Als wäre es vorbei

Als wäre es vorbei

Hardback
4.76

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Wie verändert der Krieg die Bilder? Wie verändert er das Sehen? Wie verändert er diejenigen, die ihm standhalten oder die ihm zuschauen?

Mit ihren Fotokolumnen, die zwischen Februar 2022 und Herbst 2024 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erschienen sind, hat Katja Petrowskaja absichtslos eine Chronik des Ukraine-Krieges geschrieben. Sie beginnt am Vorabend, mit einer Landschaft in Georgien, entlang der Großen Heerstraße. Tiere. Kriegsgefahr liegt in der Luft. Auf der nächsten Seite der Schrei: Mein Kiew! Die unfassbare Realität des Krieges, das Einbrechen des Ungeheuerlichen ins eigene Leben.

Der Krieg verunsichert den Blick. Man sieht Bilder lächelnder Menschen und fragt sich unwillkürlich, ob sie noch leben. Ein Mann steht in einem Loch, mitten auf einer Straße, »als probiere er den möglichen Tod an, als wäre der Tod seine neue Kleidung«. Ein bleiches, lachendes Mädchen, an eine ältere Frau geschmiegt. Aus der Geschichte hinter diesem Bild springt einen hinterrücks die Erkenntnis an, dass selbst das Unwahrscheinliche doch möglich ist – in dieser Zeit auch der Wunder.

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Miscellaneous
Format
Hardback
Pages
217
Price
25.70 €

Author Description

Katja Petrowskaja, 1970 in Kiew geboren, lebt seit 1999 in Berlin. Sie studierte in Tartu Literaturwissenschaft und Slawistik und promovierte in Moskau. Von 2000 bis 2010 schrieb sie für verschiedene russisch- und deutschsprachige Medien (Neue Zürcher Zeitung, taz, Deutsche Welle, Radio Liberty). Seit 2011 ist sie Kolumnistin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagzeitung. Ihr literarisches Debüt Vielleicht Esther (2014) wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. 2022 erschien der Essayband Das Foto schaute mich an, 2025 der Essayband Als wäre es vorbei. Texte aus dem Krieg. Sie lebt in Berlin.

Posts

2
All
5

Ein so wichtiges Buch. Es hat lange gedauert es zu lesen. Ich musste es immer wieder zur Seite legen. Der Krieg in der Ukraine ist unfassbar und Katja Petrowskaja zeigt in ihren Texten und in den Bildern dieses Unfassbare. "Es fällt mir schwer, über den Krieg zu reden, denn es schmerzt. Es gibt kein Bild, das die akkumulierten Schmerzen des Krieges darstellen kann, wir sehen immer nur einen Teil der Wunde. Die Nachrichten wirken wie Schüsse, man wird von ihnen durchlöchert. Man denkt über das Geschehene nach, oder nein, es ist kein Darübernachdenken, sondern Schmerz, selbst der Schmerz schmerzt, er prallt ab wie eine Kugel und trifft auch noch jemand anderen."

5

"Wir gewöhnen uns daran, als wäre die wachsende Opferzahl bereits zur Statistik für künftige Geschichtsbücher geworden. Auch unsere Ohnmacht wird zur Gewohnheit. Wir werden mit Bildern weiterer Zerstörung konfrontiert, wir schauen zu." Zwischen Februar 2022 und Herbst 2024 hat die Autorin Katja Petrowskaja mit Fotokolumnen eine Art Tagebuch oder Chronik des Krieges in der Ukraine geschrieben, hier zusammengefasst als Buch. Dabei stehen die Fragen im Raum: Wie verändert der Krieg das Sehen? Wie verändert er die Wahrnehmung von Bildern, kurz- und langfristig? Katja Petrowskaja zeigt Bilder von Menschen, bei denen man sich unweigerlich fragt, was sie erlebt haben und ob sie noch am Leben sind. Wir sehen Bilder von Suchtrupps, von Leid und Ohnmacht und manchmal von merkwürdig normalen Momenten an Orten, an denen nichts mehr normal ist. Dazu erzählt die Autorin von Geschehnissen wie der gewaltvollen Besetzung des Asow-Stahl-Geländes, die in meinem Gedächtnis schon längst zugeschüttet wurden durch mehr und mehr Kriegsnachrichten. Denn das verändert der Krieg schon in kürzester Zeit: ein Grauen wird vom nächsten abgelöst und ehe man sich versieht, stumpft man ab. Und dann erschrickt man und denkt: stimmt, wie konnte ich nur so lange nicht an die Massaker in Butscha denken? Das Buch rückt den Schrecken wieder in den Blick und verleiht der allgegenwärtigen Ohnmacht Ausdruck. Grade dadurch, dass Katja Petrowskaja andere Bilder wählt als die, die man bereits aus den Nachrichten kennt - nicht die Bilder der großen Zerstörung, sondern Bilder, zu denen sie eine Verbindung hat oder diese herstellt -, wird ihre Chronik persönlich und zugänglicher. Es hilft nicht aus der Ohnmacht heraus, wie könnte es das auch. 'als wäre es vorbei' ist ein Zeitzeugnis einer Zeit, die nicht viel Hoffnung macht, egal wohin man blickt. Es ist ein Buch, das zum Hinschauen zwingt. CN: Kr1eg, T0d, Tierleid

Create Post