Bloß nicht bellen
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Book Information
Author Description
Die studierte Mathematikerin und Journalistin Olena Sachartschenko veröffentlicht bereits seit 1998 Novellen und Romane. Bekannte Werke der Autorin sind Wyschywani harbuzi (Bestickte Kürbisse, 2006), Diwtschynka z chimeramy (Das Mädchen mit den Chimären, 2010) oder Tretja Kabinka – Los-Angeles (Dritte Kabine – Los Angeles, 2018). Olena Sachartschenko schreibt Bücher für Kinder und Erwachsene.
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Neun Geschichten über Menschen und Tiere. Neun Mal der Beginn der Vollinvasion. Neun verschiedene Perspektiven. Neun Schicksale, denen man nahe kommt.
Neun Geschichten über Menschen und Tiere. Neun Mal der Beginn der Vollinvasion. Neun verschiedene Perspektiven. Neun Schicksale, denen man nahe kommt. Neun Mal Tränen, weil es jedes Mal schrecklich ist. (Na gut, vielleicht sechs Mal, aber trotzdem!) „Da surrte etwas über uns hinweg. »Das ist bloß ein Hubschrauber«, sagte ich. »Die fliegen eben ab und zu.« Der Ex auf dem Beifahrersitz las auf seinem Handy die Nachrichten. Als er mich anstelle einer Antwort nur schweigend und betroffen ansah, begriff ich. Ich begann zu schreien und zu heulen. Ich war nicht mehr in der Lage, das Auto zu lenken, also setzte er sich hinters Steuer. Ich konnte mich gar nicht mehr beruhigen. In Dauerschleife wiederholte ich: »Das kann nicht sein, kann nicht sein, kann nicht ... Heutzutage, im einundzwanzigsten Jahrhundert. Wir leben doch nicht in den Vierzigern. Heutzutage kann so etwas nicht sein, kann nicht ...« Ich kam erst zu mir, als wir über irgendwelche Feldwege zwischen Dörfern zuckelten und schließlich eine Brücke überquerten. »Wo fahren wir hin?«, fragte ich. »Nach Westen«, antwortete mein Ex. »Wir haben aber gar nichts dabei!« »Egal.« Neben der Straße fuhren Panzer.“ Der @friedrichmaukeverlag hat mit „Bloß nicht bellen!“ von Olena Sachartschenko ein Buch herausgegeben, das kleine Erfahrungen vom 24. Februar versammelt und erzählt. Schlicht und ohne lange Schleifen der Reflexion, ziemlich unmittelbar und fast dokumentarisch. Und durch die Vielfalt gleichwohl ein breites Kaleidoskop ukrainischer Geschichte und Gegenwart. Dabei gibt es nirgends einen Hinweis darauf, dass es echte Geschichten sein könnten. Bisweilen wirken sie so, aber eigentlich tut es nichts zur Sache. Wer es emotional vermag und sich berühren lassen will, möge es gern lesen. Enttäuscht wirst du nicht.
„Bloß nicht bellen“ vereint Kurzgeschichten, die alle in den ersten Wochen nach Ausbruch des russischen Angriffskriegs stattfinden. Was sie vereint ist unerwartet, aber tröstlich: ein oder mehrere Tiere, die die Geschichten zentral beeinflussen. Als Lesende:r wird man direkt, ohne Umwege, ins Geschehen der Handlung reingezogen. Dabei trifft man Menschen auf der Flucht, im Exil und in ihrer ukrainischen Heimat verharrend, tief in dem Glauben, diese Katastrophe sei nach wenigen Wochen vorbei. Viele der Kurzgeschichten sind berührend und haben einen tröstlichen Charakter, der ihnen vor allem von den Tieren, die dort wichtige Rollen spielen, verliehen wird. Stellenweise hatte ich das Gefühl, Texte über wahre Geschehnisse zu lesen — das wird zwar nirgends erwähnt, aber der schnörkellose Erzählstil gepaart mit realitätsnahen Ereignissen lassen das immer wieder vermuten. Der @maukeverlag leistet tolle Arbeit, wenn es darum geht, ukrainischen Autor:innen Sichtbarkeit außerhalb ihres Herkunftslandes zu geben. Super wertvoll und wichtig, wie ich finde. Und wie ihr seht, packen sie die Namen der Übersetzer:innen aufs Cover ❤️🔥 #namethetranslator
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Die studierte Mathematikerin und Journalistin Olena Sachartschenko veröffentlicht bereits seit 1998 Novellen und Romane. Bekannte Werke der Autorin sind Wyschywani harbuzi (Bestickte Kürbisse, 2006), Diwtschynka z chimeramy (Das Mädchen mit den Chimären, 2010) oder Tretja Kabinka – Los-Angeles (Dritte Kabine – Los Angeles, 2018). Olena Sachartschenko schreibt Bücher für Kinder und Erwachsene.
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Neun Geschichten über Menschen und Tiere. Neun Mal der Beginn der Vollinvasion. Neun verschiedene Perspektiven. Neun Schicksale, denen man nahe kommt.
Neun Geschichten über Menschen und Tiere. Neun Mal der Beginn der Vollinvasion. Neun verschiedene Perspektiven. Neun Schicksale, denen man nahe kommt. Neun Mal Tränen, weil es jedes Mal schrecklich ist. (Na gut, vielleicht sechs Mal, aber trotzdem!) „Da surrte etwas über uns hinweg. »Das ist bloß ein Hubschrauber«, sagte ich. »Die fliegen eben ab und zu.« Der Ex auf dem Beifahrersitz las auf seinem Handy die Nachrichten. Als er mich anstelle einer Antwort nur schweigend und betroffen ansah, begriff ich. Ich begann zu schreien und zu heulen. Ich war nicht mehr in der Lage, das Auto zu lenken, also setzte er sich hinters Steuer. Ich konnte mich gar nicht mehr beruhigen. In Dauerschleife wiederholte ich: »Das kann nicht sein, kann nicht sein, kann nicht ... Heutzutage, im einundzwanzigsten Jahrhundert. Wir leben doch nicht in den Vierzigern. Heutzutage kann so etwas nicht sein, kann nicht ...« Ich kam erst zu mir, als wir über irgendwelche Feldwege zwischen Dörfern zuckelten und schließlich eine Brücke überquerten. »Wo fahren wir hin?«, fragte ich. »Nach Westen«, antwortete mein Ex. »Wir haben aber gar nichts dabei!« »Egal.« Neben der Straße fuhren Panzer.“ Der @friedrichmaukeverlag hat mit „Bloß nicht bellen!“ von Olena Sachartschenko ein Buch herausgegeben, das kleine Erfahrungen vom 24. Februar versammelt und erzählt. Schlicht und ohne lange Schleifen der Reflexion, ziemlich unmittelbar und fast dokumentarisch. Und durch die Vielfalt gleichwohl ein breites Kaleidoskop ukrainischer Geschichte und Gegenwart. Dabei gibt es nirgends einen Hinweis darauf, dass es echte Geschichten sein könnten. Bisweilen wirken sie so, aber eigentlich tut es nichts zur Sache. Wer es emotional vermag und sich berühren lassen will, möge es gern lesen. Enttäuscht wirst du nicht.
„Bloß nicht bellen“ vereint Kurzgeschichten, die alle in den ersten Wochen nach Ausbruch des russischen Angriffskriegs stattfinden. Was sie vereint ist unerwartet, aber tröstlich: ein oder mehrere Tiere, die die Geschichten zentral beeinflussen. Als Lesende:r wird man direkt, ohne Umwege, ins Geschehen der Handlung reingezogen. Dabei trifft man Menschen auf der Flucht, im Exil und in ihrer ukrainischen Heimat verharrend, tief in dem Glauben, diese Katastrophe sei nach wenigen Wochen vorbei. Viele der Kurzgeschichten sind berührend und haben einen tröstlichen Charakter, der ihnen vor allem von den Tieren, die dort wichtige Rollen spielen, verliehen wird. Stellenweise hatte ich das Gefühl, Texte über wahre Geschehnisse zu lesen — das wird zwar nirgends erwähnt, aber der schnörkellose Erzählstil gepaart mit realitätsnahen Ereignissen lassen das immer wieder vermuten. Der @maukeverlag leistet tolle Arbeit, wenn es darum geht, ukrainischen Autor:innen Sichtbarkeit außerhalb ihres Herkunftslandes zu geben. Super wertvoll und wichtig, wie ich finde. Und wie ihr seht, packen sie die Namen der Übersetzer:innen aufs Cover ❤️🔥 #namethetranslator





