Das Eis
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Description
Die schmelzenden Gletscher der Arktis geben eine Leiche frei. Der leblose Körper gehört Umweltaktivist Thomas Harding, der drei Jahre zuvor spurlos im Eis verschwand. Von der gemeinsamen Expedition kehrte damals nur ein Mann zurück: Hardings bester Freund. Ein elektrisierender Abenteuerroman über Freundschaft, Verrat und unseren Umgang mit der Natur.
Die Eisdecke in der Arktis schmilzt unaufhörlich. Raffgierige Unternehmen wittern ihre Chance und wetteifern um einen Platz im ewigen Eis. Als ein Kreuzfahrtschiff im arktischen Wasser eine Leiche entdeckt, ist schnell klar, um wen es sich handelt: Tom Harding, Polarforscher und einer der besten Kenner der Arktis, der drei Jahre zuvor nach einem Unfall im Eis verschwand. Der Letzte, der ihn lebend gesehen hat, ist sein bester Freund und Geschäftspartner Sean Cawson. Die Männer planten gemeinsam die Eröffnung einer exklusiven arktischen Lodge, die sich gleichzeitig dem Schutz des Nordmeers verpflichtete. Als die Untersuchungen zu Hardings Tod beginnen, wächst der Druck auf Cawson. Waren ihre Vorstellungen von Naturschutz und Profitgier letztlich doch zu verschieden?
Book Information
Author Description
Laline Paull, studierte Englisch und Theaterwissenschaften in Oxford, Los Angeles und London, wo sie auch für das Royal National Theatre tätig war. Sie lebt mit ihrer Familie in England. Nach dem großen Erfolg von »Die Bienen« ist nun auch ihr zweiter Roman, »Das Eis«, bei Tropen.
Posts
Ich habe mir sehr viel von diesem Buch erhofft, insbesondere, weil ich die Grundidee über die Arktis sehr interessant und faszinierend finde. Ich lese insgesamt sehr gerne ökologisch angehauchte Geschichten, die mir die Problematik, z.B. über Umweltkatastrophen oder den Klimawandel an einem Beispiel noch näher bringen. Leider konnte mich dieses Werk nicht wirklich überzeugen. Sean und Co. blieben die ganze Geschichte über entweder sehr blass und statisch oder waren sehr unsympathisch, sodass ich mich Niemanden wirklich identifizieren konnte. Noch nicht einmal mit Tom, der damals scheinbar noch der Vernünftigste der Gruppe war. Ich bin schon sehr schwer in die Geschichte hineingekommen. Es hat sich gezogen wie Kaugummi und die Spannung blieb auf der Strecke. Es wurde erst nach 3/4 des Buches besser und bis zum Ende hin, wurde es noch sehr spannend und interessant. Ganz besonders das differenziert zu betrachtende Ende, war echt gut gestaltet. Die Handlung konnte mich wie dargestellt leider nicht mitreißen, aber die atmosphärischen Landschaftsbilder der Arktis konnten mich dennoch sehr fesseln und wegen ihnen, habe ich das Buch weitergelesen. An dieser Stelle ein Lob an die Autorin. Auch die Zitate vor den Kapiteln habe ich nicht als störend, sondern als sehr inspirierend und faszinierend empfunden. Ich werde auf jeden Fall noch mehr über die Arktis und die erwähnten Polarforscher lesen. Das Ende war zwar sehr spannend, aber auch offen. Ich hasse offene Enden, obwohl ich zugeben muss, dass ein anderes Ende auch nicht wirklich gepasst hätte... Insgesamt hat mir das Buch okay gefallen, aber eine wirkliche Leseempfehlung hat ich leider nicht aussprechen, dennoch ist es ganz nett. Doch man sollte sich nicht durch die Langatmigkeit abschrecken lassen, es wird besser.
Der Klimawandel ist nicht mehr zu leugnen: der Nordpol ist komplett geschmolzen, Eisbären sind so gut wie ausgestorben. Und doch spielt dieses Buch nicht in 100 Jahren, nicht in 50 Jahren, nicht einmal in 10 Jahren, sondern beinahe JETZT. Wir schreiben das Jahr 2018 und die Arktis liegt im Sterben. Auch wenn der Klappentext einen Ökothriller vermuten lässt, steht im Zentrum doch immer diese stille Tragik – ein Abgesang auf ein einzigartiges Stück Natur. Die verschiedenen Charaktere verkörpern die vielen Facetten der Schuld: Profitgier, Streben nach Macht, sensationslüstere Übersättigung oder einfach Gleichgültigkeit und Ich-Bezogenheit… Den plump erhobenen Zeigefinger vermeidet die Autorin, denn der ist gar nicht nötig; die eindringlichen Schilderungen der Arktis genügen, um den Leser zum Nachdenken anzuregen. Dennoch erzählt der Roman auch die Geschichte einer Freundschaft, die im Tod endete. Vielleicht ein Unfall, vielleicht mehr als das, über viele Kapitel bekommt man nur spärliche Bruchstücke der Geschichte. Und hier zeigt das Buch in meinen Augen deutliche Längen. Manche Enthüllungen werden eben doch zu sehr hinausgezögert, die Handlung verliert sich in hässlichen Nebensächlichkeiten wie Ehebruch. Dabei sind die beiden Hauptcharaktere wirklich gut gelungen und bieten enormes Potential für Spannung: Unternehmer Sean Cawson und Umweltaktivist Tom Harding, seit vielen Jahren beste Freunde. Die Grundlage ihrer Freundschaft ist die gemeinsame Liebe zur Arktis, auch wenn sich diese bei den beiden Männern drastisch unterschiedlich äußert. Tom will die Arktis retten, sie so weit es noch geht im natürlichen Zustand erhalten. Sean will sein eigenes Stück der Arktis besitzen und daraus Gewinn schlagen, er strebt nach Macht und Ansehen. Sean macht es dem Leser nicht leicht. Meines Erachtens ist er kein schlechter Mensch, aber ein schwacher Charakter. Solange er Gewinn daraus schlägt, geht er den Weg des geringsten Widerstands und verschließt die Augen davor, wie er sich für die Ziele anderer benutzen lässt. Es dauert lange, bis er aufwacht und begreift, was er getan hat und wo seine persönliche Verantwortung liegt – dann jedoch kann man verstehen, was Tom in seinem Freund gesehen hat. Gut geschrieben sind die Charaktere in meinen Augen alle, gerade weil sie sehr ambivalent sind und sich nicht klar einordnen lassen in “gut” oder “böse”. Mögen muss (oder kann) man sie nicht unbedingt. Der Schreibstil ist aus verschiedenen Gründen sehr interessant. Zum einen wird die Natur in kraftvollen, lebendigen Bildern beschrieben, die viel Atmosphäre aufbauen. Zum anderen spiegelt der Schreibstil eindrucksvoll Seans innere Zerrissenheit wieder. Schnell erahnt man als Leser, dass man seiner Wahrnehmung nicht immer trauen kann. Er hat Halluzinationen, seine Sinneswahrnehmungen sind oft übersteigert. Posttraumatische Belastungsstörung oder Schuldgefühle? Das ist ihm selbst bis zum bitteren Ende nicht klar. FAZIT Umweltaktivist Tom Harding und Unternehmer Sean Cawson – beste Freunde, seit Jahrzehnten verbunden durch ihre Liebe zur Arktis. Doch der Einbruch einer gemeinsam besuchten Gletscherhöhle nimmt einen tragischen Ausgang: Sean überlebt schwer verletzt, Toms Leiche kann nicht geborgen werden. Als diese vier Jahre später aus einer Gletscherspalte gespült wird, wird der Unfall vor Gericht neu untersucht und Sean muss sich seinen Dämonen stellen. Was nach einem Thriller klingt, ist jedoch eher ein Umweltdrama zum Nachdenken. Tatsächlich hat der Roman meiner Meinung nach einige Längen, aber seine große Stärke liegt in der Schilderung der Arktis und der Gefahren, die diesem einzigartigen Lebensraum drohen. Ich habe es nicht bereut, das Buch gelesen zu haben. Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Blog: https://wordpress.mikkaliest.de/2018/06/26/rezension-laline-paull-das-eis/
Der Klimawandel zeigt seine Auswirkungen auch in der Arktis: Die Eisbären sind kaum noch zu sehen und das ist gerade für die Touristen ein nicht zu akzeptierender Zustand – so versuchen die Kreuzfahrtorganisationen alles, um ihren gut zahlenden Passagieren doch noch einen Eisbär vor die Kameralinse treiben zu können. Doch was ein Kreuzfahrtschiff dann erlebt, ist auch nicht alltäglich: Ein Gletscher kalbt und wirft einen Eisberg ins Meer – darin versteckt: Die bisher verschollen geglaubte Leiche des Umweltaktivisten Tom Harding. Nun wird gerichtlich von vorne aufgerollt, was damals bei seinem Tod vorgefallen ist. Mittendrin ist Sean Cawson, langjähriger Freund von Tom, Besitzer der luxuriösen Midgard Lodge, an der neben Tom noch reiche Investoren beteiligt sind; und damals Anwesender, als dieser starb. Während die ersten Seiten des Buches noch nahelegen, dass es um Umweltschutz und Klimawandel geht, rückt das Buch im Laufe der Handlung vielmehr politische und finanzielle Motivationen in den Mittelpunkt. Nach Beendigung des Buches lässt sich sagen, dass alle Details sehr stimmig und wichtig für das Aufklären des Unfalls bzw. aller Motivationen der anwesenden Hauptcharaktere sind. Allerdings störten mich gerade in der Mitte des Buches die ausführlichen Details, wie Sean seine Lodge aufbaut, wie sich Tom und Sean kennenlernten und so weiter. Besonders interessant zu lesen war dann die Gerichtsverhandlung, weswegen ich mich bei diesen Kapiteln gar nicht mehr vom Buch wegbewegen wollte. Zusätzlich störend habe ich empfunden, dass in diesem Buch unterschiedliche Einleitungen für Rückblenden verwendet wurden. Die Rückblenden selbst machen durchaus Sinn und haben ihre Berechtigung, aber es war dann manchmal doch wirklich schwer, zu verstehen, wo und wann man sich in der Handlung befindet, wenn manchmal Rückblenden mit dem Kapiteleinleitungssatz „Fünf Jahre zuvor …“ begonnen werden; ein anderes Mal mit der Kapitelüberschrift „Vor fünf Jahren“; teilweise gar nicht und einfach im nächsten Abschnitt die Vergangenheit aufkommt ohne sie anzukündigen und man es nur daran merkt, dass Tom eben noch quicklebendig ist; und teilweise die Kapitel Überschriften haben, bei denen man aber nicht weiß, ob sie nun in der Gegenwart oder Vergangenheit sind, weil plötzlich Zeitangaben am Anfang stehen („Oktober“), die vorher vielleicht mal im Text beiläufig erwähnt wurden, aber niemals zuvor als Kapitelüberschrift. Hier hätte ich mir lediglich eine bessere Strukturierung gewünscht, denn für die Handlung macht es zwar keinen Unterschied, aber in meinem Lesefluss hat es mich doch teilweise sehr gestört, weil ich immer innehalten musste und überlegen, wo die Handlung nun gerade einsetzt. An einigen Stellen wurde dann auch in der Gerichtsverhandlung wiederholt, was der Leser schon aus Rückblenden weiß – aber zum Glück war das nur selten der Fall, so dass die Mischung aus Rückblenden und Aussagen sehr gut gewählt war. Ein weiterer Kritikpunkt, wenn auch nur ein kleiner, ist, dass sich mir nicht ganz erschlossen hat, warum die Autorin vor jedes Kapitel Auszüge aus verschiedenen Erfahrungsberichten/Legenden rund um das Thema Arktis und Expedition gesetzt hat. Meiner Meinung nach passen diese nur selten zu Handlung – klar, das Buch spielt teilweise in der Arktis und es hat viel damit zu tun, aber irgendwie war doch im Vordergrund eher etwas anderes als eine Expedition oder etwas Umweltpolitisches. In einem Sachbuch bzw. einem Roman über das Leben in der Arktis oder wenn mehr Handlung sich tatsächlich um solche Themen gedreht hätte, hätten diese Abschnitte besser gepasst. So hielten sie mich eher vom Lesen ab, so dass ich nach weniger als der Hälfte des Buches sogar dazu überging, sie nicht mehr zu lesen und sie dann allesamt nach Beendigung des Buches gelesen habe und kann sagen: Sie sind definitiv interessant, aber meiner Meinung nach überflüssig in diesem Buch. Es sei denn, hier sind sehr tiefe Metaphern versteckt, die sich mir bislang nicht erschlossen haben. Laline Paull hat eine sehr realistische Situation geschildert, bei denen es viele verschiedene Personen mit sehr unterschiedlichen und vielfältigen Motivationen gibt und die sie geschickt zu einem Gesamtwerk verflochten hat. Man sollte als Leser schon ein gewisses Interesse an Politik bzw. politischen Machtspielen mitbringen, sonst wird man über lange Strecken des Buches gelangweilt oder überfordert sein. Trotz der von mir oben angebrachten und lang ausgeführten Kritikpunkte, werde ich dem Buch dennoch 3 Sterne geben (was für mich bedeutet, dass das Buch nicht schlecht ist, aber kein Liebling von mir sein wird), da die Haupthandlung insgesamt spannend und schlüssig ist.
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Die schmelzenden Gletscher der Arktis geben eine Leiche frei. Der leblose Körper gehört Umweltaktivist Thomas Harding, der drei Jahre zuvor spurlos im Eis verschwand. Von der gemeinsamen Expedition kehrte damals nur ein Mann zurück: Hardings bester Freund. Ein elektrisierender Abenteuerroman über Freundschaft, Verrat und unseren Umgang mit der Natur.
Die Eisdecke in der Arktis schmilzt unaufhörlich. Raffgierige Unternehmen wittern ihre Chance und wetteifern um einen Platz im ewigen Eis. Als ein Kreuzfahrtschiff im arktischen Wasser eine Leiche entdeckt, ist schnell klar, um wen es sich handelt: Tom Harding, Polarforscher und einer der besten Kenner der Arktis, der drei Jahre zuvor nach einem Unfall im Eis verschwand. Der Letzte, der ihn lebend gesehen hat, ist sein bester Freund und Geschäftspartner Sean Cawson. Die Männer planten gemeinsam die Eröffnung einer exklusiven arktischen Lodge, die sich gleichzeitig dem Schutz des Nordmeers verpflichtete. Als die Untersuchungen zu Hardings Tod beginnen, wächst der Druck auf Cawson. Waren ihre Vorstellungen von Naturschutz und Profitgier letztlich doch zu verschieden?
Book Information
Author Description
Laline Paull, studierte Englisch und Theaterwissenschaften in Oxford, Los Angeles und London, wo sie auch für das Royal National Theatre tätig war. Sie lebt mit ihrer Familie in England. Nach dem großen Erfolg von »Die Bienen« ist nun auch ihr zweiter Roman, »Das Eis«, bei Tropen.
Posts
Ich habe mir sehr viel von diesem Buch erhofft, insbesondere, weil ich die Grundidee über die Arktis sehr interessant und faszinierend finde. Ich lese insgesamt sehr gerne ökologisch angehauchte Geschichten, die mir die Problematik, z.B. über Umweltkatastrophen oder den Klimawandel an einem Beispiel noch näher bringen. Leider konnte mich dieses Werk nicht wirklich überzeugen. Sean und Co. blieben die ganze Geschichte über entweder sehr blass und statisch oder waren sehr unsympathisch, sodass ich mich Niemanden wirklich identifizieren konnte. Noch nicht einmal mit Tom, der damals scheinbar noch der Vernünftigste der Gruppe war. Ich bin schon sehr schwer in die Geschichte hineingekommen. Es hat sich gezogen wie Kaugummi und die Spannung blieb auf der Strecke. Es wurde erst nach 3/4 des Buches besser und bis zum Ende hin, wurde es noch sehr spannend und interessant. Ganz besonders das differenziert zu betrachtende Ende, war echt gut gestaltet. Die Handlung konnte mich wie dargestellt leider nicht mitreißen, aber die atmosphärischen Landschaftsbilder der Arktis konnten mich dennoch sehr fesseln und wegen ihnen, habe ich das Buch weitergelesen. An dieser Stelle ein Lob an die Autorin. Auch die Zitate vor den Kapiteln habe ich nicht als störend, sondern als sehr inspirierend und faszinierend empfunden. Ich werde auf jeden Fall noch mehr über die Arktis und die erwähnten Polarforscher lesen. Das Ende war zwar sehr spannend, aber auch offen. Ich hasse offene Enden, obwohl ich zugeben muss, dass ein anderes Ende auch nicht wirklich gepasst hätte... Insgesamt hat mir das Buch okay gefallen, aber eine wirkliche Leseempfehlung hat ich leider nicht aussprechen, dennoch ist es ganz nett. Doch man sollte sich nicht durch die Langatmigkeit abschrecken lassen, es wird besser.
Der Klimawandel ist nicht mehr zu leugnen: der Nordpol ist komplett geschmolzen, Eisbären sind so gut wie ausgestorben. Und doch spielt dieses Buch nicht in 100 Jahren, nicht in 50 Jahren, nicht einmal in 10 Jahren, sondern beinahe JETZT. Wir schreiben das Jahr 2018 und die Arktis liegt im Sterben. Auch wenn der Klappentext einen Ökothriller vermuten lässt, steht im Zentrum doch immer diese stille Tragik – ein Abgesang auf ein einzigartiges Stück Natur. Die verschiedenen Charaktere verkörpern die vielen Facetten der Schuld: Profitgier, Streben nach Macht, sensationslüstere Übersättigung oder einfach Gleichgültigkeit und Ich-Bezogenheit… Den plump erhobenen Zeigefinger vermeidet die Autorin, denn der ist gar nicht nötig; die eindringlichen Schilderungen der Arktis genügen, um den Leser zum Nachdenken anzuregen. Dennoch erzählt der Roman auch die Geschichte einer Freundschaft, die im Tod endete. Vielleicht ein Unfall, vielleicht mehr als das, über viele Kapitel bekommt man nur spärliche Bruchstücke der Geschichte. Und hier zeigt das Buch in meinen Augen deutliche Längen. Manche Enthüllungen werden eben doch zu sehr hinausgezögert, die Handlung verliert sich in hässlichen Nebensächlichkeiten wie Ehebruch. Dabei sind die beiden Hauptcharaktere wirklich gut gelungen und bieten enormes Potential für Spannung: Unternehmer Sean Cawson und Umweltaktivist Tom Harding, seit vielen Jahren beste Freunde. Die Grundlage ihrer Freundschaft ist die gemeinsame Liebe zur Arktis, auch wenn sich diese bei den beiden Männern drastisch unterschiedlich äußert. Tom will die Arktis retten, sie so weit es noch geht im natürlichen Zustand erhalten. Sean will sein eigenes Stück der Arktis besitzen und daraus Gewinn schlagen, er strebt nach Macht und Ansehen. Sean macht es dem Leser nicht leicht. Meines Erachtens ist er kein schlechter Mensch, aber ein schwacher Charakter. Solange er Gewinn daraus schlägt, geht er den Weg des geringsten Widerstands und verschließt die Augen davor, wie er sich für die Ziele anderer benutzen lässt. Es dauert lange, bis er aufwacht und begreift, was er getan hat und wo seine persönliche Verantwortung liegt – dann jedoch kann man verstehen, was Tom in seinem Freund gesehen hat. Gut geschrieben sind die Charaktere in meinen Augen alle, gerade weil sie sehr ambivalent sind und sich nicht klar einordnen lassen in “gut” oder “böse”. Mögen muss (oder kann) man sie nicht unbedingt. Der Schreibstil ist aus verschiedenen Gründen sehr interessant. Zum einen wird die Natur in kraftvollen, lebendigen Bildern beschrieben, die viel Atmosphäre aufbauen. Zum anderen spiegelt der Schreibstil eindrucksvoll Seans innere Zerrissenheit wieder. Schnell erahnt man als Leser, dass man seiner Wahrnehmung nicht immer trauen kann. Er hat Halluzinationen, seine Sinneswahrnehmungen sind oft übersteigert. Posttraumatische Belastungsstörung oder Schuldgefühle? Das ist ihm selbst bis zum bitteren Ende nicht klar. FAZIT Umweltaktivist Tom Harding und Unternehmer Sean Cawson – beste Freunde, seit Jahrzehnten verbunden durch ihre Liebe zur Arktis. Doch der Einbruch einer gemeinsam besuchten Gletscherhöhle nimmt einen tragischen Ausgang: Sean überlebt schwer verletzt, Toms Leiche kann nicht geborgen werden. Als diese vier Jahre später aus einer Gletscherspalte gespült wird, wird der Unfall vor Gericht neu untersucht und Sean muss sich seinen Dämonen stellen. Was nach einem Thriller klingt, ist jedoch eher ein Umweltdrama zum Nachdenken. Tatsächlich hat der Roman meiner Meinung nach einige Längen, aber seine große Stärke liegt in der Schilderung der Arktis und der Gefahren, die diesem einzigartigen Lebensraum drohen. Ich habe es nicht bereut, das Buch gelesen zu haben. Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Blog: https://wordpress.mikkaliest.de/2018/06/26/rezension-laline-paull-das-eis/
Der Klimawandel zeigt seine Auswirkungen auch in der Arktis: Die Eisbären sind kaum noch zu sehen und das ist gerade für die Touristen ein nicht zu akzeptierender Zustand – so versuchen die Kreuzfahrtorganisationen alles, um ihren gut zahlenden Passagieren doch noch einen Eisbär vor die Kameralinse treiben zu können. Doch was ein Kreuzfahrtschiff dann erlebt, ist auch nicht alltäglich: Ein Gletscher kalbt und wirft einen Eisberg ins Meer – darin versteckt: Die bisher verschollen geglaubte Leiche des Umweltaktivisten Tom Harding. Nun wird gerichtlich von vorne aufgerollt, was damals bei seinem Tod vorgefallen ist. Mittendrin ist Sean Cawson, langjähriger Freund von Tom, Besitzer der luxuriösen Midgard Lodge, an der neben Tom noch reiche Investoren beteiligt sind; und damals Anwesender, als dieser starb. Während die ersten Seiten des Buches noch nahelegen, dass es um Umweltschutz und Klimawandel geht, rückt das Buch im Laufe der Handlung vielmehr politische und finanzielle Motivationen in den Mittelpunkt. Nach Beendigung des Buches lässt sich sagen, dass alle Details sehr stimmig und wichtig für das Aufklären des Unfalls bzw. aller Motivationen der anwesenden Hauptcharaktere sind. Allerdings störten mich gerade in der Mitte des Buches die ausführlichen Details, wie Sean seine Lodge aufbaut, wie sich Tom und Sean kennenlernten und so weiter. Besonders interessant zu lesen war dann die Gerichtsverhandlung, weswegen ich mich bei diesen Kapiteln gar nicht mehr vom Buch wegbewegen wollte. Zusätzlich störend habe ich empfunden, dass in diesem Buch unterschiedliche Einleitungen für Rückblenden verwendet wurden. Die Rückblenden selbst machen durchaus Sinn und haben ihre Berechtigung, aber es war dann manchmal doch wirklich schwer, zu verstehen, wo und wann man sich in der Handlung befindet, wenn manchmal Rückblenden mit dem Kapiteleinleitungssatz „Fünf Jahre zuvor …“ begonnen werden; ein anderes Mal mit der Kapitelüberschrift „Vor fünf Jahren“; teilweise gar nicht und einfach im nächsten Abschnitt die Vergangenheit aufkommt ohne sie anzukündigen und man es nur daran merkt, dass Tom eben noch quicklebendig ist; und teilweise die Kapitel Überschriften haben, bei denen man aber nicht weiß, ob sie nun in der Gegenwart oder Vergangenheit sind, weil plötzlich Zeitangaben am Anfang stehen („Oktober“), die vorher vielleicht mal im Text beiläufig erwähnt wurden, aber niemals zuvor als Kapitelüberschrift. Hier hätte ich mir lediglich eine bessere Strukturierung gewünscht, denn für die Handlung macht es zwar keinen Unterschied, aber in meinem Lesefluss hat es mich doch teilweise sehr gestört, weil ich immer innehalten musste und überlegen, wo die Handlung nun gerade einsetzt. An einigen Stellen wurde dann auch in der Gerichtsverhandlung wiederholt, was der Leser schon aus Rückblenden weiß – aber zum Glück war das nur selten der Fall, so dass die Mischung aus Rückblenden und Aussagen sehr gut gewählt war. Ein weiterer Kritikpunkt, wenn auch nur ein kleiner, ist, dass sich mir nicht ganz erschlossen hat, warum die Autorin vor jedes Kapitel Auszüge aus verschiedenen Erfahrungsberichten/Legenden rund um das Thema Arktis und Expedition gesetzt hat. Meiner Meinung nach passen diese nur selten zu Handlung – klar, das Buch spielt teilweise in der Arktis und es hat viel damit zu tun, aber irgendwie war doch im Vordergrund eher etwas anderes als eine Expedition oder etwas Umweltpolitisches. In einem Sachbuch bzw. einem Roman über das Leben in der Arktis oder wenn mehr Handlung sich tatsächlich um solche Themen gedreht hätte, hätten diese Abschnitte besser gepasst. So hielten sie mich eher vom Lesen ab, so dass ich nach weniger als der Hälfte des Buches sogar dazu überging, sie nicht mehr zu lesen und sie dann allesamt nach Beendigung des Buches gelesen habe und kann sagen: Sie sind definitiv interessant, aber meiner Meinung nach überflüssig in diesem Buch. Es sei denn, hier sind sehr tiefe Metaphern versteckt, die sich mir bislang nicht erschlossen haben. Laline Paull hat eine sehr realistische Situation geschildert, bei denen es viele verschiedene Personen mit sehr unterschiedlichen und vielfältigen Motivationen gibt und die sie geschickt zu einem Gesamtwerk verflochten hat. Man sollte als Leser schon ein gewisses Interesse an Politik bzw. politischen Machtspielen mitbringen, sonst wird man über lange Strecken des Buches gelangweilt oder überfordert sein. Trotz der von mir oben angebrachten und lang ausgeführten Kritikpunkte, werde ich dem Buch dennoch 3 Sterne geben (was für mich bedeutet, dass das Buch nicht schlecht ist, aber kein Liebling von mir sein wird), da die Haupthandlung insgesamt spannend und schlüssig ist.






