Brennende Himmel

Brennende Himmel

Hardback
4.123

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Description

Zwei junge Erwachsene, die flirrende Hitze Siziliens und der Versuch, aus dem von anderen vorgezeichneten Lebensweg auszubrechen
Winter 2019 – Niccolò ist Teenager, er trinkt, gibt sich unnahbar und handelt rücksichtslos. Ein adoleszenter Panzer gegen die süditalienische Hoffnungslosigkeit und seinen ausgelaugten, gescheiterten Vater Riccardo. Als der ihn zu einem gemeinsamen Roadtrip überredet, wird Niccolò mit der Vergangenheit seiner Eltern konfrontiert. Sommer 2000 – Teresa macht mit ihren Eltern Ferien in Camporotondo. Sie hat Träume, ist neugierig und gleichzeitig verunsichert von der Welt um sie herum. Während des Urlaubs in Sizilien lernt sie Riccardo kennen. Er ist schön und verwegen, sie verliebt sich. Eine verhängnisvolle Begegnung.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
352
Price
25.70 €

Author Description

Mattia Insolia wurde 1995 in Catania geboren, er hat Literatur und Verlagswesen an der Sapienza in Rom studiert. Als Literatur- und Filmkritiker schreibt er u.a. für L’Indiependente.

Posts

12
All
4.5

"Ihr Schicksal war es, sich das Leben nur vorzustellen. Nicht, es zu leben. Teresa konnte allerhöchstens hoffen, das Leben zu überleben. Mehr nicht." "Sobald sie die irre Bosheit abstreifte, die ihr innewohnte, wenn sie mit Tochter und Ehemann zusammen war, würde sie zuckersüß. Und wenn Teresa diesem Wandel beiwohnte, fragte sie sich jedes Mal, warum sie diese Version ihrer Mutter nicht verdient hatte." "Denk dran: Wenn die Welt uns die Schönheit nicht gibt, müssen wir sie uns holen." Sommer 2000 - Wir begleiten die schüchterne Teresa, die wie jedes Jahr, die Ferien mit ihren Eltern in Camporotondo verbringt. Mit einer resoluten, gewalttätigen Mutter und einem passiven Vater, der in seiner eigenen Welt lebt und sich nicht zu wehren weiß. Teresa lernt den schönen, verwegenen Riccardo kennen, der sich einfach nimmt, was er haben möchte. Teresa verfällt ihm und ihre Verliebtheit lässt sie in einen Strudel geraten, den sie nicht aufhalten kann und der in einer Katastrophe endet. Synchron wird die Geschichte vom erwachsenen Riccardo im Winter 2019 erzählt, von ihm und seinem Sohn Niccolo. Von einem Roadtrip nach Sizilien zu dem Ort, der im verhängnisvollen Sommer 2000 soviel verändert hat, vor allem für Teresa. Wie ähnlich können sich Vater und Sohn sein, auch wenn sie sich kaum kennen? Wieviel toxische Männlichkeit hat er an seinen Sohn weitergegeben? Dieses Buch hat mich gefesselt, die Sprache klar und schnörkellos, die Charaktere fein und detailreich ausgearbeitet. Allerdings muss man sich bewusst sein, dass Szenen mit sexualisierter, physischer und psychischer Gewalt sehr deutlich beschrieben werden. Eine sehr intensive Geschichte, die von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung bekommt ⭐

4

„Hast du nie Lust, dir ein Häutchen abzuziehen, so viel du kannst, und immer weiter zu machen, bis du dich lebendig häutest, um zu sehen, wie es sich anfühlt, nichts zu sein? Irgendwas Formloses, das zwar existiert, aber nicht da ist“ Winter 2019: Niccolò behandelt Frauen wie Dreck, nimmt alle Drogen, die er in die Finger bekommt und fühlt sich leer. Seinen richtigen Vater sieht er nur sporadisch, seine Mutter nennt ihn nur: der da. Was zwischen seinen Eltern damals vorgefallen ist, weiß er nicht, darüber wird nicht gesprochen. Als sein Vater Riccardo ihn mal wieder abholt, überredet er ihn zu einem Ausflug, um ihn mit seiner Vergangenheit zu konfrontieren. Sommer 2000: Teresa macht Urlaub mit ihren Eltern. Sie wird streng gläubig erzogen, bekommt immer wieder gesagt was alles an ihr falsch ist und weiß eigentlich gar nicht wer sie selber ist. Ihre Mutter ist gewalttätig, ihr Vater passiv, er hält sich meistens raus. Als sie im Urlaub auf Riccardo trifft, ist auf einmal alles anders und sie beginnt sich für ihn zu interessieren. Riccardo macht nur was er will und kennt keine Grenzen. Zwei völlig unterschiedliche Teenager treffen hier aufeinander und das Drama nimmt seinen Lauf. Mich hat hier dieses wunderschöne Cover direkt angesprochen. In diesem Roman steckt viel mehr als der junge Mann auf dem Cover. Wer sich dafür interessiert, sollte vorher bitte unbedingt die Triggerwarnung vorher lesen. Intensiv, rau, hart und aufwühlend ist dieses Buch. Teresa leidet unter häuslicher Gewalt, Riccardo ist ein verwöhntes Söhnchen aus reichem Haus. Er ist verwegen und rücksichtslos. Eine toxische Mischung. Es geht um Schuld, nie so zu werden wie es die Eltern erwarten, ums geliebt werden und darum, wer die eigenen Eltern eigentlich sind. Wie kann man mit einer Schuld leben? Wie kann man aushalten, wenn man nicht weiß wer man selber ist? Ziemlich heftig, nichts für schwache Nerven. Ein Buch, dass definitiv im Kopf bleibt. Hier treffen einige kaputte Seelen aufeinander, die nicht wissen wohin mit dem Schmerz und all der Wut. Mir hat es sehr gut gefallen, ich empfehle es gern weiter.

4

Die erste Liebe, die in einer Katastrophe endet

Mattia Insolia beschreibt in seinem Roman Brennende Himmel das Leben von Teresa einem 16 Jährigen Mädchen im Süden Italiens im Jahr 2000 sowie das Leben ihres Sohnes Niccolò im Jahr 2019. Im Roman kommt es immer zur Beschreibung physischer und auch psychischer Gewalt, daher sollte man sich gut im Vorfeld überlegen, ob man den Roman lesen möchte. Brennende Himmel ist ein intensiver Roman, der zum Nachdenken über die Beziehung zwischen Frau und Mann aber auch über Gewalt in der Gesellschaft anregt.

4.5

Wird mir sicher im Gedächtnis bleiben.

"Wir sind alle nur Vorstellungen, die die anderen von uns haben." [S. 214]  Als Leser/in liest man abwechselnd von den beiden Jugendlichen Teresa und Niccolo und den familiären Missständen, in denen sie aufwachsen. Niccolo fehlt in seinem Leben die Vaterfigur, denn sein Erzeuger kümmert sich nur unregelmäßig bis gar nicht. Bis zu dem Tag, an dem er seinen Sohn einlädt einen Road-Trip mit ihm zu machen, um sich ihm zu erklären.  Teresa leidet unter den Wutanfällen ihrer gewalttätigen Mutter, die nach Außen kirchliche Frömmigkeit lebt und predigt. Trotz der (drohenden) Prügel droht sie auszubrechen, um den Zwängen zu entfliehen und die Jugend zu erleben, die andere Teenager in ihrem Alter bereits genießen. Wie die beiden Handlungsstränge trotz zeitlicher Differenz durch die Personen miteinander verknüpft sind und werden, fand ich grandios.  Schande über mich, dass dieses Buch so lang auf meinem SuB gelegen hat, denn das war richtig gut und heftig und wird mir sicher in Erinnerung bleiben. (Wer das liest muss allerdings Szenen von Gewalt und Vergewaltigung ertragen können.) Den Platz im Bücherregal hat es sicher. "Aber wir können nur jemanden hassen, den wir auch hätten lieben können, oder den wir geliebt und verloren haben." [S. 319] 

Mattia Insolias „Brennende Himmel“ dringt tief in die Abgründe der menschlichen Psyche vor und schreckt dabei nicht davor zurück, komplexe, schwierige und verstörende Themen zu behandeln. Der Roman erzählt die Geschichte dreier Figuren, die durch Familie, Schuld und Gewalt miteinander verbunden sind: Niccolò, ein junger Mann voller Hass und Aggression, Riccardo, sein emotional abgestumpfter Vater und Teresa, seine Mutter, die von ihrer eigenen traumatischen Vergangenheit gezeichnet ist. Insolia nimmt den Leser mit auf eine Reise, die von emotionaler Leere und Gewalt geprägt ist. Die beiden Erzählstränge – Teresas Vergangenheit im Jahr 2000 und der Roadtrip von Niccolò und Riccardo im Jahr 2019 – verweben sich geschickt, um die zerstörerische Dynamik dieser dysfunktionalen Familie zu enthüllen. Teresas Sehnsucht nach Freiheit, die durch ihre streng religiöse Erziehung und den Missbrauch ihrer Mutter unterdrückt wird, steht im krassen Kontrast zu Niccolòs Verlorenheit und Hass. Beide Figuren sind auf erschreckende Weise Opfer ihrer Umstände, doch anstatt Erlösung zu finden, scheint ihre Geschichte unausweichlich auf eine Spirale von Zerstörung und Gewalt zuzusteuern. Mit einem beeindruckenden sprachlichen Talent schafft es Insolia, die düsteren, intensiven und oft brutalen Szenen des Romans lebendig und fühlbar zu machen. Er scheut sich nicht, die Leser*innen mit drastischen Darstellungen häuslicher, sexueller und physischer Gewalt zu konfrontieren. Diese Szenen sind teilweise schwer zu ertragen, aber sie dienen nicht der reinen Schockwirkung – vielmehr machen sie die psychischen und physischen Wunden der Charaktere greifbar. Eine weitere Stärke des Romans liegt in der Darstellung der Figuren, die trotz ihrer Grausamkeit und Kälte tief menschlich wirken. Niccolò ist keine Figur, mit der man sich leicht identifizieren kann. Er ist voller Zorn, verachtet Frauen und zeigt keine Reue. Dennoch gelingt es Insolia, ihn nicht zu einer bloßen Karikatur des Bösen zu degradieren, sondern als Produkt einer emotional verkrüppelten Umgebung zu zeichnen. Teresa hingegen berührt durch ihre Verletzlichkeit und den verzweifelten Versuch, ihrem vorbestimmten Schicksal zu entkommen. Insolias Werk ist ein literarisches Erlebnis, das seine Leser*innen herausfordert, sich mit den dunklen Facetten der menschlichen Existenz auseinanderzusetzen. Es ist kein Buch, das man unberührt aus der Hand legt. Wer bereit ist, sich auf diese schwierige Lektüre einzulassen, wird mit einer tief bewegenden und verstörend kraftvollen Geschichte belohnt. Ein intensiver, aufwühlender Roman, der sich tief ins Bewusstsein gräbt und lange nachhallt. Aus dem Italienischen von Mirjam Bitter.

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4

BRENNENDE HIMMEL Mattia Insola Camporotondo, Sommer 2000: Jedes Jahr verbringt Teresa die Sommerferien mit ihren Eltern in „Butterfly Village,“ einem tristen Feriendorf am Meer. Doch dieser Sommer wird anders: Die 17-Jährige lernt den älteren Riccardo kennen und verliebt sich in ihn. Für ihn ist Teresa jedoch nicht mehr als eine flüchtige Ablenkung, ein Spielzeug, das er neben seinen Freunden und Drogen nebensächlich behandelt. Teresa, hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, ihm zu gefallen, und der Angst, sich selbst zu verlieren, entdeckt eine Seite an sich, die sie weder versteht noch kontrollieren kann. Heimlich beginnt sie, sich von den Erwartungen ihrer Eltern zu entfernen, ohne dabei zu ahnen, welche Narben das hinterlassen wird. Paloma, Winter 2019: Jahre später tritt Niccolò, Teresas und Riccardos Sohn, in das Leben seines Vaters – ein Vater, der mit seiner Erziehung nie etwas zu tun hatte. Trotzdem scheint Niccolò seinem Vater ähnlicher zu sein, als ihm lieb ist. Riccardo nimmt ihn mit auf einen Road Trip zurück zu „Butterfly Village,“ wo er endlich den Dämonen seiner Vergangenheit begegnen und seinem Sohn die ganze Wahrheit enthüllen will. Das Buch erzählt eine Geschichte, die von schmerzhaften Kreisläufen, verpassten Chancen und toxischen Beziehungen beschattet ist. Theresas Leben ist von Anfang an von Gewalt und Vernachlässigung geprägt: Ihre Mutter ist gewalttätig, ihr Vater schwach und passiv. Auf der verzweifelten Suche nach Liebe und Anerkennung gerät sie an den selbstbezogenen Riccardo, der ihre Wunden nur vertieft. Später scheint sich die Geschichte auf tragische Weise zu wiederholen, als auch Teresa als Mutter die Fehler der Vergangenheit nach und nach wiederholt. Diese Lektüre hat es mir nicht leicht gemacht. Die Protagonisten wirken oft fern und schwer greifbar; mit Ausnahme von Teresa, die mein Mitgefühl gewann. Ich hätte ihr eine andere Familie, bessere Freunde und ein Umfeld gewünscht, das sie schützt und unterstützt. Das Ende ist passend und schmerzhaft, und das Buch hinterlässt eine eindringliche Leere, die nachhallt – es ist eine Geschichte, die mich sicher noch lange beschäftigen wird. TW: Diskriminierende Sprache, explizite Beschreibungen von sexualisierter, physischer und psychischer Gewalt.

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5

Schonungslos und direkt

Ich habe lange kein Buch mehr gelesen, was mich emotional so berührt hat. Die schonungslose Art, mit der Mattia Insolia hier die härtesten Themen beschreibt, ist weltklasse. Man fühlt sich sofort nicht nur in die Figuren der Geschichte ein, sondern auch in die Gedanken und Wesen der einzelnen Protagonisten. Die Seelenleben bekommen einen viel größeren Raum als in anderen Romanen. Trotzdem blieb es mir nicht erspart, das Buch an einigen Stellen weglegen zu müssen, weil die Szenen teilweise sehr explizit beschrieben ist und man sich fühlt, als wäre man im selben Raum, während sich die menschlichen Tragödien aus Drogen, Gewalt und Vergewaltigungen um die Geschichte ranken. Ein wirklich krasses Buch, was einen hohen Stellenwert genießen sollte und wird. Chapeau, Mattia Insolia. Alleine für das Artwork über das ganze Buch verdient dieses Werk einen Sonderplatz in einem Regal.

Schonungslos und direkt
4

Keine leichte Sommerlektüre - aber absolut lesenswert in jeder Jahreszeit! 🤩☀️

„Brennende Himmel“ gräbt sich tief in dich hinein und hinterlässt am Ende eine Leere. Die Figuren im Buch sind allesamt gequälte Seelen, die ihr Leben passiv geschehen lassen. Es sind ein Vater, eine Mutter und ein Sohn, die zwar jeder für sich leben, aber dennoch durch ihre Blutsbande und durch eine Vergangenheit verbunden sind, die sie zu dem gemacht hat, was sie sind und die sie trotz allem für die Zukunft miteinander verbindet. Niccolò teilt mit Riccardo und Teresa ein uraltes Leiden. Vater und Mutter haben ihn geprägt, ihm ihre Schmerzen hinterlassen, wahrscheinlich ohne es zu wollen. Doch diese Schmerzen sind das Ergebnis dessen, was sie waren, und vielleicht wird der Sohn eines Tages dasselbe Schicksal teilen. (Ich bleibe extra etwas wage in der Formulierung, weil es den Clou des Buch rauben würde, an dieser Stelle oder allgemein zu konkret zu werden). Das Buch ist in Vergangenheit und Gegenwart unterteilt. Teresa erzählt von ihrer Vergangenheit mit Riccardo und davon, wie wahrscheinlich das, was im Sommer 2000 geschah, ihr Leben beeinflusst hat. Die Gegenwart wird hingegen von Niccolò erzählt, der sich mit seinem Vater auf eine Reise begibt, deren Ziel es ist, sich selbst zu erkennen und seinem Vater zu Verzeihen. Es ist eine seltsame Art, für vergangene Fehler Buße zu tun. Die Lektüre hat sich nicht leicht angefühlt, sondern einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen, denn in jedem Satz, in jedem Abschnitt wird das Leiden der Figuren spürbar, wenn auch auf unterschiedliche Weise. Teresas und Riccardos Vergangenheit hat auf gewisse Weise das Leben ihres gemeinsamen Sohnes beeinträchtigt, der ziellos durchs Leben stolpert. Während Teresa uns ihre Vergangenheit erzählt, unternimmt Niccolò eine Reise zu sich selbst, und ich hoffe, dass er am Ende verstanden hat, was er vom Leben erwartet und ein besserer Mensch sein wird. Mattia Insolia hat mich überrascht. Ich kannte ihn nicht, aber seine Schreibweise hat mich auf eine gewisse Weise gefesselt, weil er es geschafft hat, mich in die Köpfe seiner Figuren zu versetzen und ihre inneren Konflikte mitzuerleben, so sehr mich diese auch oft abgestoßen und auf dem falschen Fuß erwischt haben. Die Figuren haben mir ehrlicherweise nicht gefallen, aber die Art und Weise, wie sie dargestellt wurden, schon. Ich empfehle die Lektüre dieses Romans jedem, der Lust hat, eine Reise zu sich selbst zu unternehmen, sich mit einer harten Realität und fragwürdigen Entscheidungen auseinanderzusetzen. Das Buch ist hervorragend geschrieben, weil Mattia Insolia es versteht, Leser*innen in seine Geschichte hineinzuziehen und uns dazu zu bringt, Fragen zu stellen, die man sich eigentlich lieber nicht stellen würde.

5

Puh! Eine HassLiebe! Das Buch lässt außerordentlich nachdenklich zurück - über Schuld, Vergeben & Sichändern können oder nicht. Großartig geschrieben, nicht aus der Hand zu legen, aber durchatmen muss man definitiv! Leseempfehlung!!!

5

Wow, was für ein ergreifendes Buch

„Wenn die Welt uns die Schönheit nicht gibt, müssen wir sie uns holen.“ ein Satz der sich wie ein Mantra durch den Roman zieht. Dieses Buch machte mich sprachlos, zog mich in seinen unglaublichen Sog und lies es mich atemlos an einem Vormittag durchlesen. Tief berührt, tauchte ich ein in das Leben von Niccolò, der Jugend seiner Mutter Teresa, in Schuld, Abgründe, Gewalt, Boshaftigkeit und Selbstzweifel im Jetzt und Damals. „Diesen Sommer hatte sich Teresa vorgetastet, im Zickzack zwischen innersten Ängsten und fremden Wünschen. Und alles in der vergeblichen Hoffnung, dass die Ereignisse ihr den rechten Weg weißen würden.“ (S. 329) Niccolò wird von seinem, ihm fast fremden Vater, zu einem Roadtrip überredet, es ist ein Weg in die Vergangenheit, ein Weg dessen was aus Niccolò geworden ist und das Warum, wird er wie sein ihm fremder Vater? Es geht um Vergebung und Schuld, Empathie und Befreiung. „Bosheit ist ein Symptom. […] Niemand wir böse geboren.“ (S. 318) Ein ganz großartiger Roman, der mich noch eine Weile beschäftigen wird, auf jeden Fall muss ich das Debüt „die Hungrigen“ noch lesen und es ergänzt hervorragend meine Abteilung italienischer Autor*innen im Bücherregal - eigentlich muss ich es frontal ins Regal stellen, dieses Cover ist unglaublich und die Haptik!

2

Die Zitate vorne und hinten im Buch sind großartig ausgewählt; das ist aber auch schon das Beste am Buch. Ziemlich mittelmäßig und unoriginell. Trotzdem konnte ich mit den Figuren mitfühlen, dafür 2 Sterne. (und 3 im Herzen, weil sich das Cover toll anfühlt lol) Das fasst es thematisch ganz gut zusammen: "Kinder sind eine Anhäufung aus Gewissensbissen und Sehnsüchten, nie vergessenem Schmerz und kleinen Glücksmomenten, die die Eltern, arme Teufel im Kapmf gegen ihre Vernichtung, zusammenschustern, im Versuch, sich selbst wieder zusammenzuschustern. Während sie alles mit jener Liebe mischen, mit der sie ihre Kinder nach eigener Überezeugung gnaz glücklich überschütten, rühren sie in das Ergebnis ihrer Vereinigung auch all die Abfälle, die sich bis zu jenem Moment angesammelt haben. Um sich ihrer zu entledigen, sich reinzuwaschen, und schlussendlich um sich selbst zu lieben" (S. 282)

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