Bestseller
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Description
Book Information
Author Description
Beka Adamaschwili (*1990 in Tiflis, Georgien) studierte Journalismus und Sozialwissenschaften an der Caucasus University in Tiflis. Für seine Kurzgeschichten, die bereits in frühen Jahren in Magazinen und Zeitungen publiziert wurden, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Als Blogger macht er seit 2009 mit satirisch-humoristischen Postings auf sich aufmerksam. Heute arbeitet Adamaschwili als Drehbuchautor für eine populäre georgische Satire-Show. Mit »Bestseller« veröffentlichte er 2014 seinen Debütroman, der in Georgien schnell zum echten Bestseller avancierte und auf der Shortlist für den besten Roman beim SABA- und Tsinandali-Preis stand.
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Bestseller – einen Roman so zu nennen, ist schon ein mutiger Schritt. Dem georgischen Beka Adamaschwili ist es allerdings gelungen, in seinem Heimatland einen wirklichen Bestseller aus seinem mit Literaturanspielungen geschwängerten Debüt zu machen. Auch hierzulande hört man nur Gutes über den Schriftsteller und sein Werk. Aber kann er diesem Urteil standhalten? Ist sein Roman eine würdige Literatursatire oder nur heiße Luft? Zugegeben gehört der Roman eigentlich nicht zu meinem sonstigen Beuteschema, aber das Thema Literatur wusste mich schon immer zu verlocken. Der Einstieg gelingt dem Autor bereits im Vorwort, das erfrischend und originell geschrieben ist. Auch die Geschichte selbst hält sich nicht allzu lange mit detaillierten Ausschweifungen auf. Die Handlung setzt zügig ein und dem Leser bleibt nur wenig Zeit, einen Eindruck von Pierre zu gewinnen. Das ist aber gar nicht schlimm, denn man merkt schnell, dass es in dem Roman nicht um seine charakterliche Entwicklung gehen soll. Es wirkt wie ein Buch von einem Schriftsteller für Schriftsteller, denn darin sind nicht nur vielzählige Anspielungen und Verweise auf Klassiker, sondern der Autor parodiert auch typische Merkmale des literarischen Schreibens. Als Gesamtkonzept wirkt die Handlung zwar etwas konstruiert, aber deshalb nicht weniger flüssig. Dem Leser wird hier eine ausgeklügelte und intelligent geschriebene Geschichte vorgelegt, die ihn fordert. Schriftsteller wie Dante oder Antoine de Saint-Exupéry bekommen mal kleiner, mal größere Auftritte. Gemeinsam mit dem Protagonisten Pierre gilt es Rätsel zu lösen, die oft mithilfe von Illustrationen auch den Leser dazu einladen, mitzumachen. Obwohl die Handlung durchaus einen offensichtlichen Verlauf aufzeigt, tun sich viele Überraschungsmomente auf. Pierre Sonnage ist nicht unbedingt ein Protagonist, den man besonders gut leiden kann. Dennoch macht es Spaß, ihn auf seinem Abenteuer zu begleiten, gerade weil es auch ein bisschen Freude bereitet, wenn er einmal auf dem Holzweg ist. Neben Pierre gibt es noch die Perspektivträgerin Lucy. Während Pierre in der Literatenhölle sein Unwesen treibt, steht sie noch voll im Leben und gerät ebenfalls in mysteriöse Verstrickungen. Lucy ist die typische naive, romantisch-schmachtende Leserin, die voll in ihrem Dasein als Pierres Fan aufgeht. Trotz ihrer Naivität fällt es schwer, sie nicht zu mögen. Besonders schön ist, wie elegant Adamaschwili die verschiedenen Schriftsteller in sein Buch einbaut und es dabei mit Bravour meistert, diese an das öffentliche Bild anzupassen. Sie bleiben nicht nur blasse Konstrukte, sondern wirken wie die echten Schriftsteller vom Typ her hätten sein können. Besondere Rollen kommen dabei unter anderem Dante und Arthur Conan Doyle zu. Je besser der eigene Klassikerkanon ist, desto mehr der raffinierten Witze versteht man als Leser. Dennoch bereitet es ebenso Vergnügen, wenn einem nur wenige der Autoren durch ihre Werke bekannt sind. Gerade die humorvolle Art des Schriftstellers konnte mich begeistern. Die Erzählstimme des fiktiven Autors ist erfrischend und die vielen Wortwitze und Anspielungen durchaus auch eine Herausforderung. Gerade der Mischmasch aus Literatur- und Schreibwitzen gelingt gut. Durch passende Fußnoten schafft der Autor es ebenfalls, noch mehr Witz in den Roman einzubauen, aber gleichzeitig auch Lesern, die nicht jede Anspielung zu Schriftstellern, die auftreten, zu verstehen, da diese auch erklärt werden – allerdings nicht langweilig, sondern ebenfalls immer mit einem humorvollen zwinkern. Auch mischt sich der fiktive Autor in die Geschichte immer wieder mit Kommentaren ein und unterbricht damit die Handlung. Das könnte nervig wirken, tut es hier aber absolut nicht und amüsiert eher. Wenn man ein Buch lesen möchte, sollte man ja eigentlich mit einer gesunden Portion Optimismus daran herangehen. Dennoch war ich bei diesem Roman skeptisch – und wurde absolut positiv überrascht. Es ist definitiv ein Roman, den nicht jeder mögen wird, aber gerade für Literaturliebhaber und Autoren ist es eine wunderbare Unterhaltungslektüre. Man könnte sagen, dass dieses Buch von der Literatur durchdrungen ist, Literatur pur quasi. Dies ist auf jeden Fall auch ein Roman, den man gerne mehrmals lesen möchte. Ich bin absolut begeistert. Fazit: „Bestseller“ ist definitiv keine seichte Unterhaltungslektüre, aber durch seine satirische Art dennoch erfrischend unterhaltsam. Das Buch spricht all jene an, die intelligente, rätselhafte Geschichten mit einer gesunden Portion Humor mögen – und sich gerne mit Literatur und deren Eigenarten auseinandersetzen. Wer gerne liest oder schreibt – ich kann es euch nur ans Herz legen. Inhalt: 5/5 Charaktere: 4/5 Lesespaß: 5/5 Schreibstil: 5/5
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Beka Adamaschwili (*1990 in Tiflis, Georgien) studierte Journalismus und Sozialwissenschaften an der Caucasus University in Tiflis. Für seine Kurzgeschichten, die bereits in frühen Jahren in Magazinen und Zeitungen publiziert wurden, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Als Blogger macht er seit 2009 mit satirisch-humoristischen Postings auf sich aufmerksam. Heute arbeitet Adamaschwili als Drehbuchautor für eine populäre georgische Satire-Show. Mit »Bestseller« veröffentlichte er 2014 seinen Debütroman, der in Georgien schnell zum echten Bestseller avancierte und auf der Shortlist für den besten Roman beim SABA- und Tsinandali-Preis stand.
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Bestseller – einen Roman so zu nennen, ist schon ein mutiger Schritt. Dem georgischen Beka Adamaschwili ist es allerdings gelungen, in seinem Heimatland einen wirklichen Bestseller aus seinem mit Literaturanspielungen geschwängerten Debüt zu machen. Auch hierzulande hört man nur Gutes über den Schriftsteller und sein Werk. Aber kann er diesem Urteil standhalten? Ist sein Roman eine würdige Literatursatire oder nur heiße Luft? Zugegeben gehört der Roman eigentlich nicht zu meinem sonstigen Beuteschema, aber das Thema Literatur wusste mich schon immer zu verlocken. Der Einstieg gelingt dem Autor bereits im Vorwort, das erfrischend und originell geschrieben ist. Auch die Geschichte selbst hält sich nicht allzu lange mit detaillierten Ausschweifungen auf. Die Handlung setzt zügig ein und dem Leser bleibt nur wenig Zeit, einen Eindruck von Pierre zu gewinnen. Das ist aber gar nicht schlimm, denn man merkt schnell, dass es in dem Roman nicht um seine charakterliche Entwicklung gehen soll. Es wirkt wie ein Buch von einem Schriftsteller für Schriftsteller, denn darin sind nicht nur vielzählige Anspielungen und Verweise auf Klassiker, sondern der Autor parodiert auch typische Merkmale des literarischen Schreibens. Als Gesamtkonzept wirkt die Handlung zwar etwas konstruiert, aber deshalb nicht weniger flüssig. Dem Leser wird hier eine ausgeklügelte und intelligent geschriebene Geschichte vorgelegt, die ihn fordert. Schriftsteller wie Dante oder Antoine de Saint-Exupéry bekommen mal kleiner, mal größere Auftritte. Gemeinsam mit dem Protagonisten Pierre gilt es Rätsel zu lösen, die oft mithilfe von Illustrationen auch den Leser dazu einladen, mitzumachen. Obwohl die Handlung durchaus einen offensichtlichen Verlauf aufzeigt, tun sich viele Überraschungsmomente auf. Pierre Sonnage ist nicht unbedingt ein Protagonist, den man besonders gut leiden kann. Dennoch macht es Spaß, ihn auf seinem Abenteuer zu begleiten, gerade weil es auch ein bisschen Freude bereitet, wenn er einmal auf dem Holzweg ist. Neben Pierre gibt es noch die Perspektivträgerin Lucy. Während Pierre in der Literatenhölle sein Unwesen treibt, steht sie noch voll im Leben und gerät ebenfalls in mysteriöse Verstrickungen. Lucy ist die typische naive, romantisch-schmachtende Leserin, die voll in ihrem Dasein als Pierres Fan aufgeht. Trotz ihrer Naivität fällt es schwer, sie nicht zu mögen. Besonders schön ist, wie elegant Adamaschwili die verschiedenen Schriftsteller in sein Buch einbaut und es dabei mit Bravour meistert, diese an das öffentliche Bild anzupassen. Sie bleiben nicht nur blasse Konstrukte, sondern wirken wie die echten Schriftsteller vom Typ her hätten sein können. Besondere Rollen kommen dabei unter anderem Dante und Arthur Conan Doyle zu. Je besser der eigene Klassikerkanon ist, desto mehr der raffinierten Witze versteht man als Leser. Dennoch bereitet es ebenso Vergnügen, wenn einem nur wenige der Autoren durch ihre Werke bekannt sind. Gerade die humorvolle Art des Schriftstellers konnte mich begeistern. Die Erzählstimme des fiktiven Autors ist erfrischend und die vielen Wortwitze und Anspielungen durchaus auch eine Herausforderung. Gerade der Mischmasch aus Literatur- und Schreibwitzen gelingt gut. Durch passende Fußnoten schafft der Autor es ebenfalls, noch mehr Witz in den Roman einzubauen, aber gleichzeitig auch Lesern, die nicht jede Anspielung zu Schriftstellern, die auftreten, zu verstehen, da diese auch erklärt werden – allerdings nicht langweilig, sondern ebenfalls immer mit einem humorvollen zwinkern. Auch mischt sich der fiktive Autor in die Geschichte immer wieder mit Kommentaren ein und unterbricht damit die Handlung. Das könnte nervig wirken, tut es hier aber absolut nicht und amüsiert eher. Wenn man ein Buch lesen möchte, sollte man ja eigentlich mit einer gesunden Portion Optimismus daran herangehen. Dennoch war ich bei diesem Roman skeptisch – und wurde absolut positiv überrascht. Es ist definitiv ein Roman, den nicht jeder mögen wird, aber gerade für Literaturliebhaber und Autoren ist es eine wunderbare Unterhaltungslektüre. Man könnte sagen, dass dieses Buch von der Literatur durchdrungen ist, Literatur pur quasi. Dies ist auf jeden Fall auch ein Roman, den man gerne mehrmals lesen möchte. Ich bin absolut begeistert. Fazit: „Bestseller“ ist definitiv keine seichte Unterhaltungslektüre, aber durch seine satirische Art dennoch erfrischend unterhaltsam. Das Buch spricht all jene an, die intelligente, rätselhafte Geschichten mit einer gesunden Portion Humor mögen – und sich gerne mit Literatur und deren Eigenarten auseinandersetzen. Wer gerne liest oder schreibt – ich kann es euch nur ans Herz legen. Inhalt: 5/5 Charaktere: 4/5 Lesespaß: 5/5 Schreibstil: 5/5




