Das Fluchholz
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Description
Book Information
Author Description
Johan de Boose wurde 1962 in Gent geboren, hat Slawistik studiert und sich intensiv mit Osteuropa beschäftigt. Er hat Romane, Sachbücher, Gedichte und Theaterstücke verfasst. Für sein bisheriges Werk wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet, u.a dem Halewijn-Preis, dem Henriette-Roland-Holst-Preis und dem Cutting Edge Award. »Das Fluchholz« kam auf die Shortlist des Libris-Literaturpreises und erhielt den Preis für das beste spirituelle Buch.
Posts
🪵✝️ Skurril, schonungslos, philosophisch.
"Aber die Zeit ist blind. Ich kann die Zukunft nicht sehen, und wenn die Zukunft Gegenwart ist, wird sie mich nicht mehr sehen." Ein Olivenbaum, dessen Holz 2000 Jahre Menschheitsgeschichte erlebt. Eine Reise voll Kuriositäten, aber vor allem gefüllt von all den Schlechtigkeiten der Menschheit. Johan de Boose erzählt teilweise in brutaler Deutlichkeit, ist dabei respektlos und obszön, aber auch immer wieder humorvoll. "Das Fluchholz" ist definitiv ein einzigartiger Roman irgendwo zwischen Geschichtsstunde, Philosophieunterricht und schierem Wahnsinn. Und dabei hinterlässt es am Ende vor allem die Frage, warum der Mensch so ist, wie er ist – warum wir es nicht hinbekommen, miteinander in Frieden zu leben; weshalb es zu unserem Wesen zu gehören scheint, einander auf bestialische Weise abzuschlachten. Ich habe ein bisschen gebraucht, um mich auf das Buch einzulassen, aber es lohnt sich definitiv. "So komme ich während einer Rast unserer Kutsche auf dem Weg nach Ephesus mit dem berühmten Leinentuch ins Gespräch, dem Tuch aus Leinen, in das man Jeschua nach der Kreuzigung gewickelt hat [...] Für die Christen ist es natürlich ein Beweis für Jeschuas göttliche Natur. Alles gut möglich, aber ich bin so romantisch zu glauben, dass stille Wasser tief sind und dass dieser Bursche, der im Leben kaum lachen konnte, sich für nach seinem Tod ein paar gute Witze ausgedacht hat. Das hier ist einer davon."

De Booses Werk ist nicht mit einem einzigen Wort zu beschreiben. Es ist generell unfassbar schwer, das Gelesene in Worte zu fassen. Es ist philosophisch, respektlos, teilweise humorvoll und doch auch extrem tragisch. Die Geschichte des Fluchholzes, das als Olivenbaum begann und von dort aus die Menschheitsgeschichte durchläuft, gibt eine ganz neue Perspektive wieder. Diese ist durchwegs kritisch und besonders: Gewissermaßen begutachtet ein Objekt das Treiben der Menschheit über Jahrtausende hinweg. Es legt barbarische Grausamkeiten unzensiert dar, gibt Religions- und Kirchenkritik wieder und hat mich so stark zum Denken angeregt, dass ich danach einige Minuten still dasitzen und mich erst wieder fangen musste. Wieso sind wir Menschen so? Warum passieren gewisse Muster der Grausamkeiten immer wieder? Was macht das mit uns? Was macht das mit mir? Alles Fragen, die mir noch immer durch den Kopf gehen. Für mich ist „Das Fluchholz“ ein ganz besonderes Stück Literatur, welches ich absolut als „harte“ Lektüre betrachte, ich aber absolut bedeutsam finde. Ein ganz einzigartiges Buch, ein Jahreshighlight und mein letztes beendetes Buch im Jahr 2021.
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Johan de Boose wurde 1962 in Gent geboren, hat Slawistik studiert und sich intensiv mit Osteuropa beschäftigt. Er hat Romane, Sachbücher, Gedichte und Theaterstücke verfasst. Für sein bisheriges Werk wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet, u.a dem Halewijn-Preis, dem Henriette-Roland-Holst-Preis und dem Cutting Edge Award. »Das Fluchholz« kam auf die Shortlist des Libris-Literaturpreises und erhielt den Preis für das beste spirituelle Buch.
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🪵✝️ Skurril, schonungslos, philosophisch.
"Aber die Zeit ist blind. Ich kann die Zukunft nicht sehen, und wenn die Zukunft Gegenwart ist, wird sie mich nicht mehr sehen." Ein Olivenbaum, dessen Holz 2000 Jahre Menschheitsgeschichte erlebt. Eine Reise voll Kuriositäten, aber vor allem gefüllt von all den Schlechtigkeiten der Menschheit. Johan de Boose erzählt teilweise in brutaler Deutlichkeit, ist dabei respektlos und obszön, aber auch immer wieder humorvoll. "Das Fluchholz" ist definitiv ein einzigartiger Roman irgendwo zwischen Geschichtsstunde, Philosophieunterricht und schierem Wahnsinn. Und dabei hinterlässt es am Ende vor allem die Frage, warum der Mensch so ist, wie er ist – warum wir es nicht hinbekommen, miteinander in Frieden zu leben; weshalb es zu unserem Wesen zu gehören scheint, einander auf bestialische Weise abzuschlachten. Ich habe ein bisschen gebraucht, um mich auf das Buch einzulassen, aber es lohnt sich definitiv. "So komme ich während einer Rast unserer Kutsche auf dem Weg nach Ephesus mit dem berühmten Leinentuch ins Gespräch, dem Tuch aus Leinen, in das man Jeschua nach der Kreuzigung gewickelt hat [...] Für die Christen ist es natürlich ein Beweis für Jeschuas göttliche Natur. Alles gut möglich, aber ich bin so romantisch zu glauben, dass stille Wasser tief sind und dass dieser Bursche, der im Leben kaum lachen konnte, sich für nach seinem Tod ein paar gute Witze ausgedacht hat. Das hier ist einer davon."

De Booses Werk ist nicht mit einem einzigen Wort zu beschreiben. Es ist generell unfassbar schwer, das Gelesene in Worte zu fassen. Es ist philosophisch, respektlos, teilweise humorvoll und doch auch extrem tragisch. Die Geschichte des Fluchholzes, das als Olivenbaum begann und von dort aus die Menschheitsgeschichte durchläuft, gibt eine ganz neue Perspektive wieder. Diese ist durchwegs kritisch und besonders: Gewissermaßen begutachtet ein Objekt das Treiben der Menschheit über Jahrtausende hinweg. Es legt barbarische Grausamkeiten unzensiert dar, gibt Religions- und Kirchenkritik wieder und hat mich so stark zum Denken angeregt, dass ich danach einige Minuten still dasitzen und mich erst wieder fangen musste. Wieso sind wir Menschen so? Warum passieren gewisse Muster der Grausamkeiten immer wieder? Was macht das mit uns? Was macht das mit mir? Alles Fragen, die mir noch immer durch den Kopf gehen. Für mich ist „Das Fluchholz“ ein ganz besonderes Stück Literatur, welches ich absolut als „harte“ Lektüre betrachte, ich aber absolut bedeutsam finde. Ein ganz einzigartiges Buch, ein Jahreshighlight und mein letztes beendetes Buch im Jahr 2021.






