Chamäleon

Chamäleon

Hardback
4.121

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Description

Annabel Wahba sitzt am Bett ihres schwer kranken Bruders André. Von einem Bild schaut der Totengott Anubis auf ihn herab. Sie erinnert sich an die gemeinsame Kindheit in der Kleinstadt, in der ihre deutsch-ägyptische Herkunft etwas Exotisches war. In Andrés letzten Stunden unternimmt die Erzählerin eine Reise in ihre Familiengeschichte.

Zu den Vorfahren im München des Zweiten Weltkriegs. Ins New York der Fünfzigerjahre, wo ihre Mutter einst arbeitete. Ins Nildelta, wo ihr Vater aufwuchs und die Eltern noch die Ehepartner für die Kinder aussuchten.

Sie kann ihren Bruder nicht festhalten, dafür aber, was sie beide und ihre Eltern vor ihnen erlebt haben als ägyptisch-deutsche Chamäleons.

Buchpremiere : Am 1. September 2022 im Pfefferberg-Theater, Berlin

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
288
Price
23.70 €

Author Description

Annabel Wahba, Jahrgang 1972, studierte in München Politikwissenschaften und besuchte die Deutsche Journalistenschule. Seit 2007 ist sie Redakteurin im ZEITmagazin. 2018 wurde sie mit dem Deutschen Reporterpreis ausgezeichnet, 2019 zur Reporterin des Jahres gewählt. Neben ihrer Arbeit hat Annabel Wahba Drehbücher geschrieben, darunter 2015 die von eigenen Erlebnissen inspirierte ARD-Fernsehkomödie Herbe Mischung über eine Deutsch-Araberin in Israel.

Posts

5
All
5

Wie eine zarte und warme Umarmung hat sich diese Familiengeschichte von Annabel Wahba für mich angefühlt. Annabel Wahbas Bruder liegt im Sterben und nun versucht sie wie Scheherazade aus Tausendundeine Nacht das Unglück hinauszuzögern und erzählt ihrem Bruder am Sterbebett die eigene deutsch-ägyptische Familiengeschichte. Sie ist die jüngste von vier Geschwistern und als einzige in Deutschland geboren. Manchmal erzählt sie eher nüchtern und berichtet über das Aufwachsen und Großwerden ihrer deutschen Mutter und des ägyptischen Vaters und dann wieder persönlich von ihren eigenen Erinnerungen. Von der ersten Seite an war ich so angetan von diesem wundervollen Schreibstil, dass ich nur so über die Seiten geflogen bin. Ich wollte so sehr, dass diese Geschichte nicht endet. Habe voller Spannung jedes Detail dieser interessanten Familie gelesen und so manche Fragen bezüglich der eigenen Identität nachvollziehen können. Und ich hab diese unendliche Liebe zu ihrem Bruder so sehr gespürt und den Schmerz des Verlustes. Von mir klare Leseempfehlung. Ein Buch, das ich in meinem Regal behalten möchte und noch einmal lesen möchte. S.10 „Aber gerade dich, der so weit entfernt geboren wurde, zog es nie fort. Du hast dich zu Hause immer am wohlsten gefühlt, in diesem Eck von Bayern, aus dem die Vorfahren unserer Mutter stammen“ S.59 „Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber in manchen Situationen war ich ganz froh, dass wir nur zur Hälfte deutscher Herkunft sind. Im Geschichtsunterricht und später in Israel gab es für mich immer eine Hintertür, durch die ich mich innerlich schleichen konnte, wenn es schmerzhaft wurde.“ S.260 „Es war keine Rolle mehr, die ich nach Belieben annehmen oder verlassen konnte, so wie ein Chamäleon willkürlich die Farbe wechselt. Es war eine Identität, in die ich von außen hineingestoßen wurde. Und die jedes Mal, wenn ich ein- und ausreiste zum Problem wurde.“

4.5

Annabel Wahba, Journalistin und Autorin, schrieb bereits 2006 in der Zeit, dass sie sich als Tochter einer deutschen Mutter und eines ägyptischen Vaters oft als Chamäleon empfindet. In ihrem 2022 erschienenen Debütroman "Chamäleon" vertieft sie dieses Thema weiter. Ich bin ihrer Familiengeschichte sehr gern gefolgt.

Anlass, diese Familiengeschichte ausführlich zu erzählen, war der herannahende Tod ihres Bruders, der in mittleren Jahren an Krebs erkrankt ist und keine Heilung mehr erwarten konnte. Seine Geschwister haben ihn in dieser letzten Phase seines Lebens liebevoll begleitet. Vor diesem Hintergrund beginnt Annabel zu berichten, was sie als Geschwister verbindet und aus welchen Wurzeln sich ihre Lebensgeschichten entwickelt haben.

Annabel Wahba, Journalistin und Autorin, schrieb bereits 2006 in der Zeit, dass sie sich als Tochter einer deutschen Mutter und eines ägyptischen Vaters oft als Chamäleon empfindet. In ihrem 2022 erschienenen Debütroman "Chamäleon" vertieft sie dieses Thema weiter. Ich bin ihrer Familiengeschichte sehr gern gefolgt.
4

Flüssig erzählte Familiengeschichte mit Besonderheiten. Die Autorin erzählt die Geschichte ihrer deutsch-ägyptischen Familie, wobei sie zwei Erzählstränge entrollt und mit der Heirat der Eltern im Jahr 1960 zusammenfügt. 3,5 Sterne

3

Mir persönlich wird diese Geschichte viel zu beherrscht erzählt und die vermeintlichen Leserstimmen sind definitiv übertrieben.

Annabel Wahbas Roman "Chamäleon" war so ganz anders, als der Klappentext und die vermeintlichen Leserstimmen erahnen ließen. Klappentext: Als ihr Bruder schwer erkrankt, kehrt Annabel in ihren Heimatort zurück. Von einem Bild über Andrés Bett schaut der ägyptische Totengott Anubis auf sie herab. Sie erinnert sich an die gemeinsame Kindheit in der bayerischen Kleinstadt, in der ihre Herkunft etwas Exotisches war. In Andrés letzten Stunden übernimmt die Erzählerin eine Reise in ihre Familiengeschichte. Zu den Vorfahren ins München des Zweiten Weltkriegs. Ins New York der Fünfzigerjahre, wo ihre Mutter einst arbeitete. Ins Nildelta, wo ihr Vater aufwuchs und die Eltern noch die Ehepartner für die Kinder aussuchten. Annabel kann ihren Bruder nicht festhalten, dafür aber das, was sie beide und vor ihnen ihre Eltern erlebt haben als Chamäleons zwischen den Welten. Stimmen wie "Eine Tausendundeine-Nacht-Geschichte aus der bayerischen Provinz." und auch "Eine lebendige, vielfarbige und mitreißende Familiengeschichte.", ließen mich im Vorfeld an wunderschöne Anekdoten, fröhliche und traurige Momente voller Gefühl denken. Doch weit gefehlt: Im Endeffekt war der ganze Roman sehr nüchtern. Gespickt mit Unmengen an politischen und geschichtlichen Hintergrundinformationen, fehlte mir hier leider die Leidenschaft und Liebe, welche ich erwartet habe. Einfach das Gefühlvolle. Kurz gesagt, das Buch war mir persönlich zu glatt und beherrscht und die vermeintlichen Leserstimmen im Nachhinein viel zu überzogen. Mein Herz wurde wider erwarten überhaupt nicht angerührt und das obwohl ich mit Tränen und Schmerz meinerseits gerechnet hatte, da mich solche persönlichen Geschichten normalerweise absolut mitnehmen. Sehr positiv aufgefallen ist mir hingegen der Schreibstil von Wahba. Dieser ist sprachlich wirklich sehr angenehm zu lesen und war auch der Grund, warum ich dieses Buch überhaupt zu Ende gelesen habe. Ein anderer Grund war der Scharfsinn mit dem Wahba die Geschichte ihrer Familie erzählt, obwohl wahrscheinlich gerade diese Scharfsinnigkeit schuldig daran ist, dass dieses Buch so beherrscht wirkt.

Mir persönlich wird diese Geschichte viel zu beherrscht erzählt und die vermeintlichen Leserstimmen sind definitiv übertrieben.
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