Alte weiße Männer: Ein Schlichtungsversuch
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"Nicht jeder alte weiße Mann muss zu Wort kommen. NICHT JEDER."
Und damit fasst Sophie das ganze für mich ganz gut zusammen. Mit Alte weiße Männer versucht Sophie Passmann herauszufinden was der alte, weiße Mann eigentlich ist. Dazu spricht sie mit verschiedenen Männern aus dem öffentlichen Leben, um zu ergründen was es mit dem Feminismus, dem alten weißen Mann und Geschlechterrollen eigentlich auf sich hat. Die Auswahl der Herren erschließt sich mir teilweise genauso wenig wie der tatsächliche Sinn des ganzen Projektes. Es ist interessant den Perspektivenwechsel zu wagen und teilweise kommen auch ganz kluge Gedanken zu Stande, bei einigen Interviewparntern stand ich aber kurz vor einen Tobsuchtanfall. Der Gipfel des Bodenlosen war dann das Interview mit Rainer Langhans, Frauen müssen nur die Perspektive Wechseln und weniger Opfer spielen wenn es um Vergew..... geht. Insgesamt sind viele Interviews eher oberflächlich geblieben und es ging um alberne Debatten ob Frauenquoten Sinn machen usw. Es ist grundsätzlich immer schwierig so etwas mit priveligierten Männern zu diskutieren, aber mit einigen Interviewpartner hatte man nur das Gefühl das die ewig alten Phrasen wieder hochgehalten werden. Pick me girls habe ich geliebt, weil Sophie super authentisch wirkte, das fehlte mir hier teilweise, es wirkte künstlich cool und hat für mich an vielen Stellen nicht gepasst, auch die teilweise etwas merkwürdigen Kommentare haben das ganze nicht rund werden lassen. Ich hab mich teilweise ganz schön durch das Hörbuch durchgekämpft. Nicht jeder Werk kann super sein, und mit Alte weiße Männer hat Sophie mich diesmal leider nicht abgeholt.

Feindseligkeit ist etwas, dass sich nicht staatlich regulieren lässt.
Sophie Passmann schafft es - mal wieder - mit einer gehörigen Portion Humor ein bitterernstes Thema salonfähig zu machen. Mit der Methode - potenziell - alte, weiße Männer mit ihrem eigenen Sein und Wirken zu konfrontieren, hat Sophie Passmann ein unterhaltsames Werk geschrieben, welches - gerade als Mann - auch zum nachdenken anregt. Auch als vermeintlich aufgeklärtes Exemplar meiner Spezies habe ich mich an einigen Punkten doch in veralteten Denkmustern wiederfinden müssen. Beim Lesen konnte ich dieses Buch kaum weglegen und habe von Kapitel zu Kapitel immer mehr das Gefühl vermittelt bekommen, dass die Autorin und ich ein ähnliches Verständnis von Humor haben, was das Buch umso leichter gemacht hat. Ich habe im Verlauf der Lektüre jedoch deutlich gemerkt, dass diese Buch bereits vor der Corona-Pandemie entstanden ist und hätte gerne eine Nachfolge für die Zeit nach den gesellschaftlichen Auswirkungen des Virus, da sich der gesellschaftliche Diskurs und Weltsicht vieler Menschen deutlich gewandelt hat. Über eine Männer in diesem Buch war ich mal unerwartet, mal erwartungsgemäß, schockiert oder begeistert. Aber gerade in dem Kapitel mit Kevin Kühnert war die Beschreibung so bildlich, dass ich mich direkt im Kopf an auserwählte Abende oder Tagungen, die ich mit ihm gemeinsam bestreiten durfte, erinnert fühlte. Das hat mir ein ähnliches Lächeln ins Gesicht gebracht, wie die Hoffnung, die über eine feministischere Welt aus einigen Kapiteln hervortrat. In meiner Hoffnung findet dieses Werk weiterhin großen Anklang in allen gesellschaftlichen Schichten und Geschlechtern. Wir brauchen die gesamte Gesellschaft um einen positiven Wandel herbeizuführen. Danke, Sophie Passmann.

Wenn man „Alter weißer Mann“ nicht versteht und trotzdem ein Buch darüber schreibt
Wo fange ich an und wo höre ich auf. Okay das Buch kam 2019 raus, ich ziehe also in Betracht, dass der Begriff heute etwas stärker belastet ist als damals. Trotzdem: Der „alte weiße Mann“ ist nicht mal eben mit: ich lasse Männer einfach sagen was sie denken und schreibe das dann in mein Buch, erklärt. Und genau das ist, was mich so stört. Es findet einfach absolut keine Einordnung statt. Weder die Gesprächspartner noch das Gesagte wird irgendwie aufgearbeitet und eingeordnet. Es wird unter dem Deckmantel des Feminismus mit Schlichtungsversuch ein Interview nach dem nächsten geführt, wobei kritische, diskriminierende, misogyne Äußerungen etc. pp. einfach unreflektiert wiedergegeben werden. Mit Schlichtung hat in dem Buch einfach nichts zu tun. Ist aber nicht genau hier eines der großen Probleme zu finden? Dass Männer die Macht haben und ihnen bei allem was sie sagen, zugehört wird? Dass sie ohne Gegenwind ihre Meinung als alleinrichtig rausposaunen konnten und können? Ist es nicht genau das, was die Autorin mit diesem Buch macht? Sie gibt den „alten weißen Männer“ wieder die Bühne, während von hysterischen Feministinnen und Opfer- sowie Täterfeminismus die Rede ist. Auch hielt die Autorin viel zu sehr daran fest, dass „alte weiße Männer“ nur alte, weiße Männer sein können. Alles in allem: Hier wird eine inhaltsleere Meinungswiedergabe betrieben, die für Neulinge auf dem Gebiet eher nicht geeignet ist, da es eben komplett an Einordnung fehlt. Aber für Menschen, die sich mit dem Thema auskennen bzw. sich bereits mit dem Thema mehr befasst haben, hat es keinen Mehrwert, sich dasselbe Reden von denselben Männern in Machtposition anzuhören, wie man es auch bei jedem Fernseh-, Radio- oder Zeitungsinterview hören und lesen kann. Ganz nebenbei hatte ich das Gefühl, dass die Autorin einfach nur auch etwas zu dem Thema sagen wollte, egal was. Teilweise war die Auswahl der Gesprächspartner sehr fragwürdig, entweder weil kontrovers oder aber weil es gerade einen Hype um die Person gab.
Schade, da hatte ich mir mehr versprochen. Sophie Passmann hat den Sommer 2018 damit verbracht, sich mit potentiell "Alten Weißen Männern" zum Essen zu treffen und über den Feminismus zu diskutieren. Ich finde, dass das ein toller Ansatz ist, da ich, ganz wie Sophie Passmann, der Meinung bin, dass Gespräche einen immer weiterbringen (vgl. Vorwort, Position 60 des E-Books). Allerdings bin ich von der Art der Gesprächsführung enttäuscht. MM nach erfüllt Passmann ihre eigenen Ansprüche, die sie im Vorwort darlegt, nicht: "Dieses Buch ist also nicht der Versuch, die Geschlechterungerechtigkeit wegzulächeln..." (Position 72). Doch genau das tut Sophie Passmann zu oft. Die Gespräche mit Gesprächspartnern wie Robert Habeck, Kevin Kühnert oder Sascha Lobo, die eher nicht im Verdacht stehen "Alte Weiße Männer" zu sein, lassen sich noch gut lesen. Wenn sich beide Gesprächspartner*innen mehr oder minder gegenseitig beglückwünschen, dass sie einer Meinung sind, hat das zwar keinen großen Erkenntnisgewinn, ist aber ganz charmant. Geärgert habe ich mich aber bei Gesprächspartnern wie Kai Diekmann, Jörg Thadeusz oder Rainer Langhans, die wirklich den allergrößten Blödsinn absondern, ohne von Sophie Passmann Gegenwind zu bekommen. Sie reagiert stattdessen mit: "Sehr spannend. Das ist noch mal ein ganz... neuer Blick auf das Thema." (Position 2322) oder mit dem fassungslosen Essen von Hummus (vgl. Position 2279). "Ich [Passmann] schaue Thadeusz unzufrieden an. Natürlich will ich Krawall machen,..." (Position 1580). Warum macht sie es denn bloß nicht? Ich kenne Sophie Passmann als streitlustigen, schlagfertigen und klugen Menschen. Warum bietet sie hier solchen Unsympathen und Selbstdarstellern eine Bühne? Ich hätte mir Gegenwind und Kontra gewünscht und eben kein Weglächeln. Gerne hätte ich gewusst, wie die Gesprächspartner reagiert hätten, wenn Passmann ihnen ihre Widersprüche dargelegt hätte. Im Nachhinein analysiert sie diese zwar in ihrem Buch, konfrontiert sie aber nicht vor Ort. Das finde ich schade.
Fühlt sich eher wie ein Podcast an – super angenehm! Spannende Thesen & interessante Reaktionen. Macht definitiv Lust auf mehr 👀📚
Ich habe das Hörbuch gehört und war positiv überrascht, wie leicht und angenehm es sich hören ließ – fast wie ein persönlicher Podcast. Sophie Passmann führt durch ihre Interviews und ordnet diese direkt ein, was dem Ganzen eine sehr zugängliche und persönliche Note gibt. Inhaltlich überzeugt das Buch vor allem durch spannende Denkanstöße. Besonders interessant ist die Unterscheidung, dass es nicht um „alte weiße Männer“ im wörtlichen Sinne geht, sondern um einen gesellschaftlichen Typus. Ebenso einprägsam ist die These, dass der weiße Mann oft gar nicht als „Typ“ wahrgenommen wird, weil er historisch als Norm gilt. Die Gespräche mit verschiedenen Männern zeigen eine große Bandbreite an Perspektiven – auffällig ist dabei, dass viele in eine gewisse (wenn auch subtile) Defensive geraten. Genau diese Dynamik macht das Buch besonders interessant. Insgesamt ein kluges, gut hörbares Buch, das zum Nachdenken anregt, ohne zu belehrend zu sein.
Als wir dachten, ‚alte weiße Männer‘ wäre schon Feminismus – charmant, ironisch und ein bisschen zu nachsichtig
**************** Man darf nicht vergessen, dass dieses Buch 2018 erschienen ist – zu einer Zeit, als der Begriff des „alten weißen Mannes“ noch vergleichsweise frisch war. Heute ist er deutlich stärker negativ aufgeladen, und genau das macht es spannend, Alte weiße Männer rückblickend zu lesen. Ich habe das Buch damals direkt nach Erscheinen gelesen und fand es sehr unterhaltsam, auch wenn mir an manchen Stellen eine tiefere Einordnung gefehlt hat. Teilweise wirkt es gefälliger, als ich es mir gewünscht hätte – aber Passmann schreibt eben keine radikalen Bücher, sondern solche, die zugänglich und pointiert bleiben. Als unterhaltsame, zeithistorische Betrachtung funktioniert das Buch nach wie vor einwandfrei: Es liest sich schnell, leicht und mit einem Augenzwinkern, ohne an Relevanz völlig zu verlieren. Kein Werk, das man unbedingt gelesen haben muss, aber eines, das sich durchaus lohnt – gerade, um zu sehen, wie sich der Diskurs seitdem verändert hat.
Unterwältigend ist fast schon ein Euphemismus
Ich habe viel über dieses Buch gehört. Gerade in meinem Bekanntenkreis wurde auch eher gut darüber gesprochen. Jetzt stelle ich mir die Frage: haben diese Menschen dasselbe Buch gelesen wie ich? Ich habe mich auf Humor, Schlagfertigkeit und Diskussion eingestellt. Bekommen habe ich: Männer, die ihre eigenen Privilegien nicht anerkennen wollen, aber von der Autorin einen feministischen Unterton unterstellt bekamen. Im Vorwort betont sie, dass sie alten weißen Männern nicht nur eine Bühne geben wolle, da die schon genug Aufmerksamkeit bekämen. Doch genau das hat sie getan: Männern eine Bühne geboten zur Selbstdarstellung.
Sehr gutes Buch. Interessant, Männern dabei zuzuhören, wie sie den Begriff "alte weiße Männer" sehen. Ich empfehle jeder Frau und auch jedem Mann, in die Perspektiven reinzuhören. Spolier Warnung! ich habe jetzt ein hass auf Reiner Langhans, der sich selber als Feminst betitelt, er ist alles andere, meiner Meinung nach. Er behauptet, dass die Veränderung nicht bei dem Mann liegt, sonder bei der Frau, die bereit ist in diesen Strukturen zu leben, selbst bei der Debatte von Sexuellen Missbrauch.
Wichtig und richtig
Hatte Schwierigkeiten in den Schreibstil von Sophie Passmann reinzukommen, ab dem Habeck Kapitel hat sie mich aber abgeholt. Manche Meinungen sind super wichtig, bei anderen musste ich beim Lesen den Kopf schütteln. Über solche realitätsfernen Ansichten bzgl. Feminismus bin ich immer wieder schockiert. Der Opferfeministen-Typ hat aber den Vogel abgeschossen. Ja natürlich sind wir selber Schuld, dass wir Opfer im Patriarchat sind und auf keinen Fall sollte der Mann was ändern. 🤦🏼♀️ Wenn's nicht so traurig wäre, wäre es fast schon lustig.
2021 fand ich es fantastisch, 2025 weiß ich dass das kein Feminismus ist
Update Januar 2025 Wtf hab ich da vor vier Jahren geschrieben? Ich bin definitiv Feministin und mittlerweile der Meinung, dass es sehr viel bessere feministische Literatur und Autor*innen gibt als Sophie Passmann (Pick Me Girls outet sie meiner Meinung nach nicht gerade als Girls Girl) und auch dieses Buch gibt zwar alten weißen Männer eine Stimme und verurteilt sie nicht von vorne rein, löst aber damit genau null Probleme und gibt auch keine Hilfestellung, Informationen etc über unsere patriarchale Gesellschaft und wie Feminismus ALLEN Geschlechtern helfen will und kann! Meiner Meinung nach deutlich bessere Sachbücher rund um Feminismus: „Fleischmarkt“ von Laurie Penny „Radikale Zärtlichkeit“ von Seyda Kurt „Wut und Böse“ von Ciani-Sophia Hoeder „Es kann nur eine geben“ von Carolin Kebekus, Mariella Tripke „Frauenliteratur“ von Nicole Seifert „Die letzten Tage des Patriarchats“ von Margarete Stokowski „Untenrum frei“ von Margarete Stokowski „Wenn Männer mir die Welt erklären“ Rebecca Solnit „Geradegerückt“ Beate Hausbichler „Scheiß auf Selflove, gibt mir Klassenkampf“ von Jean-Phillipe Kindler „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ von Alice Hasters „Unlearn Patriarchy“ von Lisa Jaspers (Herausgeberin) „Frauen Schulden Dir Gar Nichts“ von Florence Given thank me later Review von 2021 (my personal walk of shame) Das war eine interessante Reise. Ich wusste nie inwieweit ich mich selbst mit dem Begriff „Feministin“ assoziieren konnte. Dieser Männerhass ist gar nicht mein Ding, obwohl ich teilweise auch dieses Feindbild des „alten weißen Mannes“ habe. Die Wahl ihrer Interview Partner war sehr interessant, von Politikern bis Fußballspielern war alles dabei. Sophie Passmanns unglaublich brillanter Schreibstil war einfach ein Genuss.
Schnelllebige Gesellschaft
Da ich das Buch 2026 gelesen habe, bin ich sehr spät dran. Die Gesellschaft ist super schnelllebig, auch in der Nutzung und Radikalisierung von Begriffen, so ist der „alte weiße Mann“ heute nochmal anders als zu der Veröffentlichungszeit, genau wie der feministische Gedanke bzw. die Umsetzung. Für mich kein Buch mehr für 2026. Bewertung also nach heutiger Zeit.
Bissig, aber immer mit einem Augenzwinkern
Ihr Konzept, patriarchale Machtverhältnisse nicht nur anzuprangern, sondern sie im direkten Gespräch auszuleuchten, gefiel mir gut. Der Untertitel „Ein Schlichtungsversuch" trifft den Kern: Sie hört zu, kontert, lässt Raum - und legt dabei offen, wie unterschiedlich „alt weiße Männer" mit Kritik umgehen. Einige Interviews haben mich wirklich positiv überrascht: Da blitzt Einsicht auf, echte Bereitschaft, eigene Privilegien zu hinterfragen. Bei anderen wollte ich eine Wand einschlagen - so verbohrt und selbstzufrieden waren manche Antworten. Gerade dieses Wechselbad macht es spannend. Zwischen Hoffnung auf Veränderung und frustrierendem Kopfschütteln pendelt man ständig hin und her. Manchmal hätte ich mir noch mehr Einordnung von Ihr gewünscht, ein klareres „Was nun?" nach den Gesprächen. Gleichzeitig schätze ich, dass sie die Männer einfach sprechen lässt - so entlarven sich manche Haltungen ganz von selbst. Ganz neu sind die Erkenntnisse nicht, aber Passmanns Humor und ihr prägnanter Stil schaffen eine lesenswerte, unterhaltsame Bestandsaufnahme patriarchaler Machtmuster. Für mich definitiv ein Buch, das Diskussionen befeuert - und dabei überraschend viel Spaß macht.
Ich habe mich von Anfang an gut in den Schreibstil von Sophie Passmann eingefunden und bin auch mit den Interviews als Struktur des Buches sehr gut zurecht gekommen. Die Idee hinter dem Aufbau des Buches war wirklich toll, für mich trifft es der Untertitel "ein Schlichtungsversuch" wohl ziemlich auf den Punkt. Einige der Interviews und Aussagen der dort von Sophie Passmann getroffenen "alten weißen Männer" waren wirklich interessant, haben gute Ansätze gezeigt und mich positiv überrascht. Manch andere haben einem beim Lesen wiederum wirklich den Kopf schütteln lassen und mich eher wütend gemacht. Über Offenheit und tatsächliches Interesse sowie Wille zur Veränderung und Kritik und überhaupt erst einmal ein Erkennen an immer noch ausgeprägten patriarchalen Strukturen bis zu absoluter Verbohrtheit und Aussagen, dass "das alles doch auch gar nicht mehr so schlimm sei", war vieles dabei. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir noch etwas mehr Einordnung der Autorin gewünscht, anderseits fand ich es auch gut, wie sie das Ganze ausgearbeitet hat und den Sprechern den Raum für ihre Ansichten gegeben hat, unabhängig davon, wer sie sind und was diese waren. Für mich ein Buch, was vielleicht nicht völlig neue Erkenntnisse bringt, aber einen guten und interessanten Ansatz gibt, auch einige Zeit nach Erscheinen und zudem die meiste Zeit, unabhängig von Interviewpartner und Ansichten, mit dem humorvollen Stil von Sophie Passmann auch gut unterhält und eine für mich angenehme Leseatmosphäre erzeugt.
Ich weiß nicht so recht wohin Sophie Passmann mit diesem Buch wollte.. irgendwie dreht sich alles im Kreis und letztlich wurde wieder den alten weißen Männern und ihren Ansichten eine Plattform geboten.. Die Idee kann ich nachvollziehen, das, was dabei rum kam, ist aber irgendwie doch eher dürftig gewesen. Unterhaltsam ja, aber nicht ganz das, was ich erwartet hatte.
In ihrem erfolgreichen Buch >alte weisse männerein alter weißer Mannalter weißer MannSchlichtungsversuch<. Mit unangenehmen Fragen konfrontiert sie die Männer und lockt sie aus deren Komfort-Zone. Unbewusst merken einige Männer nicht, wie sie in diesen Fußstapfen des alten weißen Mannes tretten. Meines Erachtens nach schien mir das Interview sehr erschöpfend für Sophie zu sein. Denn oft kam eine Ladung Wut hoch gesprudelt, weil manche Antworten oder Ansichten mich doch vom Hocker gehauen haben. Nichtdestotrotz sind dies keine neue Erkenntnisse für die feminitische Bubble bzw. Personen, die sich mit dem Thema Feminismus beschäftigen. Es hat Humor, es hat Stil und es ist Sophie Passmann, duh.
Wer oder was sind eigentlich alte weisse Männer?
Sophie Passmann interviewt in ihrem Buch verschiedene Männer, welche durchaus an Berühmtheit erlangt haben. Also genau die Männer, welche in sogenannten Machtpositionen sitzen. Dabei geht es hauptsächlich um die Frage, was Feminismus sei und ob wir ihn überhaupt brauchen. Gerade weil Männer als Feindbild gelten, ist es durchaus berechtigt diese zu fragen, was sie denn vom Feminismus halten. Es waren spannenden Beiträge und Aussagen innerhalb des Werkes zu finden. Außerdem hat es sich sehr schnell lesen hatten und beinhaltete den typischen Sophie Passmann Humor, den ich sehr mag. Ja, ich bin großer Fan von Sophie Passmann. Und ja, ich beschäftige mich mit dem Thema Feminismus. Als jemand, der die Worte alter weißer Mann fast inflatorisch benutzt, hat mir das Buch durchaus gefallen. Jedoch hätte ich mir an einigen Stellen mehr Einordnungen gewünscht, mehr Kommentare von Sophie. Insbesondere bei Aussagen, die mich sehr wütend gemacht. Mehr Kontext zu einigen Aussagen würde auch einem breiteren Publikum helfen, das Thema besser einzuordnen. Da ich mich schon vorher sehr mit dem Thema auseinandergesetzt habe, wusste ich nicht so recht, was ich nun mitnehmen soll. Es ist kein Thema, was man sonderlich neutral behandeln sollte und kann. Deswegen würde ich das Buch eher Menschen empfehlen, die neu in die Thematik des Feminismus einsteigen.
Gut, dass mal jemand die Männer befragt. Die kommen ja sonst nie zu Wort (*Ironie off*)
Irgendwie viel Worte um zu sagen: “Not all men, aber irgendwie doch. Naja, ich lass die Armen auch mal zu Wort kommen. Die fragt ja sonst keiner.” Irgendwer hat sich in den jeweiligen Interviews auch immer das Gefühl eingeschlichen, dass Sophie von den Gesprächspartnern gemocht/geschätzt werden möchte und sie deshalb mit ihrer Meinung zurückhält. Ich sehe den Mehrwert des Buches nicht wirklich. Die Stellen an denen Sophie eigenständig über Feminismus spricht, konnten für mich einige wichtige Punkte zum Thema abdecken. Alles andere wirkte auf mich unfertig und irgendwie… ja schon pick me. Das Buch ist aber auch von 2018 und ich weiß, dass auch ich in den letzten sieben Jahren einiges getan hat in der feministischen Bewegung. Sophie Passmann hat 2023 sogar ein weiteres Buch mit dem Titel “Pick Me Girls” veröffentlicht, was ich nun als nächstes lesen werde. Ich fände spannend, wenn sie darin ihre Erfahrungen aus “Alte weiße Männer” nochmal respektieren würde. Ich bin gespannt.
Ich hatte die Hoffnung, Sophie Passmanns intelligente scharfe Zunge würde sich in diesem Buch einmal ordentlich über privilegierte alte weiße Männer auslassen. Stattdessen wird hauptsächlich definiert, wie Besagter denkt und handelt und warum er sich in seiner Rolle entsprechend verhält. Einen großen Teil nimmt zudem die Frage "Was ist eigentlich alt?" ein. Als Diskussions Interviewpartner sucht sie sich hier männliche Prominente aus, die eher in die Kategorie Feminist gehören und glauben, der alte weiße Mann sei heilbar. Ihre Schreibe ist so geschliffen wie man das auch von ihren Kolummen kennt. Ich habe mich trotz vermisstem Mehrwert gut unterhalten gefühlt, es mangelte mir aber an Passmanns üblicher Edginess.
Die Intension ist/war gut… mit der Auswahl der Gesprächspartner hat Sie sich Mühe gegeben und wurde auch selten von Ihrer Vorstellung davon enttäuscht. Vielleicht liegt es noch an Ihrer jungen Art oder das Sie es sich nicht verscherzen wollte, aber oft geht sie potenziellen Gesprächsthemen aus dem Weg. Gibt keinen Konter oder bzw. vertritt Ihren Standpunkt nur lächelnd. Vielleicht hat sie Ihr gegenüber durchschaut und weiss wann es hoffnungslos ist jemanden zu belehren, anzuspornen etc. Bei manchen ist es vergebens… aber des Buches willens hätte ich mir da mehr Engagement gewünscht zu provozieren. Ich fand es bemerkenswert wie viele Gesprächspartner sich auf Ihren Veganismus eingestellt haben und auch diesen respektieren und inkludieren, während Ihr Vater ins Steakhouse geht und Sie selbst zum Schluss dem Sternekoch seine Ente isst, weil das von Ihr “verlangt” wird. Nimmt ihr im ganzen etwas die Glaubwürdigkeit ihrer Einstellung. Wahrscheinlich würde Sie es heute anders machen. Man kann damit nen Nachmittag verbringen… es lässt sich gut lesen. Mir selbst sind so manche Sachen aufgestoßen und leider war ich danach nicht “schlauer”
Denkanstoß für jeden Feministen
Ich habe sehr gerne und oft mit dem Feindbild „alter weißer Mann“ um mich geworfen ohne mir jemals überlegt zu haben welche Gruppe an Menschen ich damit meine und was ich ihr vorwerfe. Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen mich mit Feminismus mal fundierter auseinanderzusetzen und mir ein paar Lektüren dazu durchzulesen. Sophie Passmanns Roman ist ein perfekter Einstieg dafür, da er viele Fassetten und unterschiedliche Denkrichtungen beinhaltet und pointiert und humorvoll geschrieben ist. Würde ich jedem weiterempfehlen!
Ich bin ehrlich, zuvor war ich eher vom Thema Feminismus abgeneigt, für mich waren Schlagworte, wie "Chancengleichheit", "Diskriminierung" und "Me-to" zwar keine unbekannten Begriffe, aber tiefergehend hatte ich mich davor noch nicht damit auseinandergesetzt. So unbefangen fing ich also mit "Alte weiße Männer" an. Der Schreibstil gefiel mir an mancher Stelle mehr, an anderer weniger . Dies mag auch daran liegen, dass ich keinen roten Faden erkennen konnte, der mich rein thematisch durch die 15 Interviews mitnehmen konnte. In manch Interview fand ich mich etwas verloren wieder , wo hier noch der Zusammenhang mit dem Großen Ganzen war, war mir nicht klar. Im nächsten Interview, war dies wieder anders, hier las ich wieder höchst interessiert. Dies mag vielleicht auch manchmal an dem einzelnen Interview-Partner gelegen haben, doch hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin Frau Passmann, die Leser*innen mehr an die Hand nimmt, gerade für jene, die neu in der Thematik "Feminismus" sind.
Tatsächlich ein Schlichtungsversuch - überraschend versöhnlich
Teilweise waren die Meinungen schwer auszuhalten, teilweise fand ich andere Perspektiven interessant. Ich glaube, dass das Buch zu seiner Erscheinungszeit noch mehr Schlagkraft hatte und heute fast schon wieder ein bisschen veraltet ist. Der Schreibstil gefiel mir, auch wenn es mir manchmal etwas schwer fiel, dranzubleiben - es ist auf jeden Fall ein Buch, das man konzentriert lesen muss. Aber ich fand es lohnte sich und ist vielleicht gerade auch für die titelgebenden Menschen geeignet.
Nur weil ein Buch nicht zum Grund taucht, heißt es nicht, dass es keine Tiefe hat!
Ein kluges, pointiertes und bewusst provokantes Buch über ein oft benutztes, selten wirklich verstandenes Feindbild: den alten weißen Mann. Passmann trifft in Interviews auf verschiedenste Männer – manche freiwillig, manche unbewusst Vertreter dieser Kategorie – und versucht, den Diskurs nicht zu moralisieren, sondern zu öffnen. Für mich: Ein extrem wichtiger Einstieg ins Thema Feminismus, vor allem für alle, die sich selbst vielleicht (noch) nicht als Teil des Problems sehen. 💬 Entgegen vieler Goodreads-Bewertungen hatte ich nicht das Gefühl, dass hier irgendwas beschönigt wird. Ganz im Gegenteil: Der Zynismus und die kluge Ironie der Autorin lassen die Kritikglocken regelmäßig laut schrillen – ohne je beleidigend oder platt zu werden. Das Buch will nicht tiefenpsychologisch alles erklären – aber genau das ist seine Stärke. Es spricht diejenigen an, die sich vielleicht noch nie ernsthaft hinterfragt haben. Es sensibilisiert – und zwar auf eine zugängliche, humorvolle und doch schmerzhafte Weise. Und ja, einige Stellen haben mich richtig wütend gemacht. Andere haben mich schmunzeln lassen – weil man diese Art von Reaktionen einfach nur zu gut kennt. Gerade von denen, die sich doch selbst auf die Fahne schreiben, Frauen „zu unterstützen“. ✨ Fazit: Mein Horizont wurde definitiv erweitert – gerade durch gegenteilige Meinungen. (*Bezug auf Micky Beisenherz‘ Kommentar) 📖 Bewertung: 4/5 – nur weil ein Buch nicht bis zum Grund taucht, heißt das nicht, dass es keine Tiefe hat.

Vorweg: Ich liebe Sophie Passmann für Ihren Instagram Account und ihre dort kritische Auseinandersetzung mit diversen Themen, vorrangig feministischen. Ich liebe ihre Selbstironie und ihren intelligenten Witz. Deshalb wollte ich endlich mal ihr erstes Buch lesen, jetzt wo ihr Roman „Komplett Gänsehaut“ herauskommt (die Lesung in Hannover wurde auf September verschoben *Daumen drücken*). Positiv zu vermerken ist, dass ich den intelligent witzigen Schreibstil von Sophie sehr mag und sie widererkennen konnte. Manchmal musste ich Sätze auch etwas langsamer lesen, mir Gedanken dazu machen und habe auch einige Notizen vermerkt. Die gewählten Interviewpartner waren interessant, abwechslungsreich und haben dazu geführt, dass ich im Nachgang noch ein wenig zu ihnen recherchiert habe. Allerdings muss ich Sophie Passmann einen kleinen Vorwurf machen. Wo waren die kritischen und konfrontierenden Nachfragen während des Interviews? Bei den meisten Gesprächen erfährt man die Sicht des Mannes, um dann dazwischen Sophies Bemerkungen zu lesen, die witzig, klug und auch wiedersprechend waren, nur leider fehlten sie fast immer WÄHREND des Interviews. Ich hatte mir erhofft, dass sie es sich zur Aufgabe gemacht hat den Interviewpartnern so richtig auf den Zahn zu fühlen, sie mit Gegenargumente zu konfrontieren. Leider passiert das nicht bzw. nur viel zu selten oder im Nachgang während ihrer Ausführungen. So erfahren wir die Sichtweise verschiedener Männer zu feministischen Theme, aber ich habe bei keinem der „fragwürdigeren“ Aussagen das Gefühl gehabt, Sophie Passmann hätte diese Männer wenigstens zum Nachdenken bewegt. Dafür müssten sie wohl ihr Buch lesen….
Unterhaltsam, komplex und anspruchsvoll
Ich bin mit der Erwartung an das Buch herangegangen, zu verstehen wie der „alte, weiße Mann“ zustande kommt, wie er tickt und wie ich ihm Kontra geben kann. Dieses Buch liefert aber sehr viel mehr als das: es ist eine Sammlung von teilweise für mich sehr komplexen, hoch intelligenten Gedankengängen, denen zu folgen manchmal schwierig ist. Daher werde ich das Buch sicher nochmal lesen 😄 es hat mir auch einen Weg zum Feminismus gezeigt, wofür ich sehr dankbar bin
Vorweg: Ich mag Sophie Passmann. Ich bewundere ihr Engagement, ihre Ausdrucksfähigkeit und ihre Intelligenz. Sie ist erst 25 Jahre. In ihrem Alter habe ich erst angefangen zu studieren, und die Welt langsam entdeckt. Insofern hat sie einen Bonus bei mir. Das Buch hat einiges in mir bewegt und mich zur Selbstreflektion genötigt. Das ist schon mal positiv. Immerhin gehöre ich zu Passmanns Feindbildgruppe. Ich bin alt, weiß und männlich. Ich war so gar lange Führungskraft im Finanzgewerbe, welches immer noch sehr geprägt ist von einem tradierten Frauenbild. Ich fühle mich dabei selbst unwohl. “Glücklicherweise” sagt mir das Buch, dass ich durch diese Reflektion somit nicht zu den Alten-weißen-Männern zähle, denn diese selbstherrliche Spezie ist unerschütterlich in ihrem Denken und im Ausüben ihrer Machtposition. Folglich darf ich mich als Feminist bezeichnen. Aber eigentlich sind das doch alles Worthülsen: Alte, Weiße, Männer, Feministen. Ich brauche für mich selbst keine Gewissheit, in welche Schublade ich gehöre. So unterhaltsam und teilweise auch witzig diese zahlreichen Berichte über Treffen mit alten, weißen Männern sind, muss ich letztlich sagen, dass das Konzept des Buches mir nicht zusagte. Das wurde mir erst im Verlauf des Lesens bewusst. Sophie Passmann will schlichten, aber davon habe ich nicht viel gespürt. Sie umgibt sich zumeist mit ihr sympathischen Personen. Gerade in der ersten Hälfte des Buchs werden diese Kuscheltreffen dann irgendwann nervig und man wünscht sich endlich mal einen echten, weißen Mann herbei, einer der den Feminismus ablehnt oder der in der Chefetage eines großen Wirtschaftsunternehmens die Puppen tanzen lässt. Den Hauch einer Konfrontation gibt es beim WELT-Chef oder bei dem RBB-Moderator, aber ansonsten enden die Begegnungen oft mit dem letzten Satz, dass derjenige doch auch zu den Guten zählt. Passmann sagt selbst, dass nicht jeder alte, weiße Mann (damit meint sie jeden Kotzbrocken) zur Wort kommen muss in ihrem Buch. Da denkt sie z.B. an einen Unsympath wie Matthias Matussek. Aber da macht sie es sich auch irgendwie einfach. Mit Freunden muss ich nichts schlichten, wenn es einen Konsens gibt. Sympathisch sind die Statements von Robert Habeck oder Micky Beisenherz, der die derzeitige Gleichberechtigungsdebatte mit der Diskussion um das Rauchverbot vor 20 Jahren verglich. Mittlerweile sind rauchfreie Restaurants eine Selbstverständlichkeit. Wird es für uns 20 Jahren auch eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen den gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten wie Männer? Spannend. Es gab aber auch ein Treffen, die äußerst peinlich waren. Was hat Marcel Reif schon zu diesem Thema zu sagen? Und Rainer Langhans hat deutlich zu viel gekifft in seinem Leben. Der Typ mit seinem Herumreiten auf dem Opfer-Feminismus ist nicht von dieser Welt. Ferner gefällt mir nicht der Begriff Feindbild, der oft verwendet wird. Die Chiffre des alten, weißen Manns ist auch nicht das Kernproblem der Gleichberechtigung. Es gibt genug ältere Männer, die keine wirtschaftliche Machtposition innehaben und Frauen unterdrücken. Das fängt in manchen Ehen bereits an. Je mehr man die Gesellschaft sprachlich aufspaltet, um so eher läuft man Gefahr, dass sich niemand mehr angesprochen fühlt. Sprachlich hat mir das Buch sehr gut gefallen. Sophie Passmann hat einen Humor, der mich anspricht, und sie kann sich eloquent ausdrücken, auch wenn manche Redewendung (“am Ende des Tages”) von einem guten Lektor auch mal reduziert werden hätte können. Das Thema finde ich wichtig, das Konzept des Buchs aber weniger gelungen. Daher lauwarme drei Sterne.
Einfach absolut wichtig
Wichtige Thematik, super spannend, wie Sophie Passmann mit verschiedensten Persönlichkeiten über Feminismus und politische Gesellschaftsthemen spricht, Grenzen bricht und vor allem ganz viel zuhört, argumentiert und wirklich ernsthaft versucht „alte weiße Männer“ zu verstehen. Was steckt eigentlich hinter diesem Begriff, was bedeutet Feminismus in der Welt und wieso tun sich viele Männer scheinbar so schwer damit sich „Feminist“ zu nennen? All diese Themen diskutiert Sophie Passmann in ihrem falbelhaften Buch, was wirklich jede*r mal lesen sollte!
Ein spannender Blick…
… und eine Annäherung an den Begriff des „alten weißen Mannes“ mit verschiedenen Perspektiven von Männern. Einige feministischer, als sie es selbst formulieren würden und einige wenige mit Gedanken, die sich mir überhaupt nicht erschließen. Insgesamt ein interessanter Blick auf den „heutigen“ Feminismus und die Diskussion darum, ob dieser noch erforderlich ist und wie der Blick von den verschiedensten Männern darauf aussehen kann. Zwei meiner liebsten Zitate, sinngemäß wiedergegeben: „Je mehr du kannst, desto weniger bist du auf deine Privilegien angewiesen.“ „Du darfst alles sagen, du darfst nur nicht erwarten, dass dagegen nichts gesagt wird.“
Sophie Passmann trifft verschiedene, sehr unterschiedliche aber durchaus spannende Männer um herauszufinden was "alte weiße Männer" ausmacht und wie man es schafft, keiner davon zu werden. Wir lesen dabei nicht die Interviews selbst, sondern eine Beschreibung derer sowie die Eindrücke und Gedanken Passmanns während des Gesprächs. Dabei trifft sie mal scharfzüngig, mal versöhnlich genau meinen Humor. Bestimmt hätte man einige Themen ausgiebiger behandeln können, aber in die gewählte Form hätte das nicht unbedingt gepasst. Außerdem ist es auch nett, wenn man manche Dinge selbst zu Ende denken darf. Ich habe mich jedenfalls sehr gut unterhalten gefühlt, mehrfach laut gelacht und nehme ein paar geistreiche Impulse mit.
Ausflug in die Köpfe der Männer
Kleine Achterbahnfahrt. Über bestimmte Männer und ihre "Meinungen" kann man echt nur den Kopf schütteln. Leider finde ich, ist die Autorin nicht tief genug an die Thematiken rangegangen, hat nicht wirklich gegen argumentiert, was man ihr aber auch nicht verübeln kann bei solchen Aussagen wo man weiß, dass es sowieso nichts bringt. Aber ist nicht genau das der Sinn des Buches gewesen? Einander näher zu kommen durch den Diskurs? Trotzdem unterhaltsam und gut wegzulesen.
Ich denke, dass das Buch durchaus polarisiert - ich fand es klasse. Man sollte nicht mit der Erwartungshaltung herangehen, völlig neue Erkenntnisse zum Stand des Feminismus in Deutschland zu gewinnen. Was man aber gewinnt, sind scharfzüngige und genau beobachtete Begegnungen mit teils mächtigen, teil unterhaltsamen, teils inspirierenden Männern. Ich mag Sophie Passmanns Schreibstil sehr und auch die Offenheit, mit der sie beschreibt, was die Gespräche jeweils bei ihr bewirken. Eine politische und gleichzeitig äußerst unterhaltsame Lektüre und die Kombination gibt es meiner Meinung nach nicht ganz so oft.
Völlig neue Erkenntnisse Habe ich gedacht, Pick me Girls haut mich von den Socken, muss ich gestehen, dass dieses Buch hier mich noch mehr überrascht hat. Passmann hat einen Sommer lang Männer interviewt, die man als alt und weiß betiteln würde, sähe man sie heute im Fernseher. Ich finde es faszinierend, wie direkt und doch einfühlsam die Autorin ihre Interview-Partner durch das Gespräch begleitet, mal mehr mal weniger erfolgreich. Und vor allem ist es echt krass, wie sich die Charaktere unterscheiden. Von Habeck hätte ich nie erwartet, dass er Feminist ist. Tim Raue fand ich schon immer sympathisch und doch hat er mich mit seiner Einstellung echt umgehauen. Und auch die anderen, die ich bisher nicht einmal zuordnen hätte können, haben mich überrascht, sowohl positiv als auch negativ. Ein höchst interessanter Beitrag zum Feminismus und dazu noch sehr lehrreich. Auch hier kann ich die Autorinnenlesung absolut empfehlen.
3,5/5 Sophie Passmann hat mit "Alte weisse Männer" ein extrem unterhaltsames feministisches Buch geschrieben, das dem Leser viele interessante Denkanstöße gibt und einen viele Dinge aus einem neuen Blickwinkel sehen lässt. In ihrem Buch interviewt sie 15 Männer der Öffentlichkeit, befragt sie zum "Feindbild" alter weißer Mann und konfrontiert sie mit Themen wie der Frauenquote. Herausgekommen sind teilweise wirklich lustige, teilweise aber auch schockierende Interviews und Sichtweisen der befragten Männer. Es ist ein gutes erstes Buch, um in das Thema einzusteigen. Es gibt es einige witzige Stellen, einige kluge Sprüche und einige sehr eklige Interviewpartner. Es hat ein bisschen gedauert, sich an den Schreibstil zu gewöhnen, weil die Autorin nicht klar angibt, welche Teile nur ihre Gedanken sind und was sie tatsächlich laut sagt, aber wenn man das verstanden hat, ist sehr interessant! Ich mag Sophie Passmanns Art, ich mag ihre Erzählweise und den ein oder anderen Denkanstoß bekommt man doch mit auf den Weg gegeben. Dieses Buch kann die Welt nicht retten. Aber es macht sie auch nicht schlechter. Als Hörbuch gern gehört, hier wird der den Beobachtungen der Autorin innewohnende Humor ganz schön transportiert. Das Hauptproblem (und das ist ein ziemlich großes) ist der eigentliche Inhalt/die gesamte Prämisse des Buches. Ich denke, wenn man sich mit verschiedenen Männern zusammensetzen will, um ihre Ansichten über das Phänomen des "alten weißen Mannes" und über den Feminismus im Allgemeinen zu erfahren, ist das völlig in Ordnung. Hätte die Autorin mit einem Haufen zufällig ausgewählter Männer gesprochen, hätte dieses Konzept vielleicht sogar etwas für sich gehabt und etwas Neues und Interessantes zur Diskussion beigetragen. Was dieses Buch jedoch stattdessen tut, ist, uns eine Reihe von Interviews mit Männern zu präsentieren, die bereits eine ziemlich große Plattform haben und deren Ansichten nicht gerade ein großes Geheimnis waren, um mit ihnen zu beginnen. Passmann versucht auch meist nicht, mit diesen Männern zu diskutieren - was wiederum interessant gewesen wäre, weil wir dann wenigstens gesehen hätten, wie die Interviewpartner auf ihre Einwände reagieren/eine Diskussion führen. Stattdessen sitzt sie nur da und erzählt dem Leser im Nachhinein ihre Meinung/Kritik zu dem, was die Interviewpartner zu sagen hatten. Alles in allem ein sehr interessantes Buch!
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"Nicht jeder alte weiße Mann muss zu Wort kommen. NICHT JEDER."
Und damit fasst Sophie das ganze für mich ganz gut zusammen. Mit Alte weiße Männer versucht Sophie Passmann herauszufinden was der alte, weiße Mann eigentlich ist. Dazu spricht sie mit verschiedenen Männern aus dem öffentlichen Leben, um zu ergründen was es mit dem Feminismus, dem alten weißen Mann und Geschlechterrollen eigentlich auf sich hat. Die Auswahl der Herren erschließt sich mir teilweise genauso wenig wie der tatsächliche Sinn des ganzen Projektes. Es ist interessant den Perspektivenwechsel zu wagen und teilweise kommen auch ganz kluge Gedanken zu Stande, bei einigen Interviewparntern stand ich aber kurz vor einen Tobsuchtanfall. Der Gipfel des Bodenlosen war dann das Interview mit Rainer Langhans, Frauen müssen nur die Perspektive Wechseln und weniger Opfer spielen wenn es um Vergew..... geht. Insgesamt sind viele Interviews eher oberflächlich geblieben und es ging um alberne Debatten ob Frauenquoten Sinn machen usw. Es ist grundsätzlich immer schwierig so etwas mit priveligierten Männern zu diskutieren, aber mit einigen Interviewpartner hatte man nur das Gefühl das die ewig alten Phrasen wieder hochgehalten werden. Pick me girls habe ich geliebt, weil Sophie super authentisch wirkte, das fehlte mir hier teilweise, es wirkte künstlich cool und hat für mich an vielen Stellen nicht gepasst, auch die teilweise etwas merkwürdigen Kommentare haben das ganze nicht rund werden lassen. Ich hab mich teilweise ganz schön durch das Hörbuch durchgekämpft. Nicht jeder Werk kann super sein, und mit Alte weiße Männer hat Sophie mich diesmal leider nicht abgeholt.

Feindseligkeit ist etwas, dass sich nicht staatlich regulieren lässt.
Sophie Passmann schafft es - mal wieder - mit einer gehörigen Portion Humor ein bitterernstes Thema salonfähig zu machen. Mit der Methode - potenziell - alte, weiße Männer mit ihrem eigenen Sein und Wirken zu konfrontieren, hat Sophie Passmann ein unterhaltsames Werk geschrieben, welches - gerade als Mann - auch zum nachdenken anregt. Auch als vermeintlich aufgeklärtes Exemplar meiner Spezies habe ich mich an einigen Punkten doch in veralteten Denkmustern wiederfinden müssen. Beim Lesen konnte ich dieses Buch kaum weglegen und habe von Kapitel zu Kapitel immer mehr das Gefühl vermittelt bekommen, dass die Autorin und ich ein ähnliches Verständnis von Humor haben, was das Buch umso leichter gemacht hat. Ich habe im Verlauf der Lektüre jedoch deutlich gemerkt, dass diese Buch bereits vor der Corona-Pandemie entstanden ist und hätte gerne eine Nachfolge für die Zeit nach den gesellschaftlichen Auswirkungen des Virus, da sich der gesellschaftliche Diskurs und Weltsicht vieler Menschen deutlich gewandelt hat. Über eine Männer in diesem Buch war ich mal unerwartet, mal erwartungsgemäß, schockiert oder begeistert. Aber gerade in dem Kapitel mit Kevin Kühnert war die Beschreibung so bildlich, dass ich mich direkt im Kopf an auserwählte Abende oder Tagungen, die ich mit ihm gemeinsam bestreiten durfte, erinnert fühlte. Das hat mir ein ähnliches Lächeln ins Gesicht gebracht, wie die Hoffnung, die über eine feministischere Welt aus einigen Kapiteln hervortrat. In meiner Hoffnung findet dieses Werk weiterhin großen Anklang in allen gesellschaftlichen Schichten und Geschlechtern. Wir brauchen die gesamte Gesellschaft um einen positiven Wandel herbeizuführen. Danke, Sophie Passmann.

Wenn man „Alter weißer Mann“ nicht versteht und trotzdem ein Buch darüber schreibt
Wo fange ich an und wo höre ich auf. Okay das Buch kam 2019 raus, ich ziehe also in Betracht, dass der Begriff heute etwas stärker belastet ist als damals. Trotzdem: Der „alte weiße Mann“ ist nicht mal eben mit: ich lasse Männer einfach sagen was sie denken und schreibe das dann in mein Buch, erklärt. Und genau das ist, was mich so stört. Es findet einfach absolut keine Einordnung statt. Weder die Gesprächspartner noch das Gesagte wird irgendwie aufgearbeitet und eingeordnet. Es wird unter dem Deckmantel des Feminismus mit Schlichtungsversuch ein Interview nach dem nächsten geführt, wobei kritische, diskriminierende, misogyne Äußerungen etc. pp. einfach unreflektiert wiedergegeben werden. Mit Schlichtung hat in dem Buch einfach nichts zu tun. Ist aber nicht genau hier eines der großen Probleme zu finden? Dass Männer die Macht haben und ihnen bei allem was sie sagen, zugehört wird? Dass sie ohne Gegenwind ihre Meinung als alleinrichtig rausposaunen konnten und können? Ist es nicht genau das, was die Autorin mit diesem Buch macht? Sie gibt den „alten weißen Männer“ wieder die Bühne, während von hysterischen Feministinnen und Opfer- sowie Täterfeminismus die Rede ist. Auch hielt die Autorin viel zu sehr daran fest, dass „alte weiße Männer“ nur alte, weiße Männer sein können. Alles in allem: Hier wird eine inhaltsleere Meinungswiedergabe betrieben, die für Neulinge auf dem Gebiet eher nicht geeignet ist, da es eben komplett an Einordnung fehlt. Aber für Menschen, die sich mit dem Thema auskennen bzw. sich bereits mit dem Thema mehr befasst haben, hat es keinen Mehrwert, sich dasselbe Reden von denselben Männern in Machtposition anzuhören, wie man es auch bei jedem Fernseh-, Radio- oder Zeitungsinterview hören und lesen kann. Ganz nebenbei hatte ich das Gefühl, dass die Autorin einfach nur auch etwas zu dem Thema sagen wollte, egal was. Teilweise war die Auswahl der Gesprächspartner sehr fragwürdig, entweder weil kontrovers oder aber weil es gerade einen Hype um die Person gab.
Schade, da hatte ich mir mehr versprochen. Sophie Passmann hat den Sommer 2018 damit verbracht, sich mit potentiell "Alten Weißen Männern" zum Essen zu treffen und über den Feminismus zu diskutieren. Ich finde, dass das ein toller Ansatz ist, da ich, ganz wie Sophie Passmann, der Meinung bin, dass Gespräche einen immer weiterbringen (vgl. Vorwort, Position 60 des E-Books). Allerdings bin ich von der Art der Gesprächsführung enttäuscht. MM nach erfüllt Passmann ihre eigenen Ansprüche, die sie im Vorwort darlegt, nicht: "Dieses Buch ist also nicht der Versuch, die Geschlechterungerechtigkeit wegzulächeln..." (Position 72). Doch genau das tut Sophie Passmann zu oft. Die Gespräche mit Gesprächspartnern wie Robert Habeck, Kevin Kühnert oder Sascha Lobo, die eher nicht im Verdacht stehen "Alte Weiße Männer" zu sein, lassen sich noch gut lesen. Wenn sich beide Gesprächspartner*innen mehr oder minder gegenseitig beglückwünschen, dass sie einer Meinung sind, hat das zwar keinen großen Erkenntnisgewinn, ist aber ganz charmant. Geärgert habe ich mich aber bei Gesprächspartnern wie Kai Diekmann, Jörg Thadeusz oder Rainer Langhans, die wirklich den allergrößten Blödsinn absondern, ohne von Sophie Passmann Gegenwind zu bekommen. Sie reagiert stattdessen mit: "Sehr spannend. Das ist noch mal ein ganz... neuer Blick auf das Thema." (Position 2322) oder mit dem fassungslosen Essen von Hummus (vgl. Position 2279). "Ich [Passmann] schaue Thadeusz unzufrieden an. Natürlich will ich Krawall machen,..." (Position 1580). Warum macht sie es denn bloß nicht? Ich kenne Sophie Passmann als streitlustigen, schlagfertigen und klugen Menschen. Warum bietet sie hier solchen Unsympathen und Selbstdarstellern eine Bühne? Ich hätte mir Gegenwind und Kontra gewünscht und eben kein Weglächeln. Gerne hätte ich gewusst, wie die Gesprächspartner reagiert hätten, wenn Passmann ihnen ihre Widersprüche dargelegt hätte. Im Nachhinein analysiert sie diese zwar in ihrem Buch, konfrontiert sie aber nicht vor Ort. Das finde ich schade.
Fühlt sich eher wie ein Podcast an – super angenehm! Spannende Thesen & interessante Reaktionen. Macht definitiv Lust auf mehr 👀📚
Ich habe das Hörbuch gehört und war positiv überrascht, wie leicht und angenehm es sich hören ließ – fast wie ein persönlicher Podcast. Sophie Passmann führt durch ihre Interviews und ordnet diese direkt ein, was dem Ganzen eine sehr zugängliche und persönliche Note gibt. Inhaltlich überzeugt das Buch vor allem durch spannende Denkanstöße. Besonders interessant ist die Unterscheidung, dass es nicht um „alte weiße Männer“ im wörtlichen Sinne geht, sondern um einen gesellschaftlichen Typus. Ebenso einprägsam ist die These, dass der weiße Mann oft gar nicht als „Typ“ wahrgenommen wird, weil er historisch als Norm gilt. Die Gespräche mit verschiedenen Männern zeigen eine große Bandbreite an Perspektiven – auffällig ist dabei, dass viele in eine gewisse (wenn auch subtile) Defensive geraten. Genau diese Dynamik macht das Buch besonders interessant. Insgesamt ein kluges, gut hörbares Buch, das zum Nachdenken anregt, ohne zu belehrend zu sein.
Als wir dachten, ‚alte weiße Männer‘ wäre schon Feminismus – charmant, ironisch und ein bisschen zu nachsichtig
**************** Man darf nicht vergessen, dass dieses Buch 2018 erschienen ist – zu einer Zeit, als der Begriff des „alten weißen Mannes“ noch vergleichsweise frisch war. Heute ist er deutlich stärker negativ aufgeladen, und genau das macht es spannend, Alte weiße Männer rückblickend zu lesen. Ich habe das Buch damals direkt nach Erscheinen gelesen und fand es sehr unterhaltsam, auch wenn mir an manchen Stellen eine tiefere Einordnung gefehlt hat. Teilweise wirkt es gefälliger, als ich es mir gewünscht hätte – aber Passmann schreibt eben keine radikalen Bücher, sondern solche, die zugänglich und pointiert bleiben. Als unterhaltsame, zeithistorische Betrachtung funktioniert das Buch nach wie vor einwandfrei: Es liest sich schnell, leicht und mit einem Augenzwinkern, ohne an Relevanz völlig zu verlieren. Kein Werk, das man unbedingt gelesen haben muss, aber eines, das sich durchaus lohnt – gerade, um zu sehen, wie sich der Diskurs seitdem verändert hat.
Unterwältigend ist fast schon ein Euphemismus
Ich habe viel über dieses Buch gehört. Gerade in meinem Bekanntenkreis wurde auch eher gut darüber gesprochen. Jetzt stelle ich mir die Frage: haben diese Menschen dasselbe Buch gelesen wie ich? Ich habe mich auf Humor, Schlagfertigkeit und Diskussion eingestellt. Bekommen habe ich: Männer, die ihre eigenen Privilegien nicht anerkennen wollen, aber von der Autorin einen feministischen Unterton unterstellt bekamen. Im Vorwort betont sie, dass sie alten weißen Männern nicht nur eine Bühne geben wolle, da die schon genug Aufmerksamkeit bekämen. Doch genau das hat sie getan: Männern eine Bühne geboten zur Selbstdarstellung.
Sehr gutes Buch. Interessant, Männern dabei zuzuhören, wie sie den Begriff "alte weiße Männer" sehen. Ich empfehle jeder Frau und auch jedem Mann, in die Perspektiven reinzuhören. Spolier Warnung! ich habe jetzt ein hass auf Reiner Langhans, der sich selber als Feminst betitelt, er ist alles andere, meiner Meinung nach. Er behauptet, dass die Veränderung nicht bei dem Mann liegt, sonder bei der Frau, die bereit ist in diesen Strukturen zu leben, selbst bei der Debatte von Sexuellen Missbrauch.
Wichtig und richtig
Hatte Schwierigkeiten in den Schreibstil von Sophie Passmann reinzukommen, ab dem Habeck Kapitel hat sie mich aber abgeholt. Manche Meinungen sind super wichtig, bei anderen musste ich beim Lesen den Kopf schütteln. Über solche realitätsfernen Ansichten bzgl. Feminismus bin ich immer wieder schockiert. Der Opferfeministen-Typ hat aber den Vogel abgeschossen. Ja natürlich sind wir selber Schuld, dass wir Opfer im Patriarchat sind und auf keinen Fall sollte der Mann was ändern. 🤦🏼♀️ Wenn's nicht so traurig wäre, wäre es fast schon lustig.
2021 fand ich es fantastisch, 2025 weiß ich dass das kein Feminismus ist
Update Januar 2025 Wtf hab ich da vor vier Jahren geschrieben? Ich bin definitiv Feministin und mittlerweile der Meinung, dass es sehr viel bessere feministische Literatur und Autor*innen gibt als Sophie Passmann (Pick Me Girls outet sie meiner Meinung nach nicht gerade als Girls Girl) und auch dieses Buch gibt zwar alten weißen Männer eine Stimme und verurteilt sie nicht von vorne rein, löst aber damit genau null Probleme und gibt auch keine Hilfestellung, Informationen etc über unsere patriarchale Gesellschaft und wie Feminismus ALLEN Geschlechtern helfen will und kann! Meiner Meinung nach deutlich bessere Sachbücher rund um Feminismus: „Fleischmarkt“ von Laurie Penny „Radikale Zärtlichkeit“ von Seyda Kurt „Wut und Böse“ von Ciani-Sophia Hoeder „Es kann nur eine geben“ von Carolin Kebekus, Mariella Tripke „Frauenliteratur“ von Nicole Seifert „Die letzten Tage des Patriarchats“ von Margarete Stokowski „Untenrum frei“ von Margarete Stokowski „Wenn Männer mir die Welt erklären“ Rebecca Solnit „Geradegerückt“ Beate Hausbichler „Scheiß auf Selflove, gibt mir Klassenkampf“ von Jean-Phillipe Kindler „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ von Alice Hasters „Unlearn Patriarchy“ von Lisa Jaspers (Herausgeberin) „Frauen Schulden Dir Gar Nichts“ von Florence Given thank me later Review von 2021 (my personal walk of shame) Das war eine interessante Reise. Ich wusste nie inwieweit ich mich selbst mit dem Begriff „Feministin“ assoziieren konnte. Dieser Männerhass ist gar nicht mein Ding, obwohl ich teilweise auch dieses Feindbild des „alten weißen Mannes“ habe. Die Wahl ihrer Interview Partner war sehr interessant, von Politikern bis Fußballspielern war alles dabei. Sophie Passmanns unglaublich brillanter Schreibstil war einfach ein Genuss.
Schnelllebige Gesellschaft
Da ich das Buch 2026 gelesen habe, bin ich sehr spät dran. Die Gesellschaft ist super schnelllebig, auch in der Nutzung und Radikalisierung von Begriffen, so ist der „alte weiße Mann“ heute nochmal anders als zu der Veröffentlichungszeit, genau wie der feministische Gedanke bzw. die Umsetzung. Für mich kein Buch mehr für 2026. Bewertung also nach heutiger Zeit.
Bissig, aber immer mit einem Augenzwinkern
Ihr Konzept, patriarchale Machtverhältnisse nicht nur anzuprangern, sondern sie im direkten Gespräch auszuleuchten, gefiel mir gut. Der Untertitel „Ein Schlichtungsversuch" trifft den Kern: Sie hört zu, kontert, lässt Raum - und legt dabei offen, wie unterschiedlich „alt weiße Männer" mit Kritik umgehen. Einige Interviews haben mich wirklich positiv überrascht: Da blitzt Einsicht auf, echte Bereitschaft, eigene Privilegien zu hinterfragen. Bei anderen wollte ich eine Wand einschlagen - so verbohrt und selbstzufrieden waren manche Antworten. Gerade dieses Wechselbad macht es spannend. Zwischen Hoffnung auf Veränderung und frustrierendem Kopfschütteln pendelt man ständig hin und her. Manchmal hätte ich mir noch mehr Einordnung von Ihr gewünscht, ein klareres „Was nun?" nach den Gesprächen. Gleichzeitig schätze ich, dass sie die Männer einfach sprechen lässt - so entlarven sich manche Haltungen ganz von selbst. Ganz neu sind die Erkenntnisse nicht, aber Passmanns Humor und ihr prägnanter Stil schaffen eine lesenswerte, unterhaltsame Bestandsaufnahme patriarchaler Machtmuster. Für mich definitiv ein Buch, das Diskussionen befeuert - und dabei überraschend viel Spaß macht.
Ich habe mich von Anfang an gut in den Schreibstil von Sophie Passmann eingefunden und bin auch mit den Interviews als Struktur des Buches sehr gut zurecht gekommen. Die Idee hinter dem Aufbau des Buches war wirklich toll, für mich trifft es der Untertitel "ein Schlichtungsversuch" wohl ziemlich auf den Punkt. Einige der Interviews und Aussagen der dort von Sophie Passmann getroffenen "alten weißen Männer" waren wirklich interessant, haben gute Ansätze gezeigt und mich positiv überrascht. Manch andere haben einem beim Lesen wiederum wirklich den Kopf schütteln lassen und mich eher wütend gemacht. Über Offenheit und tatsächliches Interesse sowie Wille zur Veränderung und Kritik und überhaupt erst einmal ein Erkennen an immer noch ausgeprägten patriarchalen Strukturen bis zu absoluter Verbohrtheit und Aussagen, dass "das alles doch auch gar nicht mehr so schlimm sei", war vieles dabei. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir noch etwas mehr Einordnung der Autorin gewünscht, anderseits fand ich es auch gut, wie sie das Ganze ausgearbeitet hat und den Sprechern den Raum für ihre Ansichten gegeben hat, unabhängig davon, wer sie sind und was diese waren. Für mich ein Buch, was vielleicht nicht völlig neue Erkenntnisse bringt, aber einen guten und interessanten Ansatz gibt, auch einige Zeit nach Erscheinen und zudem die meiste Zeit, unabhängig von Interviewpartner und Ansichten, mit dem humorvollen Stil von Sophie Passmann auch gut unterhält und eine für mich angenehme Leseatmosphäre erzeugt.
Ich weiß nicht so recht wohin Sophie Passmann mit diesem Buch wollte.. irgendwie dreht sich alles im Kreis und letztlich wurde wieder den alten weißen Männern und ihren Ansichten eine Plattform geboten.. Die Idee kann ich nachvollziehen, das, was dabei rum kam, ist aber irgendwie doch eher dürftig gewesen. Unterhaltsam ja, aber nicht ganz das, was ich erwartet hatte.
In ihrem erfolgreichen Buch >alte weisse männerein alter weißer Mannalter weißer MannSchlichtungsversuch<. Mit unangenehmen Fragen konfrontiert sie die Männer und lockt sie aus deren Komfort-Zone. Unbewusst merken einige Männer nicht, wie sie in diesen Fußstapfen des alten weißen Mannes tretten. Meines Erachtens nach schien mir das Interview sehr erschöpfend für Sophie zu sein. Denn oft kam eine Ladung Wut hoch gesprudelt, weil manche Antworten oder Ansichten mich doch vom Hocker gehauen haben. Nichtdestotrotz sind dies keine neue Erkenntnisse für die feminitische Bubble bzw. Personen, die sich mit dem Thema Feminismus beschäftigen. Es hat Humor, es hat Stil und es ist Sophie Passmann, duh.
Wer oder was sind eigentlich alte weisse Männer?
Sophie Passmann interviewt in ihrem Buch verschiedene Männer, welche durchaus an Berühmtheit erlangt haben. Also genau die Männer, welche in sogenannten Machtpositionen sitzen. Dabei geht es hauptsächlich um die Frage, was Feminismus sei und ob wir ihn überhaupt brauchen. Gerade weil Männer als Feindbild gelten, ist es durchaus berechtigt diese zu fragen, was sie denn vom Feminismus halten. Es waren spannenden Beiträge und Aussagen innerhalb des Werkes zu finden. Außerdem hat es sich sehr schnell lesen hatten und beinhaltete den typischen Sophie Passmann Humor, den ich sehr mag. Ja, ich bin großer Fan von Sophie Passmann. Und ja, ich beschäftige mich mit dem Thema Feminismus. Als jemand, der die Worte alter weißer Mann fast inflatorisch benutzt, hat mir das Buch durchaus gefallen. Jedoch hätte ich mir an einigen Stellen mehr Einordnungen gewünscht, mehr Kommentare von Sophie. Insbesondere bei Aussagen, die mich sehr wütend gemacht. Mehr Kontext zu einigen Aussagen würde auch einem breiteren Publikum helfen, das Thema besser einzuordnen. Da ich mich schon vorher sehr mit dem Thema auseinandergesetzt habe, wusste ich nicht so recht, was ich nun mitnehmen soll. Es ist kein Thema, was man sonderlich neutral behandeln sollte und kann. Deswegen würde ich das Buch eher Menschen empfehlen, die neu in die Thematik des Feminismus einsteigen.
Gut, dass mal jemand die Männer befragt. Die kommen ja sonst nie zu Wort (*Ironie off*)
Irgendwie viel Worte um zu sagen: “Not all men, aber irgendwie doch. Naja, ich lass die Armen auch mal zu Wort kommen. Die fragt ja sonst keiner.” Irgendwer hat sich in den jeweiligen Interviews auch immer das Gefühl eingeschlichen, dass Sophie von den Gesprächspartnern gemocht/geschätzt werden möchte und sie deshalb mit ihrer Meinung zurückhält. Ich sehe den Mehrwert des Buches nicht wirklich. Die Stellen an denen Sophie eigenständig über Feminismus spricht, konnten für mich einige wichtige Punkte zum Thema abdecken. Alles andere wirkte auf mich unfertig und irgendwie… ja schon pick me. Das Buch ist aber auch von 2018 und ich weiß, dass auch ich in den letzten sieben Jahren einiges getan hat in der feministischen Bewegung. Sophie Passmann hat 2023 sogar ein weiteres Buch mit dem Titel “Pick Me Girls” veröffentlicht, was ich nun als nächstes lesen werde. Ich fände spannend, wenn sie darin ihre Erfahrungen aus “Alte weiße Männer” nochmal respektieren würde. Ich bin gespannt.
Ich hatte die Hoffnung, Sophie Passmanns intelligente scharfe Zunge würde sich in diesem Buch einmal ordentlich über privilegierte alte weiße Männer auslassen. Stattdessen wird hauptsächlich definiert, wie Besagter denkt und handelt und warum er sich in seiner Rolle entsprechend verhält. Einen großen Teil nimmt zudem die Frage "Was ist eigentlich alt?" ein. Als Diskussions Interviewpartner sucht sie sich hier männliche Prominente aus, die eher in die Kategorie Feminist gehören und glauben, der alte weiße Mann sei heilbar. Ihre Schreibe ist so geschliffen wie man das auch von ihren Kolummen kennt. Ich habe mich trotz vermisstem Mehrwert gut unterhalten gefühlt, es mangelte mir aber an Passmanns üblicher Edginess.
Die Intension ist/war gut… mit der Auswahl der Gesprächspartner hat Sie sich Mühe gegeben und wurde auch selten von Ihrer Vorstellung davon enttäuscht. Vielleicht liegt es noch an Ihrer jungen Art oder das Sie es sich nicht verscherzen wollte, aber oft geht sie potenziellen Gesprächsthemen aus dem Weg. Gibt keinen Konter oder bzw. vertritt Ihren Standpunkt nur lächelnd. Vielleicht hat sie Ihr gegenüber durchschaut und weiss wann es hoffnungslos ist jemanden zu belehren, anzuspornen etc. Bei manchen ist es vergebens… aber des Buches willens hätte ich mir da mehr Engagement gewünscht zu provozieren. Ich fand es bemerkenswert wie viele Gesprächspartner sich auf Ihren Veganismus eingestellt haben und auch diesen respektieren und inkludieren, während Ihr Vater ins Steakhouse geht und Sie selbst zum Schluss dem Sternekoch seine Ente isst, weil das von Ihr “verlangt” wird. Nimmt ihr im ganzen etwas die Glaubwürdigkeit ihrer Einstellung. Wahrscheinlich würde Sie es heute anders machen. Man kann damit nen Nachmittag verbringen… es lässt sich gut lesen. Mir selbst sind so manche Sachen aufgestoßen und leider war ich danach nicht “schlauer”
Denkanstoß für jeden Feministen
Ich habe sehr gerne und oft mit dem Feindbild „alter weißer Mann“ um mich geworfen ohne mir jemals überlegt zu haben welche Gruppe an Menschen ich damit meine und was ich ihr vorwerfe. Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen mich mit Feminismus mal fundierter auseinanderzusetzen und mir ein paar Lektüren dazu durchzulesen. Sophie Passmanns Roman ist ein perfekter Einstieg dafür, da er viele Fassetten und unterschiedliche Denkrichtungen beinhaltet und pointiert und humorvoll geschrieben ist. Würde ich jedem weiterempfehlen!
Ich bin ehrlich, zuvor war ich eher vom Thema Feminismus abgeneigt, für mich waren Schlagworte, wie "Chancengleichheit", "Diskriminierung" und "Me-to" zwar keine unbekannten Begriffe, aber tiefergehend hatte ich mich davor noch nicht damit auseinandergesetzt. So unbefangen fing ich also mit "Alte weiße Männer" an. Der Schreibstil gefiel mir an mancher Stelle mehr, an anderer weniger . Dies mag auch daran liegen, dass ich keinen roten Faden erkennen konnte, der mich rein thematisch durch die 15 Interviews mitnehmen konnte. In manch Interview fand ich mich etwas verloren wieder , wo hier noch der Zusammenhang mit dem Großen Ganzen war, war mir nicht klar. Im nächsten Interview, war dies wieder anders, hier las ich wieder höchst interessiert. Dies mag vielleicht auch manchmal an dem einzelnen Interview-Partner gelegen haben, doch hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin Frau Passmann, die Leser*innen mehr an die Hand nimmt, gerade für jene, die neu in der Thematik "Feminismus" sind.
Tatsächlich ein Schlichtungsversuch - überraschend versöhnlich
Teilweise waren die Meinungen schwer auszuhalten, teilweise fand ich andere Perspektiven interessant. Ich glaube, dass das Buch zu seiner Erscheinungszeit noch mehr Schlagkraft hatte und heute fast schon wieder ein bisschen veraltet ist. Der Schreibstil gefiel mir, auch wenn es mir manchmal etwas schwer fiel, dranzubleiben - es ist auf jeden Fall ein Buch, das man konzentriert lesen muss. Aber ich fand es lohnte sich und ist vielleicht gerade auch für die titelgebenden Menschen geeignet.
Nur weil ein Buch nicht zum Grund taucht, heißt es nicht, dass es keine Tiefe hat!
Ein kluges, pointiertes und bewusst provokantes Buch über ein oft benutztes, selten wirklich verstandenes Feindbild: den alten weißen Mann. Passmann trifft in Interviews auf verschiedenste Männer – manche freiwillig, manche unbewusst Vertreter dieser Kategorie – und versucht, den Diskurs nicht zu moralisieren, sondern zu öffnen. Für mich: Ein extrem wichtiger Einstieg ins Thema Feminismus, vor allem für alle, die sich selbst vielleicht (noch) nicht als Teil des Problems sehen. 💬 Entgegen vieler Goodreads-Bewertungen hatte ich nicht das Gefühl, dass hier irgendwas beschönigt wird. Ganz im Gegenteil: Der Zynismus und die kluge Ironie der Autorin lassen die Kritikglocken regelmäßig laut schrillen – ohne je beleidigend oder platt zu werden. Das Buch will nicht tiefenpsychologisch alles erklären – aber genau das ist seine Stärke. Es spricht diejenigen an, die sich vielleicht noch nie ernsthaft hinterfragt haben. Es sensibilisiert – und zwar auf eine zugängliche, humorvolle und doch schmerzhafte Weise. Und ja, einige Stellen haben mich richtig wütend gemacht. Andere haben mich schmunzeln lassen – weil man diese Art von Reaktionen einfach nur zu gut kennt. Gerade von denen, die sich doch selbst auf die Fahne schreiben, Frauen „zu unterstützen“. ✨ Fazit: Mein Horizont wurde definitiv erweitert – gerade durch gegenteilige Meinungen. (*Bezug auf Micky Beisenherz‘ Kommentar) 📖 Bewertung: 4/5 – nur weil ein Buch nicht bis zum Grund taucht, heißt das nicht, dass es keine Tiefe hat.

Vorweg: Ich liebe Sophie Passmann für Ihren Instagram Account und ihre dort kritische Auseinandersetzung mit diversen Themen, vorrangig feministischen. Ich liebe ihre Selbstironie und ihren intelligenten Witz. Deshalb wollte ich endlich mal ihr erstes Buch lesen, jetzt wo ihr Roman „Komplett Gänsehaut“ herauskommt (die Lesung in Hannover wurde auf September verschoben *Daumen drücken*). Positiv zu vermerken ist, dass ich den intelligent witzigen Schreibstil von Sophie sehr mag und sie widererkennen konnte. Manchmal musste ich Sätze auch etwas langsamer lesen, mir Gedanken dazu machen und habe auch einige Notizen vermerkt. Die gewählten Interviewpartner waren interessant, abwechslungsreich und haben dazu geführt, dass ich im Nachgang noch ein wenig zu ihnen recherchiert habe. Allerdings muss ich Sophie Passmann einen kleinen Vorwurf machen. Wo waren die kritischen und konfrontierenden Nachfragen während des Interviews? Bei den meisten Gesprächen erfährt man die Sicht des Mannes, um dann dazwischen Sophies Bemerkungen zu lesen, die witzig, klug und auch wiedersprechend waren, nur leider fehlten sie fast immer WÄHREND des Interviews. Ich hatte mir erhofft, dass sie es sich zur Aufgabe gemacht hat den Interviewpartnern so richtig auf den Zahn zu fühlen, sie mit Gegenargumente zu konfrontieren. Leider passiert das nicht bzw. nur viel zu selten oder im Nachgang während ihrer Ausführungen. So erfahren wir die Sichtweise verschiedener Männer zu feministischen Theme, aber ich habe bei keinem der „fragwürdigeren“ Aussagen das Gefühl gehabt, Sophie Passmann hätte diese Männer wenigstens zum Nachdenken bewegt. Dafür müssten sie wohl ihr Buch lesen….
Unterhaltsam, komplex und anspruchsvoll
Ich bin mit der Erwartung an das Buch herangegangen, zu verstehen wie der „alte, weiße Mann“ zustande kommt, wie er tickt und wie ich ihm Kontra geben kann. Dieses Buch liefert aber sehr viel mehr als das: es ist eine Sammlung von teilweise für mich sehr komplexen, hoch intelligenten Gedankengängen, denen zu folgen manchmal schwierig ist. Daher werde ich das Buch sicher nochmal lesen 😄 es hat mir auch einen Weg zum Feminismus gezeigt, wofür ich sehr dankbar bin
Vorweg: Ich mag Sophie Passmann. Ich bewundere ihr Engagement, ihre Ausdrucksfähigkeit und ihre Intelligenz. Sie ist erst 25 Jahre. In ihrem Alter habe ich erst angefangen zu studieren, und die Welt langsam entdeckt. Insofern hat sie einen Bonus bei mir. Das Buch hat einiges in mir bewegt und mich zur Selbstreflektion genötigt. Das ist schon mal positiv. Immerhin gehöre ich zu Passmanns Feindbildgruppe. Ich bin alt, weiß und männlich. Ich war so gar lange Führungskraft im Finanzgewerbe, welches immer noch sehr geprägt ist von einem tradierten Frauenbild. Ich fühle mich dabei selbst unwohl. “Glücklicherweise” sagt mir das Buch, dass ich durch diese Reflektion somit nicht zu den Alten-weißen-Männern zähle, denn diese selbstherrliche Spezie ist unerschütterlich in ihrem Denken und im Ausüben ihrer Machtposition. Folglich darf ich mich als Feminist bezeichnen. Aber eigentlich sind das doch alles Worthülsen: Alte, Weiße, Männer, Feministen. Ich brauche für mich selbst keine Gewissheit, in welche Schublade ich gehöre. So unterhaltsam und teilweise auch witzig diese zahlreichen Berichte über Treffen mit alten, weißen Männern sind, muss ich letztlich sagen, dass das Konzept des Buches mir nicht zusagte. Das wurde mir erst im Verlauf des Lesens bewusst. Sophie Passmann will schlichten, aber davon habe ich nicht viel gespürt. Sie umgibt sich zumeist mit ihr sympathischen Personen. Gerade in der ersten Hälfte des Buchs werden diese Kuscheltreffen dann irgendwann nervig und man wünscht sich endlich mal einen echten, weißen Mann herbei, einer der den Feminismus ablehnt oder der in der Chefetage eines großen Wirtschaftsunternehmens die Puppen tanzen lässt. Den Hauch einer Konfrontation gibt es beim WELT-Chef oder bei dem RBB-Moderator, aber ansonsten enden die Begegnungen oft mit dem letzten Satz, dass derjenige doch auch zu den Guten zählt. Passmann sagt selbst, dass nicht jeder alte, weiße Mann (damit meint sie jeden Kotzbrocken) zur Wort kommen muss in ihrem Buch. Da denkt sie z.B. an einen Unsympath wie Matthias Matussek. Aber da macht sie es sich auch irgendwie einfach. Mit Freunden muss ich nichts schlichten, wenn es einen Konsens gibt. Sympathisch sind die Statements von Robert Habeck oder Micky Beisenherz, der die derzeitige Gleichberechtigungsdebatte mit der Diskussion um das Rauchverbot vor 20 Jahren verglich. Mittlerweile sind rauchfreie Restaurants eine Selbstverständlichkeit. Wird es für uns 20 Jahren auch eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen den gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten wie Männer? Spannend. Es gab aber auch ein Treffen, die äußerst peinlich waren. Was hat Marcel Reif schon zu diesem Thema zu sagen? Und Rainer Langhans hat deutlich zu viel gekifft in seinem Leben. Der Typ mit seinem Herumreiten auf dem Opfer-Feminismus ist nicht von dieser Welt. Ferner gefällt mir nicht der Begriff Feindbild, der oft verwendet wird. Die Chiffre des alten, weißen Manns ist auch nicht das Kernproblem der Gleichberechtigung. Es gibt genug ältere Männer, die keine wirtschaftliche Machtposition innehaben und Frauen unterdrücken. Das fängt in manchen Ehen bereits an. Je mehr man die Gesellschaft sprachlich aufspaltet, um so eher läuft man Gefahr, dass sich niemand mehr angesprochen fühlt. Sprachlich hat mir das Buch sehr gut gefallen. Sophie Passmann hat einen Humor, der mich anspricht, und sie kann sich eloquent ausdrücken, auch wenn manche Redewendung (“am Ende des Tages”) von einem guten Lektor auch mal reduziert werden hätte können. Das Thema finde ich wichtig, das Konzept des Buchs aber weniger gelungen. Daher lauwarme drei Sterne.
Einfach absolut wichtig
Wichtige Thematik, super spannend, wie Sophie Passmann mit verschiedensten Persönlichkeiten über Feminismus und politische Gesellschaftsthemen spricht, Grenzen bricht und vor allem ganz viel zuhört, argumentiert und wirklich ernsthaft versucht „alte weiße Männer“ zu verstehen. Was steckt eigentlich hinter diesem Begriff, was bedeutet Feminismus in der Welt und wieso tun sich viele Männer scheinbar so schwer damit sich „Feminist“ zu nennen? All diese Themen diskutiert Sophie Passmann in ihrem falbelhaften Buch, was wirklich jede*r mal lesen sollte!
Ein spannender Blick…
… und eine Annäherung an den Begriff des „alten weißen Mannes“ mit verschiedenen Perspektiven von Männern. Einige feministischer, als sie es selbst formulieren würden und einige wenige mit Gedanken, die sich mir überhaupt nicht erschließen. Insgesamt ein interessanter Blick auf den „heutigen“ Feminismus und die Diskussion darum, ob dieser noch erforderlich ist und wie der Blick von den verschiedensten Männern darauf aussehen kann. Zwei meiner liebsten Zitate, sinngemäß wiedergegeben: „Je mehr du kannst, desto weniger bist du auf deine Privilegien angewiesen.“ „Du darfst alles sagen, du darfst nur nicht erwarten, dass dagegen nichts gesagt wird.“
Sophie Passmann trifft verschiedene, sehr unterschiedliche aber durchaus spannende Männer um herauszufinden was "alte weiße Männer" ausmacht und wie man es schafft, keiner davon zu werden. Wir lesen dabei nicht die Interviews selbst, sondern eine Beschreibung derer sowie die Eindrücke und Gedanken Passmanns während des Gesprächs. Dabei trifft sie mal scharfzüngig, mal versöhnlich genau meinen Humor. Bestimmt hätte man einige Themen ausgiebiger behandeln können, aber in die gewählte Form hätte das nicht unbedingt gepasst. Außerdem ist es auch nett, wenn man manche Dinge selbst zu Ende denken darf. Ich habe mich jedenfalls sehr gut unterhalten gefühlt, mehrfach laut gelacht und nehme ein paar geistreiche Impulse mit.
Ausflug in die Köpfe der Männer
Kleine Achterbahnfahrt. Über bestimmte Männer und ihre "Meinungen" kann man echt nur den Kopf schütteln. Leider finde ich, ist die Autorin nicht tief genug an die Thematiken rangegangen, hat nicht wirklich gegen argumentiert, was man ihr aber auch nicht verübeln kann bei solchen Aussagen wo man weiß, dass es sowieso nichts bringt. Aber ist nicht genau das der Sinn des Buches gewesen? Einander näher zu kommen durch den Diskurs? Trotzdem unterhaltsam und gut wegzulesen.
Ich denke, dass das Buch durchaus polarisiert - ich fand es klasse. Man sollte nicht mit der Erwartungshaltung herangehen, völlig neue Erkenntnisse zum Stand des Feminismus in Deutschland zu gewinnen. Was man aber gewinnt, sind scharfzüngige und genau beobachtete Begegnungen mit teils mächtigen, teil unterhaltsamen, teils inspirierenden Männern. Ich mag Sophie Passmanns Schreibstil sehr und auch die Offenheit, mit der sie beschreibt, was die Gespräche jeweils bei ihr bewirken. Eine politische und gleichzeitig äußerst unterhaltsame Lektüre und die Kombination gibt es meiner Meinung nach nicht ganz so oft.
Völlig neue Erkenntnisse Habe ich gedacht, Pick me Girls haut mich von den Socken, muss ich gestehen, dass dieses Buch hier mich noch mehr überrascht hat. Passmann hat einen Sommer lang Männer interviewt, die man als alt und weiß betiteln würde, sähe man sie heute im Fernseher. Ich finde es faszinierend, wie direkt und doch einfühlsam die Autorin ihre Interview-Partner durch das Gespräch begleitet, mal mehr mal weniger erfolgreich. Und vor allem ist es echt krass, wie sich die Charaktere unterscheiden. Von Habeck hätte ich nie erwartet, dass er Feminist ist. Tim Raue fand ich schon immer sympathisch und doch hat er mich mit seiner Einstellung echt umgehauen. Und auch die anderen, die ich bisher nicht einmal zuordnen hätte können, haben mich überrascht, sowohl positiv als auch negativ. Ein höchst interessanter Beitrag zum Feminismus und dazu noch sehr lehrreich. Auch hier kann ich die Autorinnenlesung absolut empfehlen.
3,5/5 Sophie Passmann hat mit "Alte weisse Männer" ein extrem unterhaltsames feministisches Buch geschrieben, das dem Leser viele interessante Denkanstöße gibt und einen viele Dinge aus einem neuen Blickwinkel sehen lässt. In ihrem Buch interviewt sie 15 Männer der Öffentlichkeit, befragt sie zum "Feindbild" alter weißer Mann und konfrontiert sie mit Themen wie der Frauenquote. Herausgekommen sind teilweise wirklich lustige, teilweise aber auch schockierende Interviews und Sichtweisen der befragten Männer. Es ist ein gutes erstes Buch, um in das Thema einzusteigen. Es gibt es einige witzige Stellen, einige kluge Sprüche und einige sehr eklige Interviewpartner. Es hat ein bisschen gedauert, sich an den Schreibstil zu gewöhnen, weil die Autorin nicht klar angibt, welche Teile nur ihre Gedanken sind und was sie tatsächlich laut sagt, aber wenn man das verstanden hat, ist sehr interessant! Ich mag Sophie Passmanns Art, ich mag ihre Erzählweise und den ein oder anderen Denkanstoß bekommt man doch mit auf den Weg gegeben. Dieses Buch kann die Welt nicht retten. Aber es macht sie auch nicht schlechter. Als Hörbuch gern gehört, hier wird der den Beobachtungen der Autorin innewohnende Humor ganz schön transportiert. Das Hauptproblem (und das ist ein ziemlich großes) ist der eigentliche Inhalt/die gesamte Prämisse des Buches. Ich denke, wenn man sich mit verschiedenen Männern zusammensetzen will, um ihre Ansichten über das Phänomen des "alten weißen Mannes" und über den Feminismus im Allgemeinen zu erfahren, ist das völlig in Ordnung. Hätte die Autorin mit einem Haufen zufällig ausgewählter Männer gesprochen, hätte dieses Konzept vielleicht sogar etwas für sich gehabt und etwas Neues und Interessantes zur Diskussion beigetragen. Was dieses Buch jedoch stattdessen tut, ist, uns eine Reihe von Interviews mit Männern zu präsentieren, die bereits eine ziemlich große Plattform haben und deren Ansichten nicht gerade ein großes Geheimnis waren, um mit ihnen zu beginnen. Passmann versucht auch meist nicht, mit diesen Männern zu diskutieren - was wiederum interessant gewesen wäre, weil wir dann wenigstens gesehen hätten, wie die Interviewpartner auf ihre Einwände reagieren/eine Diskussion führen. Stattdessen sitzt sie nur da und erzählt dem Leser im Nachhinein ihre Meinung/Kritik zu dem, was die Interviewpartner zu sagen hatten. Alles in allem ein sehr interessantes Buch!






















































