Cultish. Fanatische Sprache und woran wir sie erkennen
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Description
Merkst du, wenn du manipuliert wirst?
Über moderne Anhängerschaft – bekannt durch den Podcast »Sounds Like a Cult«
Was macht Kulte so faszinierend – und so mächtig? Was veranlasst Menschen dazu, extremen Bewegungen beizutreten und, schlimmer noch, in ihnen zu bleiben?
Für Amanda Montell liegt der Schlüssel nicht in einer mysteriösen Gehirnwäsche, sondern in einer Sprache der Zugehörigkeit, die sie » Kultisch « nennt. Worte haben Macht – und wir hören oft zu, ohne zu merken, wie sie uns lenken.
In Cultish zeigt Montell, wie diese Mechanismen weit über religiöse Sekten oder politische Gruppierungen hinausreichen: in die Sprache von Start-ups, Selfcare-Communitys Coachingpraxen, Friseursalons, Peloton-Rankings und Instagram-Feeds.
Clever, witzig und ein wenig unheimlich zeigt sie, wie » kultisch « mittlerweile unsere Gegenwart klingt – und wie wir es schaffen, der Sprache, die uns ,fesseln will, zu entkommen.
»Die wenigsten von uns waren je in einer Sekte – trotzdem sind wir nicht frei von sektenähnlichen Einflüssen. Montell zeigt mit spitzer Feder, wie einige der weltweit größten Unternehmen ihren Erfolg der gezielten Kultivierung treuer Anhänger verdanken.«
The New York Times
Book Information
Author Description
AMANDA MONTELL studierte Linguistik an der New York University und ist Autorin der vielgelobten Sachbücher »Cultish«, »Wordslut« und »The Age of Magical Overthinking«. Neben ihrer Tätigkeit als Moderatorin des Podcasts »Sounds Like a Cult« publiziert sie in der New York Times, The Guardian, Nylon, Marie Claire und Cosmopolitan. Mit ihrem Partner Casey, ihren Haustieren und Pflanzen lebt sie in Los Angeles.
Posts
Ein zugängliches Sachbuch, das mich über die Macht von Worten hat nachdenken lassen
Es beginnt oft mit einzelnen Wörtern. Mit Begriffen, die Vertrautheit schaffen, Zugehörigkeit versprechen oder ein Gefühl erzeugen, Teil von etwas Größerem zu sein. Mantras, Insider-Sprache, wiederkehrende Phrasen. In »Cultish« untersucht die Linguistin Amanda Montell, wie sprachliche Mechanismen Gemeinschaft erzeugen und warum sie längst nicht nur in klassischen Sekten und Kulten zu finden sind, sondern uns oft auch in deutlich alltäglicheren Kontexten begegnen. Von Jonestown und Scientology über Multi-Level-Marketing bis hin zu Fitness-Communities oder Social Media folgt das Buch der Frage, welche Macht Sprache haben kann und welche Rolle sie dabei spielt, Gemeinschaft zu formen, Loyalität zu erzeugen und Menschen an Gruppen zu binden. Immer wieder verbindet Montell historische Beispiele und persönliche Erfahrungsberichte mit der Frage, wie Sprache Zugehörigkeit schafft und ab wann sie beginnt, in Ausschluss oder Manipulation umzuschlagen. Was für mich an »Cultish« besonders gut funktioniert hat, ist die Zugänglichkeit. Obwohl das Buch einen klar linguistischen Ausgangspunkt hat und sich zwischen Sprachwissenschaft, Gesellschaftsanalyse und Berichten über reale Kulte bewegt, liest es sich erstaunlich leicht. Statt trocken theoretisch zu argumentieren, arbeitet Amanda Montell mit vielen Beispielen, persönlichen Erfahrungsberichten und popkulturellen Bezügen. Gerade deshalb könnte ich mir vorstellen, dass »Cultish« auch für Menschen spannend ist, die sonst eher selten zu Sachbüchern greifen. Die Themen wirken komplex, werden aber so aufbereitet, dass man schnell in die Gedankengänge hineinfindet und vor allem neugierig weiterliest. Spannend fand ich dabei vor allem die Bandbreite der Beispiele. Das Buch bewegt sich zwischen bekannten Sekten und deutlich alltäglicheren Kontexten und stellt zwischen beiden immer wieder Verbindungen her, die mich zunächst überrascht haben, mit der Zeit aber immer schlüssiger wirkten. Dabei geht es weniger darum, Phänomene wie Fitness-Communities, Multi-Level-Marketing oder Social Media pauschal als sektenartig einzuordnen, sondern vielmehr darum zu zeigen, an welchen Stellen ähnliche sprachliche Mechanismen auftauchen können. Wenn Sprache Zugehörigkeit und Gemeinschaft schafft, zugleich aber auch ausschließt – ab wann beginnt sie dann, auch zu manipulieren? Gerade dieser Gedanke blieb bei mir über die Lektüre hinaus hängen. Immer wieder habe ich mich dabei erwischt, darüber nachzudenken, an welchen Stellen mir solche Muster im Alltag begegnen und wie oft ich selbst Teil von Gemeinschaften bin, die viel stärker über Sprache funktionieren, als man zunächst vermuten würde. Trotzdem muss ich sagen, dass bei mir während des Lesens immer wieder das Gefühl aufkam, etwas anderes erwartet zu haben. Der Titel und die Grundidee hatten bei mir die Vorstellung geweckt, stärker in sprachwissenschaftliche Aspekte einzutauchen und genauer auf die Mechanismen hinter diesen sprachlichen Mustern zu schauen. Stattdessen beschäftigt sich das Buch über weite Strecken ausführlich mit konkreten Kulten, ihren Strukturen und Geschichten. Das war zwar durchweg interessant und auch erschreckend, gerade weil deutlich wird, wie unterschiedlich solche Gruppierungen funktionieren können und wie viel ich über einige der vorgestellten Sekten noch nicht wusste. Gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen mehr Tiefe in der eigentlichen Analyse von Sprache gewünscht. Trotzdem würde ich nicht sagen, dass »Cultish« sein Thema verfehlt. Eher hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass sich der Schwerpunkt verschiebt – weg von einer tieferen linguistischen Analyse und hin zu einem breiteren Überblick darüber, wie kultische Dynamiken entstehen und warum Sprache dabei ein so wirkungsvolles Werkzeug sein kann. Dazu kommt, dass viele Beispiele stark im US-amerikanischen Kontext verankert sind. Gerade bei einem Thema wie Sprache hätte ich es spannend gefunden, stärker über kulturelle Unterschiede nachzudenken und darüber, inwiefern sich ähnliche Mechanismen auch in anderen gesellschaftlichen Kontexten zeigen. An einigen Stellen hätte ich mir deshalb mehr Beispiele außerhalb dieses Rahmens gewünscht und die Frage, wie sich sprachliche Mechanismen verändern, wenn sie in anderen kulturellen Kontexten entstehen oder funktionieren. Am Ende bleibt »Cultish« für mich vor allem ein klug geschriebenes und zugängliches Sachbuch, das komplexe Themen verständlich vermittelt und dazu anregt, über Sprache im Alltag noch einmal anders nachzudenken. Gerade als Einstieg in Sachbücher oder in die Auseinandersetzung mit Kulten, Gruppendynamiken und sprachlicher Manipulation kann ich mir gut vorstellen, dass das Buch viele Leser erreicht. Und auch wenn ich mir an manchen Stellen mehr Tiefe gewünscht hätte, hat »Cultish« vor allem eines geschafft: mich die Sprache meines Alltags bewusster hinterfragen zu lassen.

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Merkst du, wenn du manipuliert wirst?
Über moderne Anhängerschaft – bekannt durch den Podcast »Sounds Like a Cult«
Was macht Kulte so faszinierend – und so mächtig? Was veranlasst Menschen dazu, extremen Bewegungen beizutreten und, schlimmer noch, in ihnen zu bleiben?
Für Amanda Montell liegt der Schlüssel nicht in einer mysteriösen Gehirnwäsche, sondern in einer Sprache der Zugehörigkeit, die sie » Kultisch « nennt. Worte haben Macht – und wir hören oft zu, ohne zu merken, wie sie uns lenken.
In Cultish zeigt Montell, wie diese Mechanismen weit über religiöse Sekten oder politische Gruppierungen hinausreichen: in die Sprache von Start-ups, Selfcare-Communitys Coachingpraxen, Friseursalons, Peloton-Rankings und Instagram-Feeds.
Clever, witzig und ein wenig unheimlich zeigt sie, wie » kultisch « mittlerweile unsere Gegenwart klingt – und wie wir es schaffen, der Sprache, die uns ,fesseln will, zu entkommen.
»Die wenigsten von uns waren je in einer Sekte – trotzdem sind wir nicht frei von sektenähnlichen Einflüssen. Montell zeigt mit spitzer Feder, wie einige der weltweit größten Unternehmen ihren Erfolg der gezielten Kultivierung treuer Anhänger verdanken.«
The New York Times
Book Information
Author Description
AMANDA MONTELL studierte Linguistik an der New York University und ist Autorin der vielgelobten Sachbücher »Cultish«, »Wordslut« und »The Age of Magical Overthinking«. Neben ihrer Tätigkeit als Moderatorin des Podcasts »Sounds Like a Cult« publiziert sie in der New York Times, The Guardian, Nylon, Marie Claire und Cosmopolitan. Mit ihrem Partner Casey, ihren Haustieren und Pflanzen lebt sie in Los Angeles.
Posts
Ein zugängliches Sachbuch, das mich über die Macht von Worten hat nachdenken lassen
Es beginnt oft mit einzelnen Wörtern. Mit Begriffen, die Vertrautheit schaffen, Zugehörigkeit versprechen oder ein Gefühl erzeugen, Teil von etwas Größerem zu sein. Mantras, Insider-Sprache, wiederkehrende Phrasen. In »Cultish« untersucht die Linguistin Amanda Montell, wie sprachliche Mechanismen Gemeinschaft erzeugen und warum sie längst nicht nur in klassischen Sekten und Kulten zu finden sind, sondern uns oft auch in deutlich alltäglicheren Kontexten begegnen. Von Jonestown und Scientology über Multi-Level-Marketing bis hin zu Fitness-Communities oder Social Media folgt das Buch der Frage, welche Macht Sprache haben kann und welche Rolle sie dabei spielt, Gemeinschaft zu formen, Loyalität zu erzeugen und Menschen an Gruppen zu binden. Immer wieder verbindet Montell historische Beispiele und persönliche Erfahrungsberichte mit der Frage, wie Sprache Zugehörigkeit schafft und ab wann sie beginnt, in Ausschluss oder Manipulation umzuschlagen. Was für mich an »Cultish« besonders gut funktioniert hat, ist die Zugänglichkeit. Obwohl das Buch einen klar linguistischen Ausgangspunkt hat und sich zwischen Sprachwissenschaft, Gesellschaftsanalyse und Berichten über reale Kulte bewegt, liest es sich erstaunlich leicht. Statt trocken theoretisch zu argumentieren, arbeitet Amanda Montell mit vielen Beispielen, persönlichen Erfahrungsberichten und popkulturellen Bezügen. Gerade deshalb könnte ich mir vorstellen, dass »Cultish« auch für Menschen spannend ist, die sonst eher selten zu Sachbüchern greifen. Die Themen wirken komplex, werden aber so aufbereitet, dass man schnell in die Gedankengänge hineinfindet und vor allem neugierig weiterliest. Spannend fand ich dabei vor allem die Bandbreite der Beispiele. Das Buch bewegt sich zwischen bekannten Sekten und deutlich alltäglicheren Kontexten und stellt zwischen beiden immer wieder Verbindungen her, die mich zunächst überrascht haben, mit der Zeit aber immer schlüssiger wirkten. Dabei geht es weniger darum, Phänomene wie Fitness-Communities, Multi-Level-Marketing oder Social Media pauschal als sektenartig einzuordnen, sondern vielmehr darum zu zeigen, an welchen Stellen ähnliche sprachliche Mechanismen auftauchen können. Wenn Sprache Zugehörigkeit und Gemeinschaft schafft, zugleich aber auch ausschließt – ab wann beginnt sie dann, auch zu manipulieren? Gerade dieser Gedanke blieb bei mir über die Lektüre hinaus hängen. Immer wieder habe ich mich dabei erwischt, darüber nachzudenken, an welchen Stellen mir solche Muster im Alltag begegnen und wie oft ich selbst Teil von Gemeinschaften bin, die viel stärker über Sprache funktionieren, als man zunächst vermuten würde. Trotzdem muss ich sagen, dass bei mir während des Lesens immer wieder das Gefühl aufkam, etwas anderes erwartet zu haben. Der Titel und die Grundidee hatten bei mir die Vorstellung geweckt, stärker in sprachwissenschaftliche Aspekte einzutauchen und genauer auf die Mechanismen hinter diesen sprachlichen Mustern zu schauen. Stattdessen beschäftigt sich das Buch über weite Strecken ausführlich mit konkreten Kulten, ihren Strukturen und Geschichten. Das war zwar durchweg interessant und auch erschreckend, gerade weil deutlich wird, wie unterschiedlich solche Gruppierungen funktionieren können und wie viel ich über einige der vorgestellten Sekten noch nicht wusste. Gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen mehr Tiefe in der eigentlichen Analyse von Sprache gewünscht. Trotzdem würde ich nicht sagen, dass »Cultish« sein Thema verfehlt. Eher hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass sich der Schwerpunkt verschiebt – weg von einer tieferen linguistischen Analyse und hin zu einem breiteren Überblick darüber, wie kultische Dynamiken entstehen und warum Sprache dabei ein so wirkungsvolles Werkzeug sein kann. Dazu kommt, dass viele Beispiele stark im US-amerikanischen Kontext verankert sind. Gerade bei einem Thema wie Sprache hätte ich es spannend gefunden, stärker über kulturelle Unterschiede nachzudenken und darüber, inwiefern sich ähnliche Mechanismen auch in anderen gesellschaftlichen Kontexten zeigen. An einigen Stellen hätte ich mir deshalb mehr Beispiele außerhalb dieses Rahmens gewünscht und die Frage, wie sich sprachliche Mechanismen verändern, wenn sie in anderen kulturellen Kontexten entstehen oder funktionieren. Am Ende bleibt »Cultish« für mich vor allem ein klug geschriebenes und zugängliches Sachbuch, das komplexe Themen verständlich vermittelt und dazu anregt, über Sprache im Alltag noch einmal anders nachzudenken. Gerade als Einstieg in Sachbücher oder in die Auseinandersetzung mit Kulten, Gruppendynamiken und sprachlicher Manipulation kann ich mir gut vorstellen, dass das Buch viele Leser erreicht. Und auch wenn ich mir an manchen Stellen mehr Tiefe gewünscht hätte, hat »Cultish« vor allem eines geschafft: mich die Sprache meines Alltags bewusster hinterfragen zu lassen.





