Bevor der Himmel reißt

Bevor der Himmel reißt

Softcover
4.818

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Description

Zwei Jugendliche. Zwei verfeindete Familien. Und eine Freundschaft, die dort beginnt, wo das Schweigen aufhört.

Piesnitz in Sachsen, ein Ort, in dem man auffällt, wenn man anders ist. Dilly und Heer, beide 17, beide Kinder indischer Einwandererfamilien, beide Sikhs. Ihre Eltern betreiben die einzigen indischen Takeaways und leben direkt gegenüber voneinander in Wittstock-Ost, einem Teil von Piesnitz, einer Stadt mitten in Sachsen. Und doch haben sie noch nie ein Wort miteinander gesprochen.

Nach dem Tod ihres Vaters, verliert Heer den Halt – bis sie plötzlich Dilly auf einer Party begegnet. Sie kommen sich näher und treten gemeinsam einer Jugendgruppe bei, die sich engagiert, das Viertel näher zusammenzubringen, die Community zu stärken und sich gegen den rechten Hass ihrer Stadt aufzulehnen.

Zwischen rechter Gewalt, Alltagsrassismus und familiären Konflikten erfahren sie erstmals, was Zusammenhalt und standhaftes Bleiben bedeutet – und dass Heimat mehr ist, als ein Ort, den andere für einen definieren.

Ein bewegender Jugendroman über Migration, Queere-Themen, Freundschaft und den Mut, sichtbar und man selbst zu sein.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Softcover
Pages
320
Price
18.50 €

Author Description

Amani Padda ist in Sachsen aufgewachsen und hat in Leipzig Jura mit einem Schwerpunkt auf Menschenrechte studiert. Seit ihrer Schulzeit ist sie politisch aktiv und liebt Geschichten über Außenseiter:innen und Mutmacher:innen. Wenn sie nicht gerade schreibt, zeichnet sie ihre Figuren und schaut sich viel zu lange Videoessays an. Auf Instagram ist sie unter @amani.padda zu finden.

Posts

7
All
4.5

Wichtiges Jugendbuch über eine fiktive Stadt in Sachsen. Themen sind Rassismus, Herkunft, Freundschaft und Vielfalt.

5

Ein starkes Beispiel dafür, wie viel Tiefe und Bedeutung im Jugendbuch stecken kann.

„Ich denke an uns, jedes Mal, wenn nach Straftaten eines Ausländers stundenlange Interviews und politische Debatten geführt werden, aber die gleiche Tat eines Deutschen nach einem Tag vergessen ist.“ „Was sie nicht verstehen, ist, dass es überall Rechte gibt und nicht alle in Springerstiefeln und Glatze auftreten. Manche tragen Hemden, Sonnenbrillen und grölen ihre Hymnen auf Sylt.“ „Wieso fügst du dich nicht? Es ist doch alles in Ord-nung. Wieso bleibst du nicht in dieser kleinen Nische, die wir dir gelassen haben, und gibst dich damit zufrieden? Unverschämt so was. Unverschämt und undankbar, diese Ausländer.“ „Nur, weil du nicht weiß bist, ist es nicht deine Aufgabe dafür zu sorgen, dass Menschen nicht zu Rassisten werden.“ „Aber nichts auf dieser Welt rechtfertigt ein rassistisches Weltbild zu haben.“ „Ich will ihm sagen, dass er aufhören soll, ein Links-Rechts-Ding daraus zu machen. Dass es schon lange nicht mehr nur ums Einkaufscenter geht. Dass man sich über Umverteilung und Fahrradwege streiten kann, aber nicht um Menschenrechte, die für alle gelten. Dass es kein Kompliment für mich ist, wenn er mich als »guten Ausländer« bezeichnet. Dass wir alle Antifaschisten sein sollten und Toleranz für Nazis keinen Platz in einer Demokratie hat. Wenn das Spielbrett auf die rechte Seite kippt, kann man sich nicht in die Mitte stellen und dann überrascht sein, wenn man mit in den Abgrund fällt.“

Ein starkes Beispiel dafür, wie viel Tiefe und Bedeutung im Jugendbuch stecken kann.
4

Das ist ein Buch, das mir sicher lange in Erinnerung bleibt und nachhallt. Es geht um eine fiktive Kleinstadt in Deutschland, und klar ist es auf die erste Sicht ein anderes Leben und Land als hier in der Schweiz. Was auf den ersten Blick wie eine sanfte, kulturelle Lebensgeschichte erscheint, wird bald zu einer groben, harten Realität. In sehr klaren Worten wird unmissverständlich klar gemacht, was Rassismus bedeutet, wie es sich anfühlt und was es heisst ein "guter" Ausländer zu sein. Denn was passiert, wen man sich nicht leise und vorzüglich benimmt? Die indische Kultur ist mir wirklich fern und es wäre viel zu sagen, ich kann es mir vorstellen. Denn ich kann es nicht. Was mir die Geschichte aber aufgezeigt hat, hat mich sehr nachdenklich gemacht. Einiges habe ich gelernt, einige neue Ansätze kennen gelernt. Es hat mich tief bewegt diese fiktive/realistische Geschichte zu lesen. Es gibt auch Ausblicke auf 6 Jahre später, und hier muss ich leider sagen, ich habs nicht verstanden.. oder finde es schade, dass ich nicht genau weiss, was jetzt ist. Das Ende war mir zu abrupt, ich hätte gerne noch weitergelesen.

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5

So ein wichtiges Buch

„Geh sterben, Kanake.“ Dieser Satz steht in dem Buch. Er ist nicht erfunden. Menschen sagen das wirklich zu anderen Menschen und das jeden Tag. Der Arctis Verlag zeigt mit "Bevor der Himmel reißt" einmal mehr, dass Jugendromane längst mehr sind als Geschichten über eine heile Welt. Im Mittelpunkt stehen Dilly und Heer, zwei Jugendliche, die in einem sächsischen Ort aufwachsen, in dem Anderssein auffällt und zur Projektionsfläche wird. Alltagsrassismus, rechte Gewalt und der Versuch, in einer feindlichen Umgebung Halt zu finden, sind keine fiktiven Motive, sondern die gelebte Realität vieler Menschen. Dieses Buch bringt genau diese Seiten ans Tageslicht und trotzdem lässt es Raum für Hoffnung, weil Zusammenhalt und das eigene Durchhalten etwas verändern können. 🙌 Ich durfte den Schreibstil von Amani Padda schon in Girlhood kennenlernen, daher habe ich mich sehr gefreut, nun ein ganzes Buch von ihr zu lesen (und ich wurde definitiv nicht enttäuscht). Besonders die Briefe von Dilly an Heer habe ich sehr gerne gelesen, weil man einfach noch so viel mehr erfahren hat. 🥺 "Bevor der Himmel reißt" gehört zu den Büchern, die zeigen, dass Jugendbücher politisch sein dürfen und vllt. sogar müssen!

5

Autor*innen von Jugendromanen sind ihren Kolleg*innen sogenannter „Erwachsenenliteratur“ oft meilenweit voraus, wenn es darum geht, gesellschaftliche Bruchlinien literarisch präzise und zugleich zugänglich zu erzählen. Amani Padda beweist das auf eindrückliche Weise. Was dieses Buch so außergewöhnlich macht, ist sein Ton. Padda schreibt sensibel, aber nie sentimental. Politisch, aber nie parolenhaft. Der zunehmende Rechtsruck in Piesnitz ist kein dramaturgischer Effekt, sondern strukturelle Realität. Rechte Gewalt, Alltagsrassismus, Bedrohung – all das ist da. Und trotzdem überfordert der Text seine Leser*innen nicht. Er traut ihnen etwas zu. Padda gelingt die Balance zwischen Mimesis und Reflexion. Die Wirklichkeit wird nicht abgeschwächt, aber sie wird literarisch so gestaltet, dass sie verstehbar bleibt. Das ist große Kunst. Ich mochte Dilly und Heer sehr. Wirklich sehr. Nicht, weil sie idealisiert wären, sondern weil sie in ihrer Verletzlichkeit, ihrer Wut, ihrer Unsicherheit so glaubwürdig sind. Gerade Heers Trauer um ihren Vater, ihr Haltverlust, ihr vorsichtiges Wieder-Aufrichten: Das ist leise erzählt und gerade deshalb so wirkungsvoll. Freundschaft wird hier nicht als süßes Nebenmotiv verhandelt, sondern als politischer Akt. Zusammenstehen wird zur Überlebensstrategie. Besonders beeindruckt hat mich die sprachliche Gestaltung. Padda integriert indische Begriffe ganz selbstverständlich in den Text, ohne sie im Fließtext zu übersetzen. Stattdessen gibt es ein Glossar im Anhang. Was zunächst wie eine kleine formale Entscheidung wirkt, ist in Wahrheit hochpolitisch. Die Mehrsprachigkeit wird nicht erklärt, nicht entschuldigt, nicht didaktisch aufbereitet. Sie ist einfach da. So wie sie im Alltag vieler migrantischer Familien da ist. Bilingual. Selbstverständlich. Auch das gebrochene Deutsch der vietnamesischen „New Gens“ ist kein Fehler im Text – es ist Realität. Grammatikalisch inkorrekt, aber authentisch. Sprache wird hier nicht normiert, sondern abgebildet. Dieses Buch gehört… … in die Hände von Lehrer:*innen. … in die Hände von Schüler*innen. … kostenfrei in jede Bibliothek. … in jede Schule. Ich bin zutiefst beeindruckt. Und ich wünschte, mehr Menschen würden verstehen, wie viel ästhetische und politische Kraft im Genre Jugendbuch steckt.

5

Ich habe das Buch gerade beendet und bin ehrlich gesagt echt extrem bewegt. Amani hat hier ein Werk geschaffen, das mich von der ersten Seite an so gepackt hat, dass ich förmlich durch die Seiten geflogen bin (ich meine es Ernst, ich konnte es nicht aus der Hand legen). Was mich besonders beeindruckt hat, ist die sprachliche Wucht. Amani schreibt unglaublich stark und authentisch. Sie schafft es, die harte Realität in Deutschland, vor allem den Alltagsrassismus und den Rechtsruck in ländlichen Regionen (wie hier im fiktiven Piesnitz) ungeschönt, aber gleichzeitig literarisch präzise abzubilden. Es ist erschreckend, wie nah das Buch an der gelebten Realität vieler Menschen in Deutschland ist. Besonders stark fand ich die Entscheidung, Mehrsprachigkeit und verschiedene Dialekte einfach stehen zu lassen, ohne sie zu erklären. Das macht den Text so ehrlich und lebendig, ach was soll ich sagen: ich bin so so positiv überrascht ey! Ein emotionales Highlight waren für mich auch die E-Mails von Dilly an Heer. Sie haben mich mitgenommen. Die Charaktere sind keine idealisierten Figuren, sondern wirken durch ihre Verletzlichkeit und Wut absolut glaubwürdig. Freundschaft wird hier nicht als nettes Extra, sondern als politischer Akt und Überlebensstrategie erzählt. Es macht mich echt sprachlos, dass Jugendromane oft immer noch belächelt werden. „Bevor der Himmel reißt“ beweist das Gegenteil: Es steckt voller ästhetischer und politischer Kraft. Meiner Meinung nach gehört dieses Buch verpflichtend in jede Schulklasse und in jede Bibliothek. Es ist ein wichtiges Stück Literatur, das mich sicher noch sehr lange begleiten wird. Danke an den Arctis Verlag für das Rezensionsexemplar!

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5

Sachsen. Migrakids. Hoffnung.

Ich kann nur dazu raten dieses Buch selbst zu lesen. Was für eine tolle Geschichte. So viel Sanftheit und Hoffnung in so eine, doch zum größten Teil, düstere Realität zu bringen… einfach wunderschön. Es geht um Heer und Dilly. Zwei Punjabi-Deutsche Teenager:innen im fiktiven Piesnitz, Sachsen. Sie wohnen sich gegenüber. Ihre Familien führen beide Indische Takeaway-Restaurants, sind also Konkurrenten. Das überträgt sich natürlich auf die Mentalität der Kinder. Aber doch verbindet beide so viel. Sie sind beinahe die einzigen Ausländer an ihrer Schule. Beide müssen täglich, zusätzlich zu ihren Schulaufgaben auch noch Erwachsenen-Arbeit im Laden ihrer Eltern ausüben. Und beide haben wirklich kein einfaches Leben. Trotz all der Scheiße, die beide erleben, finden Sie irgendwann halt in Freundschaft, Familie und politischem Aktivismus. Große Empfehlung!!!

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