Caffè sospeso

Caffè sospeso

Hardback
3.618

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Description

»Dieser Roman hat einen irrsinnigen Charme.«
Le Figaro

»Wenn man in Neapel einen Kaffee bestellt, kann man einen zweiten bezahlen, der denjenigen angeboten wird, die sich keinen leisten können: den caffè sospeso .« So beginnt Jacques Madelin, ein Franzose, der nach einer enttäuschten Liebe in Neapel lebt, seine Erzählung. Fast jeden Tag sitzt er im Café Nube und sieht zu, wie das Schicksal und der caffè sospeso ihre Arbeit machen. Da arrangiert sich eine betrogene Ehefrau mit der Geliebten ihres Mannes, um ihre Familie zu retten; eine junge Frau muss den Seidenschal ihrer Großmutter loswerden, um frei zu sein, ein Mann die Augen öffnen, bevor er wieder Schlaf finden kann.

Mit feiner Beobachtungsgabe erzählt Caffè sospeso davon, wie Menschen einander begegnen oder verfehlen, wie sie sich verlieben oder verlassen, wie sie aufbrechen oder ankommen. Im kleinen neapolitanischen Café Nube lässt sich erfahren, was wahre Menschlichkeit bedeutet.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
208
Price
22.70 €

Author Description

Amanda Sthers, geboren 1978 in Paris, ist eine französische Roman-, Theater- und Drehbuchautorin sowie Regisseurin. Sie hat zehn Romane geschrieben, die in vierzehn Sprachen übersetzt wurden und regelmäßig die französischen Bestsellerlisten erklimmen.

Posts

7
All
2

Mir hat leider der rote Faden dieser Geschichte gefehlt. Das Buch erzählt in kurzen Geschichten von verschiedenen Kunde des Cafe Nuvo. Ich hatte leider zu Beginn dieser Geschichten fast immer das Problem, mich in der neuen Situation einzufinden. Die Autorin beginnt oft nicht direkt bei den Personen, sondern erzählt erst z.B. eine Legend über die Entstehung der verschiedenen Mafia-Familien. Da das Buch mir knapp über 200 Seiten und die einzelnen Kapitel mit um die 20 Seiten recht kurz sind, hat das für mich leider sehr den Lesefluss gestört.

3.5

Café Sospeso - ein zweiter Kaffee, den man mitbezahlt, um jmd., der es sich an dem Tag nicht leisten kann, eine Tasse zu ermöglichen ☕️❣️☀️💛

Die französische Autorin Amanda Sthers hat mit einer italienischen Bar in Neapel einen authentischen Schauplatz für ihren Roman „Café Sospeso“ gewählt, welcher 2024 im Arche Verlag erschienen ist. „Wenn man in Neapel einen Kaffee bestellt, kann man einen zweiten bezahlen, der dann als caffé sospeso auf die Tafel der Bar geschrieben wird: ein „aufgeschobener Kaffee“, ein Kaffee in der Schwebe für jemanden, der später hereinkommt, aber kein Geld für eine Tasse Kaffee hat.“ Diese nette Geste des Café Sospeso hat in der neapolitanischen Kultur Tradition und zeigt die altruistische Lebensweise, und ermöglicht auch sozial Schwächeren (zumindest zu einem kleinen Teil) das Dolce Vita genießen zu können. Im Schauplatz des Buches, Café Nube (Nube = Wolke) ist immer viel Trubel und die Tafel, auf welchen die ausstehenden Café sospesi vermerkt sind, zeigt ob gerade ein solcher offen ist. „Was hier verschenkt wird, ist nicht ein Kaffee, sondern die Welt darum herum, das Spektakel, das man mit anderen teilt, die Blicke, die sich kreuzen, Menschen, die liebenswert sind.“ Es werden sieben Geschichten erzählt, aus Sicht eines französischen Karikaturisten, den das Schicksal nach Neapel geführt hat und der meist aus einer ruhigen Ecke des Cafés das Treiben beobachtet. Man erfährt zunächst nicht viel über ihn, sondern mehr, was er als Zeuge von alltäglichen Geschehnissen wahrnimmt. Von Liebesgeschichten, über Freude, Dramen, Krankheit und Tod bis zu Affären ist alles dabei, vor allem aber Menschlichkeit. Verbunden sind die Episoden durch diesen Brauch des Café Sospeso und den Geschichten, die sich aus Augen des Franzosen dadurch ergeben: Menschen begegnen sich, verlieben oder verlassen sich, brechen auf und kommen an. Natürlich liegen einem manche Erzählungen mehr am Herzen als andere, das ergibt sich aus der Natur der Diversität der Episoden. Die Geschichten erstrecken sich über vierJahrzehnte, zwischen 1982 und 2020 und sind eine wahre Liebeserklärung an Neapel und die italienische Lebensweise. Perfekt also, sollte man sich mal nach dem Dolce Vita sehen und gedanklich verreisen möchte. Vielleicht regt die nächste gute Tasse italienischen Kaffees auch dazu an, mal darüber nachzudenken eine solch schöne Tradition wie den Café Sospeso in Neapel, auch hierzulande zu etablieren. Wundervoll finde ich die Aufforderung, das Buch wie einen Café Sospeso weiterzugeben. Das werde ich tun und weiß schon, wer sich darüber freuen wird :-)

3

Empfehlung meiner Buchhändlerin, leider nicht das Highlight, dass ich mir erhofft habe. Es hatte durchaus tolle Momente, mittendrin hatte ich auch einen Aha-Moment. Aber ich weiß nicht, ob ich es zwingend gebraucht hätte.

So wie das Lesejahr 2025 mit „Hundert Jahre Blindheit“ von Robert Rozina mit einer Enttäuschung begonnen hat, so hat das Lesejahr 2024 mit „Caffè Sospeso“ von Amanda Sthers leider auch mit einer kleinen Enttäuschung geendet. Und dabei war „Caffé Sospeso“ eine Leseempfehlung von der extrem euphorischen, von diesem Buch begeisterten Buchhändlerin meines Vertrauens. Aber entweder war es nicht mein Buch oder aber es war für mich nicht die richtige Zeit dafür. Wirklich viel weiß ich von dem Buch nicht mehr. Ich weiß noch worum es sich bei dem Caffè Sospeso handelt (man bestellt in Neapel einen Kaffee und bezahlt noch einen zweiten für jemanden, der sich keinen leisten kann) und finde diese Idee auch wirklich schön und ich mag auch wie die Autorin die Geschichten ihrer Figuren miteinander verknüpft, aber wirklich abholen konnte mich die Geschichte dennoch nicht. Vielleicht waren die Erwartungen auch zu hoch. Mitunter hat sich die Autorin ein wenig in ihrer Erzählung verloren, hat zu viel erzählt, zu wenig wörtliche Rede/ Dialoge verwendet, was ich ermüdend fand. Es gibt jedoch zwei Aspekte an dem Buch, die ich grandios fand. Zum einen die Anspielung auf ein bestimmtes Buch/ eine bestimmte Buchreihe, die ich im Jahr 2024 begonnen habe und zum anderen die letzten 5 Zeilen des Buches. Und da es nicht wirklich mein Buch war, es aber sicherlich genügend Leser*innen gibt, die dieses Buch lieben werden, wird aus dem Caffè sospeso ein Romanzo sospeso und landet in einem der Bücherschränke meines Heimatstädtchens.

5

Wunderbare kleine Geschichten die sich miteinander verbinden

Neapel ist eine Stadt die auf mich gleichzeitig anziehend und abstoßend wirkt. Wie eine Schönheit, die schlecht altert, sich zu doll schminkt, zu laut und zu unflätig, schimpft. Gleichzeitig ist die melancholisch und empfindsam und traditionell. Wenn sie feiert, feiert sie laut, und wenn sie weint, dann mit Inbrunst. All diese Eigenschaften versammeln sich im Café Nube. Und Herr Jacques Madelin portraitiert sie, nicht nur mit Farbe, sondern auch mit Worten. Es hat ihn in jungen Jahren der Liebe wegen nach Neapel verschlagen. Aus der Liebe wurde nichts, aber er blieb Und so sitzt er tagtäglichi m Café Nube, das von den Bewohnern im Viertel, wie ein zweites Wohnzimmer genutzt wird. Es ist ein Ort der Begegnungen, ein Ort der Menschen verbindet und integriert. Hier findet man eine neue Liebe, oder verlässt eine alte. Die Mafia schaut ab und an vorbei Ein Schal, der Gefühle aufsaugt und wieder abgibt wechselt seinen Besitzer. Man hilft sich bei Krankheiten und Schlaflosigkeit und was hat es eigentlich mit dem Erzähler auf sich? Sogar eine berühmte Schriftstellerin hat hier einen Cameo Auftritt. Nicht immer ist alles außer zählt doch eins haben alle Geschichten gemeinsam: Im Zentrum steht der Caffé Sospeso, den man zusätzlich bezahlt, der notiert wird und an jemanden ausgeschenkt wird, der kein Geld (dabei) hat. Eine Tradition, die sich in anderen Ländern auch verbreitet. Sthers hat in einem wirklich liebevollen Erzählton, kleine Biografien aneinandergereiht. Jede davon hätte mich interessiert und ich hätte die Menschen gerne wirklich kennen gelernt. Ich habe gelacht, gejubelt und vor Rührung sind mir ein ums andere Mal die Tränen in die Augen geschossen. Schnell habe ich Lust bekommen, mich in so ein Café zu setzen und mehrere Tage mit Beobachtungen zu verbringen und mir kleine Geschichten dazu auszudenken. ☺️☕️🥐 Nach jedem Kapitel möchte man ein bisschen verweilen und darüber nachdenken. Die Atmosphäre Neapels ist sehr authentisch wiedergegeben. Entweder hat die Autorin dort gelebt oder sehr gut recherchiert. Man fühlt, man riecht und man hört Napulé. Genau so stellt man sich einen Kiez in Italien vor und die Mentalität der Kampanen wird hier weder überzogen noch gewöhnlich dargestellt. Eine Liebeserklärung an diese besondere Stadt. Ein Muss für alle Neapel Fans, eine Bereicherung für alle, die viel Amore für Italien haben, und eine tolle literarische Erfahrung für alle Bücher- und Menschenfreunde.

4

Sehnsucht nach Neapel

Das Fernweh ist nach der Lektüre immens! Wundervolle Geschichten, die einen die italienische Mentalität fühlen, die Liebe sehen und den Kaffee und die Cannelloni riechen lassen.

3.5

Café sospeso versammelt kurze, leicht erzählte Geschichten mit viel neapolitanischem Kolorit. Der Ton ist zugänglich und stellenweise sehr kurzweilig. Einige Texte folgen jedoch einem erkennbaren Muster, das die Überraschung früh vorwegnimmt. So bleibt ein Buch, das angenehm zu lesen ist, aber selten nachhallt.

Café sospeso versammelt kurze, leicht erzählte Geschichten mit viel neapolitanischem Kolorit.
Der Ton ist zugänglich und stellenweise sehr kurzweilig.
Einige Texte folgen jedoch einem erkennbaren Muster, das die Überraschung früh vorwegnimmt.
So bleibt ein Buch, das angenehm zu lesen ist, aber selten nachhallt.
3

"Wenn man die Augen schließt, hört man die Wäsche, die im Wind tanzt wie Fahnen, die flirrenden Masten der Schiffe, die Stimmen, die in der Ferne lachen oder schreien, das Tyrrhenische Meer, das kommt und geht, ein paar wendige Vespas, und dieser bunt gemischte Chor besagt, dass ein Weg bereitet ist für alle, die den Fuß auf neapolitanischen Boden setzen. In Neapel gilt ein Gebot, das sich im Laufe der Zeit herausgebildet hat: Die Geschichte verläuft hier in Schleifen, denen man sich fügen muss, es gibt ein ausgeprägtes Gespür für das Schicksal. Man entkommt dem nicht, was die Stadt ins Buch unseres Lebens eingeschrieben hat, man muss da- mit verschmelzen, wie man sich, auch wenn man Angst hat, in den Armen des geliebten Menschen fallen lässt." - Buchzitat (S. 1) Ein Besuch im Café Nube in Neapel birgt mehr als nur eine Tasse Kaffee – es ist eine Einladung, dem Leben anderer zuzuhören und sich von ihren Geschichten berühren zu lassen. In "Caffè sospeso" erzählt Amanda Sthers in sieben Kurzgeschichten von Begegnungen, Verlusten und der Menschlichkeit, die sich zwischen den dampfenden Tassen entfaltet. Der Protagonist des Romans, in diesem Fall der französische Autor Jacques Madelin, führt uns durch das Gewirr der neapolitanischen Straßen und Herzen, während er die Geschichten der Menschen um ihn herum enthüllt, die, wie er, das Café Nube besuchen. Diese Geschichten, die zwischen 1982 und 2022 angesiedelt sind, bieten einen facettenreichen Einblick in die menschliche Natur und ihre Verbindungen. Wir folgen aber nicht nur den Erzählungen der Figuren, sondern auch der persönlichen Reise des Protagonisten Jacques Madelin, dessen eigene Geschichte uns ebenso enthüllt wird. Manche Figuren tauchen in mehreren Geschichten auf wie alte Bekannte, manche kommen nur in einer Geschichte vor. Besonders fasziniert und angetan war ich von der poetischen Beschreibungen Neapels, die mir das Gefühl gab, so richtig in das "dolce vita" Neapels einzutauchen und dem Buch eine besondere Lebendigkeit gegeben haben. Leider dominiert meiner Meinung nach das Thema (heterosexuelle) Liebe in fast allen Erzählungen, was sehr schade ist, da ich mir hier wirklich vielfältigere Themen und Lebensentwürfe gewünscht hätte. Zwar werden wichtige gesellschaftsrelevante Themen wie Rassismus, Heteronormativität, Homosexualität, Transsexualität, Patriarchat, Emanzipation, Schönheitsideale, Identität, Feminismus subtil angeschnitten, doch bleibt das Potenzial, diese weiter auszuarbeiten, ungenutzt. Ein weiterer Kritikpunkt liegt in der teilweise vulgären Sprache und dem problematischen Frauenbild, das in einigen Geschichten präsentiert wird. Frauen werden oft durch den "male gaze" beschrieben und stereotypisiert, was dem sonst vielschichtigen Erzählstil einen bitteren Beigeschmack verleiht. Trotz dieser Mängel bietet "Caffè sospeso" faszinierende Einblicke in die neapolitanische Kultur, sei es durch die Darstellung der Mafia, religiöse Bezüge oder die mythologischen Elemente, die eine wichtige Rolle spielen. Teilweise hatte ich auch Mühe, die Personen auseinanderzuhalten. Manche Aussagen fand ich auch grotesk oder gar widerlich: "Wie das Schicksal so spielt, sollte sich Rechtsanwalt Pericone eines Tages unsterblich in eine gewisse Flavia verlieben, die ihm zwar keine Kinder würde schenken können, ihm aber einen blasen konnte, wie nur ein Mann es vermag..." - Buchzitat (S. 26) "Dieses Kind ist noch immer sehr präsent im Körper der erwachsenen Frau, die nicht besonders groß geworden ist und deren Brüste noch nicht einmal eine Männerhand ausfüllen würden." - Buchzitat (S. 65/66) "Ich weiß nicht, ob ich alte Paare wirklich so reizend finde, diese Ansammlung von welker Haut und Bauchgeräuschen, an die sie sich gewöhnt haben, wie in einem Familiengrab, in dem lauter Körper zu verwesen beginnen." - Buchzitat (S. 112) "Der Architekt nannte sie »Zigarren-Anzünder<<< und Francesco »die Hauptspeise, sie war ein bisschen zu rund für seinen Geschmack, was er wirklich liebte, waren die kleinen Desserts<<. Die Männer sind immer hart zu denen, die besonders weich sind." - Buchzitat (S. 155) Meine persönliche Lieblingsgeschichte ist die von Doktor Chen. Ich durfte neues über die Mafia lernen und man erfährt auch viel über die Beziehung zur Religion, Heiligenfiguren und Schutzpatronen, Mythen, Sagen und Gottheiten die eine wichtige Bedeutung für viele Menschen in Neapel zu haben scheinen. Und hier noch einige meiner Lieblingszitate aus dem Buch: "Worte werden nur lebendig, wenn sie von Schweigen unterbrochen sind; auch in unserem Körper gibt es Leerstellen, unsichtbar schreibt sich das Schicksal in uns ein, das wir mit uns herumtragen wie die Narben alter Wunden." - Buchzitat (S. 92) "Wir sind nichts als eine Hand, die man jemandem reicht oder die man ergreift. Wenn die Erde bebt und das Leben vergeht, vergrößert all unser Krimskrams die Trümmerhaufen nur noch." - Buchzitat (S. 140) "Italien ist ein Land, in dem man auch nachts immer eine Möglichkeit findet, um Blumen zu kaufen. Das sagt alles. Über den Umgang mit Unglück, mit Freude, mit Symbolen und mit Leidenschaft." - Buchzitat (S. 173) Insgesamt bietet das Buch eine ansprechende Mischung aus Tradition, Moderne und menschlichen Begegnungen, die zum Nachdenken anregen. Während einige Geschichten mehr Tiefe verdient hätten und ich die Darstellung der weiblichen Figuren teilweise problematisch fand, hat mich "Caffè sospeso" durch seine atmosphärische Dichte und die kurzweiligen Geschichten trotzdem weitestgehend unterhalten. Daher vergebe ich 3 von 5 Sternen. "Jetzt, da ich alt werde, habe ich den Eindruck, dass ein caffè sospeso manchmal wertvoller ist als ein Kunstwerk. Für den, der gibt, steckt ebenso wie für den, der empfängt, ein Stück Leben in dieser Tasse, die der eine sich in seiner Fantasie vorstellt und der andere aus unbekannten Händen entgegennimmt. Was hier verschenkt wird, ist nicht ein Kaffee, sondern die Welt darum herum, das Spektakel, das man mit anderen teilt, die Blicke, die sich kreuzen, Menschen, die liebenswert sind. - Buchzitat." (S. 14) Das Buch war ein Rezensionsexemplar. Dies hat die Bewertung nicht beeinflusst.

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