Crashtest Dummies

Crashtest Dummies

Hardback
3.213

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Description

Cleo ist smart, lässig und voller ungeahnter Abgründe

Als Ingenieurin in der Automobilindustrie arbeitet Cleo in einer Männerdomäne – und am offenen Herzen der strauchelnden deutschen Wirtschaft. Ihr Team soll die Entwicklung eines Elektromodells vorantreiben, doch getrieben werden sie vor allem vom Speiseplan der Kantine. Cleo glaubt nicht an Konventionen oder an Arbeit am Wochenende und auch nicht daran, als Frau in der Technik irgendetwas repräsentieren zu müssen. Doch dann tritt sie in eine Konkurrenzsituation mit ihrem Kollegen Martin, aus der sich eine beidseitige Obsession entwickelt. Für Cleo geht es nicht nur um ihre berufliche Zukunft, sondern auch darum, sich nicht von einem Mann ausbooten zu lassen.

Rasant und bitterböse erzählt dieser Roman von einer jungen Frau, die sich für einen Triumph noch einmal ganz neu definieren muss.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
400
Price
24.70 €

Author Description

Mercedes Spannagel, geboren 1995 in Wien, aufgewachsen in Heidelberg und Salzburg, lebt derzeit in Berlin. Sie ist Diplomingenieurin im Maschinenbau. Ihre Texte wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rauriser Förderungspreis 2017, dem 1. Platz des FM4 Wortlaut 2018 und dem Literaturpreis der Arbeiterkammer Oberösterreich 2021. Ihr erster Roman »Das Palais muss brennen« war 2020 nominiert für den Österreichischen Buchpreis in der Kategorie Debüt. »Crashtest Dummies« ist ihr zweites Buch.

Posts

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All
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Ich tue mir schwer eine gute Rezension zu schreiben. Ich habe mit dem Buch gekämpft teilweise, die Dialoge, die parallel zum inneren Monolog der Protagonistin laufen, waren manchmal sehr anstrengend. Es war verstörend, hat mich aber doch nicht losgelassen. Manchmal schockierend, manchmal langweilig. Ich glaube aber, dass es bewusst so inszeniert wurde. Insgesamt aber auf jeden Fall eine Empfehlung!

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Ein endloses Meeting

„Crashtest Dummies“ fühlt sich an wie ein besonders anstrengender Bürotag – nur ohne Feierabend. Der Roman begleitet eine Frau in der Automobilindustrie, die sich in einem internen Konkurrenzkampf gegen einen männlichen Kollegen behaupten muss. Was dabei entsteht, ist eine Art „Stromberg“ in der Industrie: überspitzt, satirisch, stellenweise bodenlos – und leider oft erschreckend real, besonders aus weiblicher Perspektive. Stark ist vor allem die Darstellung des Ungleichgewichts: kompetente Frauen voller Selbstzweifel treffen auf Männer mit fragwürdigem Können, aber umso größerem Ego. Die Dialoge wirken dabei authentisch, aber auch wirr und teilweise ermüdend – eben wie echter Büroalltag, nur dass man hier nicht einfach Feierabend machen kann. Der Roman zeigt die Hürden einer Frau in einer männerdominierten Branche treffend auf, bleibt dabei aber etwas zu zurückhaltend. Ein bisschen mehr Witz und vor allem eine wütendere, mutigere Protagonistin hätten dem Ganzen gutgetan. So bleibt ein klug beobachtendes, leicht frustrierendes Buch, das mehr schmerzt als unterhält.

Cleo ist eine faszinierende, zutiefst ambivalente Figur. Smart, lässig und ausgestattet mit Abgründen, die sie weit über das Klischee der „Frau in der Männerdomäne“ hinausheben. Spannagel gelingt es meisterhaft, Cleos Innenwelt so präzise zu sezieren, dass selbst ihre moralisch fragwürdigen Taten eine bittere Logik entwickeln. Es geht um den immensen Druck der Automobilindustrie und die Kompensationsmechanismen, die daraus entstehen. Spannagel schreibt kühl, technisch-distanziert und punktgenau. Diese Sprache ist kein Selbstzweck. Sie passt eins zu eins zu Cleo und ihrer Arbeitswelt. Die Form wird hier zur direkten Verlängerung des Charakters. Man muss sich darauf einlassen: Das Buch zieht sich an manchen Stellen. Doch wer hier einen klassischen Spannungsbogen vermisst, verkennt vielleicht die literarische Absicht. Die erzählerische Langatmigkeit fungiert als brillante Metapher für den zähen, frustrierenden Weg einer Frau in einem verkrusteten System. Die „Längen“ im Buch sind so ein schönes literarische Äquivalent zur gläsernen Decke – man spürt den Widerstand und die Trägheit des Apparates beim Lesen physisch. Die Rivalität mit Martin treibt das Ganze auf die Spitze – ein Wechselspiel aus tiefer Obsession und purer Behauptung, das in ein Ende mündet, das konsequent und absolut erwartungsgemäß (im besten Sinne der inneren Logik) einschlägt.

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