich nur schwer nachvollziehen. Zu Beginn der Geschichte war ich mit den vielen Namen schlichtweg überfordert. Manche Szenen waren etwas lang gezogen. Manchmal dachte ich, die Handlung kommt gar nicht voran. Mit der Zeit versteht man aber, wie die verschiedenen Personen und Zeitebenen zusammenhängen und wie wichtig die Erzählung aus der Sicht der verschiedenen Personen für die Storyline ist. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich war emotional sehr mitgenommen, insbesondere von dem tragischen Ereignis am Ende des Buches. Empfehlenswert!
Tolle historischer Roman zwischen einem wunderbaren Pferd, einem Sklavenjungen, einen Maler, einer Kunsthändlerin, Wissenschaftlerin und einer Doktorarbeit.
Das Gemälde ist eine bewegende Erzählung über Verbundenheit, Treue, Rassismus, Sklaverei, aber auch Leidenschaft für Kunst und tiefer Tierliebe. Die Verflechtung von Schicksalen über verschiedene Epochen hinterlässt eine tolle historische Geschichte. Die Autorin zeigt verschiedenste Perspektiven, gesellschaftliche Missstände und eine berührende Geschichte eines Jungen und seines Pferdes. Besonders eindrucksvoll ist der fein gezeichnete Sinneswandel verschiedener Nebenfiguren. Ein Werk voller Tiefe – unbedingt lesenswert.

Wunderbarer Roman rund um das erfolgreichste amerikanische Rennpferd
Judith Schwaab übersetzte hervorragend das fast 580 Seiten starke Werk von Geraldine Books. Das Buch spielt in mehreren Zeitebenen und wechselt dabei die Erzähler Sichtweise jeweils aus mehrere Perspektiven. Es startet im Jahr 2019 mit den beiden Protagonisten Theo, einen an seiner Doktorarbeit schreibenden Kunsthistorikers, und Jess, einer australisch stämmigen Wissenschaftlerin. Während Theo durch Zufall an ein Gemälde des berühmten Rennpferdes Lexington gelangt, trifft er im Rahmen seiner Recherchen auf Jess, die am Skelett des selben Pferdes arbeitet. Dazwischen erhalte ich als Leserin Rückblicke auf das Leben eben jenes Rennpferdes, dass stark verknüpft ist mit dem Sklavenjungen Jarrett. Dabei kommen auch andere Stimmen aus der Zeit zu Wort, zum Beispiel dem Besitzer von Lexington und Jarett. Auf dieser Zeitebene berichtet auch immer wieder der Maler des in der Gegenwart gefundenen Gemälde, Thomas J. Scott. Die Eindrücke des Malers sind die einzigen, die aus der Ich-Perspektive formuliert sind. Letzter Zeitebene ist Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem Leben einer Galeristen und Kunstliebhaberin, die ebenfalls einen starken Bezug zu einem anderen Gemälde von Thomas J. Scott mit einer Darstellung von Lexington hat. Das Buch ist sehr gut recherchiert und komponiert historische wahre Begebenheiten. Hervorragend mit fiktiven Elementen, die diese Geschichte auf einer einzigartige Weise abrunden. Dabei wird auf beklemmende Weise alter und neuer Rassismus thematisiert. Lesenswert!
Ganz große Buchliebe ♥️🐴
•Buchrezi• 😢 Zum Inhalt: Es ist 2019, als der junge Student Theo ein Gemälde mit einem Pferd auf dem Sperrmüll seiner Nachbarin findet und mitnimmt. Im selben Jahr weckt ein Pferdeskelett die Neugier zweier Wissenschaftlerinnen. In Kentucky 1850, begleitet der junge versklavte Jarret die Geburt eines Fohlens. Schon beim ersten Anblick ist im klar, dieses Pferd ist etwas ganz besonderes. Schnell stellt sich heraus, dass auch das Band zwischen Jarret und dem Hengst Darley ein ganz spezielles ist. Nach seinem ersten Rennerfolg soll Darley verkauft werden und Jarret gleich mit. Und schnell wird klar, Darley will gewinnen und bricht schnell alle Rekorde. Doch das tolle Leben, als erfolgreicher Pferdetrainer mit einem der schnellsten Rennpferde findet ein jähes Ende, als… Mein Fazit: Jahreshighlight ♥️! Emotional, spanned, toll! Zu Beginn braucht die Geschichte etwas, um in Schwung zu kommen, doch dann… dann hat sie mich gepackt. Definitiv nicht nur eine Geschichte für Pferdeliebhaber*innen. Die Kapitel, die 2019 spielen mochte ich. Aber die Kapitel rund um Jarret und seinem Pferd Darley habe ich geliebt. Jarret ist mir schon auf den ersten 100 Seiten so sehr ans Herz gewachsen, dass ich seinem Leben gerne gefolgt bin. Erwartet hier keine kitschige Junge trifft Pferd Geschichte… denn hier geht es vor allem auch um Rassismus, Sklaverei, Krieg, falsche Versprechungen und Menschenrechte. Mir hat das Buch wahnsinnig gut gefallen. Und spreche hiermit eine absolute Leseempfehlung aus! Ein Buch, welches ich nie vergessen werde. Das Ende… Volle 🐴🐴🐴🐴🐴! Wie deutlich diese Geschichte zeigt, dass das Band zwischen einem Pferd und seinem Menschen etwas ganz besonderes sein kann. Haltet euch Taschenbücher bereit.
Geschichte, Leid, Liebe, Hoffnung, Krieg Rassismus... Alles drin
Obwohl ich kein Faible für Pferde besitze gefiel mir die Geschichte. Vergangenheit und Gegenwart wechseln sich ab und sind stimmig. Die vielen Perspektiven waren unterhaltend, nicht zu viel, nicht zu wenig. Die Verbundenheit zwischen Mensch und Tier war schön beschrieben und hat mich berührt. Es gibt ein paar schwächere Abschnitte, aber nicht so gravierend, sodass ich das Buch gerne weiterempfehle.
Eine atemberaubende Geschichte mit viel Tiefgang und toller Recherche
Das Buch ist wirklich atemberaubend. Eine so tiefgründige Geschichte über ein Pferd und seinen Pfleger. Die Geschichte hat mich sehr berührt und über die Sklaverei zu lesen war erschreckend aber unglaublich wichtig. Es war definitiv nicht das letzte Buch das ich von Geraldine Brooks gelesen habe. Die Geschichte hat mein Leben jetzt schon sehr bereichert und ich bin froh, dass ich im Buchhandel zufällig auf so ein außergewöhnliches Buch gestoßen bin!
Dieses Buch erzählt eine tragische Geschichte über die Unmenschlichkeit der Sklaverei aus der Sicht von Jarret, einem jungen Sklaven aus dem Süden, und seiner Hingabe an ein reinrassiges Pferd. Die Autorin fängt viele Nuancen in Jarrets Entscheidungen ein, zusammen mit der komplizierten Geschichte der schwarzen Reiter Amerikas und wie einige schwarze Sklaven und freie Männer gleichermaßen Respekt in dieser Welt erlangen konnten. Geraldine Brooks nimmt in die Handlung auf, wie der Rassismus unserer Vergangenheit dem Rassismus von heute ähnelt. In der Geschichte sind Menschlichkeit und Hässlichkeit sowie Schönheit ebenfalls Teil der Handlung. Leider finde ich, dass die Geschichte durch die langsame Erzählweise sehr an Spannung verliert und man leider nicht das Gefühl bekommt, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu müssen. Eine gute Geschichte, die auf tatsächlichen historischen Ereignissen basiert. Wer historische Romane und eine etwas langsame Erzählweise mag, kann mit diesem Buch nichts falsch machen.
In der Hoffnung auf ein nicht allzu kitschiges Pferdebuch gekauft, wurde ich mit einer herzzerreißenden Geschichte über so viele wichtige Themen der damaligen und heutigen Zeit belohnt - inspiriert unter anderem durch die Black Lives Matter Bewegung. „Trump is not named in the novel but Brooks says: “The thumping noise of the times really influenced the writing of the book – it had to, I think. We had eight years of Obama and then we had Trump. It’s just like we had Reconstruction and then we had Jim Crow. The country can only take so much change and then there’s a backlash, and we’re living with the backlash.”“ (The Sidney Morning Herald, ‘It breaks your heart’: How Geraldine Brooks turned her grief into a book of love) Im Nachwort erfährt man, dass der Mann von Geraldine Brooks plötzlich und unerwartet an einem Herzinfarkt gestorben ist, während sie an „Horse“ schrieb. Diese Trauer spürt man… erst ganz leise und dann mit einem lauten Knall. Ein ganz wunderbares Buch, mit perfekt ineinander greifenden Erzählsträngen, welches die Geschichten diverser Charaktere und reale Geschehnisse über drei Jahrhunderte hinweg mit einer absoluten Leichtigkeit verwebt. Kann ich auch Nicht-Pferde-Menschen wärmstens empfehlen!





































