Am Fließband
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Description
Book Information
Author Description
Upton Beall Sinclair, 1878 in Baltimore geboren, starb 1968 in Bound Brook, New Jersey. Er wuchs in einfachsten Verhältnissen auf, war seit seinem Erstling ›The Jungle‹ als ›mudraker‹ verschrien, ein Autor, der mit seinen Büchern Dreck aufwühlt. Sein Werk erstreckt sich über verschiedene Literaturgattungen und thematisiert Sozialkritik und Medienkritik in vielerlei Form. 1943 wurde er mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.
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»Fords Imperium - das war keine Metapher, sondern eine Tatsache; kein Spott, sondern eine soziologische Analyse. Henry war mehr, als je ein Feudalherr gewesen war; er besaß ja nicht nur die Macht des Geldes, sondern auch die der Presse und des Rundfunks. Er konnte sich seinen Vasallen allgegenwärtig machen. Er war der Herr nicht nur über Speis und Trank, er beherrschte auch ihre Gedanken und Ideale.« aus „Am Fließband“ (2025) von Upton Sinclair, S. 169, MÄRZ Verlag »Was dachte Abner Shutt sich bei solchen Ereignissen? Nun, er dachte sich gar nichts dabei. Er glich ebenfalls einem Esel der Industrie, aber einem, den man an einem Pfahl anpflockt, der ewig im Kreis trottet und eine Maschine antreibt. Unendlich viele Male trottet er so jede Stunde im Kreis, acht Stunden jeden Tag, fünf Tage jede Woche.« aus „Am Fließband“ (2025) von Upton Sinclair, S. 219, MÄRZ Verlag Upton Sinclairs „Am Fließband“ ist ein amerikanischer Klassiker aus 1937, der in diesem Jahr neu durch den MÄRZ Verlag verlegt wurde (Übersetzung von Jörg Schröder). Zentral ist das Thema einer fortschreitenden amerikanischen Industrialisierung, am Beispiel Henry Fords und der sich entwickelnden Fließbandproduktion von Autos. Zwei Erzählstränge werden verfolgt, die sich im Verlauf der Geschichte auf einer oberflächlichen Ebene immer wieder berühren, sich tief drinnen aber miteinander verweben. Auf der einen Seite wird Henry Fords Werdegang beschrieben, der sich anfangs zum Ziel setzte, ein motorisiertes Gefährt zu entwickeln, das auf Grundlage eines Verbrennermotors statt ziehender Pferde funktionierte. Beständig getrieben durch den Konkurrenz- und Wettbewerbsdruck wird seine Entwicklung aufgegriffen, wie er zu Reichtum gelangt, sich immer mehr in antisemitischen Denkmustern verfängt (und auch dazu publiziert), zunehmend Arbeiter unterdrückt, ausbeutet und daraufhin getrieben vom Gedanken der Sicherung seines Eigentums und der Kapitalmaximierung, Einfluss auf Politik nimmt. Alles vor dem Hintergrund einer sich anbahnenden Great Depression. Auf der anderen Seite erleben wir den Arbeiter Abner Shutt, der als Kind Henry Fords Fortschritte beobachtete; ihn später ansprach, auf der Suche nach Arbeit. Shutt, der darauf angewiesen war, seine Arbeitskraft zu verkaufen, unterstellte sein Gedankenbild komplett Ford, vergöttert ihn und stellt selbst in Zeiten der Krise, der Armut und grassierenden Arbeitslosigkeit in Detroit sein Weltbild unter das von Ford - auch wenn es nicht in seinem Urinteresse hätte sein können. Gekettet an den Irrglauben, Ford wäre ein Wohltäter für die amerikanische Gesellschaft, ist höchst interessant zu sehen, wie sich die Arbeiter selbst komplett der Prozessoptimierung in der maschinellen Produktion und Abschaffung ihrer eigenen Arbeit hingeben. Der Arbeiter als geblendeter Kollaborateur im kapitalistischen Spiel, der die Pille des Fortschrittsversprechens komplett geschluckt hat und sich seiner eigenen Ausbeutung ausliefert - faszinierend entlarvend vom Autor in Form eines Romans verpackt. Sprachlich schnörkellos, inhaltlich trotzdem hochbrisant, habe ich mich vor allem am Ende sehr in die Handlung hineingezogen gefühlt. Dietmar Daths Nachwort ordnet Sinclairs Werk in eine gesellschaftliche Aktualität ein, die den Klassiker „Am Fließband“ brilliant abrundet. Große Leseempfehlung!

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Upton Beall Sinclair, 1878 in Baltimore geboren, starb 1968 in Bound Brook, New Jersey. Er wuchs in einfachsten Verhältnissen auf, war seit seinem Erstling ›The Jungle‹ als ›mudraker‹ verschrien, ein Autor, der mit seinen Büchern Dreck aufwühlt. Sein Werk erstreckt sich über verschiedene Literaturgattungen und thematisiert Sozialkritik und Medienkritik in vielerlei Form. 1943 wurde er mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.
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»Fords Imperium - das war keine Metapher, sondern eine Tatsache; kein Spott, sondern eine soziologische Analyse. Henry war mehr, als je ein Feudalherr gewesen war; er besaß ja nicht nur die Macht des Geldes, sondern auch die der Presse und des Rundfunks. Er konnte sich seinen Vasallen allgegenwärtig machen. Er war der Herr nicht nur über Speis und Trank, er beherrschte auch ihre Gedanken und Ideale.« aus „Am Fließband“ (2025) von Upton Sinclair, S. 169, MÄRZ Verlag »Was dachte Abner Shutt sich bei solchen Ereignissen? Nun, er dachte sich gar nichts dabei. Er glich ebenfalls einem Esel der Industrie, aber einem, den man an einem Pfahl anpflockt, der ewig im Kreis trottet und eine Maschine antreibt. Unendlich viele Male trottet er so jede Stunde im Kreis, acht Stunden jeden Tag, fünf Tage jede Woche.« aus „Am Fließband“ (2025) von Upton Sinclair, S. 219, MÄRZ Verlag Upton Sinclairs „Am Fließband“ ist ein amerikanischer Klassiker aus 1937, der in diesem Jahr neu durch den MÄRZ Verlag verlegt wurde (Übersetzung von Jörg Schröder). Zentral ist das Thema einer fortschreitenden amerikanischen Industrialisierung, am Beispiel Henry Fords und der sich entwickelnden Fließbandproduktion von Autos. Zwei Erzählstränge werden verfolgt, die sich im Verlauf der Geschichte auf einer oberflächlichen Ebene immer wieder berühren, sich tief drinnen aber miteinander verweben. Auf der einen Seite wird Henry Fords Werdegang beschrieben, der sich anfangs zum Ziel setzte, ein motorisiertes Gefährt zu entwickeln, das auf Grundlage eines Verbrennermotors statt ziehender Pferde funktionierte. Beständig getrieben durch den Konkurrenz- und Wettbewerbsdruck wird seine Entwicklung aufgegriffen, wie er zu Reichtum gelangt, sich immer mehr in antisemitischen Denkmustern verfängt (und auch dazu publiziert), zunehmend Arbeiter unterdrückt, ausbeutet und daraufhin getrieben vom Gedanken der Sicherung seines Eigentums und der Kapitalmaximierung, Einfluss auf Politik nimmt. Alles vor dem Hintergrund einer sich anbahnenden Great Depression. Auf der anderen Seite erleben wir den Arbeiter Abner Shutt, der als Kind Henry Fords Fortschritte beobachtete; ihn später ansprach, auf der Suche nach Arbeit. Shutt, der darauf angewiesen war, seine Arbeitskraft zu verkaufen, unterstellte sein Gedankenbild komplett Ford, vergöttert ihn und stellt selbst in Zeiten der Krise, der Armut und grassierenden Arbeitslosigkeit in Detroit sein Weltbild unter das von Ford - auch wenn es nicht in seinem Urinteresse hätte sein können. Gekettet an den Irrglauben, Ford wäre ein Wohltäter für die amerikanische Gesellschaft, ist höchst interessant zu sehen, wie sich die Arbeiter selbst komplett der Prozessoptimierung in der maschinellen Produktion und Abschaffung ihrer eigenen Arbeit hingeben. Der Arbeiter als geblendeter Kollaborateur im kapitalistischen Spiel, der die Pille des Fortschrittsversprechens komplett geschluckt hat und sich seiner eigenen Ausbeutung ausliefert - faszinierend entlarvend vom Autor in Form eines Romans verpackt. Sprachlich schnörkellos, inhaltlich trotzdem hochbrisant, habe ich mich vor allem am Ende sehr in die Handlung hineingezogen gefühlt. Dietmar Daths Nachwort ordnet Sinclairs Werk in eine gesellschaftliche Aktualität ein, die den Klassiker „Am Fließband“ brilliant abrundet. Große Leseempfehlung!






